Made in GSA Jury

Made in GSA Competition: Die Jury 2016

News 29.4.2016

Charles Schumann, Thomas Huhn, Gerhard Kozbach-Tsai und Helmut Adam – die Jury  der diesjährigen GSA-Competition ist hochkarätig besetzt.Die Erwartungshaltung des Juroren-Quartetts aus den drei Teilnehmerländern ist einhellig: Überraschungen beim Finale am 23. Mai in Basel sind willkommen, erwünscht ist ein authentisches Gesamtkunstwerk. 

Die Bewerbungsphase für den Wettbewerb, der nicht nur die Bartender aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, sondern auch über 80 Sponsorenmarken ins Rampenlicht rückt, ist vorüber. Derzeit sichtet die vierköpfige Jury – bestehend aus der Barlegende Charles Schumann, MIXOLOGY-Herausgeber und Wettbewerbsinitiator Helmut Adam, Les Trois Rois-Barchef Thomas Huhn (Basel) und Tür 7-Barbetreiber Gerhard Kozbach-Tsai (Wien) – die Einsendungen und ermittelt, wer ein Ticket zum Finale in die Bar des Grand Hotel Les Trois Rois nach Basel erhalten soll.

Das Netzwerk rückt zusammen

Nach Wien, München und Berlin findet die vierte Made in GSA-Competition in diesem Jahr zum ersten Mal im Lande der Eidgenossen statt. „Wir in der Schweiz freuen uns natürlich, dass die GSA erstmals bei uns ausgetragen wird. Das Netzwerk ist im Vorfeld enger zusammengerückt. Es gab einen regen Austausch mit Bartendern und Sponsoren. Auch die Möglichkeit, uns nach außen zu präsentieren, ist für die Schweizer Barlandschaft sehr wichtig und eine tolle Gelegenheit“, sagt Thomas Huhn, Barchef im Grand Hotel Les Trois Rois und somit nicht nur Jurymitglied, sondern auch diesjähriger Gastgeber.

Seit 10 Jahren zeichnet der ausgebildete Hotelfachmann und leidenschaftliche Bartender im Les Trois Rois als Barchef verantwortlich. Im Rahmen der MIXOLOGY BAR AWARDS wurde „seine“ Bar zur „Hotelbar des Jahres 2012“ und 2015 zur „Bar des Jahres Schweiz“ gewählt. „Ich bin auch in diesem Jahr gespannt auf die Einfälle der Teilnehmer“, sagt Huhn, der bereits im Berliner Vorjahresfinale als Juror tätig gewesen ist. Vermutlich werde Gin im Fokus stehen, meint er, hofft aber auch auf die Verwendung der Sonderkategorien Limonade/Filler und Kräuter/Kümmel/Aquavit sowie auf Rezepte mit Obstbrand und Wermut. „Innovation wird mit Sicherheit belohnt“, so Huhn, wenngleich stets der positive Gesamteindruck, resultierend aus der Geschichte des Cocktails, seiner Zubereitung und dem Auftritt des Finalisten, gewinnversprechend sei.

Bescheidenheit ist Trumpf!

Charles Schumann, Urgestein und Inbegriff der deutschen Barkultur, ist erstmals Mitglied im GSA-Jurykomitee. Der Gründer und Betreiber der Münchner Schumann’s Bar, Buchautor und Testimonial für Baldessarini oder Campari hat die deutschsprachige Barwelt wie kaum ein anderer geprägt und gilt bereits zu Lebzeiten als Legende. Karl Georg Schuhmann, wie er eigentlich heißt, legt als Juror Wert darauf, „dass jemand wie ein Bartender und nicht wie ein Show-Mixer arbeitet. Manche Bartender nehmen sich wichtiger als der Gast“, spricht er aus jahrelanger Erfahrung.

Schumann rät daher von übertriumphalem Gehabe wie auf dem Fußballplatz und von permanentem Kreativzwang bei den Rezepten ab. Das Motto „weniger ist mehr“ sollte sowohl für die Cocktail-Zubereitung, den Umgang mit Spirituosen als auch für die Darbietung beherzigt werden. Davon, dass es Überraschungen geben kann, geht er erfahrungsgemäß aus, auch „wenn bei allen bisherigen Wettbewerben nach kurzer Zeit ziemlich klar war, wer die Nase vorne hat“.

Das ganze Paket muss stimmen

Der gelernte Einzelhandelskaufmann, Mitbegründer der Vienna Bar Community und leidenschaftliche Verfechter der Wiener Barkultur Gerhard „Geri“ Kozbach-Tsai ist die österreichische Jurystimme. Er kommt mit hoher Erwartungshaltung, denn die deutschsprachige Bar-Szene agiere auf höchstem Niveau. „Bei all der Kreativität darf aber nicht auf die Standards unserer Profession vergessen werden: Arbeitstechnik, persönliches Erscheinungsbild, die Geschichte zum Drink und nicht zuletzt die glaubwürdige Umsetzung hinter der Bar“, betont Kozbach-Tsai die Bedeutung der Gesamtvorstellung. Schließlich handle es sich um einen Dienstleister-Bewerb.

„Unsere Geschmäcker sind mit Sicherheit nicht immer übereinstimmend, aber das macht es aus, damit die Jury zu einem fairen Ergebnis kommt“, so der Betreiber der Wiener Tür 7, der sich aufgrund der erforderlichen, präzisen Rezepturbeschreibung mit nur 60 Wörtern zwar nicht mehr Short- als Longdrinks, aber spannende, regional bezogene Geschichten vorstellen kann, und vor allem „dass die Drinks noch besser werden als erwartet“.

Die Competition als Gradmesser

Für MIXOLOGY-Herausgeber und Wettbewerbsinitiator Helmut Adam bedeutet die länderübergreifende Made in GSA Competition mit dem Fokus auf regionale Produkte einen guten Gradmesser für die Branchenentwicklung hierzulande. Sie kann ein Sprungbrett für junge Talente darstellen und gilt als wichtige Austausch- und Netzwerkplattform für Sponsoren und Bartender. „Dass ich dieses Jahr in der Jury sitze, kam auf Vorschlag meiner Redaktion. Unser Chefredakteur Nils Wrage wird dafür an meiner statt die Wettbewerbsmoderation übernehmen“, so Adam, der den Bewerb erstmals aus Jurorenperspektive erleben darf.

„Die Jury-Arbeit mit so erfahrenen Juroren bereitet viel Freude. Es wird viel verglichen, gefragt und auch diskutiert, um ein gutes und faires Ergebnis zu erzielen“, so der ehemalige langjährige Bartender Adam. Abgesehen von den hochwertigen Drinks, deren Balance, Aussehen und Namen inspiziert werden, werde neben der finalen Präsentation in diesem Jahr erstmals auch die Kalkulation und realisierbare Durchführung in Bars berücksichtigt. Schlussendlich aber „muss der Bartender ein schlüssiges Gesamtwerk nahebringen“, befindet Helmut Adam – und darin ist sich das Juroren-Team vorerst mal einig.

Photo credit: via Shutterstock

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