Jan Jehli

Jan Jehli. Das Küken aus dem Schwarzwald.

Porträts 19.3.2012 3 comments

Jung und zielstrebig sollte man sein. Jan Jehli aus Freiburg hat seine Berufung schon seit Jahren vor Augen. Und langsam aber sicher positioniert sich der junge Herr, damit die Wünsche in Erfüllung gehen können.

Das Ziel hatte er sich schon vor Jahren gesteckt: „Einmal ein eigenes Bar-Konzept leiten“. Und spätestens mit dem Sieg der letztjährigen Hendrick‘s Tea Time Competition kam der heute 23-jährige Jan Jehli diesem Ziel ein deutliches Stück näher. Es ist nicht einmal vermessen, ihn als einen der vielversprechendsten Nachwuchs-Bartender zu bezeichnen. Und dies, trotz der Tatsache, dass Jehli sich das meiste autodidaktisch erarbeiteten musste, er bisher wenig aktiv hinter einem professionellen Tresen wirkte und der Hendrick‘s Wettbewerb sein erster Wettbewerb überhaupt war.

Seine Liebe zu flüssigen Preziosen entdeckte er mit 18 Jahren, als er sein erstes Cocktailbuch geschenkt bekam. Danach wurde er im Cocktail & Dreams Forum aktiv und sein Feuer wurde weiter entfacht. Während seiner Bundeswehrzeit lernte er deutschlandweit diverse Tresen kennen. Besonders die Trinkhalle in München, das Le Lion Hamburg und das Stagger Lee beeindruckten ihn nachhaltig. Doch ein solider Einstieg musste her. Also begab er sich auf die Suche nach einem Ausbildungsplatz in der fünf Sterne Hotellerie und wurde im südbadischen Freiburg fündig. 2010 begann er seine Lehre als Restaurantfachmann mit Zusatzqualifikation Koch-Service-Management im Colombi Hotel.

Leider ist das Colombi Hotel, gelinde gesagt, kein Platz, in dem man sich sonderlich mit moderner Barkultur beschäftigt. Zwischen einigen altersschweren Armagnacs und Cognacs findet man wenig, um ein vielfältiges Angebot an grazilen Cocktails zu offerieren. Trotzdem beginnt man im Hause Colombi zu erkennen, dass man einen Rohdiamanten besitzt, und lässt diesen seit Jüngstem auch hin und wieder seiner Bestimmung nachgehen. Nebenher engagiert sich Jehli in der Schwarzwald Bar Brigade mit anderen Bartendern der Region.

Wo Jehli nach seiner Ausbildung hingehen wird, ist noch nicht spruchreif. Sowohl im Ausland wie im Innland reizt ihn einiges. Doch bevor ein Wechsel ansteht, gedenkt er sich noch intensiver mit klassischen Cocktail-Preziosen und Warenkunde zu beschäftigen. Selbstverständlich nur so tief gehend, damit die Ausbildung nicht darunter leidet. Und im seltenen Falle, dass er sich einen zeitlichen Überschuss erarbeiten kann, will er noch an anderen Cocktail-Wettbewerben teilnehmen. Dies jedoch nur, wenn er sowohl vom Produkt, um das es geht, wie auch dem Wettbewerbs-Konzept überzeugt ist. Man darf gespannt sein.

3 comments

  1. Jonas Stein

    Der Jehli ist halt ne geile Sau!!! ;-)

  2. mangomix

    Dem ist nichts hinzuzufügen! Weiterhin alles Gute, Jan!

  3. Michael

    Endlich mal ein Artikel zum Nachwuchs hinterm deutschen Tresen. Weiter so und bitte noch mehr davon. Auch wenn der Nachwuchs durch diverse Wettbewerbe und der Alterbeschränkung bereits ordentlich gefördert wird, darf auch die Mixology ruhig auf diesen Zug aufspringen. In geraumer Zeit sind es eben diese Jungs, die die Herren Schumann, Brandl, Rainer, Wilms, Spuhn etc. “den Rang ablaufen”.

    Eine kleine Liste über weitere Jungspunde die sicherlich erwähnt werden sollten.

    Lukas Motejzik
    Timon Kaufmann
    Gregor Truszkowski
    Martin Kramer
    Michael Prescher
    uvm.

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