Inventur am 21. Januar 2018

News 21.1.2018

Warum Sie mal wieder eine Cocktailparty veranstalten sollten, was es mit den 15 Prozent an neuen Destillerien in Großbritannien auf sich hat.  Außerdem: Wieso gegen die sinkenden Bierumsätze nur Frusttrinken zu helfen scheint und was die ehemalige LVMH-Direktorin Claire Smith-Warner nun bei Seedlip anstellt – all das verraten wir Ihnen in der heutigen Inventur. La santé – auf Ihr Wohlsein!

Eine traurige Nachricht vermeldete gestern das französische Innenministerium: Paul Bocuse, der wohl einflussreichste Koch des 20. Jahrhunderts, Begründer der Nouvelle Cuisine und so etwas wie ein französischer Nationalheiliger, ist im Alter von 91 Jahren in seinem Heimatort Collonges-au-Mont nahe Lyon verstorben. Bocuse prägte seit den späten 1950er Jahren die wichtigsten Entwicklungen der französischen und globalen Kochkultur entscheidend mit. Sein Restaurant „L’Auberge“ in seinem Heimatort hält seit über 50 Jahren durchgehend die Höchstwertung von drei Sternen im Guide Michelin.

Eine interessante Beobachtung: Es hat schon Einiges zu bedeuten, wenn ein Staatsminister seinen Twitter-Account für eine solche Bekanntgabe nutzt. Denn in nur wenigen Ländern gehört kulinarische Kultur so sehr zur nationalen Identität wie in Frankreich. Oder können wir uns vorstellen, dass Thomas de Maizière irgendwann einmal das Ableben eines Kalibers wie Harald Wohlfahrt bekanntgibt? Eher nicht. Für den Moment verneigen wir uns traurig, ein Pfund Butter schwenkend, in Richtung Lyon und starten danach mit den wichtigsten Themen der flüssigen Woche.

Die Cocktailparty feiert ihr Revival

Sie ist eine Mischung aus ausgelassenem Fest, gediegenem Dinnerabend und Network-Event. Die Cocktailparty war lange vergessen, jetzt ist sie wieder da. Am meisten Spaß macht sie, wenn man sie selber ausrichtet. Der Zeitpunkt ist jetzt perfekt. Cocktailpartys haben ihren Ursprung in den 1920er-Jahren. Jener sorglosen Zeit, die sich während des wirtschaftlichen Aufschwungs vorrangig um eines drehte: ausgelassen zu feiern. Auch jetzt geht es uns hierzulande wieder ganz gut – und das kann man ruhig mal wieder zelebrieren. Außerdem kann sich so ein Gute-Laune-Event auch als selbsterfüllene Prophezeiung herausstellen. Noch mehr gute Gründe und Anlässe gefällig?

Zahl der Destillerien in Großbritannien nimmt zu

Eine Studie der Wine and Spirit Trade Association (WSTA) zeigt: 49 neue Destillerien eröffneten in Großbritannien im vergangen Jahr. Das ist ein Anstieg von satten 15 Prozent. Aber auch ein paar mussten schließen – sieben an der Zahl. Über das Land verteilt finden sich aktuell 315 Brennereien. Das sind mehr als doppelt so viele wie noch vor fünf Jahren. England begrüßte 22 neue Destillerien in 2017, während in Schottland 20 neu eröffneten. Zudem vier in Wales und drei in Nordirland. Details finden Sie hier.

Frusttrinken gegen die Bierkrise?

Der Bierabsatz sinkt stetig, Hasseröder und Diebels hoffen auf die Rettung durch einen Finanzinvestor. Der Veltins-Chef prognostiziert der Bierbranche schwere Zeiten – und sieht dabei vor allem einen Gewinner. Der Vergleich ist frappierend: 2017 kauften die Menschen in Gesamtdeutschland nur noch so viel Bier wie vor der Wiedervereinigung allein in Westdeutschland. Weitere 2,5 Prozent Absatzmenge gingen der Branche im vergangenen Jahr verloren. Das bleibt nicht ohne Folgen: Warsteiner beispielsweise versucht nun, mithilfe von Unternehmensberatern endlich wieder profitabel zu werden. Hilft jetzt nur noch Frusttrinken?

Ein spannender Jobwechsel

Zuletzt war Claire Smith-Warner Direktorin des Spirituosensektors bei LVMH und dort federführend für Belvedere Vodka zuständig. Nun ist sie zu den britischen Alkoholfrei-Pionieren von Seedlip gewechselt. Zusammen mit ihr plant der Konzern für nicht-alkoholische Spirituosen, sein Angebot zu erweitern. Gründer Ben Branson sagt: „Bei Seedlip haben wir uns dieser blutjungen Kategorie verpflichtet und bemühen uns, die Grenzen des Bereiches neu zu definieren. Es ist fantastisch, die Unterstützung so vieler bekannter Bartender, Köche und Meinungsmacher zu genießen, und mit dem Einstieg von Claire zeigt sich auch, was wir bereits erreicht haben. Ich freue mich darauf, gemeinsam mit Claire unser Portfolio zu erweitern und noch mehr auf die Bedürfnisse der kommenden Genießer einzugehen.” Seedlip ist über die letzten Jahre von anfangs acht auf mittlerweile 50 Mitarbeiter stark gewachsen. Es scheint so, als wollen sie mit der Unterstützung von Claire Smith-Warner nun noch größere Ziele erreichen.

Photo credit: Foto via Shutterstock

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