Shots #64 +++ Aussteigerjahr mit Havana Club +++ Robert Cooper plaudert über St. Germain +++

Shots 2.2.2013 2 comments

Jedes Jahr beginnt mit den Aufrufen zu Wettbewerben. Fast wöchentlich kann man sich zu einem neuen Cocktailwettbewerb anmelden. Dazu gibt es ein, von außen betrachtet, amüsantes Kapitel aus den Auseinandersetzungen zweier großer Brauereien und einen Blick hinter die Kulissen des St. Germain-Kaufs durch Bacardi. Zu guter Letzt möchte eine neue japanische Destillerie die Vorherrschaft der zwei großen heimischen Marktführer zu durchbrechen.


Ein Jahr aussteigen und die Welt bereisen

Das ist Traum vieler und gerade der Job als Bartender scheint hier ideal in den Punkten Flexibilität und Arbeitsmöglichkeiten auf dem gesamten Globus. Aber das Ganze geht auch ohne Arbeit im eigentlichen Sinne. Havana Club ermöglicht genau dies dem glücklichen Sieger eines globalen Wettbewerbs.

Man darf auf Kosten der Rum-Marke in 12 Länder reisen, in die dortige Kultur eintauchen und ein unvergessliches Jahr erleben. Teilnahmebedingungen und weitere Informationen findet man auf der eigens angelegten Facebook-Seite, auf der man sich auch mit einem Video bewirbt.

 

MIXOLOGY Leser Umfrage 2013

Dank einiger aufmerksamer Leser, die sich intensiv mit unserem Fragebogen beschäftigt haben, wurden noch ein, zwei Verbesserungen vorgenommen. Wer es noch nicht mitbekommen hat – wir führen zur Zeit die erste große Leserumfrage seit Bestehen unseres Verlags durch. Bis zum 28. Februar 2013 kann man verschiedene Fragen zu den Verlagsprodukten beantworten, die uns helfen sollen, das Angebot zu verbessern. Wertvolle Preise warten für die Teilnehmer, unter anderem ein hier abgebildetes Meehan-Bartender-Bag.

 

Das Imperium hat zurückgeschlagen

So oder ähnlich dürfte man sich bei Anheuser-Busch gerade fühlen. Man hat einen kleinen Sieg erringen können im ewig währenden Streit mit der tschechischen Marke Budweiser, wer nun sein Bier wie nennen darf. Laut einem Gerichtsbeschluß dürfen einzig die Amerikaner ihr Bier „Bud“ nennen. Das größere Verkaufsgebiet der US-Amerikaner ist hier das Argument.

Zum Vorteil für den amerikanischen Konzern. Anders ist es wiederum beim kompletten Namen „Budweiser“. Das Recht auf diesen Namen bleibt bei den Tschechen. Schliesslich brauen sie schon 500 Jahre länger unter dem Namen als die Kollegen aus Übersee. Dass dies der letzte Streit vor Gericht war, ist unwahrscheinlich, schließlich gingen dem aktuellen Gerichtsurteil bereits mehr als 100 andere gerichtliche Auseinandersetzungen voraus.

 

Ein nicht enden wollendes Grinsen

Das dürfte Robert Coopers Gesichtsausdruck sein, seitdem er seinen Holunderblütenlikör St. Germain an Bacardi verkauft hat. Für das Class Magazin stand er nun Rede und Antwort und schildert ein paar interessante Hintergründe. So stimmt die Geschichte von glücklich radelnden Franzosen mit Körben voller Holunderblüten vielleicht wirklich. Auch wenn sich dieses romantische Bild wohl schwerlich aufrecht erhalten lässt.

„Das zu erwartende Wachstum wird die Ernte sicherlich beeinflussen“, so der Erfinder der Marke, „manche aufwendige Mechanismen wie die Produktion in kleinen Mengen lassen sich aber einfach nicht ändern.“ Und so wird Cooper nach eigener Aussage auch in den nächsten Jahren eine wichtige Rolle bei St. Germain spielen, um die Qualität zu garantieren. Und auch wenn er sich auf der Verkaufssumme für die nächsten Jahre ausruhen könnte, hofft er, in Zukunft ein ähnliches Produkt lancieren zu können, um seinen Erfolg zu wiederholen.

Was an dem Interview allerdings etwas aufstößt, ist das nicht vorhandene Disclosure von Seiten Class. Eigentümer Simon Difford war am Launch der Marke St. Germain beteiligt.

 

Bewegung im japanischen Whiskymarkt

Die Qualität japanischer Whiskys überzeugt schon seit langem. Nicht umsonst gehört Japan zu den Ländern mit der höchsten Whiskyproduktion. Allerdings wird der Markt von zwei Giganten beherrscht. Suntory und Nikka teilen sich die Aufmerksamkeit im internationalen Geschäft während kleinere Destillerien selten den Status des Geheimtipps ablegen können.

