master of american whiskey

Nauen, Tennessee: Master of American Whiskey

Featured Partner 27.12.2016Advertorial

Schichtarbeit am Mustergut: Sechs Tage lang vertieften sich im Havelland 150 Bartender in die Feinheiten des Lincoln-County-Prozesses. Zur Belohnung geht es für fünf der #MOAW-Teilnehmer in die Südstaaten, einen Drink von Jeffrey Morgenthaler bekamen sie alle.

Dichter Wald, Panzerplatten am Feldweg und ein Bus voller Bartender, teils frisch von der Sonntagschicht. Theodor Fontane hätte gestaunt über den Tross, der sich zu dem von ihm im Gedicht verewigten Ribbeck bewegte. Doch es ging nicht um die Birne, sondern den Bourbon. Drei Mal zwei Tage beherbergte Brandenburg das Master of American Whiskey-Programm (#MOAW). Mais, Bier, Destillation, Eichenfässer und Holzkohle-Filtration standen am Landgut Stober im Zentrum. Die Backsteinbauten des Musterguts, in dem sich auch die Männer des 20. Juli 1944 gerne trafen, bildeten einen herrlichen Rahmen. Die alte Brennerei am See, die Feuer im Holzfass und nicht zuletzt ungezählte Flaschen Woodford Reserve und Jack Daniel’s stimmten die 150 Teilnehmer aus ganz Deutschland auf das Thema ein.

Inside the barrel mit Markus Eder

MOAW stellte die erste große Bar-Akademie von Brown-Forman in Deutschland dar – und sie agierte gleich einmal im Superlativ. Nicht nur, was die Dimension des an drei Terminen abgehaltenen Weiterbildungprogramms betraf, hatte Gastgeber Nick Theurer Großes zu bieten. Der Mann, dessen schottische Klassenlehrerin entsetzt der Frau Mama berichtete, dass ihr Sohn als Berufswunsch „Bartender oder DJ“ angegeben habe, scharte Experten rund um die Whiskey-Genese um sich: Markus Eders Einführung in die chemischen Prozesse im Eichenfass etwa ließ wenig Fragen offen. Hemizellulose, Vanillin-Aufbau oder Trans-Laktone – der Bad Dürkheimer zog in den zwei Stunden alle Register. Alchimie im Fass? Nicht bei Eder, der selbst die einzelnen Toasting-Varianten an echten Fässern demonstrierte. Denn in Nauen, dem ehemaligen Landgut der Industriellenfamilie Borsig, verfolgte man den Weg des Whiskeys vom Korn bis zum Cocktail-Glas mit Akribie und Liebe zum Detail.

Da wurde sogar „Gekkos“-Mastermind Gabriel Daun für eine Unterrichtsstunde zum Destillateur und zeigte, wie aus Bier ein Brand für den Hausgebrauch entsteht. Die „Zwischenstufe“, eben die Würze (wort), beleuchtete ein Kenner dieser Bier-ähnlichen Substanz. Richie Hodges pendelte aus Neukölln, um nicht nur mit seinen eigenen „Berliner Berg“-Abfüllungen die Feinheiten von Eiweiß, Alkohol und Malz verkosten zu lassen. Legendäre Diagramme pflasterten den Weg des Texaners. Warum Bäcker und Brauer keine Freunde werden, hatte zuvor schon MIXOLOGY-Autor Roland Graf erläutert. Er führte in die Geschichte des Getreides ein. Was Vampirismus mit Maiskonsum verbindet, brachte der 9.000 Jahre überspannende Trip ins Kornfeld ebenso ans Licht wie die Frage nach Gluten im Old Fashioned. „Gluten destilliert nicht mit“, beruhigte der Österreicher.

Jeffs Erzählungen: Geschichtsstunde mit Drinks

Den Höhepunkt allerdings stellte für viele Teilnehmer die Geschichte des US-Cocktails, erzählt von Portlands Bartender-Schrägstrich-Blogger Jeffrey Morgenthaler, dar. Die sozialen Hintergründe der Whiskey-Rebellion ließen sich mit einem der fantastischen Cocktail-Muster von Jeff leichter nachvollziehen. Dass er auf dem historischen Foto vom Ende der Prohibition auch deutsche Bar-Ikonen entdeckt haben will, lockerte die Stimmung vor Mitternacht noch zusätzlich. Zumal der Tag auch mit einer inoffiziellen Mixing Session mit „Woodford Reserve Distillers Select“, „Gentleman Jack“, „Jack Daniel’s Single Barrel“ dem neuen „Woodford Reserve Rye“ ausklang.

Die offizielle Einführung in das Mixen mit den Bourbon und Rye erwartete die Barcommunity dann (zu, zum Glück, christlicher Stunde) Tags darauf bei einem Workshop über Bar-Techniken und einem umfangreichen American Whiskey-Tasting. Während bei der Blindverkostung – „bewußt nicht nur mit Brown-Forman-Produkten“, so Gabriel Daun – die Trefferquote nicht immer top war, ging es Nachmittag ums Ganze. Der umfangreiche schriftliche Test rund um die Welt des amerikanischen Whiskeys forderte dann alle.

Die 16 Anwärter auf den Master-Titel

Mittlerweile steht auch das Ergebnis der 150 Tests fest; quasi die Mittlere Reife am Weg zum Whiskey-Abitur haben folgende 16 Bartender erlangt: Marco Brehmer (Das Lux, Münster), Malwin Hillier (Bar Logenhaus, Frankfurt), Daniel Fellner (Friesen Bar, Köln), Philipp Briceño (Astor Bar, Kiel), Florian Drucks-Jacobsen (Liquid Bar), Annika Führer (Kantine Kohlmann, Berlin), Andrew Jernigan (Mash, Hamburg), Martin Bieringer (Barroom, München), Tobias Lindner (The Old Jacob, Bonn), Aljosha Moretti (Monkey Bar, Berlin), Alexander Pilz (Gentle Drinks), Olaf Schwiemann (Gedankengut, Köln), Paul Thompson (Ona Mor, Köln), Christian Schroff (Orientierbar, Hofheim), Floris Önol (Nada, Köln) und Maximilian Martini (Gekkos). Damit lösten sie das Ticket für „Station II“, wie die zweite Ausscheidungsrunde bei Brown-Forman heißt. In diesem Schritt werden die fünf Finalisten gekürt, die Ende April 2017 nach Kentucky und Tennessee mitfahren werden. .

Der Kreis schließt sich dann im April, wenn in den USA der erste deutsche Master of American Whiskey gekürt wird. Denn nicht wenige der Destillerien in der Whiskey Row von Louisville berufen sich stolz auf ihre „German ancestors“, die Brennerhandwerk und Gerste aus der alten Heimat mitgebracht haben.

Photo credit: Brown-Forman

Schreibe einen Kommentar

Ähnliche Artikel