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Inventur am 24. Juli 2016

News 24.7.2016

Heute wird Alkohol geliefert und Angus Winchester will eine Bar in Brooklyn eröffnen. Außerdem News aus Trinidad und die Vergangenheit des Bourbon, willkommen zurück.

 

Die Sonne scheint, die 31 Grad bringen uns in Schwitzen und um uns ein bisschen darüber hinweg zu trösten, dass wir in diesem Jahr leider nicht in New Orleans bei den Tales of the Cocktail sind, besuchen wir diese Woche die Berlin beer Week. Am Freitag, den 22. Juli 2016 ist es bereits losgegangen und bis zum 30. Juli sind wir all about them hops and malts, wenn schon kein Sazerac in Nola. Hier gibt es alle Details, wir sehen uns dort.

Trinidads neue Rum-Kleider

Auf die für Herbst angekündigte neue Abfüllung eines 15-jährigen Rums aus dem Hause Angostura warten die Freunde der Spirituosen-Range des weltbekannten Bar-Bitter-Herstellers noch. In der Zwischenzeit hat man in Laventille auf Trinidad aber für Ordnung beim Flaschen-Design gesorgt. Neue, elegante Flaschen mit edlem Etikettendesign; dazu stilvolle Geschenkskartons bzw –dosen. Die Etiketten als Design-Entscheidung werden Bartender vermutlich weniger beschäftigen. Mit dem durchgängigen Umstellen auf Metall-Schraubverschlüsse hat man aber das Handling der Rum-Flaschen vereinheitlicht. Die schönen, kantigen, im Barbetrieb aber etwas unhandlichen Gebinde der Premium-Rums „Angostura 1919“ und „Angostura 1824“ wurden ebenfalls dem neuen Design angepasst.

Die „schwarze“ Vergangenheit des Bourbon

Die Geschichte des Bourbons muss völlig neu geschrieben werden! Seit einem Artikel der „New York Times“ gehen die Wellen in den Internet-Foren hoch. Was ist passiert? Nelson Eddy, der Haus-Historiker von „Jack Daniel’s“, hat eine Geschichte bestätigt, die in Tennessee schon lange als Gerücht kursierte (und auch in der 1967 erschienen Biographie des Destillerie-Gründers von Ben A. Green erwähnt wird): Nicht der Prediger Dan Call hat dem wissbegierigen Jack Daniel das Brennen beigebracht, sondern. Nearis Green. Und der war – horribile dictu in den Südstaaten! – ein Sklave.

Dass man mit dieser Geschichte zum 150. Gründungsjubiläum rausrückte, sorgte für Kritik, weil man dahinter auch Markting-Interessen vermutete. Dabei versuchte schon der NYT-Artikel etwas Dampf aus der Debatte zu nehmen: „Slavery and whiskey, far from being two separate strands of Southern history, were inextricably entwined“, heißt es dort. Kentuckys Brenner wie Elijah Craig, Henry McKenna and Jacob Spears arbeiteten mit schwarzen Sklaven. Ja, selbst die berühmte Destillerie von George Washington in Mount Vernon wurde von zwei Schotten und sechs Sklaven betrieben. Auch ein weiterer Präsident, Andrew Jackson, ließ nach einem entlaufenen Sklaven fahnden, der als „good distiller“ galt.

Neben der Arbeitskraft der Schwarzen wurde offenbar auch ihr Brenner-Wissen geschätzt. So wurden bei der Gründung der Daniel’s-Destillerie 1866, knapp nach der Abschaffung der Sklaverei in den USA, zwei Söhne von Nearis (in der Literatur manchmal auch „Nearest“) Green angestellt. Als einer der Beweise gilt ein Belegschaftsfoto, das einen farbigen Destilleriearbeiter unmittelbar neben Jack Daniels zeigt, ein für die Zeit ungewöhnliches Vorgehen.

Spannend, wenn auch ohne archäologische Funde schwer zu beweisen, ist die andere Theorie von Historker Eddy, der den Lincoln County-Prozess, also das Charcoal Mellowing, auf afrikanische Vorbilder zurückführt: Mit dem Durchlaufen des Schnapses durch Holzkohle sollen ursprünglich die Unreinheiten von illegalen Frucht-Destillaten entfernt worden sein – und das lange vor der angeblichen Erfindung durch Alfred Eaton 1825 in Tennessee. Nearis Greens Nachfahre Claude Eady, heute 91 und selbst bis 1989 bei Jack Daniel’s beschäftigt, aber hält den Ball flach: „The only thing I knew was that he helped Jack Daniel make whiskey.”

„Die Nummer 23, 57 und die 12 – und ein Pale Ale dazu.“

Vermutlich hat schon so ziemlich jeder von uns bei den einschlägigen Anbietern Essen nach Hause bestellt, einer von ihnen, Deliveroo, geht jetzt einen Schritt weiter. Denn was passt besser zu dem bestellten Burger oder der Pasta, die man zu faul war selbst zu machen? Genau, das passende Craft Beer oder der Wein. Dem sei nun abgeholfen, Deliveroo reiht nun auch Bierbars und die Weine unabhängiger Weinhändler in das Angebot. Es war zwar bereits möglich, zu den Speisen auch Drinks, die das jeweilige Restaurant anbietet mit zu ordern, nun kommen mit den Tab Bars von BrewDog auch Anbieter hinzu, die sich auf das Thema Trinken fokussieren. Aber können dann nicht auch Teenager unerlaubt den Alkohol einfach an die Tür liefern lassen? Auch dafür sei bei Deliveroo gesorgt, die Fahrer sollen das Alter der Empfänger überprüfen. Die Kollegen vom The Spirits Business berichten.

Angus Winchester und seine neue Bar

In einem großen sozialen Netzwerk gab Angus Winchester vergangene Woche bekannt, endlich die passende Location für seine Bar gefunden zu haben. Der Ort des Geschehens wird eine 4000 Quadrameter große alte Lagerfläche der Old Nassau Brewing Compay sein in den Brooklyn Heights, New York, sein. Laut Winchester wird es “zwei große Keller geben, in denen zwei unterschiedliche Barkonzepte gefahren werden” geben. Das eine wird eine „smart cocktail bar sein” das andere ein “mixed drinks space”. Angus ist aktuell wie so ziemlich jeder andere (außer uns) in New Orleans bei den Tales of the Cocktail und will dort nach eigenen Angaben Partner für dieses große Projekt finden und sich gerne mehr über die Fläche unterhalten.

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