Shots #85 +++ Wasserservice +++ Einkaufen und Essen +++ Tommy‘s Tequila +++ Bloody Mary +++

Shots 22.6.2013 1 Kommentar

Mit Gerüchten aufräumen, ein neues Konzept in Augenschein nehmen, dazu zwei neue Produkte begrüßen und ein anderes hoffentlich für immer verabschieden sind die Themen der Shots zum Ende der ersten echten Sommerwoche.

 

Leitungswasser kein Selbstverständnis

Immer wieder geht die Mär um, vom Leitungswasser, auf das jeder Mensch ein Anrecht habe beim Betreten einer gastronomischen Einrichtung. Die Wochenzeitschrift Die Zeit räumt in ihrer Rubrik der Leserfragen nun damit auf. Es stimmt eben nicht. In Deutschland darf jeder Gastronom die Getränke verkaufen, die ihm gefallen. Und wenn er Leitungswasser serviert, darf er dafür auch Geld verlangen. In Frankreich ist man etwas freundlicher. Wasser und Brot sollen immer kredenzt werden, wenn ein Gast etwas zu Essen bestellt.

Aufgeräumtes Gerücht hin oder her, das kostenlose Glas Leitungswasser kann man auch einfach als guten Service sehen, und den sollten sich ja gerade bessere Restaurants und Bars auf die Fahne schreiben.

 

Der Einkauf als Erlebnis

Für die meisten Menschen ist der Einkauf alltäglicher Güter eher lästiges Übel. Mark Korzilius, Erfinder des Gastro-Franchise-Konzepts Vapiano möchte dies nun ändern. Das Einkaufen soll zum Erlebnis und Get Together werden.

Im Gespräch mit dem Manager Magazin berichtet Handelsforscher Kai Hudetz über den immer härter umkämpften Markt des Einzelhandels und die Notwendigkeit die Kunden mit anderen Mitteln in die Filialen zu locken. Dabei orientiert man sich an erfolgreichen kleinen Start-ups, die es geschafft haben eine Nische zu finden und sich aus dieser heraus zu entwickeln. Wie genau das fertige Konzept am Ende aussehen soll ist noch ein Geheimnis aber Einzelhandel und Gastronomie sollen dabei stärker verstrickt werden.

Bleibt die Frage, ob man statt immer neuen Gimmicks die Menschen nicht einfach mit einer zufriedenstellenderen Auswahl erreichen könnte. Schaut man nach England und zu den dortigen Supermarktriesen wie Tesco und Sainsbury, wird man regelrecht neidisch auf die immense Auswahl die diese Shops in allen Bereichen bietet.

 

Tequila für Tommy‘s Margarita

Der Erfinder der Tommy‘s Margarita, Julio Bermejo kündigte ja bereits vor sieben Jahren an, einen eigenen Tequila produzieren zu wollen. L&J sollte er heißen und in einer neuen Destillerie produziert werden. Sieben Jahre scheinen lang für Tequilaproduktion, aber wie das Australian Bartender Magazin auf ihrer Homepage kundtut, ist es nun soweit. Zwar noch immer nicht in der eigenen Destillerie produziert, sollen nun trotzdem die ersten Flaschen Tequila L&J auf den Markt kommen. Hoffentlich ist der Geschmack im positiven Sinne so ungewöhnlich wie die Flaschenform.

 

 

Würze für die Bar

Jvan Paszti, Betreiber der Cranberry Bar in Zürich liebt die Bloody Mary. Vorausgesetzt sie ist ordentlich gewürzt. Und weil es an der Würze oft scheitert und die Zubereitung ein manchmal zeitraubender Prozess ist, benutzt Jvan schon seit langer Zeit einen selbst angefertigten Würzmix. Klassische Bloody Mary Gewürze und geheime Zutaten machen die perfekte Bloody Mary zu einem Kinderspiel.

 

 

Ade du lästiger Tee

Erinnert ihr euch noch an die unglaublichen Schlangen vor diesen seltsamen Läden, die in den letzten Jahren überall aus dem nichts eröffneten? Vorrangig sehr junge Menschen brachten ihr gesamtes Taschengeld hinein und kamen mit Plastikbechern, bunten Strohalmen und in der Flüssigkeit schwimmenden Kügelchen wieder hinaus.

Wiederum Die Zeit erklärt nun die Ära des Bubble Tea für beendet. Grund für das schnelle Ende dieses Trends sollen die angeblichen Inhaltsstoffe gewesen sein, die Wissenschaftler entdeckt haben wollen. Wie sehr schädlich diese Stoffe wirklich waren ist nicht endgültig geklärt worden. Wahr ist aber das man in diesem Sommer kaum noch Bubble Tea sieht. Ob das nun an den vorschnell kommunizierten Erkenntnissen liegt oder daran, dass man gemerkt hat, dass man Unsummen für buntes Wasser bezahlt spielt am Ende eigentlich keine Rolle.

 

Das perfekte Steak

Zum Abschluss gibt es an dieser Stelle noch ein paar Tipps, wie man ein ordentliches Steak zubereitet. Dabei geht es gar nicht um die Wahl des Fleisches, die scheint dem Geschmack überlassen zu sein, sondern um all die urbanen Mythen, mit denen sich Profis am Grill rumärgern müssen, wenn der besser wissende Verwandte einem nichts tuend über die Schulter linst. In vielen uneigennützigen Tests geht seriouseats.com Autor J. Kenji Lopez-Alt Dingen auf den Grund, wie das Steak 20 Minuten vor dem Braten aus dem Kühlschrank zu nehmen, es nicht anzustechen oder anzuschneiden. Auch das vorzeitige Salzen und der Daumendrucktest werden pulverisiert.

Neben allen interessanten Informationen vergisst der Autor allerdings die wichtigste Regel. Kein Steak gelingt, wenn dem Koch kein gutes Bier serviert wird.

Ein Kommentar

  1. Jan-Peter

    Anscheinend reicht die in der Tat große Auswahl bei Tesco und Sainsburys den Marktriesen auch nicht: Tesco hat sich gerade die Gastronomiekette „Giraffe“ gekauft, Sainsburys betreibt schon länger eigene Restaurants an seinen Märkten. „Made by Rewe“ ist eines von vielen neuen Gastrokonzepten, die den Einzelhandel auf Schwung bringen sollen. Butlers startet in Berlin demnächst mit einem eigenen Snack-Café, Breuninger hat sich für sein neues Kaufhaus in Düsseldorf die Sansibar ins Boot geholt, Vapiano eröffnet ein 1.400 qm-Schiff in einer Wiener Mall. Da kommt noch einiges, vermutlich.

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