Shots #83 +++ Genuss in Deutschland +++ Jahrgangs Champagner +++ Fertigware +++ Lügen und Betrügen

Shots 15.6.2013 1 Kommentar

Deutschlands urigste Wirtshäuser ergeben einen Reiseführer des unheimlichen Trinkens. Unheimlich wird einem auch bei französischen Themen. Champagner des Jahres 2012 ist ein rares Gut und man kümmert sich um den guten Ruf der wenigen noch selbst kochenden Restaurants. Ein schockierendes „Kein Alkohol am Steuer“ – Video und offenbar falsches Spiel der Destillerie Gansloser schließen die Shots diese Woche ab.

Deutschlands schönste Kneipen

Es muss ja nicht immer Martini, Manhattan und Sazerac sein. Auch vor der Cocktailwelle wurde in Deutschland getrunken und einige spezielle Vertreter dieser Wasserlöcher sind so speziell, dass sie nun in einem Buch erscheinen. Autor Imhofer ist mit dem Motorrad durch die Republik gefahren, um sich die verrückten Wirtshäuser genauer anzusehen. Ob nun das ganze eine witzige Motorradtour war oder im Ergebnis ein wirklicher Reiseführer steht entscheidet dann der Leser.

Schwieriger Jahrgang 2012

Klimabedingt war das vergangene Jahr für Frankreichs Weinbauern nicht gerade ideal. Manche sprechen von der schwierigsten Saison in der Geschichte von Champagner. Und weil die Erträge vergleichsweise klein sind, kündigen die ersten Häuser nun an, dass es keine Jahrgangschampagner 2012 geben, sondern die Vorräte des Jahres in die Cuvées fließen werden.

Nach Dom Perignon und Philiponnat hat jetzt auch Krug entschieden, auf ein Vintage 2012 zu verzichten. Das Gute an dieser Nachricht ist, dass eine generelle Versorgung mit Champagner gesichert ist. Und auch wenn es für Fans von Jahrgangschampagner schlimm sein mag, so bleiben uns noch gute zehn Jahre bis der Ausfall eines Jahrgangs 2012 ins Gewicht fällt. Genug Zeit also, um Vorräte besserer Jahre zu bunkern.

Das Restaurant als zu schützendes Gut

Den französischen Köchen wird es zu bunt. Convenience-Food und aufgewärmtes Gräuel auf dem Teller soll nicht mehr länger unter dem Deckmantel des Restaurants firmieren. Wenn es nach dem Willen vieler französischer Köche geht, sollen Restaurants die gleiche Wertigkeit erfahren wie vor 15 Jahren die Bäckereien. Nur noch die Lokale, in denen aus frischen Zutaten Speisen zubereitet werden, sollen den Namen Restaurant tragen dürfen. Ein hervorragender Ansatz der in Deutschland zu begrüßen wäre.

Don‘t Drink and Drive

Ein englischer Regisseur hat sich dem Thema Alkohol am Steuer einmal von der anderen Seite genähert. Während die meisten Warnungen an die Vernunft appellieren, konfrontiert Leo Burnett den Zuschauer mit möglichen Folgen einer Alkoholfahrt. Während sich der Besucher eines Pubs die Hände wäscht, zerspringt der Spiegel und ein blutverschmiertes Gesicht schaut ihn an wie nach einem Autounfall, bei dem jemand in die Windschutzscheibe geschleudert wird.

http://youtu.be/TADO4LG29bs

Die nächste Trinkgelddiskussion

Ein sehr kurzer Blogeintrag über ein New Yorker Sushirestaurant, in dem Trinkgelder verboten wurden, sorgt für Diskussion. Aber anders, als man es erwarten würde. Der Inhaber zahlt seinem Personal ganz einfach ein ordentliches Gehalt, sodass niemand auf das Trinkgeld angewiesen ist. In über 60 Kommentaren äußern sich nun Servicemitarbeiter und Gäste aus aller Welt mit Ihrer Meinung zu Trinkgeldern. Einhelliger Tenor: Zahlt eurem Personal ein anständiges Gehalt. Das Trinkgeld gibt es dann für wirklich guten Service, und zwar on top. Wir schließen uns an.

In eigener und allgemeiner Sache

Die Gansloser Destillerie macht einmal mehr Schlagzeilen. Dieses Mal allerdings nicht, weil eine besonders gelungene Spirituose präsentiert wurde, sondern weil etwas ganz und gar nicht gelingt. Nämlich die Buchhaltung, konkret die Begleichung anfallender Rechnungen. Nach dem laut eigener Aussage erfolgreichsten Jahr der Firmengeschichte in 2012, scheint dieses Jahr von zweifelhaftem Ruhm geprägt zu sein. PR-Berater Leonhard Fromm berichtete Ende Mai über ausstehende Zahlungen in fünfstelliger Höhe.

Nach mehreren Dementis und Unterlassungsklagen von Seiten Ganslosers, mehrt sich nun die Zahl derer, die noch Außenstände bei Destilleriebesitzer Holger Frey einfordern. Auch der MIXOLOGY Verlag gehört zu den Geprellten und hat die Unterlagen, gleich dem Meininger Verlag, an ein Inkassobüro übergeben. Auf der Facebook-Seite der ebenfalls zum Meininger Verlag gehördenden Barzone gehen derweil die Kommentarwogen hoch.

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