beefeater

Inventur am 15. Oktober 2017

News 15.10.2017

Die Amazon Bar macht in Tokio auf, Neuheiten vom Bar Convent Berlin 2017 und außerdem zieht Remy Savage von Paris nach London.

Die MIXOLOGY BAR AWARDS 2018 sind verliehen, der Bar Convent Berlin vorbei, wir packen die letzten Kisten und fegen die übrigen Konfetti-Schnipsel auf dem Boden weg. Die wichtigste Bar-Woche des Jahres liegt schon fast hinter uns, und für alle, die die Awards verpasst haben, haben wir hier die Gewinner des Abends zusammengefasst. Weiter geht es mit der aktuellen Inventur, denn natürlich hat sich einiges getan.

Bar Convent Berlin – Wieder einmal mehr!

Man mag das mittlerweile als langweilig empfinden, weil es jedes Jahr passiert, aber: der eben abgeschlossene Bar Convent Berlin hat noch einmal zahlreiche neue Bestmarken aufgestellt. Besucherzahlen, Aussteller, Redner, Fläche – erneut konnten alle wichtigen Kennzahlen erneut erhöht werden, die ausverkauften Tickets sorgten dafür, dass die Kapazitäten des Geländes mit knapp 12.500 Besuchern ausgeschöpft wurden.

Aufgrund der enormen Nachfrage in diesem Jahr – mutmaßlich mehrere Tausend Bartender und weitere Fachgäste konnten kein Ticket mehr erhalten – wird der BCB 2018 erstmals drei Tage lang dauern: Vom 8. bis 10. Oktober dreht sich dann im Herzen Europas wieder alles um die Barkultur. Den offiziellen Abschlussbericht zur elften Auflage von „Bartenders‘ Christmas“ gibt es hier.

Die erste Amazon Bar

Whole Foods gekauft, ein paar Buchläden einverleibt und jetzt auch noch eine Pop-up-Bar: Amazon wagt sich mittlerweile auf ein paar unterschiedliche Arten in den Bereich des physisch Erlebbaren. Das neueste wird ein eine Popup-Bar im Ginza District von Tokio sein. In der Amazon Bar werden dort ab dem 20. Oktober für zehn Tage lang allabendlich und auf 78 Plätzen den Gästen ein Bestellsystem mit Drink-Empfehlungen sowie ein Sommelier zur Verfügung stehen. Amazon will mit diesem Konzept Produkte, die online erhältlich sind, an die Menschen heranführen. Das Pop-up dient damit quasi als eine Art Verkostungsraum. Bei der Japan Times gibt es mehr Informationen, preislich rangieren die Getränke übrigens wider Erwarten im erträglichen Bereich: in der Amazon Bar liegen die nämlich bei vier bis höchstens 14 Euro.

BCB: Was gab’s neues?

Auch in diesem Jahr wurden auf dem BCB so manche Produktneuheiten vorgestellt. Nachdem die Messe nun allerdings so groß ist, wie sie ist, stehen die Chancen leider gut, dass man viele davon gar nicht erst mitbekommen hat. Für den nomyblog hat sich Jan Peter Wulf die Stände der Aussteller etwas genauer angesehen und er fasst hier elf Produktneuheiten vor, die von Ananas-Wermut bis zu einem neuen Tonic von Thomas Henry reichen. Einfach mal schmökern, empfehlen wir.

Remy & Anna: Dreamteam fürs Artesian

Ein kleiner personeller Paukenschlag hallte letztes Wochenende durch die Szene: Remy Savage und Anna Sebastian übernehmen ab November die Leitung der Artesian Bar im The Langham Hotel in London.

Die Artesian Bar konnte unter der langjährigen Ägide von Alex Kratena und Simone Caporale u.a. vier Mal in Folge die Auszeichnung als „World’s Best Bar“ für sich verbuchen. Nachdem das Duo dann im Oktober 2015 seinen Abschied bekanntgegeben hatte, gab es in der Bar mehrere erfolglose Personalrochaden sowie verzweifelte Versuche, das Niveau zu halten: In diesem Jahr taucht die Artesian Bar in der jährlichen 100er-Liste der besten Bars der Welt gar nicht mehr auf, viele Londoner Barflys und Journalisten beklagten einen regelrechten Qualitätseinbruch.

Mit Remy Savage und Anna Sebastian konnte das Hotel nach langer Suche nun zwei der führenden euopäischen Bartender als neue Doppelspitze gewinnen: Savage – soeben bei den MIXOLOGY BAR AWARDS 2018 als „Mixologe des Jahres“ prämiert – setzte in den letzten Jahren als Kopf des Little Red Door (Paris) nachhaltige Akzente, Anna Sebastian hingegen genießt als bisherige Chefin der Beaufort Bar im Savoy besonders in der Londoner Community einen exzellenten Ruf.

Sebastian wird sich vornehmlich um abministrative Gebiete kümmern, Savage hingegen – dessen Frau aus England stammt und dessen Tochter in London geboren wurde sich ausschließlich auf die Arbeit hinter der Bar konzentrieren zu wollen. Man darf gespannt sein!

Schadet die Steuer dem Scotch?

Um mehr als eine Million Flaschen ist der Verkauf von Scotch Whisky in der ersten Hälfte 2017 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurückgegangen: Statt 37,7 Millionen im Jahre 2016 waren es diesmal “nur” noch 36,7 Millionen, wie die Kollegen von The Spirits Business berichten. Das mag marginal klingen, bedeutet allerdings am Ende einen Rückgang von gut 2 ½ Prozentpunkten in einer Industrie, die rund 40.000 Menschen Arbeit gibt.

Verantwortlich macht die Branche dafür eine Steuererhöhung durch den britischen Schatzkanzler (also Finanzminister) Philip Hammond, die die ohnehin hohen Gebühren auf Spirituosen noch einmal um knapp vier Prozent nach oben getrieben hatte. Verbände fordern nun u.a. mit der Kampagne “Drop the Dram Duty” vehement eine Rücknahme der Steuer, da sie nicht nur der Branche, sondern auch dem Finanzministerium selbst schade: Eine Steuererleichterung vor zwei Jahren hatte zuletzt für deutliche Absatzsteigerungen gesorgt und so dem Staat am Ende ein klares Plus an Einnahmen beschert. Abwarten also, was da kommen mag – die Stimmen, die einen “Scoxit” fordern, dürfte man jedenfalls in Zukunft unter Brennern eher noch lauter hören.

Photo credit: Foto via Shutterstock.

Schreibe einen Kommentar

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.

Ähnliche Artikel