velvet bar

Karussell der Nacht XX

News 24.4.2017

Zum bereits 20. Male dreht sich unser Karussell der Nacht und das unter anderem mit der Velvet Bar. Diesmal außerdem mit Frederik Knüll und Jonas Hald, aber auch weiteren großen Namen aus Berlin, Stuttgart und Bamberg.

Einen Frühjahrsputz gibt es auch jährlich an den Tresen der Republik: Viele Bartender nehmen die ersten Sonnenstrahlen offenbar zum Anlass für eine neue berufliche Herausforderung, wie die vielen Jobwechsel auch in diesem Jahr zeigen. Etwa in der vielfach preisgekrönten Roomers Bar in Frankfurt am Main, wo es gleich zwei Abgänge gegeben hat: Nachdem Steffi May bereits vor einigen Wochen nur ein Stück weiter ins The Parlour gewechselt ist, gab zuletzt Bar-Manager Frederik Knüll vor zwei Wochen überraschend seinen Abschied aus der goldschwarzen Bar des Roomers bekannt. Wohin es für den Spross der Kölner Talentschmiede Spirits geht, steht noch nicht fest, die Leitung des Roomers übernimmt unterdessen kommissarisch eine Doppelspitze aus Gekkos-Bar-Manager Gabriel Daun und Frank Thelen als Assistant Bar Manager.

Insgesamt haben wir für diese Ausgabe vom Karussell der Nacht sage und schreibe rund 30 wichtige Personalien der hiesigen Barwelt gesichtet. Die zentralsten davon stellen wir Ihnen wie gewohnt heute vor. Schauen wir zunächst nach Stuttgart.

Zurück nach Hause: Jonas Hald

Manchmal lassen sich Weiterkommen und Heimkommen prima miteinander verbinden – so etwa im Fall von Jonas Hald. Nachdem der überzeugte Heavy Metal-Fan mit dem langen Haar die vergangenen zwei Jahre dem Aufbau von Ferro Ceylans Bar Le Petit Coq in Stuttgart gewidmet hat, wechselt der umtriebige Wettbewerbsbartender Jonas Hald nun wieder zurück an seinen alten Arbeitsplatz, nur ein paar Minuten Fußweg entfernt.

„Meine Zeit in der Schwarz-Weiß-Bar war damals extrem prägend“, eröffnet Hald die Begründung für den Weg zurück. „Mitte April habe ich dann an meiner ‚neuen alten‘ Wirkungsstätte, der Schwarz-Weiß-Bar, wieder die Shaker in die Hand genommen. Das Unternehmen hat mittlerweile eine beachtliche Größe erreicht und ein großes, talentiertes Team aufgebaut. Speziell die Aussicht auf eine Zusammenarbeit mit Alexander Mayer hat mich dann so sehr gereizt, dass ich mich für einen zweiten Anlauf entschieden habe.“ Vor allem bleibt Jonas Hald neugierig: „Ich freue mich darauf, Neues zu lernen und mich nach der vergangenen Stelle im ‚LPC‘ wieder vermehrt der Zubereitung von Drinks widmen zu können.“

Adrian Schulz: Der Käpt’n geht von Bord

Noch gut zwei Wochen lang Drinks in Stuttgart zubereiten wird Adrian Schulz an alter Wirkungsstätte, der Ciba Mato Bar. Nach ganzen fünf Jahren, in denen Schulz zweifellos zum Gesicht der Stuttgarter Bar-Institution geworden ist, sei es einfach an der Zeit für etwas Neues, wie er meint: „Natürlich fällt einem solch ein Schritt nicht leicht, aber nach einer so langen Phase habe ich gemerkt, dass ich mich nach neuem Input sehne.“

Der gebürtige Stuttgarter, der nach Stationen in München und Nürnberg 2012 in seine Heimat zurückgekehrt war, schaut nun optimistisch in die Zukunft: „Mitte Mai ist im Ciba Mato Schluss, ich suche nun ganz entspannt nach interessanten Aufgaben“, so der vielleicht bekannteste Witze-Erzähler der deutschen Barszene. Auch einen Umzug, womöglich sogar den Schritt ins Ausland, schließt Adrian Schulz dabei nicht aus – lässt sich aber noch nicht in die Karten schauen.

Matthias Ingelmann: von der Boomtown in die Mega-Boomtown

Den Schritt über die Grenze, genauer gesagt nach England, hat Matthias Ingelmann soeben bereits getan: Nachdem sich der Bartender unter der Ägide von Moritz Niederstrasser in dessen Bamberger Ostbar im Beruf gefestigt hatte, waren es vor allem der zweite Platz bei der Academia del Ron und der Sieg bei der Made in GSA Competition 2016, die den ruhigen Bartender in der heimischen Branche nachhaltig ins Gespräch gebracht haben. Mit seinen Erfolgen stand Ingelmann zudem stellvertretend für die exquisite Barszene, die sich in den letzten Jahren im fränkischen Bamberg etabliert hat und die beispiellos unter Städten dieser Größenordnung ist.

