Santa Teresa

Karussell der Nacht XXI

News 5.6.2017

Von wegen Sommerloch! Es tut sich gewohnt viel an den Tresen und unter den Tresenkünstlern. Heute etwa mit Jürgen Wiese, Steffen Goubeaud, Max Heidenreich und Freddie Knüll. Und nach Hamburg blicken wir natürlich auch, denn dort tut sich was im Löwenkäfig.

Von der Limonade zur Limonade: Erst rund ein halbes Jahr ist es her, da wurde bekannt, dass sich Philipp Raddatz als Geschäftsführer von Thomas Henry verabschiedet hatte. Doch es bleibt „perlig“ für Raddatz: Ab September 2017 wird der Hamburger als Geschäftsführer für die Bereiche Marketing und Vertrieb beim Berliner Unternehmen Proviant einsteigen. Die Bioprodukte von Proviant werden übrigens vertrieben von der Krombacher-Tochter Drinks & More – die „Entfernung“ von Raddatz zu seinem früheren Rivalen Schweppes (in Deutschland via Krombacher erhältlich) hat sich also deutlich verringert.

Und auch Adrian Schulz, über dessen Abschied vom Stuttgarter Ciba Mato wir in der letzten Ausgabe berichteten, hat eine neue Heimat gefunden: Für ihn geht es zurück nach München, wo er in den heiligen Hallen des Hotels Bayerischer Hof das Bar Management übernehmen wird. Doch schauen wir etwas weiter in den Norden!

Nico Ohlmann: Vom Löwen zum Highballer

Im Grunde genommen ist es nur ein halber „Stallwechsel“, den Nico Ohlmann vollzieht, andererseits steht durchaus eine massive Veränderung der alltäglichen Arbeit an. Der Bartender und gelernte Tischler, der seit April 2016 zum Team in Joerg Meyers Le Lion zählt, nimmt seinen Hut im „Löwen“, um ihn an anderer, verwandter Stelle wieder aufzuhängen: „Als Joerg sein Team für die Neueröffnung der Boilerman Bar Altes Hafenamt zusammenstellte, kam er auf mich zu und fragte mich, ob ich mir vorstellen könnte, dort die Leitung zu übernehmen. Ich musste nicht lange überlegen und habe ‚ja‘ gesagt“, freut sich der 32jährige gebürtige Sulinger.

Wir erinnern uns: Nur wenige Wochen nach der Eröffnung der 25hours Hotel Altes Hafenamt hatte ein Feuer weite Teile des Hauses zerstört, aufgrund von Löschfolgen und Baumaßnahmen musste auch die eigentlich unbeschädigte Boilerman Bar geschlossen werden. Nach einem Pop-Up-Konzept steht nun die Neueröffnung der Bar an, Ohlmann wird als bisheriger stellvertretender Barchef aus dem Le Lion ins Alte Hafenamt ziehen und dort das Ruder übernehmen. „Zusammen mit Daniel Hammer, der schon letztes Jahr dabei war, bilde ich jetzt die Spitze des Teams. Im Sommer geht es wieder los, dann heißt es ‚Balls are back in town‘“, schmunzelt Ohlmann.

Oh, Canada! – Steffen Goubeaud übernimmt Borcos Canadian Whiskys

Fast klammheimlich hatte sich Steffen Goubeaud nach rund zwei Jahren von seiner Stelle als Executive Bar Manager bei der Frankfurter Gekko Group zurückgezogen, für die er insgesamt noch wesentlich länger tätig war. „Irgendwann spürte ich immer mehr, dass es Zeit für eine neue Tätigkeit war“, meint Goubeaud, der zum Frühling auf eigenen Wunsch und im besten Einvernehmen mit den Inhabern der Gekko Group seinen dortigen Job beendet hatte. „Als Markenbotschafter zu arbeiten hat mich sowieso gereizt, dann kam auch noch das perfekte Angebot von Borco“, erklärt der langjährige Wahl-Frankfurter Steffen Goubeaud seine Entscheidung für das hamburgische Traditionsunternehmen.

Für Borco wird sich Steffen Goubeaud, der zu den prägendsten deutschen Bartendern des vergangenen Jahrzehnts gehört, ab Juni als Markenbotschafter um die kanadischen Whiskys aus dem Hause Hiram Walker kümmern, namentlich um die Marken Lot 40, J.P. Wiser’s und Pike Creek. Bei Borco sind jene Marken seit dem Spätsommer 2016 im Vertrieb, nun sollen sie ihren Platz an immer mehr erstklassigen Bars finden. „Der Qualitäts- und Facettenreichtum von kanadischem Whisky wird aktuell stark unterschätzt. Dem mit erstklassigen Produkten entgegenwirken zu können, ist eine großartige Herausforderung, auf die ich mich mehr als freue“, blickt Steffen Goubeaud optimistisch in die Zukunft.

Frederik Knüll: Ab nach Bristol!

Nicht nur innerhalb Frankfurts, sondern ebenfalls innerhalb besagter Gekko Group wechselt niemand Geringeres als Frederik Knüll den Tresen. Knüll, der Anfang April seinen Rückzug aus dem Gekko-Flaggschiff Roomers Bar verkündet hatte, verstärkt nun ein anderes etabliertes Barkonzept des Unternehmens: „Meine neue Heimat wird die Bristol Bar sein“, gibt Knüll bekannt. Nach knapp zwei Jahren im schwarzen Anzug findet der hochgewachsene Knüll, in der Szene wohlbekannt für seine zahlreichen Wettbewerbsteilnahmen und mehrere MIXOLOGY BAR AWARDS als Teil der Teams im Roomers und im Spirits (Köln), nun mit der Bristol Bar ein ganz anderes, wesentlich legereres Arbeitsumfeld vor. Auf dass Knülls legendärer Octopus-Shake auch dort die Wände zum Wackeln bringt.

