Bacardi wird zur Weltmarke (Geschichte von Bacardi, Teil 5)

Von Tanja Bempreiksz | Dezember 10, 2009 um 13:38 | Keine Kommentar | Porträts, Rum & Cachaça | Tags: ,

Aus ihrem Heimatland Kuba vertrieben und mit dem Verlust der gesamten Firmenanlagen auf Kuba belastet, musste die Firma Bacardi schnell und flexibel handeln, um sich international als Marke behaupten zu können. Bacardi-Präsident Pepin Bosch entschied sich für eine schnelle Expansion in neue Märkte.

Der erste Schritt in die neue Epoche war die Wahrung der Markenrechte in den Ländern, in die Bacardi bis zum Exodus aus Kuba importiert worden war. Die Firma ging überall dort vor Gericht, wo Rum aus den kubanischen Anlagen auftauchte und stellte so sicher, dass nur ihr als Inhaberin der Markenrechte, der Verkauf von Bacardi Rum möglich war. Am meisten Signalwirkung hatte die Verhandlung vor einem britischen Gericht im Jahr 1968, die dazu führte, dass der neue Staat Kuba seine Ansprüche schließlich fallen ließ.

Im zweiten Schritt investierte Pepin Bosch in neue Destillerien und Abfüllanlagen. In nur wenigen Jahren erweiterte er die Firma um Standorte in Brasilien, auf den Bahamas, in Kanada, Martinique, Panama und Spanien. "Fidel Castro hat uns 70 Millionen Dollar weggenommen und wir fühlen es nicht einmal", erzählte Bosch in dieser Zeit selbstbewusst einem Journalisten. Parallel zu den nun weit verstreuten Anlagen wurde ein Qualitätskontrollzentrum in Nassau eingerichtet, um sicherzustellen, dass überall auf der Welt Bacardi Rum die gleiche Qualität hatte.

In den 1960ern startete die Firma in den USA außerdem große Kampagnen, die die Mixbarkeit des Rums bewarben. Besonders erfolgreich wurde die Zusammenarbeit mit Coca-Cola, die 1965 in den USA begann. Die Bacardi-Verkäufe explodierten daraufhin regelrecht. Von 1,7 Millionen Kisten im Jahr 1960 wuchsen sie bis 1976 auf 10 Millionen an. Bis heute ist dies das stärkste Wachstum einer Marke in der Spirituosen-Industrie. Im Jahr 1980 war Bacardi bereits die beliebteste Spirituosenmarke der Vereinigten Staaten. Darüber hinaus trugen ungefähr zwei Drittel aller weltweit verkauften Rums das Etikett mit der Fledermaus.

Mit dem Kauf der italienischen Firma Martini & Rossi im Jahr 1993 und dem Erwerb der Gin-Marke Bombay Sapphire im Jahre 1997 wurde die Firma Bacardi schließlich auch außerhalb des eigenen Kerngeschäftes aktiv. Bacardi, das Produkt einer kubanischen Familie, die bis heute in der exilkubanischen Szene von Miami verwurzelt ist, zählt heute zu den wertvollsten Marken auf der Welt.

 

Bisherige Artikel:
Die Wurzeln der Familie Bacardi (Geschichte von Bacardi, Teil 1)
Wie Bacardi Rum entstand (Geschichte von Bacardi, Teil 2)
Bacardi Cocktails (Geschichte von Bacardi, Teil 3)
Exodus aus Kuba (Geschichte von Bacardi, Teil 4)

 

In Kürze folgend: Das Portfolio von Bacardi (Geschichte von Bacardi, Teil 6)

 

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Veröffentlicht in Mixology Issue 05/2009.

Autor: Lukas Reimer

Übersetzung: Alexander Zuckrow 

Link: www.bacardi.com

 

 

Der Autor

Tanja Bempreiksz

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