Inventur am 4. März 2018

News 4.3.2018

Cheers! Heute schauen wir gleich auf zwei Streitthemen: Whiskey aus Großbrennereien und die „Dosage“ beim Rum. Außerdem? Nun ja, da gibt es die schräge Kombination aus Fußball und Champagner sowie einen aufsehenerregenden Vertriebswechsel in Sachen Bier.

War da was mit Frühling? Zwar liegen die ersten Tage des März hinter uns, jene waren allerdings dermaßen bitterkalt, dass vom Erwachen der Natur noch nicht allzuviel zu spüren ist. Hoffen wir nur, dass sich die Kälte nicht negativ auf die nahende Spargelernte auswirkt. Wer heute noch etwas zum Aufwärmen sucht und sich in der Hauptstadt befindet, der kann übrigens noch zum zweiten Messetag der Destille Berlin gehen, die in Kreuzberg noch bis 19 Uhr ihre Türen offen hat. Sehen wir uns dort? Für alle, die lieber bei einem nachmittäglichen Hot Buttered Rum daheim bleiben, widmen wir uns nun den spannendsten flüssigen News der Woche.

Der ultimative Schattenbrenner-Test

Über die amerikanische Großbrennerei MGP in Lawrenceburg/Indiana ist schon viel gesprochen worden, auch bei uns. Dort werden im industriellen Maßstab Spirituosen – ja, auch gereifte – erzeugt und an zahlreiche sogenannten „Destillerien“ weiterverkauft. Besonderes Aufsehen erregte MGP im Zuge der Rye-Renaissance, da das Unternehmen über gewaltige Lagerbestände verfügt (schließlich hatte sich ja jahrzehntelang kaum jemand dafür interessiert).

Es ist ein offenes Geheimnis, dass zahllose etablierte Marken ihre vorgereiften Brände bei MGP einkaufen und dann selbst weiterverarbeiten, also entweder noch eigenständig weiterreifen oder schlicht abfüllen. Anlass genug für das Punch Magazine, den großen Test in Sachen MGP-Whiskeys zu machen: Welche Marken, die eigentlich in Indiana entstehen, dann aber unter anderer Flagge verkauft werden, können wirklich was? Schauen Sie selbst, was die Testrunde um Liz Munro diagnostiziert hat.

Auch Mikkeller wird hanseatisch

Wenn man die beiden wichtigsten und einflussreichsten Marken der europäischen Kreativbierschmieden auf die Zahl „zwei“ beschränken sollte, fällt die Entscheidung tatsächlich leicht: Niemand sonst hat den Markt und die Trends in der „neuen Alten Brauwelt“ derart geprägt wie die Schotten von BrewDog und die langährige dänische Wanderbrauerei Mikkeller.

Passend dazu finden sich beide Brauereien in Deutschland ab sofort unter einem gemeinsamen Vertriebsdach. Nachdem vor einigen Wochen bekannt gegeben wurde, dass BrewDog nach mehreren Vertriebswechseln jetzt von der Hamburg Beer Company distribuiert wird, kam am Freitag die Meldung, dass nun auch Mikkeller zu den Hanseaten wechselt, die wiederum Teil der reichweitenstarken Nordmann-Unternehmensgruppe sind. Überraschend daran ist vor allem, dass Mikkeller bislang über Braufactum vertrieben wurde, das als Teil der Radeberger-Gruppe an sich über stabile Strukturen verfügt. Die beiden wichtigsten europäischen Kreativbrauer sind also zumindest in Deutschland ab sofort partners in crime.

Vom Rum, Blending, Trinkstärke und der „Dosage“

Rum ist Trend. Wohl noch nie zuvor war das Destillat aus Zuckerrohr weltweit unter Genießern derart gefragt. Rum polarisiert aber auch. Besonders Fragestellungen nach Zucker, Verdünnung und ähnlichen Punkten führen immer wieder zu hitzigen Diskussionen unter Bartendern, Gästen, Erzeugern und Händlern.

Einen ausgiebigen und detaillierten Einblick in viele dieser Streitpunkte bietet das Interview, das David Driscoll für das Spirits Journal der K&L Wine Merchants mit Ferrand-Besitzer Alexandre Gabriel geführt hat. Gabriel war seinerzeit Initiator für die Gründung der Rum-Marke Plantation, die sich bis heute bei Barleuten immenser Popularität erfreut. Ein hochinteressantes Gespräch, besonders, da Gabriel aufgrund seiner fachlichen Herkunft stets auch die Cognac-Perspektive „mitdenkt“.

Russischer Champagnerfußball?

Vor einigen Wochen sprachen wir über die eigenartige Kombination aus Eishockey und Jägermeister, heute geht es um Fußball und Champagner. Auch nicht so wirklich gängig. Außer, man sitzt als geladener Gast in der VIP-Loge unterm Stadiondach (die Ultras und Traditionalisten dürfen dann auch zurecht meckern) und ist so weit vom Geschehen entfernt, dass man die Action auf dem Rasen eher mittels Blick auf den bereitgestellten Flatscreen verfolgt.

Weshalb wir darüber sprechen? Ach ja: Das Champagnerhaus Taittinger und die allseits beliebte FIFA haben ihre bereits bestehende Zusammenarbeit verlängert, sodass Taittinger auch bei der kommenden Fußball-WM im Sommer in Russland den offiziellen Champagner des Turniers stellen wird. Also wohl eher für besagte Logen, offizielle Empfänge (die kein Fan je besuchen wird) und informelle Zusammenkünfte in Moskauer Clubs. Wir fragen uns indes eher, wie teuer wohl ein Bier im Stadion beim Finale sein wird.

Photo credit: Shutterstock

Schreibe einen Kommentar

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.

Ähnliche Artikel