Shots #80 +++ Whisky vom Meeresgrund +++ Fassgelagerter Gin +++ Ökologische Brauer +++

Shots 25.5.2013

Ein Online-Auktionshaus hat zwei Flaschen Whisky verkauft, welche von einem Schiff gerettet wurden, das 1941 vor Schottland gesunken ist. Andere Dinge in der Tiefe erschüttern deutsche Brauer. Die Erdgasgewinnung gefährdet unser Bier meinen sie. Keine Gefahr, sondern ein Gewinn ist die Fasslagerung, meint jedenfalls Camper English. Außerdem beschäftigt uns die Problematik von Sterneküchen und die Frage, ob der Gast immer König ist.

70 Jahre alt und ungeniessbar

1941 sank vor der Küste der schottischen Hebriden ein Transportschiff. An Bord waren 264.000 Flaschen Whisky. Die kriegsbedingt „trocken“ gelegten Insulaner kümmerten sich um Bergung eines großen Teils dieser wertvollen Fracht und versteckten Whisky vor Zoll und Steuerfahndern. So jedenfalls will es die Geschichte die mit tollem schottischem Humor sowohl in Buchform als auch als Film glänzt.

Nicht mehr glänzend aber notariell bestätigt ist die Echtheit zweier kürzlich versteigerter Flaschen dieses Beutezugs. Das der Inhalt noch geniessbar ist darf bezweifelt werden, aber der glückliche Bieter konnte für lediglich 12.505 britische Pfund ein Stück Whiskygeschichte erwerben.

Fassgelagerter Gin

Ganz neu ist die Idee nicht. Unter anderem hat Citadelle Gin eine fassgelagerte Abfüllung im Portfolio. Nun also auch Beefeater. Pernod Ricard bündelt seine Energien und nutzt ehemalige Eichenfässer aus dem Hause Lillet, in denen der Londoner Gin reifen soll. Leider wird nicht kommuniziert, welche Lilletsorte den Botanicals im Gin noch auf die Sprünge helfen soll.

Beefeater Burrough‘s Reserve heißt die Abfüllung, die ab Sommer erst den spanischen Markt, dann Großbritannien und die Vereinigten Staaten erobern soll. Ob die Methode, die im Whiskygeschäft mittlerweile zum guten Ton gehört allerdings auch im Gin überzeugen kann, bleibt abzuwarten. Die 70 Euro, die pro Flasche angepeilt werden sind auf jeden Fall eine neue Benchmark im Ginsegment.

Bierbrauer proben den Aufstand

Normalerweise sind sich Bierbrauer nur selten einig. Das die Maß auf dem Oktoberfest zu günstig ist zum Beispiel. Aber davon abgesehen streitet man sich gern und ausgiebig.

Einen wirklich ernstzunehmenden Grund gibt es nun der die Brauer eint, der auf den ersten Blick nur sehr wenig mit Bier zu tun hat.

Das vieldiskutierte Fracking, eine umstrittene Form der Erdgasgewinnung mit unkalkulierbaren Risiken für die Natur, ängstigt auch die Brauer und bündelt sie zum Protest.

Die Sorge hier ist unterstützenswert. In erster Linie sind die Folgen unabsehbar, was unser Trinkwasser angeht. Chemische Verunreinigung könnte das ansonsten hochqualitative Wasser belasten. An sich schon schlimm genug wäre damit auch die wichtigste Zutat für Bier belastet und die gute Qualität deutschen Bieres in Gefahr.

Nicht nur im Bezug auf das Bier eine gut zu überlegende Entscheidung. Sollte man für unseren Energiehunger und Profitgier der Energiekonzerne riskieren unser wichtigstes Lebensmittel zu gefährden? Wer sich dem Protest der Brauer in Form einer Petition anschliessen will findet den Link im Artikel der Welt.

Weltbeste Restaurants im Wandel

Nur wenige Auszeichnungen in der Welt der Gastronomie sind so wichtig wie Michelin Sterne für Restaurants. Jede Auszeichnung ein Ritterschlag der sowohl Fluch als auch Segen bedeutet. Segen, weil die internationale Aufmerksamkeit für volle Reservierungsbücher sorgt. Fluch weil der Druck den erreichten Standard zu halten und dabei gleichzeitig den Gästen Abwechslung und Kreativität zu bieten. Meist endet dies dann in Monotonie auf hohem Niveau.

Neben dem Michelin Guide findet in den letzten Jahren die „World‘s 50 Best Restaurants List“ des britischen Restaurant Magazine viel Beachtung unter Sterneköchen, Restaurantchefs und Gourmets.

Allerdings steht hier der Wandel im Vordergrund der Kritik. Man möchte Restaurants sehen die ihren Gästen etwas Neues bieten und nicht nur ihr Niveau halten. Innovation und Kreativität sind wichtiger als die immer gleichbleibende Qualität. Allerdings ist auch diese Liste nicht frei von Kritik. Zu einseitig und beeinflussbar sei die Aufzählung. Trotzdem schafft sie es Restaurants und deren kreative Köpfe zu einem Umdenken zu bewegen.

Der Kunde ist immer König

… und der Bartender der Kaiser. Ein schlauer Spruch, nicht selten ausgegeben von Bartendern, die sich nicht nur als Diener auf der anderen Barseite sehen, sondern einem Gast auch mal einen Wunsch verwehren. Durchaus oft angebracht und in vielen Fällen sollte der Gast dem Bartender am nächsten Tag danken, wenn er vor Schlimmerem bewahrt wurde.

Eine Nachricht aus Russland beweist, das eine kurze Pause zum Nachdenken sowohl Gast als auch Bartender vor Schlimmerem bewahren kann. Trinkspiele mit brennenden Spirituosen zum Beispiel, gehören zu den dümmeren Servicevarianten.

MIXOLOGY Verlosung

Diese Woche gibt es eineFlasche Sierra Tequila Milenario Blanco zu gewinnen. Die Preisfrage: Welches Restaurant in Skandinavien steht seit mehreren Jahren im Ruf das beste Restaurant der Welt zu sein?

Die richtige Antwort bitte per Mail mit dem Betreff “Gewinnspiel Shots #80” an: verlosung@mixology.eu

Einsendeschluss ist der 27. Mai 2013.

Teilnahme ab 18 Jahren. MIXOLOGY- Mitarbeiter sind von der Verlosung ausgeschlossen.

Den Bar Guide der letzten Verlosung hat Antje Bötel aus Börßum gewonnen. Herzlichen Glückwunsch.

 

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