Beachbum‘s Own. Time for Tiki.

Trends & Innovation 19.3.2013

Morgen ist der kalendarische Frühlingsanfang, und zu Ostern wird wieder die Uhr auf Sommerzeit umgestellt. Wie jemand sehr süffisant twitterte, dient die Umstellung dieses Jahr aber lediglich dazu, dass man eine Stunde länger bei Tageslicht Schnee schippen kann. Da der Frühling nicht so recht ankommen will in unseren Gefilden, wollen wir ihm mit einem Hauch Südsee nachhelfen.

Kreiert von Jeff „Beachbum“ Berry selbst ist der Beachbum’s Own ein eher jüngerer Vertreter seiner Kategorie.

Der nach eigener Aussage arbeitsscheuste Mensch der nördlichen Halbkugel ist gar nicht so untätig wie er es gern behauptet. Unter anderem hat er fünf Bücher über Tiki-Kultur, Cocktails und Essen im Tiki-Style geschrieben.

Ganz nebenbei hat er für das berühmte Restaurant Luau in Beverly Hills die Cocktailkarte entwickelt, hat an einer der schönsten Cocktail-Apps „Tiki+“ für Apple Betriebssysteme geschrieben und ist beratend tätig für das „Museum of the American Cocktail“.

Außerdem findet er regelmäßig den Weg zum BCB ins so gänzlich unkaribische Berlin im Herbst. Das Leben eines „Beachbum“ stellt man sich wahrlich anders vor.

Belächelte Kategorie

Viele „klassische“ Bartender haben nicht viel mehr als ein mildes Lächeln übrig für die Kategorie der Tiki-Drinks. Viel Saft, hochprozentiger Rum, Sirup und oftmals das Spiel mit dem Feuer scheinen nicht so recht reinzupassen in unsere moderne Barkultur, in der wir uns nur zu gern am Cocktailspitz und Manhattan mit antiken Zutaten festhalten.

Aber bei aller Seriosität und Hingabe zu den Klassikern ist der Tiki Cocktail immer wieder der Ausbruch aus diesem Korsett. Wo alles etwas steif geworden ist, der Barmann wieder Fliege trägt und der Gast gern versucht einen in puncto Rezepte zu belehren, bietet Tiki die willkommene Abwechslung, bringt etwas von dem Spaß in den Alltag, der ja eigentlich die Atmosphäre an der Bar bestimmen soll.

Und genau das ist es was der Beachbum‘s Own macht. Kein Dash von Bitters, kein tropfenweise hinzugefügter Absinth. Dafür sieben Zutaten, geshaked mit crushed Ice und am besten serviert in einem brennenden Totenkopf.

Es ist nicht ganz einfach in Deutschland authentische Tiki-Bars zu finden. Es gibt des Trader Vic im Bayrischen Hof in München, aber irgendwie fehlt einem an dieser Location das i-Tüpfelchen. Äußerlich ist alles richtig, aber man vermisst ein wenig den Spaß. Wer einmal unter der brennenden Decke des Londoner Trailer Happiness stand, oder gesehen hat wie im Mahiki eine Schatztruhe von zehn Jünglingen geleert wurde weiß eventuell, was ich sagen will.

Aber sei es drum. Man muss nicht in einer Tiki-Bar stehen, um einen Tiki-Drink zuzubereiten oder zu trinken.

Also schnappt Euch Shaker und Tiki-Mug statt Rührglas und Cocktailspitz und bringt ein wenig Farbe in diesen bisher so tristen Frühling.

 

Beachbum‘s Own (adaptiert nach einem Rezept von Jeff „Beachbum“ Berry, Intoxica, 2002)

2,25 cl frischer Zitronensaft

2,25 cl Ananassaft

2,25 cl Orangensaft

2,25 cl Passionsfruchtpüree 0der 1,5 cl Passionsfruchtsirup

2,25 cl Licor 43

3,75 cl Demerara Rum

4,5 cl leichter karibischer Rum

 

Glas: Tiki Mug oder Double-Old-Fashioned

Garnitur: Fruchtspieß

Zubereitung: Alle Zutaten mit Crushed Ice shaken und in den Tiki-Mug abseihen.

 

 

Präsentiert von Cocktailian:

Cocktailian, das umfassende Handbuch der Bar für Profis, Einsteiger und Connaisseure entschlüsselt anhand von 13 Key Cocktails die Cocktail-DNA. Dieser erste Band der Cocktail-Enzyklopädie vermittelt auf 528 Seiten alles Wissenswerte rund um die Welt der Cocktails, von den wichtigsten klassischen Rezepturen bis zu den modernsten Arbeitstechniken.

Der zweite Teil der Cocktailian-Serie, “Cocktailian Rum & Cachaça” befasst sich mit der Geschichte und Herstellung von Zuckerrohrdestillaten und den daraus entstandenen Mischgetränken. An Cocktailian 1 und 2 haben neben dem Autoren-Trio Jens Hasenbein, Bastian Heuser und Helmut Adam führende internationale Bar- und Cocktailexperten wie Angus Winchester, Gary Regan, Ian Burrell, Jeff “Beachbum” Berry, Jared Brown und Anistatia Miller als Gastautoren mitgewirkt.

// Cocktailian 1 und 2 sind im Buchhandel erhältlich oder online unter cocktailian.de bzw. amazon.de //

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