Landschaft Schwaben

Rettet die Champagner-Bratbirne. Schaumwein vom Feinsten.

Sekt & Champagner 7.3.2012 1 Kommentar

Wir hatten es angekündigt. Die sortenreinen Schaumweine der Manufaktur Jörg Geiger bedürfen spezieller Aufmerksamkeit. Es dreht sich um Schaumweine aus Birnen und Äpfeln. Ja, kein Witz! Dies ist keine sonderlich verbreitete Variante, aber eine dafür umso spannendere.

Heute geht es auf MIXOLOGY ONLINE um sortenreinen Schaumwein aus Obstsorten, im speziellen aus der Champagner Bratbirne. Allein für den Namen gehört ein Preis verliehen. Denn bei der oftmals massiven Affinität zu Champagner in der deutschen Barszene dürften sich nun schon die ersten Freunde für das leider bisher nicht sonderlich verbreitete Blubberwasser gefunden haben.

Champagner vs. Obstschaumwein

Die Champagner Bratbirne ist eine spezielle, mittelgroße, grünlich-gelbe Birnensorte, die im Stuttgarter Raum vor mehreren Jahrhunderten schon Erwähnung fand. Erstmalig ist im Jahre 1823 belegt, dass ein Schaumwein aus ihr gekeltert wurde. Immerhin drei Jahre, bevor die heute als Deutschlands älteste Sektmanufaktur Kessler ihre Tore eröffnete. Ohne Zweifel können Obstschaumweine also auf eine reiche Vergangenheit zurückblicken. Jörg Geiger in Schlatt hat sich dem Erhalt dieser Kultur verschrieben. Und seine Erzeugnisse sind beeindruckend.

Allein aus der Champagner Bratbirne keltert Geiger vier unterschiedliche Varianten: Halbtrocken, Trocken, Brut und Extra Brut stehen zum Verkauf. Alle von äußerst ausgewogener Textur mit einem feinen Bouquet an natürlichen Aromen. Der Extra Brut liegt wie der verwandte Champagner bei unter 6 Gramm Restzucker, während der Halbtrockene mit 33 Gramm Restzucker noch im Bereich eines trockenen Schampus liegt.

Daneben gibt es noch Schaumweine aus der Karcherbirne, der Prevorster Bratbirne und der grünen Jagdbirne. An Apfelschaumweinen findet man Produkte aus dem Hauxapfel und dem Börtlinger Weinapfel im Sortiment. Durch die Kehlen von MIXOLOGY ONLINE rannen nun einige der genannten und man hat immer noch rein gar nichts zu beanstanden.

Unbedingte Probierempfehlung!

Die Birnen werden von Geiger nicht umgehend gepresst. Zuvorderst lässt er sie liegen und „schwitzen“, damit sich das Aroma entfalten kann. Danach wird das Obst gemahlen und bei geringem Druck entsaftet. Es folgt eine dreimonatige Kaltgärung in den Kellern des gelernten Koches, bevor dieser Cuvées zusammenstellt. Darauf wird der Wein in Flaschen abgefüllt und gärt ein zweites Mal. Mindestens neun Monate bleibt er in der Flasche, bevor gerüttelt und degogiert wird.

Es ist eine Schande, dass keines dieser Produkte im deutschen Bar-Universum bisher Einzug gehalten hat. Manche Küchen im Lande sind da teilweise wieder mal einen Schritt voraus und führen diese oder ähnliche Produkte. Preislich teilweise schon um die 10 Euro vom Hersteller zu beziehen, ist dies für viele Bars eine wahre Perlwein-Alternative aus heimischer Tradition mit spannender Geschichte.

Absolut tauglich zum Purgenuss, aber auch als Ingredienz für Sekt- oder Champagnercocktails. Besonders die Birnenschaumweine fügen sich hervorragend in eine Reihe klassischer Drinks. Selbst im bitterbeladenen Seelbach-Cocktail setzt sich ein angenehmes Birnenaroma durch und verleiht dem Drink eine neue Leichtigkeit.

Inspiration:

Old Suevia (adaptiert nach der Old Cuban Rezeptur von Audrey Saundars, New York, 2002)

4,5 cl Bacardi 8 Jahre

3 cl Zuckersirup

2 cl Limettensaft

2 dashes Angostura

6 Blätter Minze

Birnenschaumwein

Alles bis auf den Schaumwein shaken und in eine Coupette doppelt abseihen. Mit Birnenschaumwein auffüllen.

Weiter Informationen: manufaktur-joerg-geiger.de

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