Sven Sudeck

Sven Sudeck & Angus Winchester: Inventur am 26. März 2017

News 26.3.2017

Heute geht es um die Destille Berlin, Angus Winchesters neue Bar und wie er sie fand, es geht um den Kampf um Bier-Patente und: Sven Sudeck lässt es zum Abschied ordentlich krachen. Das ist die neue Inventur!

Einfach schonmal vormerken würden wir sagen: kommendes Wochenende, am 1. und 2. April 2017, findet in der Berliner Heeresbäckerei das Craft Spirits Festival Destille Berlin statt. Die Messe wurde 2012 gegründet und auch Preise wird es regnen, so werden nämlich auch die Gewinner der Craft Spirits Awards im Zuge der Veranstaltung bekannt gegeben. Die Tickets kosten im Vorverkauf 14 Euro für zwei Tage und hier geht es zu einem Überblick über das Programm an den zwei Tagen. Was sollen wir sagen? Cheers! Und wir sehen uns in Kreuzberg. Aber nun auf zu Sven Sudeck und Angus Winchesters neuer Bar.

Sven Sudeck lässt’s zum Abschied noch mal krachen

Seine Agavenhoheit Sven Sudeck, seit vielen Jahren das Gesicht von Sierra Tequila und Sierra Milenario sowie 2015 bei den MIXOLOGY BAR AWARDS als „Markenbotschafter des Jahres” prämiert, hat seiner Tätigkeit für den Sierra-Markeneigentümer mit einem letzten großen Event einen gebührenden Schlusspunkt gesetzt: Rund 60 Bartender u.a. aus Frankfurt, Baden-Baden, Stuttgart, Mannheim und natürlich Karlsruhe reisten zum großen Milenario-Tasting und -Mixworkshop in der dortigen Santo’s Cocktailbar an.

Mit von der Partie war auch Kathrin Abels, die Sven Sudeck mit anderer Schwerpunktsetzung als Markenbotschaftern beerben wird. Sven Sudeck selbst wird sich künftig als einer der Mitgründer und Geschäftsführer der neuen Firma Highballer an der Seite u.a. von Joerg Meyer beratend um die Geschicke neuer Gastronomiekonzepte kümmern. Für Borco bzw. Sierra wird er allerdings auch künftig noch zu ausgewählten Events freiberuflich tätig werden und sich u.a. um den weiteren Aufbau der Milenario-Range in den USA kümmern. Nach dem Workshop wurde es außerdem natürlich eine lange Nacht in der wunderbaren Karlsruher Miad Bar. Wir wären irgendwie ganz gern dabei gewesen!

Kampf gegen Bier-Patente

Die NGO-Kooperation „No Patents on Seeds!“ kämpft gegen einen Antrag von Carlsberg und Heineken. Zum Patent angemeldet wurden neben der Braugerste auch deren Ernte und Verarbeitung, das daraus hergestellte Malz sowie das damit gebraute Bier. Dass das Europäische Patentamt alle drei Anträge bewilligte, sieht man als Abkehr vom bisher gepflegten Verbot der Patentierung konventionell gezüchteter Pflanzen in Europa. „Patente wandeln Pflanzen in privates Eigentum um“, begründet Katherine Dolan von der österreichischen „Arche Noah“ den Kampf gegen die Bier-Größen, „somit wird der Zugang zu genetischen Ressourcen massiv eingeschränkt. Dies verhindert weitere Züchtung und gefährdet die Vielfalt“.

