Rob Cooper wurde in ein Whiskeyfass geboren. Nach St. Germain folgt ein Rock & Rye.

Von Steffen Hubert | Oktober 25, 2011 um 16:00 | 1 Kommentar | Whisk(e)y | Tags: , , , ,

Rob Cooper ist der Kopf hinter Cooper Spirits International. Ein Unternehmen, das vor vier Jahren mit St. Germain der Barwelt einen nicht wegzudenkenden Likör schenkte. Seine Liebe zu hochwertigen Alkoholika ist eine Familiengeschichte. Der Großvater war Brauer und experimentierte mit Spirituosen, der Vater machte Chambord erfolgreich und sein Bruder feierte in den vergangenen Jahren viele Erfolge mit Domaine de Canton. Am Bar Convent Berlin hatte MIXOLOGY ONLINE die Chance für ein Gespräch.

Rob Cooper ist noch jung. Höchstens Mitte 30. Seine säuberlich gestutzten, leicht gekrausten, kurzen roten Locken lassen ihn lausbubenartig wirken. Schon nach erster Betrachtung der Gestik, Wortwahl und Artikulation muss man dann spekulieren: In der Familie Cooper scheint Marketing und Kommunikation von der Pike auf Hauptfach gewesen zu sein. Der Großvater war Brauer, der Vater erfolgreich mit Chambord. Immerhin wurde Chambord zu dem stolzen Preis von angeblichen 250 Millionen Dollar an Brown-Forman, den Spirituosengiganten hinter Jack Daniel‘s, verkauft. Die Urgewalt, mit der der Rob Coopersche Holunderblütenlikör St. Germain, losgelöst vom Familienunternehmen, sich in vier Jahren weltweit in Bars platzierte, gleicht einem Genistreich. Dass sein Bruder auf ähnlichem Wege mit dem Ingwerlikör Domain de Canton ist, unterstreicht die Vermutung, dass hier nicht nach Zufallsprinzipien gearbeitet wird. Doch über St. Germain wurde schon genug getextet, daher ging der Blick nach vorne.

Premix oder mehr?

Den Hauptgrund ein Gespräch zu suchen gaben die Gerüchte über eine baldig in Deutschland erscheinende Spirituosenqualität von Cooper Spirits International. Einem sogenannten Rock & Rye. Nun verbirgt sich hinter diesem Namen nicht für jeden gleich etwas. Schon im Vorfeld des Bar Convent Berlin hakte MIXOLOGY ONLINE bei verschiedenen jüngeren Bartendern und Connaisseuren nach, ob Rock & Rye ein Begriff sei. Doch auch bei sonst gut bewanderten Warenkundlern klaffte nicht selten eine Wissenslücke auf. Daher kurzum: Im Wesentlichen dreht es sich um einen Likör auf Rye Whiskey Basis, der mit unterschiedlichsten Früchten aromatisiert ist. Der Likör ist historisch in den Südstaaten der USA anzusiedeln und kann dort, soweit es MIXOLOGY ONLINE bekannt ist, kein sonderlich hohes Ansehen verzeichnen. Umso verwunderlicher war es für uns, dass sich der auf hohe Qualitätsstandards setzende Rob Cooper an dieses Projekt wagen sollte.

Doch er bestätigte direkt: „Noch 2012 wird der Rock and Rye auch nach Deutschland kommen.“ Und ohne auch nur eine weitere Frage stellen zu müssen, sprudeln die Informationen. Es wird, wie erwartet, ein Likör auf der Basis von sechsjährigem Rye sein: „Natürlich 100 % Rye Whiskey,“ bringt Cooper noch beiläufig unter. Destilliert wird im doppelten Pot Still Verfahren, mit Fassstärke kommt die Grundlage in einen Mazerationstank, dort trifft sie auf eine erlesene Auswahl an Beigaben. Orangen- und Grapefruitschalen bestimmen hier angeblich das Bild, aber auch unbekanntere Dinge wie Andorn bekommen einen Platz als Geschmacksgeber. Das Ganze wird 49 % Alkohol haben und ist für Cooper „mit den feinen Honignoten eine Art sofort trinkbarer, perfekter Old Fashioned in der Flasche.“

Hugstetter Slow & Low Rock & Rye

Dass Rock & Rye in den USA offenbar einen schlechten Ruf hat, kümmert Cooper nicht, da dies, seiner Meinung nach, „aus dem 19. Jahrhundert stammt, als es wenige gute Spirituosen gab und diese noch sehr viel Alkohol und noch mehr Zucker beinhalteten.“ Cooper möchte einen „neuen Weg“ mit dem für ihn „sehr vielversprechenden Produkt gehen“. Und dieser Weg führt interessanterweise nur nach Europa und vorerst nicht in die USA. Hier soll der Rock and Rye, der unter dem Namen Hugstetter Slow & Low Rock & Rye auf den alten Kontinent Einzug halten wird, alles verkörpern, was Rob Cooper derzeit in der Barwelt im Kommen sieht: „Artesanal und handgefertigt muss es sein. Und besonders muss hinter dem Herstellungsprozess Leidenschaft, Hingabe und Sorgfalt stehen. Im besten Falle verkörpert eine Spirituose auch noch Geschichten die Bartender überzeugen können.“ Besonders bei diesen sieht Cooper weiterhin noch Chancen für kleine, bisher noch unbekanntere Produkte: „Bartender wollen auch mal Produzenten erreichen, um später wirklich hinter ihren Produkten stehen zu können.“

Da wundert es nicht, dass er auf dem Bar Convent Berlin steht und mit Freuden von seinem baldig erscheinenden Schätzchen erzählt, das kaum einer in Deutschland bisher kennt. Profi eben. Da kam MIXOLOGY ONLINE nicht umhin, sich noch mal nach der Jugend in der spirituosenbewanderten Familie zu erkundigen. Doch darüber war nicht mehr viel zu erfahren. Die Gesprächsbereitschaft im persönlichen Bereich blieb etwas gedämpfter als im Rahmen der Spirituosen. Nur ein kleines Detail war noch zu erfahren. Es ist nur die Frage, wie ernst dies zu nehmen ist, wenn Cooper überzeugt behauptet: „Ich wurde in ein Whiskeyfass geboren.“

 

Produktdaten Hugstetter Slow & Low Rock & Rye

Preis: Unbekannt

Herkunft: USA

Füllmenge: Unbekannt

Hersteller: Cooper Spirits International

Internet: cooperspirits.com

Alkoholgehalt: Unbekannt

 

// Hugstetter Slow & Low Rock & Rye kaufen: Das Produkt wird im Laufe des Jahres 2012 im Deutschland erscheinen. //

Der Autor

Steffen Hubert

Der Althistoriker Steffen Hubert ist freudig-suchender Forscher nach den neuesten Entwicklungen der Barkultur. Er lebt in Freiburg und arbeitet neben seinen Studien in der Hemingway Bar.

Ein Kommentar

  1. SKOERPER (6 months ago)

    bin äußerst gespannt auf herrn coopers version eines bottled r&r…

    http://whatadrink.blogspot.com/2010/04/rock-rye.html

Kommentare

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