San Cosme Mezcal. Dem exzellenten Ruf auf den Zahn fühlen.

Tequila & Mezcal 9.12.2011 5 comments

Immer noch ein Geheimtipp, eher für den geübten Trinker, der mehr und mehr Verehrer in seinen Bann zieht, ist die Agavenspirituose Mezcal. In MIXOLOGY – Magazin für Barkultur, Issue 3-2011, widmeten wir uns ausgiebig dem Verwandten des Tequilas und stellten ihn ins Rampenlicht. Aufgrund des exzellenten Abschneidens des San Cosme Mezcal in der aktuellen Ausgabe des MIXOLOGY Magazins war es an der Zeit, sich bei den kälter werdenden Temperaturen in die Ledersessel fallen zu lassen, und die Kategorie und vor allem diesen Vertreter näher kennenzulernen.

Mezcal tritt immer mehr aus dem Schatten der übermächtigen Agavenspirituose Tequila, die eine Unterart des Mezcal darstellt. Um es noch mal hervorzuheben: Tequila ist eine Form von Mezcal und wird ausschließlich aus blauer Agave gewonnen, während Mezcal im Prinzip aus jeder Agavenart hergestellt werden kann. Derzeit werden etwa 50 verschiedene Sorten verarbeitet. Tequila darf nur in bestimmten autorisierten Regionen von fünf mexikanischen Bundesstaaten produziert werden, der Großteil kommt aus dem Bundesstaat Jalisco. Der meiste Mezcal wird in dem Bundesstaat Oaxaca hergestellt, darf aber auch in autorisierten Regionen anderer Bundesstaaten produziert werden.

Oaxaca ist auch die Heimat des San Cosme

San Cosme hat seine Heimat und seinen Ursprung in Santiago Matalán, dem mexikanischen Bundesstaat Oaxaca. Der Klare wird zu 100 % aus der Agavenart Angustifolia Haw (Espadín) hergestellt. Die Pinas, das Herz der Agave, wird in einem Gestein-Ofen gebacken. Beim Kochen der Agaven werden komplexe Kohlenhydrate der Pflanze in Einfachzucker umgewandelt, die sich anschließend fermentieren lassen. Danach werden die Herzen durch einen riesigen Mahlstein, der von einem laufenden Pferd oder Esel gezogen wird, zermalmt, wobei Zucker freigesetzt wird. Nachdem die Pinas komplett aufgerieben sind, folgt eine Fermentation mittels natürlicher Hefe für zwei Tage in Holzfässern. Die anschließende zweifache Destillation findet in einer Copper Pot Stil Anlage statt. San Cosme ist ein nicht gelagerter Vertreter seiner Zunft. Nach der Filtration und der Herabsetzung auf Trinkstärke wird der Mezcal direkt in Flaschen abgefüllt.

Aber wie kam der San Cosme Mezcal nach Deutschland? Eng verknüpft ist die Geschichte des Agavenbrandes mit der von Gernot Allnoch, dem derzeitigen Brand Ambassador von San Cosme. Die erste Berührung mit rauchigen Vertretern hatte Allnoch 2009, gemeinsam mit seinem Freund Erik Lozano, der eine Marketingagentur in Mexiko besitzt, die unter anderem Jägermeister und Heineken Bier in diesem südamerikanischen Land vermarktet, auf einer Bio-Fachmesse in Nürnberg, in Form des Mezcal de Leyenda. „Ich war sofort begeistert von dem Produkt und der Idee, etwas Neues auf den deutschen Markt zu bringen. Ich war damals noch Student und suchte etwas, mit dem ich mich beruflich beschäftigen wollte.“ Deshalb entschlossen sich die Zwei, diesen Mezcal auf den deutschen Markt zu bringen. „Ahnung vom Alkoholmarkt in Deutschland hatten wir beide jedoch keine.“ Deshalb wurde Brand Support mit ans Boot geholt und die Vermarktung des Mezcal de Leyenda begann Anfang 2010.

