Ein Portrait. MIXOLOGY ONLINE im Gespräch mit Thorsten Pannek.

Porträts 1.4.2013

Thorsten Pannek ist Bartender, Bierliebhaber und Blogger. Hinter dem Tresen des Café Sieben arbeitet er gerne mit heimischen Spirituosen und unterhält seine Gäste durch Ironie und Sarkasmus. Dem Café Sieben in Berlin Thorsten Pannek stets treu geblieben.

Wie kamst Du das erste Mal mit der Welt der Bars in Berührung?

Das ist eine gute Frage: Wie bin ich als gelernter Zimmermann mit Bars in Berührung gekommen? Ich weiß noch, dass ich mich schon ab dem 16. Lebensjahr sehr für Bier interessiert habe. Mit 19 lernte ich dann meinen besten Freund Olaf Wüstenhagen kennen, der gelernter Bierbrauer ist und mich immer mehr für das Thema Bier und Spirituosen begeisterte! Knappe 5 Jahre später fragte mich ein Kumpel in meiner Stammbar, dem Café Sieben, ob ich nicht Lust hätte, als Bartender zu arbeiten. Ich weiß nicht wie meine ersten Caipirinhas, Sex on the Beaches und ähnliche Drinks geschmeckt haben. Ich hoffe doch, sie waren halbwegs trinkbar. Man darf bitte nicht vergessen, wir hatten das Jahr 2000, da waren Old Fashioned und Co. noch nicht so im Kommen. Aber meine Leidenschaft für die Bar war entbrannt und wurde über die letzten Jahre vertieft!

Was ist Dein beruflicher Werdegang?

Hier bin ich mal so faul und kopiere meinen Lebenslauf!

01/00-11/02   Bartender im Café Sieben

11/02-05/03   Bartender im Feuer & Eis, Ischgl Österreich

05/03-08/07   Barchef im Café Sieben

10/07-07/08   Bartender in der Bar Nou

11/07-02/09   Bartender in der Green Door

03/09-11/09   Barchef im Vis à Vis

12/09-05/10   Bartender im Shepheard, Köln

06/10-03/11   Bartender im Hilton, Frankfurt am Main

04/11-05/11   Bierzapfer im Beyond Saloon, Frankfurt am Main

05/11-06/11   Bartender im Windhorst

07/11-04/13   Barchef im Café Sieben

Für was interessierst Du Dich außerhalb der Arbeit hinter der Bar? Hast Du Hobbys?

Außerhalb der Arbeit habe ich drei große Hobbys, die sich zum Teil perfekt miteinander verbinden lassen! Das wären das Reisen, Essen & Kochen und das Fotografieren! Besser kann man andere Kulturen nicht kennenlernen und von ihnen lernen. Noch dazu macht es Spaß und es entspannt mich.

Was ist Dein Lieblings-Cocktail?

Also sollte ich mal einen Cocktail trinken, bin ich eher klassisch veranlagt. Einen trockenen Gimlet oder ein schöner Negroni! Aber am liebsten eigentlich Bier!

Was ist Deine Lieblingsbar?

Ich gehe gerne mal in die Kellergewölbe des Marques zum Champus Wolff, ansonsten auch ins Schilling oder ins Nathanja & Heinrich in Neukölln.

Was ist Dein Lieblings-Club/Dive Bar/Kneipe?

Ins Rollberg gehe ich sehr gerne. Dort findet man entspannte Stimmung zu gutem Bier.

Hast Du Vorbilder im Barbereich, wenn ja welche?

Erst einmal nenne ich da zwei nicht mehr lebende, einmal Harry Johnson und dann noch Hans Krönlein. Zwei tolle Bartender vergangener Zeiten! Heutzutage mag ich jeden, der noch ein Rückgrat hat und sich nicht für alles kaufen lässt! Davon gibt es meines Erachtens leider indessen viel zu Wenige in der Barszene!

Von welchen Bartendern würdest Du Dir blind einen Cocktail mixen lassen?

Von jedem der es mit Leidenschaft macht! Ansonsten trinke ich halt ein Bier.

In welcher Situation würdest Du eine Bar sofort verlassen?

Hatte ich bisher noch keine. Wird wahrscheinlich auch nicht vorkommen. Ich bin da recht entspannt.

Was steht in Deinem Traum-Speed-Rack?

Ein Speed-Rack brauche ich nicht, aber einen guten Gin mit mindestens 47 Vol. %, Mampe halb & halb, Chartreuse Verte und ein gutes Bier zum Beispiel Rollberg Rot.

Worauf hast Du Dich spezialisiert, was kannst Du besonders gut an der Bar?

Ironie und Sarkasmus zu verbreiten. Aber ansonsten ist mein Steckenpferd die deutschsprachige Spirituose. Womit ich mich auch jahrelang auf dem Barblog Bartender Labor zusammen mit Olaf Wüstenhagen und Jens Gröning beschäftigt habe, als sich die Barszene noch nicht wirklich dafür interessiert hat!

Platzierungen bei Cocktail- oder Bartender-Competitions?

Zusammen mit Olaf Wüstenhagen und Jens Gröning erster und einziger Gewinner der Liquetition in Hamburg mit der „Rubinroten Waldfee“ und dann noch ein schöner zweiter Platz beim Mount Gay Cup in Hamburg mit einem „Gurken Dill Daiquiri“.

Vielen Dank für das Gespräch.

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