Rückschau auf den Bar Convent Berlin 2013.

News 23.10.2013 3 comments

Pünktlich um 12 Uhr am 8. Oktober 2013 öffneten sich die Pforten der Station Berlin am Gleisdreieck, dem neuen Zuhause des Bar Convent Berlin, um Besucher aus aller Welt zu empfangen. Die am Vorabend abgehaltene Verleihung der MIXOLOGY BAR AWARDS war der inoffizielle Startschuss des Bar Convents und stimmten auf das zwei-tägige Weihnachtsfest für Bartender ein.

Das Jahr 2013 war für die Macher des Bar Convent Berlin ein ganz Besonderes. Größer, informativer und transparenter sollte alles werden. Der Ortswechsel eines über die Jahre so gewachsenen Projekts wie dem Bar Convent ist stets eine Herausforderung. Betrachtet man die diesjährigen Besucherzahlen, kann man sich sicher sein, dass es sich gelohnt hat. 7.612 Fachbesucher passierten dieses Jahr an zwei Tagen den Eingangsbereich des Bar Convents. Das bedeutet gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung von über 30%.

Durch den Umzug vom Postbahnhof Berlin in die Station Berlin waren Veranstalter und Aussteller gefordert, etwas völlig Neues zu schaffen. Aussteller aus aller Welt planten auf akribische Art und en Detail ihre Stände und Darbietungen. Der neue Ort bot mehr Platz, was sich sowohl Großkonzerne als auch mittelständische Firmen zu Nutze machten.

Massiv erweitertes Vortragsprogramm

Am augenscheinlichsten wurde die neue Größe der Messe bei Ansicht des Programms. Auf sechs Bühnen wurden an beiden Tagen durchgängig Verkostungen, Seminare und Vorträge rund um die Barkultur gehalten. Prominente Beispiele waren Jared Brown und Anistatia Miller mit ihrem Vortrag „The Fine Art of Simplicity“, Jim Meehan mit seinem Beitrag über „Costly Profits“ oder Claire Smith mit ihrem Vortrag „Der einfach komplexe Martini“. Phil Duff wiederum gab einen Einblick in die Variabilität verschiedener Trinkkulturen, während Ian Burrell die Zuhörer  mit einem sehr unterhaltsamen Vortrag namens „How to lose a Cocktail Competition Part 2“ begeisterte. Dies alles nur ein kurzer Auszug aus dem gesamten Programm, das aus knapp 60 Seminaren, Vorträgen und Workshops bestand.

Mit dem erstmaligen Einrichten der AMA-Lounge, einer offenen und sehr direkten „Ask Me Anything“-Plattform, bekamen Besucher die Chance, hautnah mit Größen aus der Barszene zu sprechen. Beispielsweise konnte man Charles Schumann, Inhaber der Schumanns Bar München und Legende der Barszene, oder Alex Kratena von der preisgekrönten Londoner Artesian Bar treffen und befragen.

Treffpunkt europäischer Bar-Größen

Die beiden Hallen des Bar Convents waren gespickt von Stars und Größen der internationalen Bartender Szene. Alex Kratena und Simone Caporale aus der Artesian Bar in London, Mixologe des Jahres Arnd Heissen aus dem Curtain Club Berlin, Atalay Aktas und David Rios als Finalisten der Diageo World Class oder Newcomer des Jahres Reinhard Pohorec, von der The Sign Bar Wien, sind nur wenige Namen der anzutreffenden Profi-Phlanax des diesjährigen Bar Convents.

Vertreten waren auch das Distilled Spirit Council of the United States (DISCUS), das seine Deutschlandtour mit dem Bar Convent Berlin beschloss. Das Council ist der Dachverband führenden amerikanischer Spirituosenhersteller. Mit knapp 20 Marken vor Ort, ermöglichten Sie den Besuchern einen tiefen Einblick in Handwerk und Qualität der boomenden US-amerikanischen Spirituosenindustrie.

Deutschland ist weltweit als Biernation bekannt, wenn auch mittlerweile als eine recht konservative.  Mit der neuen Plattform Brew Berlin wertete der Bar Convent in diesem Jahr erstmals diesen Programm- und Ausstellerbereich deutlich auf.  In diversen Seminaren und Vorträgen konnten Gäste die heimische und internationale Biervielfalt erleben, die neuerdings unter dem Etikett „Craft Beer“ segelt. Eine Craft Beer Bar, von den Experten von Bier-Index betreut, schenkte experimentelle Spezialitäten, die geschmacklich fernab von Pils und Hellem lagen, an die Besucher aus.

