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Ein Portrait. MIXOLOGY ONLINE im Gespräch mit Arnd Henning Heissen.

Porträts 3.9.2012 4 comments

Arnd Henning Heissen ist einer der bekanntesten Köpfe der deutschen Barszene.  MIXOLOGY-Lesern als Verkostungsexperte bekannt, hat sich Arnd unter anderem durch Stationen in der Frankurter Rhapsody Bar und der Shochu Bar in Berlin eine Namen erarbeitet. Seine Leidenschaft gilt der Anwendung von Parfumeur-Techniken auf das Zusammenspiel der Zutaten in Cocktails.

Wie kamst Du das erste Mal mit der Welt der Bars in Berührung?

Als ich mit 13 in Lettland gelebt habe, bin ich sehr gerne am Wochenende in Bars und Clubs ausgegangen und habe mir dort die Nächte um die Ohren geschlagen.  Anfangs hatte ich Angst auszugehen, dann ging es mir irgendwann darum die verschiedenen Biersorten zu probieren, die mir zwar alle nicht schmeckten, mich aber betrunken machten.  Das wichtigste waren aber nicht die Drinks, sondern die Anzahl der Mädchen, mit denen wir Jungs getanzt haben.

So ändern sich die Zeiten …

Was ist Dein beruflicher Werdegang als Barmann?

Für was interessierst Du Dich außerhalb der Arbeit hinter der Bar? Hast Du Hobbys?

Lange intensive Gespräche an besonderen Orten, Innenarchitektur, mein Garten, lange Spaziergänge an der frischen Luft, Fußball spielen und schauen, Musik …

Was ist Dein Lieblings-Cocktail?

Gin Fizz, Last Word, Old Fashioned, Gin Tonic, Blood and Sand, alle Eigenkreationen meiner Kollegen aus dem Curtain Club und Perrier mit Orangenblütenwasser.

Was ist Deine Lieblingsbar?

Gesamtpaket: Würgeengel

Konzept: Stagger Lee

Was ist Dein Lieblings-Club/Dive Bar/Kneipe?

Würgeengel, Sage Beach Club, Kingkamehamea Beach Club in Frankfurt, Long Island Summer Lounge Frankfurt

Hast Du Vorbilder im Barbereich, wenn ja welche?

Die Verkäuferin Jasmin aus dem Maison Guerlain in Charlottenburg, weil sie alles mit der größten Hingabe macht. Fatih Akerdem aus dem Arabella, weil er ein begnadeter Gastgeber ist. Ansonsten alle Bartender, die ihren Beruf lieben und mit leuchtenden Augen hinter oder vor dem Tresen stehen, sind für mich Vorbilder an Leidenschaft.

Von welchen Bartendern würdest Du Dir blind einen Cocktail mixen lassen?

Ricardo Albrecht, Stan Vadrna, Matthias Reeder, Ewald Stromer, Philipp Bischoff

In welcher Situation würdest Du eine Bar sofort verlassen?

Wenn der Vorgesetzte seine Angestellten vor allen Gästen zusammenfaltet.

Was steht in Deinem Traum-Speed-Rack?

Worauf hast Du Dich spezialisiert, was kannst Du besonders gut an der Bar?

Teecocktails, Kräutercocktails, starke Aromen und Parfums, die von bekannten Parfums inspiriert sind.  Die Parfums dienen so als Karte, da man dadurch seinen Lieblingscocktail erriechen kann.

Platzierungen bei Cocktail- oder Bartender-Competitions?

Zuletzt belegte ich den 2. Platz bei der World Class Competition in Wien.  Der Rest ist unwichtig; da ich jeden Tag meine Bar voll mit einer großen Jury sitzen habe.  Die gilt es täglich zu begeistern.

Wo siehst Du Dich in 10 Jahren?

Idealerweise in meinem Wohnzimmer im Curtain Club, den ich dann lange Zeit aufgebaut habe, viele Stammgäste und eine harmonische und perfekt beleuchtete und eingerichtete Bar und ein Barteam, das sich mittlerweile gegenseitig auf den Hochzeiten besucht hat und Babysitter spielt.  Jeder Gast, der diese besondere Bar in zehn Jahren betritt, wird diese gewachsene Atmosphäre neu entdecken, sie schätzen lernen und merken, dass man diese nicht kopieren kann.

Ich freue mich heute schon, mit Anfang 40 ein Teil davon zu sein.

Vielen Dank für das Gespräch.

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