Inventur am 10. Mai 2015

News 10.5.2015

Laphroaigs Geburtstag, die Betreiber des Londoner Nightjar machen eine zweite Bar auf und das Amano-Imperium vergrößert sich rasant. Willkommen zurück zur neuesten Inventur im Wonnemonat Mai!

 

Am Donnerstag geht es los auf dem RAW-Gelände in Berlin: Das Braufest wird gefeiert, die vertretenen Brauereien auf diesem drei Tage andauernden Fest bilden ein einziges Who-is-Who der Craft Beer Szene. Von Berliner Brauern wie der Bierfabrik Berlin, Brauhaus Lemke und Heidenpeters, über nationale wie Ale-Mania, BrauKunstKeller und Braufactum, bis hin zu internationalen Gäste, um nur ein paar zu nennen: Birrificio Lambrate, BrewDog, Brewers & Union und Evil Twin Brewing werden vor Ort sein. Wir können uns vor lauter Vorfreude kaum auf den Drehsesseln am Schreibtisch halten und hoffen, wir treffen so manchen Leser am einen oder anderen Stand. Bis dahin: hier die neueste Inventur!

1) Alles Gute, Laphroaig!

200 Jahre alt wird der Islay Whisky und was wäre ein Geburtstag ohne eine Sonderedition? Pünktlich zum Ehrentag kommt nun also der Laphoraig 15 Jahre auf den Markt, limitiert – natürlich. Das ist es allerdings noch nicht gewesen, denn der Launch wird mit der “200 Opinions” -Kampagne begleitet. Endlich mal die Meinung sagen zu dem markanten Islay-Malt und dafür vielleicht auch noch belohnt werden? Das ist jetzt möglich. Laphroiag ruft dazu auf, zu einem Whisky der Marke online eine ehrliche Meinung abzugeben.

Wie ehrlich? Mindestens so ehrlich: „Als läge ein torfiger Spaten in deinem Wohnzimmer vor dem Kamin.” Zwei Gewinner werden im September dann nach Islay geladen, also nehmen Sie sich ein Glas, lehnen Sie sich zurück und lassen Sie sich was einfallen. Wer Ehrlichkeit will, sollte sie auch bekommen.

2) Nightjar Nummer zwei, oder: nicht wirklich

Der Mann hinter der vielfach prämierten und gefeierten Bar Nightjar in London expandiert, wenn man das so sagen kann. Eine zweite Lokalität soll es werden, die Eröffnung soll im September dieses Jahres erfolgen. Wo das? In den Räumlichkeiten eines ehemaligen, sehr ursprünglichen Pubs mit dem klingenden Namen Cock Tavern – gotta love England – soll im Osten der Metropole die Oriole Bar eröffnen. Oriole, komischer Name. Wir lüften das Geheimnis: Das ist ein Zugvogel, zu deutsch der Baltimoretrupial, der ganz Amerika sowie in Teilen Europas zuhause ist. Laut dem Betreiber ist das auch das Motto der Barkarte: weltumspannend.

Das Pub, das vorher in den Räumlichkeiten beherbergt war, ist laut Edmund und Rosie Weil ein ziemliches “Loch” gewesen und diente mit dem Frühstücksmenü den Standbetreibern auf dem Smithfield Market. Jetzt eben eine High-End Bar samt innovativem Brunch-Menü. Uns fällt da das Stichwort Gentrifizierung ein. Aber Schluss mit den Unkenrufen, worum geht’s? Oriole soll auf keinen Fall ein zweites Nightjar sein, sondern ein völlig unabhängiges Barprojekt. Und wo wir gerade dabei sind, das Nightjar selbst bekommt derzeit eine neue Barkarte. Geteilt in vier Kategorien: Prä-Prohibitionsära, Prohibitionsjahre, Nachkriegszeit und Signature Drinks. Zeit für einen Besuch auf der Insel, sagen wir.

3) Eins, zwei, Sieben!

Wir bleiben beim Expandieren. Auch die Berliner Amano Group vergrößert sich rasant, haben wir vergangene Woche erfahren dürfen. Das Imperium bestand bislang aus dem Mani Hotel und der Amano Bar im gleichnamigen Hotel. Letztere war übrigens strahlender Gewinner bei den MIXOLOGY BAR AWARDS 2013 als „Beste Hotelbar“.  Die Nummer drei in der Amano-Gruppe steht am Berliner Hauptbahnhof in den Startlöchern und nun sollen es noch vier mehr werden.

Zu dem Grand Central Hotel werden sich im Januar 2016 das Hotel in der Großen Präsidentenstraße mit 108 Zimmern und das Amano Home Apartementhouse Ende 2016 gesellen. Letzteres richtet sich eher an Langzeitgäste. 2018 geht es dann weiter mit dem Hotel Friedrichstraße und dem Amano Hotel Stralauer Straße weiter. Das ist mal eine mutige Ansage.

4) Aber das ist doch gar nicht handgemacht!

Erfolg für Maker’s Mark und damit Beam Suntory vor einem Gericht in den Staaten. Maker’s Mark wurde angeklagt, mit dem Begriff “handmade” irreführend auf Käufer zu wirken. Diese Klage wurde allerdings abgewiesen und zwar mit der Erklärung des Richters „kein Mensch mit Verstand würde den Ausdruck handgemacht als wörtlich verstehen“. Im ursprünglichen Sinne heißt das nämlich in des Richters Augen „von Menschenhand gemacht“ und damit ist Bourbon nicht als solches in der Natur vorzufinden wie etwa Kaffee oder Orangensaft, was ihn per se zu einem gefertigten Produkt mache.

Interessante Begründung, wie wir finden. Und bei Maker’s Mark freut man sich natürlich sehr über diese Entscheidung, denn  jetzt sind der Nutzung des Wortes „handmade“ als Werbemittel natürlich kaum mehr Grenzen gesetzt. Der Craft-Begriff leidet darunter, denn wenn Worte wie „handgemacht“ nun inflationär in der Werbung verwendet werden können, verwirrt das die Endverbraucher nur. Der Unterschied zwischen dem Label „craft“ und echtem Handwerk verschwimmt. Eine kritische Entscheidung.

5) Dunkel & Intensiv

Camus Cognac stellte vergangene Woche den Extra Dark & Intense vor. Der Cognac kommt in schicker schwarzer Flasche, die an einen Monolith erinnert. Im Jahr 2000 brachte Camus den Extra Elegance auf den Markt, jetzt wird mit dem Dark & Intense nachgelegt.

Die neue Qualität aus dem französischen Haus soll geschmacklich etwas intensiver und aromatischer als der Extra Elegance sein. Die Flasche ist ab jetzt zu haben. Bei der Herstellung wird eine recht neue Technologie angewendet: und zwar werden die Fässer wieder geleert und dann erhitzt um die Aromen im Holz freilegen zu können. Anschließend kommt der Cognac wieder zurück ins Fass. Diese Prozedur kostet natürlich, daher liegt der Cognac preislich bei stolzen 480 US-$ für die 0,7l-Flasche. Wer also auf „die dunkle Seite des Cognacs“ kommen möchte, wie es auf dem Blog von Camus sehr dramatisch heißt, sollte demnach etwas tiefer in die Tasche greifen.

Photo credit: Zwei Männer via Shutterstock

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