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Shots #24. Cocktailhistoriker +++ Kauf Dir Berlin +++ Genuss und Deutsche

Shots 26.5.2012 4 comments

Sei Cocktailhistoriker

Dass die Cocktailkultur schon in der Vergangenheit Höhepunkte hatte, ist kein Geheimnis. So durchforsten heuten noch Horden von Hobbyhistorikern alte Rezeptbücher, um sich dort Inspiration für ihre Drinks zu holen. Selbstredend stößt man dabei auch auf Hindernisse. Zum einen wäre da der grundsätzliche Transport des „alten Rezeptes“ in die „neue Welt“. Hierzu haben wir erst kürzlich auf MIXOLOGY ONLINE eine kleine Replik verfasst. Ohne ein profanes Verständnis für historische Arbeiten sollte sich keiner mit angestaubten Büchern befassen.

Doch es gibt noch weitere Hürden, wie die Maßangaben vieler einst gängiger Rezepturen. Flüssigunzen sind dabei das kleinere Problem. Wirklich erschwert wird das ambitionierte, historische Werk des modernen Bartenders durch Angaben wie Ponys, Drams und Cups. Die Macher hinter dem Portal cocktailkunst.de haben hierfür vor wenigen Wochen eine Hilfstabelle zur Verfügung gestellt. Ein hilfreiches Kleinod für den modernen Cocktailhistoriker. Zu Erhalten ist die Tabelle nahezu hürdenfrei. Nur seine E-Mail-Adresse, damit den persönlichen Kontakt, gilt es dem Jungunternehmen zu opfern.

Nachtrag: Und hier gibt es die erwähnten Maße ganz ohne Hürden: http://bitters-blog.blogspot.de/2007/02/amerikanische-maeinheiten-fr-alte.html

Kauf die Stadt zurück

Gentrifizierung von Städten ist ein Vorgang, der schon seit Jahrzehnten von sehr vielen skeptisch beäugt wird. Der Schrei nach Mitbestimmung bei Veränderungen im eigenen Viertel ist oftmals groß, der Einsatz Einzelner ist dagegen meistens wenig relevant. Doch in Berlin geht derzeit ein neuer Widerstands-Versuch in die finale Phase. Im Rahmen eines gemeinnützigen Projektes werden Spender und Teilnehmer gesucht, die helfen, ein brachliegendes Grundstück an der Spree zu kaufen. Anstatt Büroturm, Designhotel, Handynetz-Arena oder Ähnlichem, wäre den Machern lieber, wenn das Grundstück mit einem Park und einem kleinen Dorf die Stadt bereichern würde. Der Park soll den Namen Mörchenpark tragen und für Jung und Alt ein Ruhepol inmitten der großen Stadt, direkt an der Spree werden.

Im Dorf sollen sich bunte Gesellen aller Couleur, speziell Künstler, Gewerbetreibende und Kulturschaffende niederlassen können. Doch der Plan steckt in den Kinderschuhen. Primär scheinen die Macher zu wissen, was sie nicht wollen. Und während der Park immerhin mit einer Internetpräsenz und einigen Informationen die Netzwelt bereichert, ist der in der MIXOLOGY-Redaktion eingegangene Link zur Dorf-Seite fehlerhaft. Auch bekommt man weder einen wirklichen Einblick in die Strukturen des gemeinnützigen Vereins noch in den realen Finanzbedarf. Auch wie die Transparenz nach einem eventuellen Kauf des Geländes aussehen würde, bleibt im Dunkeln. Viele Fragen und nur wenige Tage zur Klärung. Am 31. Mai soll verkauft werden.

 

Studie zum Genuss

Manchmal geschehen Wunder. So setzten sich die zwei größten Haie der Spirituosenindustrie, Diageo und Pernod-Ricard, an einen Tisch und gaben gemeinsam eine Studie in Auftrag. Die Studie hat die Deutschen und ihre Fähigkeit, zu genießen im Blick. Die Ergebnisse der Studie liegen der MIXOLOGY-Redaktion umfassend vor und werden derzeit noch bearbeitet. Der Spiegel Online hat sich ebenfalls aus dem Fenster gelehnt und die Erkenntnisse der Marktforschung vorgestellt. Doch wie man unschwer an den vielen kritischen Kommentaren erkennen kann, wurde einiges nicht zu Ende gedacht.

