Rum oder auch Ron ist zurzeit in aller Munde und immer mehr Marken versuchen auf dem hart umkämpften Markt Fuß zu fassen, und sich zu profilieren. Nun versucht es ein weiterer Vertreter aus der Dominkanischen Republik. MIXOLOGY ONLINE untersuchte deshalb den Ron Reserva 21 Anos aus dem Inselstaat auf Herz und Nieren.
Heimat des Rums Baoruco ist die Insel Hispaniola, genauer gesagt die Dominikanische Republik. Der Inselstaat umfasst dabei den Osten und die Mitte, während das westliche Drittel den Staat Haiti einnimmt. Die Republik liegt in den Großen Antillen zwischen dem Atlantik und der Karibik. Der Rum ist benannt nach der gleichnamigen Provinz Baoruco, wo dieses Melasse-Destillat auch produziert wird. Sein Aroma entwickelt er in amerikanischen Eichenfässern. Dort lagert er nach Angaben des Importeurs für mindestens 21 Jahre.
Zur Herstellung sind auch nur Melasse, Zuckerrohrsaft und Wasser als Ausgangsprodukte erlaubt. Aus diesen Rohstoffen wird eine Maische gebildet, die auf natürliche Weise gärt. Seine Bernsteinfarbe soll der Ron Baoruco Reserva 21 Anos ausschließlich durch die Fasslagerung erreichen. Nach Angaben des Vertriebs in Deutschland wird kein Zuckercouleur zugefügt, um die dunkle Färbung zu erreichen. Abgefüllt wir dieser Rum im Solera-Verfahren und erst bei dieser Vermählung der unterschiedlichen Rumfässer gefiltert.
Aber wie kam der noch sehr unbekannte Tropfen nach Deutschland?
Die Suche nach diesem Destillat gestaltet sich äußerst schwierig. Das Netz, das mittlerweile zu fast allem eine Antwort weiß, wenn auch oft nicht verifiziert, spuckt diesmal auf Recherchejagd kaum Informationen aus. Deshalb telefonieren wir mit Martin Straatmann, Chef von Absintheon, dem Importeur des Ron für Deutschland und versuchen ihm Informationen zu entlocken.
Auf dem Umweg über Spanien kommt der Ron in die Bundesrepublik, so Straatmann. Die spanische Firma Licores Sinc. S.A. ist Generalimporteur dieser Spirituose für den europäischen Raum. Dies wundert nicht, da die Dominikanische Republik der spanischen Kronkolonie Santo Domingo entstammt. Da der Importeur Absintheon Teile des Portfolios des Spaniers in sein Sortiment aufgenommen hat und diese Produkte exklusiv in Deutschland vertreibt, schenkte ihm die spanische Firma vor gut einem Jahr zu Weihnachten zum Dank eine Flasche Ron Reserva 21 Anos. „Ich war so überzeugt von diesem Ron, dass ich ihn sofort in mein Sortiment aufnehmen wollte“, so Straatmann.
Laut Absintheon soll dem Ron Baoruco durch die langjährige ruhige Lagerung ein einzigartiger Geschmack nach süßen Vanille- und feinen Holznoten verliehen werden. „Ich finde, dass das Produkt sehr interessant ist, da es die Süße mit einem vielseitigen Geschmackserlebnis verbindet“, so Straatmann. Um einen eigenen Eindruck zu gewinnen, lassen wir uns den Ron in einem ruhigen Moment die Kehle herunter laufen.
Was kann der Dominikaner im Glas?
Viskosität ist schwer und ölig, farblich erinnert das Destillat an Bernstein. Die Nase ist sehr mild, was wahrscheinlich auf die lange Lagerzeit zurückzuführen ist. Olfaktorisch werden Gerüche von Vanille, Tabak, Leder und getrockneten Früchten wahrnehmbar. Setzt man den Rum an, macht sich sofort eine mollige Wärme im Mundraum breit. Am Gaumen setzen sich Aromen von Dunkelschokolade, trockenen Früchten, Vanille und Tabak ab und ein leicht ledriger Geschmack schwingt mit. Allesamt sehr rumtypische Aromen und über allem liegt eine feine Süße, die den Rum sehr elegant wirken lässt. Der Abgang ist lang und die Süße setzt sich fort, man spürt förmlich noch die Melasse.
Da wir dem Rum etwas die Süße nehmen wollen und ein bisschen Frische ins Spiel bringen möchten, rühren wir uns einen Rum Old Fashioned an. Dabei ist darauf zu achten, dass man nicht zu viel Zucker verwendet, da der Ron die schon erwähnte Grundsüße mitbringt. Der Angostura-Bitter harmonisiert sehr gut mit diesem Destillat und durch die Orangenzeste, die wir verwenden, bekommen wir noch die gewünschte Frische mit ins Glas. Insgesamt ein sehr schöner Drink, wenn auch nicht ganz billig.
Mit ca. 46 Euro schlägt die Flasche Ron Baoruco Reserva 21 Anos zu buche, wenn man ihn sein eigen nennen will. Dafür wird dem Konsumenten aber ein sehr hochwertiges Packaging geboten. Der Dominikaner präsentiert sich mit einer gut zu händelnden schweren Flasche, auf deren Vorderseite ein Messingemblem angebracht ist, welches das Alter des Ron aufzeigt. Insgesamt ein wertiger Auftritt, den der 40-prozentige Vertreter hinterlässt.
Man kann festhalten: Ein sehr komplexer schöner Rum, der sich gut zu einer Zigarre machen würde, man sollte ihn pur trinken, da der Preis für ein Mixprodukt zu hoch ist. Aber ob er uns in Zukunft von vielen Backbars entgegen strahlen wird und wie viele Hausbars der Dominikaner schmücken kann, bleibt abzuwarten. Denn die Konkurrenz in diesem Segment ist sehr hoch und der Ron stellt keine echte Neuerung dar.
Ron Baoruco Reserva 21 Anos
Preis: ca. 46 €
Herkunft: Dominikanische Republik/Provinz Baoruco
Füllmenge: 0,7 l
Importeur: Licores Sinc, S.A.
Internet: destilerias-sinc.com
Vertrieb: Absintheon GmbH
//Ron Baoruco Reserva kaufen: In ca. 1 Woche kann man den Ron auf der Seite von der Absintheon GmbH für 45.90 pro Flasche kaufen, derzeit befindet sie sich leider noch im Umbau: absintheon.de//
(Offenlegung: Die Redaktion hat für die Verkostung Produktproben von der Absintheon GmbH erhalten. Außer dem Ron Baoruco Reserva – durch die Kehlen der Redaktionsmitglieder und testenden Bartendern – ist allerdings nichts geflossen. Prosit!)