Mit dem Gastgeberland Peru hatten die Besucher wiederum die Möglichkeit sich der sehr lang unterschätzten Basisspirituose Pisco hinzugeben und sie neu kennen zu lernen. Bartender aus Peru verköstigten die Bar Convent Besucher mit authentischen Kreationen und ließen Kollegen an Tips und Tricks teilhaben.

Kleine Wachstumsschmerzen

Eine Steigerung ist natürlich immer möglich, selbst bei einem von fast allen Seiten gelobten Produkt wie dem Bar Convent Berlin. So war zum Beispiel der Foodcourt eine hervorragende Idee mit abwechslungsreichem Angebot, wurde aber von den anströmenden Besuchermassen schlicht überrannt. Am ersten Tag kapitulierten auch die sanitären Einrichtungen kurzfristig, einerseits aufgrund des Besucheransturms und andererseits aufgrund für Abflüsse schlecht verdaulicher Cocktailrückstände wie Strohhalmen, von denen eine Rekordzahl aufgebraucht worden sein muss dieses Jahr.  Dass das Organisations-Team mit einem weit geringeren Wachstum bei den Besucherzahlen gerechnet hatte, wurde auch an der Garderobe sichtbar, wo Besucher am Abend des ersten Tages zu lange auf Ihre Mäntel und Utensilien warten mussten.

In Anbetracht des Gesamtangebots sind dies aber lösbare Kleinigkeiten. Fakt ist, dass der Bar Convent Berlin mit seinem erneut verbreitertem Programm als Bar- und Getränkemesse zu den weltweiten Top-Adressen zählt und von vielen nicht erst seit diesem Jahr als wichtigste europäische Destination im Bar-Geschäft angesehen wird. 7.612 Besucher aus allen Teilen der Welt, die das gesamte Spektrum der Barkultur in zwei Tagen erlebt haben, sprechen eine deutliche Sprache. Gefühlt war diese im Übrigen Englisch, Italienisch, Russisch, Polnisch oder Dänisch in diesem Jahr. Wir sind gespannt auf die endgültige Auswertung der Besucherumfragen. Die Blicke richten sich aber, so kurz nach dem großen Event, bereits in die Zukunft. Im kommenden Jahr, am 7. und 8. Oktober 2014, öffnen sich die Pforten des achten Bar Convent Berlin.

 

(Offenlegung: MIXOLOGY und MIXOLOGY ONLINE sind offizielle Partner-Medien des Bar Convent Berlin. Der Autor war Teil eines BCB-Organisations-Teams und bedauert, dass er keinen einzigen der Vorträge besuchen konnte.)

3 comments

  1. Sven Ruckmich

    Hallo,
    meine Bescheidene Meinung zum Bar Convent dieses Jahr ist, das zu allem positiven das zum Großteil schon im Bericht erwähnt wurde es auch negatives gab!
    Ich fand das Gastgeberland Peru wurde nicht im Ansatz so klar deffiniert wie die Länder zuvor wenn ich da schon an den Traditionellen Tisch denke der mit einer Menge an Auswahl schon beeindruckt hat!!
    Da ich sehr viele Vorträge und Tastings auf der Bar Convent besuche empfand ich den Lärm durch fehlende Abschottung extrem störend dies wurde am Ost-Bahnhof deutlich besser gelöst!! Zudem empfinde ich das die Bar-Convent zu kommerziell wird zu viele Gäste die mit Barkultur oder ähnlichem nichts zu tun hat und sich einfach nur 2 Tage betrinkt!!
    Aber ich möchte nicht das Haar in der Suppe suchen denn alles in allem fand ich es gut und wie gesagt dies ist ja nur meine eigene Bescheidene Meinung!!

  2. Jens

    30% Wachstum!
    Hut ab!

    Und ich denke gerade die Gastronomen verzeihen euch locker die Sachen Foodcourt, Toiletten, Garderobe: wer war nicht schon einmal hinter der Bar gestanden und hat Himmel und Hölle verflucht, weil der Umsatz an dem Abend rekordverdächtig war (so 30% mehr als sonst z.B. ;-))

    Keep up the good work!

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