Bevor wir von MIXOLOGY in den kommenden Wochen zum Thema ebenfalls Stellung beziehen, erstmal lediglich der Hinweis auf die grundsätzliche Existenz der Studie. Wer sich selbst schon Gedanken machen möchte, sollte die Frage im Au ge behalten, warum sich zwei Großkonzerne für eine derartige Studie zusammenschließen und was das Ergebnis für Auswirkungen auf die Kommunikation mit Alkohol haben könnte.

 

Mixology Verlosung

Zu gewinnen gibt es diesmal eine Flasche Milagro Tequila Anejo mit 40 % Vol. Dazu einfach die Frage beantworten: Wie heißt der, für die Tequila-Produktion bedeutendste, mexikanische Bundesstaat? Die richtige Antwort mit dem Betreff „Milagro“ per Mail an: verlosung@mixology.eu.  Einsendeschluss ist der 28. Mai. Teilnahme ab 18 Jahren.

Gewinner der letzten Verlosung ist Florian L. aus Regensburg.

4 comments

  1. Redaktion

    Eine Ergänzung zum ersten Teil der Shots #24:

    Was den “Cocktailhistorikern” enorm geholfen hat, ist Vernetzung und Offenheit. Man tauschte seine Errungenschaften aus, stellte seine Ergebnisse offen ins Internet, wo sie andere sichten und kommentieren konnten.

    Insofern stellt die Tabelle der Cocktailkünstler einen klaren Rückschritt dar. Mich persönlich würde es sogar wundern, wenn den Cocktailkünstlern nicht der Bitters Blog bekannt wäre, auf dem eben diese Daten von Stephan Berg bereits vor 5 Jahren veröffentlicht wurden. Offen und frei im Netz. Keine Email-Adresse notwendig, keine Datenabgreiferei involviert:

    http://bitters-blog.blogspot.de/2007/02/amerikanische-maeinheiten-fr-alte.html

    Prosit! Helmut Adam

  2. Stephan

    Lieber Helmut!

    „Rückschritt“ ist etwas hart formuliert, oder? Die Arbeit des Bitters Blogs verdient Respekt, gerade in ihrer Vorreiterrolle.

    Tatsache bleibt aber auch, dass unsere Tabelle um ein Vielfaches ausführlicher ist. Wir bieten nicht nur wesentlich mehr Einheiten, sondern eine kommentierte und praxisorientierte Umsetzung, sowie einen Zutsatzteil zur Umrechnung zeitgenössischer Einheiten. Wir halten das für einen deutlichen Mehrwert.

    Zur „Datenabgreiferei“: Der geneigte Leser darf sich hier einfach mal die Frage stellen, welches Plus der Mixology die obige Tequila-Verlosung bringt…

    Liebe Grüße

    Stephan Hinz

    P.S Frohe Pfingsten…!

  3. Helmut Adam

    Lieber Stephan,

    die Daten der Personen, die an den Verlosungen teilnehmen, werden bei uns keiner weiteren Verwendung zugeführt.

    Ohne Deine Tabelle gesichtet zu haben, ist die Art der Zurverfügungstellung ganz klar ein Rückschritt.

    Im Gegensatz zur Offenheit der ersten Blogger-Generation, die Blogs oder Foren wir Drinkboy als Möglichkeit der gemeinsamen Wissensbildung ansahen, scheint es neuerdings Mode zu werden, das Closed-Wall-Prinzip als innovativ zu verkaufen.

    Das ist es nicht. Und als Medium sollte man es daher auch nicht unterstützen. Auf welche Sekundärliteratur hast Du denn für Deine Tabelle zurückgegriffen? Nenn doch mal Ross und Reiter!

    Mit freundlichen Grüßen, Helmut Adam.

  4. Stephan

    Lieber Helmut!

    Zur Erstellung unserer Tabelle haben wir auf unsere umfangreiche Redaktionsbibliothek zurückgegriffen, die zahlreiche Cocktailbücher vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart enthält. Nur auf diese Weise konnten wir die einzelnen Quellen im Umfang übertreffen und einen Überblick bieten.

    Übrigens verstehen wir uns nicht unbedingt als Blog– das bringt auch andere Strukturen mit sich. In absehbarer Zeit ist aber ohnehin eine Ausweitung unseres Service-Angebotes geplant, sodass unser Content wesentlich einfacher verfügbar sein wird. Manchmal braucht es eben nur etwas Zeit!

    Einen guten Start in die Woche!

    Stephan

    P.S Wir haben bis jetzt ein sehr gutes Feedback zur Maßtabelle erhalten. Vielen Dank dafür.

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