Tatsächlich ist Ingelmanns Renommee mittlerweile so weit vorgedrungen, dass ein Ruf von keinem Geringeren als Tony Conigliaro (69 Colebrooke Row und Bar Termini) aus London kam, dem der Bamberger gern gefolgt ist: „Nach über zwei Jahren in Bamberg wollte ich unbedingt noch einmal ins Ausland“, begründet Ingelmann den Schritt in die Untitled Bar von „Tony C.“: „Das Untitled ist die neueste und wohl auch experimentellste Bar von Tony. Die Idee hinter den Drinks und mit welcher Akribie dort gearbeitet wird, hat mich einfach beeindruckt. Ein wahrscheinlich weltweit einzigartiger Laden. Ich werde dort viel lernen können“, freut er sich auf den Schritt von der kleinsten deutschen Bar-Boomtown in Europas uneingeschränkte Bar-Hauptstadt.

Damien Guichard & Ruben Neideck: Es wird samtig in der Velvet Bar!

Und auch in der deutschen Hauptstadt tut sich natürlich immer etwas, zum Beispiel in der Velvet Bar: Nach rund einem Jahr mit geschlossenen Türen befindet sich die Bar derzeit unter neuer Inhaberschaft im Soft Opening. Mit an Bord sind ab sofort auch zwei bekannte Berliner Bar-Gesichter, die schon früher zusammengearbeitet haben – Ruben Neideck und Damien Guichard, beide zuletzt als Barchefs im Ora (Neideck) und der Beuster Bar (Guichard) anzutreffen.

„Nach eineinhalb Jahren verlasse ich das Ora, um in der Velvet Bar mit einem spannenden Team zu arbeiten: Damien und ich waren bereits zusammen Barchefs in der Bar Marques, der heutige Velvet-Barchef Filip Kaszubski war dort unter uns Bartender“, erklärt Neideck. „Nun dreht sich der Spieß um und wir unterstützen Filip als Bartender und Gastgeber in der Velvet Bar.“ In der Velvet Bar soll es vor allem um regionale und saisonale Zutaten sowie deren Nutzung im Barkontext über das Jahr hinweg gehen, so Neideck. Auch wenn dafür nun Geräte wie Rotovap, Cold Juicer oder Zentrifugen zur Verfügung stehen, betont Neideck: „Es geht uns aber nicht um die Zurschaustellung, sondern darum, für den Gast alles, was Feld, Wald und Wiese an Rohstoffen hergeben, nutzbar zu machen. Fehenstaub und Gebuhle bringen nichts“, bringt er den Anspruch des Teams auf den Punkt. Es wird also progressiv am Tresen in Neukölln.

Hauke Thüring: Ade, Riva – Yeehaw, Brown-Forman!

Weniger am Tresen stehen wird ab Mai Hauke Thüring. Nach Stationen am Timmendorfer Strand und in Kiel führte es den Norddeutschen 2013 nach Berlin und dort über Engagements u.a. im Rocco & Sanny und der Monkey Bar zur heutigen Stelle als Barchef in der Institution Rivabar. Nach rund einem Jahrzehnt hinter der Bar wechselt der Hotelfachmann und studierte Betriebswirt nun als Sales Representative für Brown-Forman die Tresenseite.

„Ich freue mich auf die neue Tätigkeit an der Seite vom National Account Manager Nick Theurer“, erläutert der leidenschaftliche Fotograf Thüring seine Entscheidung. „Ich war schon immer ein Freund von American Whiskey und den Marken von Brown-Forman im Speziellen. Als dann die Möglichkeit im Raum stand, mich selbst um diese Produkte zu kümmern, habe ich nicht lange überlegt.“ Ab Mitte Mai wird sich Thüring also darum kümmern, dass die beiden Flaggschiffe Jack Daniel’s und Woodford Reserve, aber auch Marken wie Finlandia Vodka, Chambord oder Herradura Tequila künftig in noch mehr Bars in Berlin und Umgebung zu finden sein werden.

Natürlich wünschen wir allen Protagonisten aus dieser Runde des Karussells der Nacht auf ihren neuen Wegen alles Gute und viel Erfolg. Damit schließt die MIXOLOGY-Personalabteilung für diesmal ihre Akten. Falls sich das Karussell der Nacht für Sie ebenfalls gedreht haben sollte oder sich bald dreht, oder Sie von einem wichtigen Akteur der hiesigen Barszene wissen, der demnächst eine neue Stelle antritt, freuen wir uns über eine Nachricht an nils@mixology.eu.

Photo credit: Foto via Shutterstock.

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