Einer der Unterstützerinnen der Plattform ist die Berliner TV-Köchin Sarah Wiener. „Wenn die Vergabe von Patenten auf Nutzpflanzen aus konventioneller Züchtung nicht ein für alle Mal gestoppt wird, dann könnte jedes Gemüse, jedes Obst und jedes Getreide mit besonderen Eigenschaften patentiert werden“. Klare Worte findet auch der für Patente zuständige österreichische Minister Jörg Leichtfried: „Ich bin für Gerstenvielfalt und gegen Einheitsbier“. Patente auf Pflanzen und Tiere sind im Nachbarland ausdrücklich verboten. Wie schon 2015, als der Konzern Monsanto ein Patent auf eine Brokkoli-Züchtung anmelden wollte, positioniert sich Österreich gegen die Bier-Zulassung: „Patente sind wichtig für Erfinder und sorgen für Rechtssicherheit in Forschung und Entwicklung. Pflanzen und Tiere sind jedoch keine technische Erfindung und müssen vom Patentrecht ausgenommen sein“, so Leichtfried. Bis zur endgültigen Entscheidung (für Dezember erwartet), lässt sich hier Position beziehen.

Alles neu in Brooklyn

Endlich eine eigene Bar: Bei den Kollegen von Liquor.com schreibt Angus Winchester über den Weg, eine eigene Bar zu eröffnen. Er selbst sei sehr oft gefragt worden, wann es denn soweit sei, jedoch mussten für ihn grundsätzliche alle Details, die für so ein Projekt vonnöten sind, zusammenfallen und ein rundes Bild abgeben. Das fängt natürlich bei der Location an, die Bar des Briten wird nun in den Brooklyner Crown Heights eröffnen, und zwar in der ehemaligen Nassau Brewing Company. Hier geht es zu dem lesenwerten Artikel des Operating Managers der The Embassy Bar.

Die „Enzyklika“ des Bierpapstes

Profunde Daten statt Bauchgefühl: Conrad Seidl vulgo „Bierpapst“ hat mit dem Linzer Market-Institut mehr als 3.000 Personen für „Bierbusiness“ befragt. Gut, dass das 160 Seiten starke Füllhorn an Einsichten sich nicht in Analysen von Hopfen und Malz erschöpft: Man erfährt, was im Lokal zählt (freundliche Bedienung ist 75 % wichtig). Für jeden Zweiten ist Unfreundlichkeit Grund genug, das Lokal nicht mehr zu besuchen (nur Toilettengeruch im Lokal wird mit 54 % als ärger empfunden). Interessant war die Frage nach der Zustimmung zum Satz „Spirituosen sind auf jeden Fall Teil der Kultur unseres Landes“. 22 % der Österreicher, 17 % der Deutschen und 16 % der Schweizer sagen dazu „Ja“. Für 80 % (!) gehört Bier jedenfalls zur Kultur Deutschlands. In Österreich waren es 66 %, in der Schweiz nur 51 %. Dafür schlägt die Schweiz beim Wein als Kulturfaktor mit 42 zu 34 % Deutschland, Österreich führt mit 60 %.

Und was bestimmt den Bier-Kauf? Für 72 %  zählt die Tatsache, „dass es ein Bier aus meiner nächsten Umgebung ist“. Danach folgen „dass ich dieses Bier schon oft getrunken habe“ (67 %) und „dass ich die Brauerei schon selber besichtigt habe“ (57 %). Regionalität schlägt den ökologischen Aspekt deutlich; „nur 26 % sehen es als wichtig an, dass das von ihnen bevorzugte Bier ein Bio-Bier ist“, so Co-Autor Prof. Dr. Werner Beutelmeyer vom Market-Institut. Und: Gewohnheit (besagte 67 %) schlägt Neugier – nur jeder Zweite lässt sich zum Kauf bewegen, „weil das angebotene Bier neu am Markt ist“.

82 % der Kenner sahen übrigens Craft Beer als Chance für die Gastronomie. Welche Dimensionen das Biergeschäft weltweit aufweist (inkl. Aufstellung der 2016 von Konzernen übernommenen Craft Brauereien), schildert ein besonders aufschlussreiches Kapitel von Seidl und Beutelmeyer. Zu Wort kommen aber auch Brauer wie Thorsten Schoppe (Schoppe-Bräu, Berlin), Rudi Hirz (Apostelbräu, Hauzenberg) oder Horst Asanger (1516 Brewing Company, Wien). „Bierbusiness“ ist für 24,90 Euro beim Medianet Verlag erhältlich.

Photo credit: Foto via Shutterstock.

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