Fünf Stuttgarter Sterne für Sarah Deuss

Fast auf den Tag genau ein halbes Jahr nach ihrem Wechsel an Mo Kabas gefeierten jungen Tresen im Karlsruher Guts & Glory zieht es Sarah Deuss wieder in neue vier Wände, und zwar in ihre Heimat. Seit 1. Juni leitet die mittlerweile routinierte Wettbewerbs-Bartenderin (zuletzt als deutsche Vertreterin bei Courvoisiers Toast Of Paris Competition) nach Stationen in Frankreich, Lech, Bremen, Schorndorf und eben Karlsruhe nun als Barchefin die Geschicke der Bar im Steigenberger Hotel Graf Zeppelin der schwäbischen Metropole.

„Ich bereue keinen Tag im Guts & Glory und danke Mo für die Erfahrungen, die ich im letzten halben Jahr bei ihm in Karlsruhe machen durfte“, meint Deuss. Ebenso zog es sie aber auch wieder zurück nach Stuttgart, gepaart mit der Suche nach neuen Herausforderungen: „Die neue Stelle beinhaltet noch mal ein komplett neues Aufgabenfeld, auf das ich mich unheimlich freue!“ Die Stuttgarter Barflys dürfen sich also auf spannende Drinks in der ganztägig geöffneten Bar direkt am Hauptbahnhof freuen. Außerdem fügt die frischgebackene Barchefin hinzu: „Falls noch jemand nach einem Job in einem engagierten Team in einem renommierten Fünf-Sterne-Haus sucht – der oder die darf sich gern bei mir melden.“

„Prinzipaler“ Neuanfang für Jürgen Wiese

Nach den ersten Monaten in Berlin und einem Gastspiel in der Hauptstadtfiliale des Sticks & Sushi hat Jürgen Wiese nun seine gastronomische Heimat in Berlin gefunden: Seit Anfang Mai verstärkt der Goldene Bar-Veteran und deutsche Finalist der globalen Bacardi Legacy Competition 2015 das Team um Barchefin Magdalena Karkosz im Prinzipal Kreuzberg. „Nachdem ich erfuhr, dass Elli und Bahan (die Betreiber des Prinzipal, Anm. d. Red.) suchen, war die Sache für mich klar“, meint der Bayer mit dem schelmischen Lächeln.

„Mir war es wichtig, eine Stelle zu finden, in der ich eine harmonische Balance finden kann zwischen einem Bar-Job und meiner Rolle als Markenbotschafter für Birds Weissbrand sowie als zweifacher Vater“, erläutert Wiese, dessen zweite Tochter jüngst das Licht der Hauptstadt erblickt hat. Das Prinzipal schien mit der freien Teilzeitstelle perfekt zu passen, Wiese freut sich über die Zusammenarbeit mit Magda Karkosz und Hendrik Ratzmer. Ein weiterer Grund, die charismatische Burlesque Bar in der Oranienstraße noch häufiger zu besuchen!

Max Heidenreich sieht rot – Campari Calling!

Noch einen Schwenk auf die „andere Seite“ der Bar vollzieht, wie Steffen Goubeaud, Maximilian Heidenreich. Seit mittlerweile drei Jahren in Berlin, zieht es den 25jährigen gebürtigen Hannoveraner und in Bayern aufgewachsenen Bartender nun als Sales Representative zum deutschen Zweig des italienischen Spirituosenriesen Campari. Dort wird sich der leidenschaftliche Hobbykoch und -gitarrist nun um Camparis Portfolio und dessen Präsenz in Bars, Restaurants und Hotel in Berlin und Umland kümmern.

„Die Stelle gibt mir die Gelegenheit, auf die andere Seite des Tresens zu wechseln, ohne den Bezug zur Bar und zu den Menschen dahinter zu verlieren“, setzt Heidenreich an, der sich in seiner Berliner Zeit als Bartender in der kürzlich geschlossenen rivabar, dem Le Croco Bleu sowie zuletzt im Panama und dessen Ableger Tiger Bar rasch einen vortrefflichen Ruf ermixen konnte. Zwar meint der gelernte Hotelfachmann, dass ihm „die Arbeit mit genialen Sommeliers und der tollsten und fotogensten Küchenchefin fehlen“ wird. Aber gleichzeitig freut es sich auf „ein Portfolio, mit dem ich mich identifizieren kann.“

Damit schließen sich die Akten des 21. Karussell der Nacht. Übrigens: Wer es Steffen Goubaud und Max Heidenreich vielleicht gleichtun möchte und nach einem Job mit Spirituosen, aber abseits der Bar sucht, der wird eventuell in unserem Job-Forum fündig. Dort suchen derzeit unter anderem das Bremer Spirituosen Contor und Moët-Hennessy nach weiterem Personal. Sollte sich das Karussell der Nacht für Sie kürzlich gedreht haben oder sie von interessanten Wechseln sowie freien Stellen wissen, freuen wir uns über eine Mail an nils@mixology.eu.

Photo credit: Foto via Tim Klöcker.

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