Inventur am 12. November 2017

News 12.11.2017

Whisky aus Tüten, japanischer Gin als Trendsegment, ein Stiefkind namens Kakao und ein Blick auf billig-sexistische Bier-Labels – die News der Woche im Überblick! Helau, Alaaf und ein herzliches Willkommen! Bitte nicht vom Schlachtruf täuschen lassen, unsere Berliner Redaktion besteht doch eher auch, gelinde gesagt, Karnevalsskeptikern. Wir denken eher an die Bars und Bartender in Köln und Düsseldorf und hoffen, dass man dort die Nacht der Karnevalseröffnung gut und ohne zu viel Erbrochenes über die Bühne bringen konnte. Und zur Entspannung legen wir jetzt wie gewohnt los mit den interessantesten, wichtigsten und skurrilsten News der Woche.

Japanischer Gin – der nächste Hype?

Über die teils fatalen Preisentwicklungen bei japanischem Whisky wurde und wird viel debattiert. Und selbst die Brenner im Land der aufgehenden Sonne sind sicherlich mitunter noch immer selbst verwirrt, welche Preisspiralen ihre Brände mittlerweile so drehen. Die Kollegen vom Punch Magazine jedenfalls rufen vorsorglich schon einmal den nächsten Nippon-Trend aus: Gin.

Denn wer die jüngste Entwicklung mitverfolgt hat, wird zugeben müssen, dass die japanischen Destillateure sich mit Gin eindeutig dem nächsten britischen Kulturgut zuwenden – freilich auch hier wieder mit eigenem, spezifisch japanischem Blickwinkel und der typischen Akribie. Der Text bei Punch versammelt Gründe und Beobachtungen, lässt Akteure zu Wort kommen und listet auch gleich einige der gängigen Abfüllungen auf.

Kakao: bitte nicht vernachlässigen!

Nur Weniges ist an der Bar noch nicht gängig, fast alles ist erschlossen, was noch vor zehn oder 20 Jahren wenig kommod war. Sogar das lange Zeit nur in Form mehr oder minder zweifelhafter Liköre vorliegende Thema Kaffee hat sich im Fahrwasser von hausgemachten Zutaten, Cold Brew und Cold Drip zu einem neuen Trendbereich entwickelt.

Anders sieht es mit Kakao aus. Das „andere“ brauen Gold ist noch immer höchstens ein Zaungast an den Tresen, dabei bietet Kakao mit seiner aromatischen Komplexität und Vielseitigkeit  schier unendliche Möglichkeiten, aufregende Drinks zu entwickeln. Passend dazu hat der Nomyblog ein Interview mit Kakao-Experte und -Händler Tobias Fischer über die Kombinationsmöglichkeiten mit Wein geführt. Und wo Wein ist, da sind – das wissen wir auch schon länger – gute Cocktails nicht weit. Ein Gespräch über Aromen, Smoothies, Glückshormone und die energetisierende Wirkung von Rohkakao.

Spread your hoppy legs? Sexismus auf Bier-Labels

Klar, es gibt auch Frauen im Bier-Business. Wahrscheinlich sogar mehr denn je zuvor. Klar ist aber auch: sie sind noch immer in der deutlichen Minderheit. Umso erschreckender präsentiert sich daher der Umstand, dass sich die Tatsache einer Männerdomäne gerade bei jenen jungen, modernen und vermeintlich fortschrittlich denkenden Kreativbrauern in teils schrägem, unzeitgenmäßem Sexismus artikuliert.

Die Rede ist hier in diesem Fall von Etiketten. Denn wer genauer sucht und hinschaut, der wird herausfinden, dass ein guter Teil progressiver Brauereien offenbar so sehr mit der angeblich humoristischen Keule schwingt, dass selbige ins Sexistische abgleitet. Natürlich ist die junge Bierszene auch dafür bekannt, bei der Benennung ihrer Biere kreativ und mit viel Freude am Wortspiel vorzugehen. Was genau dort aber mit teils arg billigen Labels veranstaltet wird, lässt die nach „’Arald“ säuselnde Französin aus der Schöfferhofer-Werbung von früher geradezu fortschrittlich wirken. Die Kollegen von Bier, Bars & Brauer mit einer Analyse zwischen angeblichem Augenzwinkern und echter Geringschätzung. Auch mit Bildergalerie. Versprochen!

Caprisonnewhisky. Ehrlich?

Zum Schluss noch ein klassisches „Fundstück der Woche“. Abo-Modelle boomen ja schon etwas länger. Ob Kleidung, Schuhe oder Brillen, ob Wein oder Bier – fast alles kann man sich bei entsprechenden Lieferdiensten regelmäßig zum An- oder Ausprobieren regelmäßig schicken lassen.

Das neueste Beispiel aus Großbritannien lässt uns allerdings wieder einmal die Sinnfrage stellen, und zwar weniger aufgrund des Inhalts als wegen der Verpackung. Denn dort bietet die Firma Whisky-Me nun seit Kurzem an, für 7 £ jeden Monat eine Probiermenge Whisky frei haus zu schicken – allerdings nicht in einem Fläschchen, sondern einer Folienpackung, die tatsächlich an Capri Sonne erinnert. Man mag sogar die Vorzüge nennen: weniger Gewicht, weniger Energie in der Herstellung, lichtundurchlässig. Aber wir wagen mal die steile These, dass ein Whisky doch allein schon aufgrund der Haptik anders schmeckt, wenn man ihn soeben aus einer Plastiktüte ins Nosing-Glas hat laufen lassen.

Photo credit: Frau und Mann am Telefon via Shutterstock

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