San Cosme Mezcal ist ein komplett neues Produkt

Die zwei umtriebigen Männer wollten schon bald ihr Portfolio vergrößern, weil nach ihren Ermessen Mezcal ein sehr komplexes Produkt ist, das nicht nur mit einem Vertreter begriffen werden kann. Deshalb wurde wieder einmal am Beziehungsrad gedreht und Rodrifo Hernandez ein alter Freund von Lozano akquiriert, der sich sehr gut in der Spirituosen-Szene Mexikos auskennt und gute Beziehungen hat. „Schnell war klar, dass es am sinnvollsten ist, das Portfolio mit einem eigenen Mezcal zu erweitern“, so Allnoch. Also begann die Suche der Drei nach einer Hacienda, die exklusiv den neuen Mezcal herstellen würde. „Fündig wurden wir in Santiago de Matatlán im Bundesstaat Oaxcaca.“ José Mendez produzieren Mezcal seit 1875. Gemeinsam entwickelten sie innerhalb von 9 Monaten durch ständiges Verkosten und Experimentieren den San Cosme.

Aber da es nicht nur auf den Inhalt, sondern auch auf die Form ankommt – ein gelungenes Design spiegelt im Idealfall einen hochwertigen Inhalt wieder – wurde parallel mit einem mexikanischen Designstudio am Erscheinungsbild gebastelt. „Die Corporate Identity sollte modern und traditionell zugleich sein. Zudem sollte sofort erkenntlich sein, dass es ein Produkt aus Mexiko ist“, so Allnoch. Auf dem Bar Convent Berlin 2011 wurde das Destillat schließlich erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

Was kann der Mexikaner im Glas?

In der Rubrik „Verkostet und Bewertet“ des aktuellen MIXOLOGY Magazins stellt die Redaktion neue Produkte vor, welche von namhaften Bartendern blind getestet werden. Dort Schnitt der Mezcal San Cosme mit einer ungewöhnlich hohen Bewertung ab und erhielt 80 von 100 Punkten. Deshalb war die Vorfreude auf die hausinterne Verkostung innerhalb des Teams sehr groß.

Als Erstes nimmt man in der Nase Raucharomen wahr, die von mineralischen Noten begleitet werden, welche an salzige Seeluft erinnern. Führt man den Mezcal an den Mund, ist man sichtlich überrascht, was für einen komplexen Körper das Agavendestillat mit sich bringt, obwohl es nur 40 % Vol aufweist. Eine erdige, voluminöse, ölige Textur macht sich im Mund breit. Geschmacklich sind dieselben Aromen zu erkennen, die schon durch die Nase zogen, aber die Rauchnote ist nicht mehr ganz so präsent wie ihm Geruchsorgan. Geschmäcker von Leder und agaventypischen Tönen kommen auch noch zum Tragen. Der Nachhall ist lang und im gesamten Mundraum krallen sich Rauch- und Salzaromen fest. Man kann festhalten, dass es sich um ein sehr ausgewogenes Produkt handelt, das man exzellent pur genießen kann. Laut Allnoch funktioniert der „Perfect Serve“ pur mit einer Orangenscheibe, die idealerweise mit typisch rot-bräunlichem Chili-Wurmsalz aus Oaxaca bestreut sein sollte ein Genuss. Eine durchaus angenehme Kombination, da die Süße und Säure der Zitrusfrucht einen Gegenpart zu den Aromen des Mezcal bilden und die Schärfe des Chilis mit diesen gut harmoniert.

Wie schlägt sich die 100%-Agave in der Mixtur?

Aber wir wären nicht MIXOLOGY ONLINE, wenn wir nicht die Mixeigenschaft des Produktes testen würden. Dafür rühren wir einen Old Fashioned für die Puristen. Hierfür verwenden wir Agavendicksaft als Süßungsquelle, Angostura Bitter für die Komplexität und fügen außerdem zu dem Mezcal Tequila hinzu, damit die Rauchnoten nicht zu dominant sind. Hier kann jeder am Verhältnis spielen, um seine favorisierte Variante zu finden. Eine flambierte Orangenzeste rundet das Getränk ab. Man kann feststellen, man hält eine sehr interessante Variante des Klassikers in der Hand, die, wenn sie gut ausbalanciert ist, im Glas zu einer Offenbarung wird.