Doch nun soll ein dritter Riese dazukommen. Jedenfalls wenn es nach den Vorstellungen der Macher von Miyashita geht. Die eigentlich auf Bier und Sake spezialisierte Firma hat damit begonnen einen Whisky zu brennen um 2015 ihr 100jähriges Firmenjubiläum zu feiern. Bei Erfolg ist eine weitere Produktion nicht ausgeschlossen.

 

MIXOLOGY Verlosung

Diese Woche gibt es einen der begehrten MIXOLOGY Bar Guide (Edition 2013) zu gewinnen. Die Preisfrage: Wer gewann die Auszeichnung „Schweizer Bar des Jahres“ bei den MIXOLOGY Awards 2013?

Die richtige Antwort bitte per Mail mit dem Betreff „Bar Guide Verlosung“ an: verlosung@mixology.eu

Einsendeschluss ist der 04. Februar 2013.

Die Gewinner der letzten Verlosung (Partisan) sind D. Christians und C. Bender.

2 comments

  1. Joerg Meyer

    Geschätzter Marco,

    kleine, spitzfindige Seitenhiebe auf das Class Magazin sind ja durchaus geliebt, ist das Heft doch gerade zu beginn sehr Industriefreundlich gestartet.

    Dennoch ist dein Aufstoßen bezüglich eines Disclosures meiner Meinung nach unangebracht. Oder Du musst es mir hier besser erklären. Vielleicht verstehe ich es auch nicht. Fühl Dich berufen, deinen Kritik Ansatz in Gänze darzulegen.

    Simon Difford hat das Class Magazin im Frühjahr 2009 zurückgekauft. Der Brandlaunch St. Germain UK (mit Aktivitäten Simon DIfford) war meines Wissens zur Messe BAR 2007 (2008?) in London.

    Was nun genau ist an diesem Artikel „aufstoßend“ – in wie weit sind diese Verstrickungen „anstößig“? – bitte um Aufklärung.

    Das Mixology eine gewisse Disclosure Kultur eingeführt hat ist grundsätzlich begrüßenswert – allerdings in der derzeitigen Praxis auch nicht immer bis ans Ende durchdacht – hier und da gibt es mal eine Lücke. Aber der Ansatz ist lobenswert!

    So könnte man bei jedem deiner SHOT’S/Artikel mit der Nennung Hubertusrat denken _ Ist er da nicht Mitglied? Hat er nicht auch schon mal Brand Arbeit für Jägermeister gemacht ? Muss das denn unter jedem Artikel stehen?

    Im Grunde genommen kein großes Thema – warum auch?

    Freue mich auf die Darlegung Deiner Kritik an der Causa St. Germain / Class Magazin

    Vielleicht habe ich es ja auch einfach nicht verstanden.

    Beste Grüße

    Jörg

  2. Marco Beier

    Hochgeschätzter Jörg,

    Ich liebe spitzfindige Seitenhiebe in jeglicher Form. Oft sogar wenn sie mich selbst betreffen. Das ist vielleicht der Punkt an dem wir beide uns am ähnlichsten sind.

    Du hast Recht. Ich bin Mitglied im Hubertus Rat, habe 2011 für Jägermeister auf dem Bar Convent Berlin gearbeitet. Sollte ich in den 5 Monaten die ich jetzt für Mixology schreibe in einem Artikel Jägermeister über die Maßen gelobt haben und dann meine Offenlegung vergessen haben bitte ich um Entschuldigung. Wir versuchen alle so transparent wie möglich zu arbeiten, sollten wir einmal einen Fehler machen freuen wir uns über einen Hinweis. Es ist ja nicht so dass ich über den Dingen stehe und niemals Fehler mache.

    Aber kommen wir zurück zu Simon Difford dem Class Magazin und St. Germain.
    Ich gebe dir Recht. Die Formulierung „der heutige Class-Eigentümer Simon Difford…“ wäre besser gewesen. Ist es aber nicht letztlich unerheblich ob er das Produkt als Simon Difford, Difford’s Guide oder Class Magazine beworben hat?

    Über mehrere Jahre wurden von Simon Difford Stände für St. Germain auf der London Barshow organisiert. Er hat das Produkt aktiv mit eingeführt und beworben. Und an der Tatsache ändert sich ja nichts, nur weil das ganze heute auf der Plattform des Class Magazin passiert.

    Es ist ja nichts Anstößiges daran, dass ein Fachmedium mit Firmen in Partnerschaft zusammenarbeitet. Aber wenn man diesem „Kind das Laufen beigebracht hat“, dann darf man das schon in einem Satz erwähnen.

    Im Grunde genommen ist es kein großes Thema. Du hast Recht. Deswegen formulieren wir es in einem Satz in den Shots und widmen dem ganzen keinen eigenen Artikel.

    Mit der Verlinkung auf den Beitrag bei Class schreiben wir dem Thema in den Augen unserer Leser Relevanz zu. Entsprechend fühlen wir uns auch verpflichtet, Ihnen alle Hintergründe einer Geschichte aufzuzeigen.

    Ich freue mich bei nächster Gelegenheit mit einem Padovani auf unsere Spitzfindigkeit anzustossen.

    Schönes Wochenende,
    Marco

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