Inventur am 31. August 2014

News 31.8.2014 3 comments

Auf zur neuen Inventur! Acht einfache Cocktails, das beste Mittel gegen wackelnde Tische, ein Strohhalm aus Stroh und in Amsterdam fand Esquire die beste Bar der Niederlande.

„404 Not Found“ hieß es letzten Sonntag, denn mixology.eu war für gute 24 Stunden weg vom Fenster. Unsere Woche begann also etwas holprig und der Grund für die leere Seite war, dass der Server am Wochenende seinen Geist aufgegeben hatte. Am Montag hatten wir alles wieder im Griff – wo wäre man ohne Backups – und konnten uns wieder Wichtigerem widmen. Wie zum Beispiel der speakeasy Bar Door 74 in Amsterdam.

1) Door 74 als beste Bar der Niederlande

Das vierte Jahr in Folge bereiste Esquire Netherlands zusammen mit einer Fachjury die Niederlande auf der Suche nach den besten Cocktail-Bars. 17 Bars schaffte es auf die Liste, und Door 74 auf den ersten Platz. Die Bar in Amsterdam ist eine Speakeasy-Bar und liegt etwas abgelegen von den vielbesuchten Strassen Amsterdams. Der Barmanager Timo Janse de Vries  konzentriert sich dort auf die Klassiker und die Jury zeigte sich von den vier präsentierten Cocktails begeistert. Laut Esquire ist die Bar dunkel, sexy, geheimnisvoll. Na dann, auf nach Amsterdam!

2) Wackeln darf er nicht

Der Tisch wackelt, er steht schief. Das Bier schwappt, die Laune kippt. Kennt man, hatte man, meistens legt man in Momenten wie diesen einen gefalteten Bierdeckel oder ein Taschentuch unter das Bein, das Unebenheit schafft. Im Spiegel verspricht Holger Dambeck den Biergarten- und Restaurant-Besuchern Besserung mit den Mitteln der Mathematik. Wir werden hier und jetzt nicht genauer darauf eingehen, wie der Winkel wo verändert werden muss und wie man dadurch auf mathematischem Wege zu einem nicht-wackelnden Tisch gelangt. Nur eins sei gesagt: Drehen hilft.

3) An den Strohhalm klammern

Da kramen wir nach Pre-Prohibition-Rezepten, erzählen Geschichten von den authentischen Spirituosen und servieren die Drinks dann doch als eine Art „Ein Fehler-Suchbild“. Denn der Strohhalm, so es einen gab für den Klassiker-Genuss, war anno 1900 eben aus Stroh und nicht aus Kunststoff. Für Perfektionisten und Nachhaltigkeitsfreunde naht aber Hilfe aus Bayern. „Bio Strohhalme GmbH“  nennt sich die Firma aus Raubling im Kreis Rosenheim – und der Name ist zugleich das Geschäftsmodell.

Die aktuelle Stroh-Ernte wurde abgeschlossen, die Rohstoffe sind auf 23 Zentimeter gekürzt, geputzt und wurden von Sozialeinrichtungen verpackt. Für die Kalkulation: Je nach Abnahme kommt der einzelne Strohhalm,  jeder übrigens ein gewachsenes Unikat, bei den Bayern auf acht bis zehn Cent (750 Stück kosten z. B. 68 Euro). Sogar mit Logo oder Schriftzug versehen lassen sich die ökologischen Retro-Trinkhalme.

Übrigens: Laut dem Magazin Biorama  werden jährlich in Deutschland „40 Millionen Plastik-Trinkhalme verwendet, für deren Produktion 50.000 Tonnen Rohöl notwendig sind“.

4)  Einfach Cocktails mit Bitters als Protagonisten

Bei Food & Wine besonn man sich auf vergangene Zeiten, in denen ein Drink nur aus Spirituose, Wasser, Zucker und Bitters gemacht wurde. Kein Eiweiß, keine Früchte oder Säfte wurden in der Nähe des Drinks gesehen, geschweige denn dafür verwendet. Die Cocktails waren so klassisch, wie einfach. Justine Sterlin präsentiert Rezepte vom Pink Gin über den Old Fashioned, Martini bis zum Champagner Cocktail. Neben einem kleinen geschichtlichen Überblick zum jeweiligen Drink bietet der Artikel zudem das Rezept und wird so zur perfekten spätsommerlichen Lektüre.

