Die Rettungsweste des Trinkenden, welcher zu später Stunde durch die Straßen der Hauptstadt gespült und von nie versiegendem Durst geplagt wird, kann jetzt eine iPhone-App sein. Die Berliner Agentur Ape Unit ist Entwickler des nächtlichen Wegbegleiters.
Was dem Frankfurter sein Wasserhäuschen, dem Kölner das Büdchen und dem Hamburger die Kaffeeklappe ist, ist für den Berliner der Späti. Ein Kiosk, der auch nach Zapfenstreich noch geöffnet ist und schlaflose Geister mit Bier, Tabak und Süßem versorgt. Der Spätkauf ist schon oft zum wahren Luxusgut der Großstadt avanciert. Die kleinen Läden, vor allem in Szenebezirken, sind mittlerweile mehr als nur Anlaufstelle für Clochards, die sich eine Flasche Ruß kaufen. Sie können zum Seelsorger, sozialen Schmelztiegel und eigentlichen Retter der Nacht werden.
Ja, die Spätikultur in Berlin ist eine Besondere. Dies erkannten auch die kreativen Köpfe von Ape Unit und brachten den Wegweiser für vorangeschrittene Hauptstadtnächte heraus. Die mit einem Augenzwinkern gemeinte „Durst App“ umfasst mehr als 300 Karteneinträge für Spätis. Diese große Anzahl ist insbesondere hilfreich nach Clubnächten in fremden Stadtbezirken, garantiert, dass fast immer eine eingetragene Rettungsstelle in der Nähe ist, und erleichtert die Suche nach dem letzten Weg-Bier zuverlässig. Zudem kann jeder Benutzer einen, noch nicht vermerkten, durchgehend geöffneten Supermarkt oder Kiosk hinzuzufügen. Dieser neue Eintrag wird daraufhin von den Entwicklern geprüft und mit einem neuen Update der Nutzergemeinschaft zur Verfügung gestellt. “Zur richtigen Zeit einen Späti zu finden, kann Dir die ganze Nacht retten”, erklärt Paul Lunow, Chefentwickler der Durst App. “Deshalb ist das App so etwas wie der Kompass im Berliner Nachtleben“. 
Diesen, etwas spezielleren Kompass für Berlin, kann sich jeder iPhone-Besitzer für 0,79 € aus dem App-Store laden und einem Selbsttest unterziehen. Auch, wenn zurzeit an einer Version für Android gearbeitet wird, bleibt die Durst App der Hauptstadt vorbehalten. „Die Erweiterung auf andere Städte ist im Moment nicht geplant“, so Alexandre Peschel von Ape Unit. Trotz der Tatsache, dass es in manchen Bezirken der Spreemetropole gefühlt alle Hundert Meter einen Späti gibt und man eher auf die Straße, anstelle seines Smartphones schauen sollte, macht sich die App in gewissen Situationen als Problemlöser bezahlt. Gerade für Nichtberliner, die der Hauptstadt des Nachtlebens wegen einen Besuch abstatten, eine gute Hilfe um nachts an Kippen, Korn und Kondome zu kommen.
Weitere Informationen: durstapp.com
Die App als Download: iTunes