Den poppigen neuen Absinth aus Vorarlberg gibt es in zwei unterschiedlichen Stärken und auch in Verbindung mit Lemon-Soda und Energydrink in der Dose. MIXOLOGY ONLINE unterzog Upsynth einem Geschmackstest und prüfte, wo der grüne Absinthvogel am ehesten seine Schwingen erheben dürfte.
Die grüne Glitterfee Upsynth aus der Alpenrepublik besteht aus 28 Kräutern. Die exakte Zusammensetzung ist natürlich geheim. Die wichtigsten Zutaten sind laut Melanie Klien, zuständig für Marketing und den Verkauf von Upsynth, Wermut, Enzian, Angelikakraut, Angelikawurzel, Ysopkraut, Melisse, Koriandersamen, Süßholzwurzel, Kalmus, Bitterdistelkraut und Benediktinerkraut.
Upsynth produziert die Spirituose nicht selbst. Hergestellt wird der Absinth durch die bekannte Destillerie Freihof in Lustenau in Vorarlberg. Die Freihof Destillerie entwickelt sich aus dem 1885 von Gebhard Hämmerle Senior gegründeten Gasthof „Zum Freihof“, dem eine Mosterei und Obstbrennerei angeschlossen war. Seitdem widmet sich die Familie der Herstellung von Obstbränden. Das Portfolio erstreckt sich mittlerweile über viele verschiedene Obstbrände, aber auch Liköre befinden sich im Angebot des Hauses und sogar ein eigener Vodka aus Birnen wird destilliert. Nun produziert die Brennerei im Auftrag der Firma Upsynth also auch noch einen Absinth.
Leuchtend tritt der Österreicher in Erscheinung
In einer schlichten bauchigen Halbliterflasche, versucht sich der Upsynth in Szene zu setzen. Das Label blinkt dem Betrachter entgegen. Die Flasche ist Hochglanzoptik und Pop pur. Diese Ummantelung enthält auf der Rückseite ein skurriles Detail. Dem Konsumenten wird gleich das optimale Mixverhältnis mitgeteilt, das laut Upsynth 2 cl betragen soll. Ohne dieses jedoch genau zu verifizieren oder einen Drink anzugeben, wofür diese Menge verwendet werden soll. Einen absoluten Blickfang bietet aber die grüne klare Chlorophyllfarbe des Absinths, die an Waldmeister erinnert.
Besucht man die Internetseite und betrachtet man die Facebook-Seite dieses Absinths, stellt man fest, dass die Firma Upsynth mit ihrem Markenauftritt eher die junge partywütige Bevölkerung ansprechen will, als auf den Nostalgiefaktor zu setzen. Der sonst in diesem Segment oft vorherrschende Retrotrend, der auf die wilden Nächte der Pariser Künstler im auslaufenden 19. Jahrhundert und beginnenden 20. Jahrhunderts setzt, als Absinth ein stetiger Begleiter war, wird hier deutlich außen vor gelassen. Das Image wird auch von den empfohlenen Cocktailrezepten der Österreicher unterstrichen, die an Fancydrinks aus den vergangenen Jahrzehnten erinnern und nicht auf Klassikern wie den Death in the Afternoon oder den Sazerac aufbauen.
Was kann der grüne 55 %er im Glas?
Im Glas hellt sich die Flüssigkeit auf und man hat das Gefühl man schaue in ein türkises Meer. In die Nase steigen starke Alkoholdämpfe und mit viel Wohlwollen kann man ein paar andere Akzente, wie Anis wahrnehmen. Setzt man das Glas an den Mund, hält ein adstringierender Lakritzgeschmack Einzug, der trotz der 55 Volumenprozent eine fulminante Süße mitführt. Der Nachhall ist lang und ausdauernd.
Neben der reinen Spirituose bietet das Haus Upsynth für den Supermarkt gleich zwei fertig gemischte Dosenprodukte. Eine Variante mit einem Energydrink und die andere mit Lemon-Soda. In der Verbindung mit der Zitronenlimonade enthält die Mischung eine ungewohnte Schärfe und bei der Vereinigung mit dem Wachmacher treten zuerst die Energy-typischen Gummibärchenaromen in den Vordergrund, gefolgt von den Lakritztönen des Grundproduktes. Absinth zu mischen, ist nicht einfach. Entsprechend sind beide Mischungen für einen Bartender-Gaumen auch eher gewöhnungsbedürftig. Bei jüngeren Konsumenten, die sich für ihr Club-Wochenende in Stimmung bringen möchte, dürften die süßen, grünen Dosen eher Zustimmung finden.
Vergleicht man Upsynth, das Markenportfolio umfasst noch eine weitere Sorte mit weniger Alkohol, mit anderen Vertretern der Kategorie, siedeln sich die Vorarlberger ganz klar nicht im klassischen Bar-Mainstream an. Upsynth dürfte dagegen eher an den Tresen überzeugen, wo es lauter aus den Boxen tönt und man gerne Longdrinks und Shots ausschenkt. Ein Produkt für Feierfreudige und weniger die Zutat, um einen Sazerac zu aromatisieren.
Produktdaten Upsynth 55%
Preis: ca. 23 €
Herkunft: Österreich/Vorarlberg
Füllmenge: 0,5 l
Hersteller: Freihof Destillerie
Internet: upsynth.com
Alkoholgehalt: 55 %
//Upsynth Produkte kaufen: Laut Frau Klien steht die Firma Upsynth derzeit in Verhandlung mit einem Generalimporteur/Vertriebspartner in Deutschland. Bis zum Abschluss kann die Ware direkt ab Werk bestellt werden.//