Man solle nicht meinen, dass in der malerisch-französischen, nördlich von Bordeaux gelegenen Charente ausschließlich Cognac hergestellt würde. Denn dank der großzügigen Einladung von Brand Support und Eurowinegate kann dies seit gestern eine kleine Gruppe deutscher Experten der Industrie, des Handels und der Fachpresse aus erster Hand berichten.
Obwohl die unter dem Namen Cognac zusammengefassten Gebiete Grande Champagne, Petite Champagne, Borderies, Fins Bois, Bons Bois und Bois Ordinaires seit Jahrhunderten für die gleichbenannte Spirituose berühmt sind, bereichern zunehmend andere Produkte die grüne Landschaft.
Als Paradebeispiel mag sicherlich der weltweit bekannte Getreidevodka Grey Goose gelten, der in einer riesigen grauen Wellblechhalle am Rand des zentralen Städtchens Cognac abgefüllt wird. Doch mitten im saftigen Grün unendlich wirkender Weinstockreihen der Bons Bois versteckt sich die Quelle dessen, das hier wahrscheinlicher vermuten ließe: Cîroc, der einst erste Vodka aus Weintrauben.
Die historische Distillerie de Chevanceaux, aus der Cîroc stammt, gehört zu Eurowinegate. Jean-Sébasten Robicquet, der "Pésident Directeur Général" der Firma (Mixology studierend rechts im Bild), hat sich anlässlich des internationalen Erfolges seines Vodka entschieden, noch einen Schritt weiter zu gehen. Er entwickelte mit seinem Team vor zwei Jahren, G´Vine Floraison – den ersten Gin auf Weintraubenbasis und den ersten, der außerdem mit Blüten von Weintrauben aromatisiert ist.
Für die Herstellung von 10cl G´Vine sind etwa 10 Liter Traubensaft aus Ugni Blanc Trauben erforderlich. Die Maische wird vierfach im Column Alembic destilliert, um möglichst reinen Alkohol zu gewinnen. Die Blüten der nur einmal im Jahr blühenden Weingewächse werden dann in einen textilen Beutel gegeben und diesem ersten hochprozentigen Brand zugesetzt, in dem sie ein paar Tage verweilen, bevor das Gemisch nochmals zur Destillation kommt. Diese Aromatisierung ergibt einen geschmacksintensives Zwischenprodukt nach tropischen Früchten, grünem Apfel und – naheliegend- Blüten.
Parallel verwandelt sich der Rohbrand dank seiner Aromatisierung mit Wacholder, Ingwer, grüner Kardamon, Lakritz, Limette, schwarze Kassia, Coriander, Kubebe Beeren und Muskat in ein zweites Zwischenprodukt. Die unterschiedlichen drei Qualitäten – der Rohbrand, das mit Blüten aromatisierte Destillat und der mit neun anderen, gintypischeren Pflanzen aromatisierte Alkohol – werden anschließend verschnitten und letztmalig destilliert (nun allerdings im Pot Still), um im Ergebnis zu G´Vine Floraison zu gelangen.
Eurowinegates darauf folgender Schritt war wenig später G´Vine Nouaison, den Mixology im aktuellen Heft vorstellt (Seite 56). Diese auf dem gleichen Weindestillat basierende G´Vine-Variante wird geschmacklich stärker von Wacholder, jedoch weniger von Blüten bestimmt und ist alkoholisch hochprozentiger. Vorerst nur auf dem Testmarkt Deutschland lanciert, konnte sie sich die Gold Medaille des Magazins Drinks Internatonal sichern. Anfang 2009 soll das Produkt seine Präsenz weltweit ausdehnen, so Audrey Fort, Marketing und Business Development Direktorin des Unternehmens.
G´Vine Floraison gewinnt derweil in rund 25 Ländern und 23 U.S.-Staaten zunehmend an Beliebtheit, wie Audry fortführt. Vorne weg in Spanien, das dank des Gin Tonic als größter westlicher Markt dieser Spirituosengattung gilt. Doch trinken die Spanier ihren "GT" etwas extravaganter als andernorts. Audrey Fort, deren aus der Parfümindustrie geprägten Ideen auch das Flaschendesign von G´Vine bereichert haben, sieht man rechts im Bild bei der Zubereitung eines spanischen Gin Tonic. Man steche in den Kronkorken der ungeöffneten Tonicflasche ein winziges Loch und lasse ihren Inhalt aus ihr heraus schießen, so dass er 60% seiner Kohlensäure verlieren möge. Salud!
Link: www.g-vine.com
OnkelDagobert (3 years ago)
Ich trinke jedes Wochenende ansehnliche Mengen Gin & Tonic in Spanien und habe noch nie dieses Ding mit dem Loch erlebt.
Ich hoffe, bald das neue Nouasion probieren zu können, denn das normale G’Vine find ich persönlich nicht so berauschend. Pur und gekühlt eine durchaus korrekte Spirituose, aber als Gin sensu stricto für G&T und Dry-martini nicht umbedingt der Hammer. Für den Preis greife ich lieber nach Gins, die alles können, ob Cocktail, Longdrink oder pur.
Russel (3 years ago)
Ciroc is ja neuerdings auch a hiphop-brauserl: http://billboard.biz/bbbiz/content_display/industry/e3i5e3a99a6ac6063843ec1ca9a641e6b4b?imw=Y
johnnyB87 (3 years ago)
@ OnkelDagobert
Ich muss dir recht geben in einem G&T wäre G’vine auch nicht meine Favorisierte Wahl aber es gibt ein sehr schmakhaftes Rezept. Es ist auf der Internetseite nachzulesen, trotzdem hier nochmal für die Faulen.
G’Man:
6cl G’Vine Floraison
2cl Läuterzucker
2 Dashes Angostura Bitters
Saft einer halben Limette
Alle Zutaten in einem vorgekühlten Tumbler auf viel Eis rühren mit einem Limetten achtel
abspritzen. Fertig!
Sehr schmackhaft habe so an einem Abend schonmal die hälfte einer Flasche geleert. Und auch meine Gäste waren bis auf sehr wenige Ausnahmen davon begeistert.
Liebe Grüße
Maxim Kilian
Medici Bar Team
Baden-Baden
OnkelDagobert (3 years ago)
Ja, den Cocktail habe ich auch probiert. Super. Auch komischerweise find ich ein Pink Gin mit G’Vine ganz gut.