Erfahrungsgemäß hat man nicht immer Lust auf harte Drinks. Deshalb shaken wir einen Benja Collins, der auf der Internetseite des Herstellers empfohlen wird. Eine einfache Kombination aus Mezcal, Orangensaft, Zuckersirup, die mit Soda aufgefüllt wird. Im Glas verliert dieser Drink aber seine Einfachheit und man hat eine interessante Limonade mit Rückgrat, die ihr perfektes Zuhause an heißen Sonnentagen finden könnte. An den Lippen setzt sich die Süße und Fruchtigkeit fest und im Mundraum machen sich erneut die Salz- und Raucharomen breit.

San Cosme Mezcal ist ein exzellentes Produkt, das sowohl geschmacklich überzeugt als auch darüber hinaus ein ausgezeichnetes Preisleistungs-Verhältnis mitbringt. Auch das Packaging wirkt wertig, obwohl mehrere Schriftarten benutzt werden, die noch dazu in sehr vielen verschiedenen Größen auftreten, was schnell zur Überladung führen kann. Aber die Wertigkeit wird aufgrund des durchdachten Farbkonzepts aus Schwarz und Weiß, das durch ein paar Goldelemente veredelt wird, hervorgerufen. Aber nichtsdestotrotz ist Mezcal derzeit noch ein Nischen-Produkt, das durch seine stark auftretenden Rauchnoten gewöhnungsbedürftig ist und noch Zeit braucht, um beim Konsumenten weiter in der Beliebtheitsskala zu steigen. Mit San Cosme ist durchaus ein Produkt auf dem Markt, mit dem Bartender und Connaisseurs Aufklärungsarbeit leisten können.

 

Oaxan Old Fashioned // Phil Ward (Mayahuel Bar, NYC)

4,5 cl El Tesoro Reposado Tequila

1,5 cl Mezcal

2 Dashes Angostura Bitters

1 Bl Agavennektar

Glas — Old Fashioned

Zubereitung — Alle Zutaten über Eis umrühren und mit einer geflämmten Orangenzeste garnieren.

Garnitur — geflämmte Orangenzeste

 

Benja Collins

5 cl Mezcal

2,5 cl Frischen Orangensaft

1,25 cl Zuckersirup

Soda

Glas — Fizz-Glas / Highball

Zubereitung — Alle Zutaten bis auf Soda in einen Shaker geben, diesen mit Eiswürfeln füllen und kräftig 10 bis 15 Sekunden (15 mal) schütteln. In das vorgekühlte Gästeglas abseihen und mit Soda auffüllen.

Garnitur — Orangenslice

 

Produktdaten San Cosme Mezcal

Preis: ca. 23€

Herkunft: Oaxaca/Mexiko

Füllmenge: 0,7 l

Hersteller: José Mendez

Vertrieb: Brand Support GmbH

Internet: sancosme.mx

Alkoholgehalt: 40 % Vol.

 

// San Cosme Mezcal kaufen: Angeboten wird San Cosme Mezcal unter anderem bei Brand Support für 22,55 Euro (inkl. MwSt.): brand-support.de //

 

(Offenlegung: Die Redaktion hat für die Verkostung Produktproben von San Cosme erhalten. Außer dem San Cosme Mezcal – durch die Kehlen der Redaktionsmitglieder – ist allerdings nichts geflossen. Prosit!)

5 comments

  1. Britta Jordan

    Augenkrebs. Ne Flasche, die man sich schön saufen muss. Hoffentlich sieht die von hinten besser aus.

  2. Schultz-Brummer

    Was für ein unqualifizierter Kommentar. Wahrscheinlich lebst Du noch im Gelsenkirchener Barock Heim….

  3. patrick burger

    Ich möchte Ihnen die Hand schütteln. Schön wenn sich eigene Wahrnehmung in blumigen Worten im Mixology wiederfindet. Leider ist San Cosme Mezcal IN ÖSTERREICH NICHT oder nur schwer ERHÄLTLICH!!! ICH WÜRDE LOCKER 2 FLASCHEN DIE WOCHE VERBRAUCHEN. Vamos Senhores!
    Grüße aus Wien,
    Ihr
    Patrick R. Burger
    Bar Italia

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