5) Wein-Start-up Sommelier Privé muss Insolvenz anmelden

In der vergangenen Woche wurde außerdem bekannt, dass Sommelier Privé seinen Geschäftsbetrieb einstellen wird. Trotz Bemühungen in den letzten Monaten ist es dem Berliner Start-up nicht gelungen, eine Anschlussfinanzierung zur Fortführung des Unternehmens zu sichern. Im Gespräch gab einer der Gründer an, dass es nicht einen einzigen sondern mehrere Gründe für die Insolvenz des Online-Weinportals gab. Was genau zum Scheitern führte bzw. man hätte anders machen müssen, kann zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht formuliert werden.

6) Veronika Rost von Diageo Germany & Austria spricht

Rund 180 Mitarbeiter sind in Deutschland und Österreich bei Diageo beschäftigt und seit Anfang dieses Jahres ist Veronika Rost Geschäftsführerin von Diageo Germany & Austria. Im Interview bei About Drinks spricht sie über ihre Ziele, Trends im Spirituosen-Bereich und den Tanqueray Old Tom Gin. Man glaubt es kaum, aber Gin scheint zu boomen und genauso der Trend hin zu Luxus-Spirituosen. Laut Rost will der Kunde nun nicht mehr ausschließlich in der Bar, sondern eben auch zu Hause sehr gute Drinks genießen, weshalb der Absatz für eben jene gehobenen Spirituosen gestiegen ist. Rost gibt weiter an, dass es 2014 noch einige Highlights aus dem Hause Diageo Germany & Austria zu erwarten gibt. Vor allem Johnnie Walker Blue Label mit der limitierten Sonderausgabe, dem Johnnie Walker Blue Label „Ryder Cup Limited Edition“. Mit dem feiert die Marke, dass der Ryder Cup nach 41 Jahren wieder nach Schottland heimkehrt.

7) Die fünf Finalisten des Peter F. Heering Sling Awards stehen fest

In der letzten Woche wurden die fünf Finalisten der Peter F. Heering Sling Awards bekannt gegeben. Aus den 44 Teilnehmern qualifizierten sich der Kanadier Taoufike Zrafi, der Däne Nick Kobbernagel Hovind, Sigrid Sarv aus Estland, Aron Christian Lobrino Manzanillo aus Singapur und der Amerikaner Jon Kraus. Das Finale des Wettbewerbs findet im Umfeld des Bar Convents am 7. und 8. Oktober 2014 in Berlin statt.

Photo credit: Drei Kameramänner via Shutterstock

3 comments

  1. gallus

    >Übrigens: Laut dem Magazin Biorama werden jährlich in Deutschland „40 Millionen Plastik-
    >Trinkhalme verwendet, für deren Produktion 50.000 Tonnen Rohöl notwendig sind“. – RG

    Donnerwetter, je zwei Deutsche teilen sich einen Trinkhalm pro Jahr, für dessen Herstellung wird dann aber gleich mehr als ein ganzer Liter Rohöl verbraucht. Das überrascht!

    • Jana

      Ich möchte die Info von RG richtig stellen: Schätzungen belegen, dass in Deutschland jährlich ca. 40 Milliarden Stück Plastik-Trinkhalme verbraucht werden.
      Das ergibt in Deutschland, bei einer Bevölkerungszahl von ca. 80,5 Mio. (Stand: 2013), einen pro Kopf-Durchschnitt von ca. 500 Trinkhalme im Jahr. In einem Jahr ergibt das eine Menge von 25.000 Tonnen Plastikmüll.

      DER PLASTIK-MÜLLBERG IST NUR DIE SPITZE

      Daraus entstehen alleine bei der Entsorgung, sprich Verbrennung, 3.750 Tonnen CO2. Bei der Produktion von einer Tonne Trinkhalme aus Polypropylen werden 2.000 kg CO2 freigesetzt und etwa 2.000 kg Rohöl verbraucht.
      Die Bevölkerungszahl von Europa beträgt ca. 740 Mio. (Stand: 2012). Jeder kann sich ausrechnen, wie stark die Umweltbelastung in Zukunft sein wird – erstens durch die Herstellung und zweitens durch die entsprechende Entsorgung.

      Mit unserer Alternative: dem STROHHALM

  2. Dominik (trinkhalme.de)

    Hallo liebe Mixology Leser,
    die Halme gibt es übrigens auch in 15 cm Länge … sind alle von Hand geschnitten, gewaschen, desinfiziert und professionell getrocknet … dadurch sehr stabil und vor allem „geschmacksneutral“ …
    Viel Spaß damit 🙂

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