Inventur am 3. September 2017

News 3.9.2017

Schumanns Bargespräche kommt als Film ins Kino, Gäste sollen das Stehlen unterlassen und Yael Stormborn spricht über sexuelle Belästigung in der Bar-Branche. Die neueste Inventur ist da!

Ab zum Berlin Coffee Festival! Dass wir neben Drinks auch Kaffee ganz klasse finden, beweisen wir ja schon seit geraumer Zeit online wie auch im Print-Magazin. Grund genug auf jeden Fall, an den Tagen vom 1. bis zum 4. September 2017 – und davon am liebsten jeden Tag – in der Markthalle Neun in Berlin-Kreuzberg auf ein bis fünf Kaffee vorbei zu schauen. Von Nitro bis bis Porzellanfilter wird es so einiges zu sehen und zu probieren geben – mindestens bis zum koffein-induzierten Herzrasen. Wir sehen uns dort, und hier gibt es mehr Infos.

Schumanns Bargespräche: Das ist der Trailer

Premiere, Premiere: Am 12. Oktober 2017 kommt der Film “Schumanns Bargespräche” ins Kino, und da geht es, der Titel verrät es, um den ikonischen Charles Schumann. In dem Film bereist er die Welt, besucht Bars von Tokio bis München, wir reisen außerdem mit nach Havanna und schauen im Floridita auf einen Daiquiri vorbei. Es geht um das Trinken, um die Geschichte hinter Cocktails und natürlich um Herrn Schumann himself. Nun genug der Vorrede, ganz exklusiv dürfen wir dafür hier den Trailer präsentieren und sagen Cheers.

Die Gläser sind nicht “To Go”

Bitte nicht stehlen! Bei Broadsheet schreibt der australische Barbesitzer Sven Almenning über das Stehlen und die Auswirkungen davon. Es geht um das unerlaubte Mitnehmen, Einpacken und Klauen, das tagtäglich in allen Bars der Welt durch angesäuselte Barbesucher zustande kommt. Die Ausbeute reicht in seinen Erzählungen vom Lederumschlag der Barkarte bis zum Vintage Glas hin zum ausgestopften Fuchs an der Wand. Letzteres wurde übrigens knapp durch das beherzte Eingreifen eines anderen Gastes in einer Bar in Sydney verhindert, wie Almenning schreibt. In seinem Bericht geht es darum, was das Klauen mit der Bar selbst macht, warum die Drinks dadurch teurer werden müssen, und enthält eine klare Aussage: aufhören, bitte!

Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz

Die Erlaubnis zu sündigen. Das ist ein psychologisches Phänomen, bei dem Menschen sich einreden, da sie etwas Gutes getan haben, können sie sich auch eine “schlechte Tat” danach erlauben. Gleicht sich ja irgendwie aus, oder? Das reicht von der Rechtfertigung vor sich selbst für den zweiten Cocktail am Abend, weil man ja morgens Laufen war, bis zu deutlich problematischeren Situationen. Wie zum Beispiel sexueller Belästigung innerhalb der Barbranche durch einen vermeintlich anerkannten, allseits beliebten Protagonisten.

Womit wir beim Artikel von Yael Stormborn wären, den sie für The Shift Drink verfasst hat. Darin geht es um die Belästigung durch einen bestimmten Mann innerhalb der Spirituosenszene, es geht um das Wegrationalisieren der Frauen, die den Übergriffen ausgesetzt waren, und das darauf folgende Schweigen. Der von Stormborn beschriebene selbst habe nämlich den Ruf als “guter Kerl” in der Branche und könne sich daher gar nicht der Belästigung schuldig machen.

Trotz Anraten ihres Bekanntenkreises, die Sache so stehen zu lassen, entschied sie sich, die Vorfälle öffentlich zu machen, und brachte im Lauf des Prozesses zu Tage, dass sie nicht die einzige war, die sexuell belästigt worden war. Sie gründete den Blog “The reality of sexual assault in the cocktail community”, um Frauen mit ihren Erfahrungen zu Wort kommen zu lassen. Eine Reflexion und angemessene Kommentierung des Artikels spränge hier nun den Rahmen, daher legen wir an dieser Stelle einfach die Lektüre von Stormborns Erfahrungen an das Herz unserer Leser. Hier entlang bitte!

Schnaps: Steuerprivileg als Wahlkampf-Thema

Das Urteil des Europäischen Gerichtshofs gegen Ungarn, das mit Steuerbegünstigung für Kleinbrenner gegen die EU-Alkoholsteuer-Richtlinie verstößt, zieht weitere Kreise. Vor allem in Österreich steigt man – in diesem Falle prophylaktisch – auf die Barrikaden. Rund 50.000 so genannte Abfindungsbrenner, deren Mehrzahl Landwirte sind, dürfen bis zu 200 Liter reinen Alkohol im Jahr produzieren. Je nach Familiengröße bleiben davon 15 bis 27 Liter steuerfrei, danach fallen zumindest 6,48 Euro pro Liter an. Noch günstiger brennen die Inhaber des Maria Theresien-Brennrechts. Bei 400 Litern bleiben dann 300 beim ermäßigten Satz von 6,48 Euro.

Laut Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter sei den Abfindungsbrennern, die kein Obst zukaufen dürfen, das Sonderrecht bei den EU-Beitrittsverhandlungen zugestanden worden. Und da Wahlkampf herrscht in der Alpenrepublik, wird der Minister – allen Bedenken wegen Wettbewerbsverzerrung und Ungleichbehandlung zum Trotz – deutlich: „Beim Schnaps hört sich der Spaß auf“. Noch heuer soll es Vorschläge zur Überarbeitung der EU-Richtlinie geben.

Amaro Montenegro Barkeeper Competition 2017: das sind die Gewinner!

Beim deutschen Finale der Amaro Montenegro Barkeeper Competition in Hamburg wurde geschüttelt und gerührt, was das Zeug hielt. Elf Finalisten haben sich mit ihren Kreationen auf der Dachterrasse des Hamburger Clouds der Jury präsentiert. Aus über 100 Einsendungen hat die Jury vorher ihre elf Favoriten für das Finale in Hamburg ausgewählt. Am Ende des Wettbewerbs standen die drei Sieger Deniz Quick aus der Santo’s Cocktailbar in Karlsruhe, Julia Rahn aus dem Roomers in Frankfurt und Yukon Isik aus dem Berliner Provocateur fest. Die drei reisen Ende September zum großen Finale der Amaro Montenegro Barkeeper Competition nach Bologna, und dürfen dort beim großen italienischen Finale in der Jury sitzen. Hier sind  die Gewinner-Rezepturen und wir gratulieren ganz herzlich.

Queens Cetriolo von Deniz Quick

Rezept:

3 cl Amaro Montenegro

2 cl Helbing Aquavit

1 cl Gurkensirup

1 cl Zitronensaft

Champagner als Filler

 

La Grassa von Julia Rahn

Rezept:

4 cl Amaro Montenegro

2 cl Vecchia Romagna

2 cl Visciolata

Zabaione Espuma on top

mit geriebener Muskatnuss und Orangen-Zeste bestreuen

 

Papagena von Yukon Isik

Rezept:

6 cl Amaro Montenegro

4 cl Blutorangenshrub

5 cl Prosecco

auf Eis im Longdrink Glas serviert

Photo credit: Foto via Shutterstock.

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