Woodford Reserve Cherry Bitters. Mehr davon.

Sonstiges 6.3.2013 1 Kommentar

Sie sind schon eine bittere Angelegenheit, diese Bitters. Weniges in einer Bar zeigt so deutlich, wie sich die Barwelt in den letzten Jahren entwickelt hat. Hatte man als Bartender vor 10-15 Jahren die Wahl zwischen einem Angostura und einem Orange Bitter, ist der Markt heute riesig, unüberschaubar und sehr sehr schnell. Und nicht wenige Bartender stellen neben die ohnehin schon große Auswahl noch ihre eigene Kreation. Individualität in Tropfenform, wenn man so will.

Da verwundert es eigentlich, dass es bislang nur eine überschaubare Zahl an Bitters gibt, die für die Verwendung mit einer speziellen Spirituose hergestellt werden. The Bitter Truth hat in den letzten Jahren immer mal wieder eine Limited Edition in Kooperation mit anderen Firmen herausgebracht. Da waren der Tonic Bitter für Thomas Henry, ein Havana Club Bitter oder auch der spezielle Beefeater 24 Bitter zur Markteinführung des Gins. Sogar für den Bar Convent Berlin gab es eine Abfüllung. Den Berlin Capital Bitter 2010. Allesamt Sammlerobjekte unter Bartendern.

Limitierte Anzahl für Deutschlands Bars

Aber abseits dieser Produkte ist die Versorgung mit Taylor-Made Bitters eher schwierig. Und so sieht es auch bei dem heute vorzustellendem Produkt aus.

Woodford Reserve, der Premium Bourbon aus dem Vertrieb von Brown Forman, hat sich mit Bourbon Barrel Foods zusammengetan und einen Bitters entwickelt, der perfekt zum Geschmacksprofil von Woodford Reserve Bourbon passt. Nachdem wir den Bitters im Dezember in unseren Shots vorgestellt hatten, wurden einige Flaschen aus Übersee verschickt und in ausgewählten Bars in Deutschland verteilt.

Auch MIXOLOGY ONLINE hatte das Glück eine Flasche zu bekommen und möchte seine Eindrücke natürlich nicht vorenthalten.

Nach dem Öffnen der Flasche besticht einen der intensive Geruch von Kirschen. Geruch verwirrt im ersten Moment die Nase und lässt einen befürchten, dass man etwas in den Händen hält, das die Güte der Fruchtbitter von Fee Brothers hat. Wir erinnern uns an die Grüne Wiese für den Cranberry Bitters. Schnell wird die Kirsche aber abgelöst von Gewürzen. Zimt und Lebkuchen fallen einem sofort ein, eine unterschwellige Süße schwingt mit. Bitter ist bisher noch nichts.

Ein Blick aufs Etikett verrät die Zusammensetzung. Wasser, Alkohol, natürliche Aromen (Enzianwurzel, Kirsche und Gewürze) sowie Karamell zur Färbung. Nichts Ungewöhnliches soweit. Also probieren. Ein paar Tropfen auf den Handrücken und dann auf die Zunge. Und da schlägt es einem mit der flachen Hand ins Gesicht. Nicht voreilig urteilen, weil es unerwartet riecht.

Der Bitter ist hervorragend ausgewogen. Bitter- und Kräuternoten wechseln sich ab und lassen eine leichte Frucht erahnen. Die dominante Kirsche, die wir anfangs gerochen haben, tritt nur dezent im Hintergrund auf und man erkennt die Fasslagerung. Sensationell. Schnell zum Einsatz in Cocktails. Der Klassiker, der Manhattan, schmeckt großartig, auch im Einsatz mit unterschiedlichen Bourbons. Rum Manhattan? Funktioniert ebenso. Der Bitter macht genau das, was er soll. Ein Katalysator, der einige Aromen hervorhebt, andere in den Hintergrund drängt. Es sollte stark verwundern, wenn die verteilten Flaschen lange an den Bars verweilen dürfen. Oder in einem Satz, dieser Bitter gehört an jede Bar.

Auf die Barrikaden

Und genau da ist das Problem. Woodford Reserve und Bourbon Barrel Foods haben diesen Bitters für den amerikanischen Markt kreiert. Nicht für den Export. Eine Frechheit. Oder ein guter Grund für Brown Forman Deutschland, einmal in der Heimat anzufragen ob man nicht darüber nachdenken möchte den Markt außerhalb der USA zu bedienen.

Fragt doch mal bei Eurem Brown-Forman Mitarbeiter nach wie weit die Pläne sind. Oftmals schafft man ja durch eine ordentliche Nachfrage erst ein gewisses Angebot.

aboutpixel.de / Kirschblüte © psmola

 

(Offenlegung: Die Redaktion hat für die Verkostung Produktproben von der Brown Forman GmbH erhalten. Außer den Produkten – durch die Kehlen der Redaktionsmitglieder – ist allerdings nichts geflossen. Prosit!)

Ein Kommentar

  1. Piero

    Wie immer ein schöner Artikel, Marco.
    Ich stimm dem Ganzen zu, gerade wenn man den Fee Brother Cherry Bitter als Vergleich nimmt…

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