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Turf Club Sour. Ein alter Recke im modernen Kleid.

Trends & Innovation 10.7.2012

Wieder mal möchten wir einen Cocktail vorstellen, bei dem wir im Sauseschritt durch die Geschichte müssen, um an die mondernste und unserer Meinung beste Variante heranzukommen. Der Turf Club Sour von Bastian Heuser hat altehrwürdige Verwandte, ist aber trotzdem auf sich alleine gestellt.

Schon 1895 findet man in George Kappeler‘s Modern American Drinks einen Turf Club Cocktail (6 cl Old Tom Gin, 1 Dash Angostura und 3 Dashes Orange Bitters). Berühmter wurde aber eine spätere Variante aus Harry McElhones ABC of Mixing Cocktails von 1922 (gleiche Menge an Plymouth Gin und trockenen Wermut, 2 Dashes Maraschino Likör, jeweils ein Dash Orange Bitter und Absinth). Auch im bekannten Barbuch des Waldorf-Astoria Hotels der Dreißiger Jahre des vergangen Jahrhunderts findet sich ein Turf Club Cocktail (6 cl Holland Gin, 3 cl italienischer Wermut und 1 Dash Angostura).

Aus Martini wird Sour

Was diese Drinks unter einem Namen verbindet und was die Vorteile der einzelnen Varianten sind, möchte wir heute nicht erörtern. Im Gegenteil: Wir werfen noch eine weitere Rezeptur in den Ring. Eine aus der Gegenwart. Von keinem Geringeren als Bastian Heuser. Heuser, über viele Jahre selbst Bartender in Köln, London und Berlin, war lange Zeit ein wichtiger Bestandteil der MIXOLOGY REDAKTION. Heute ist er selbstständig mit seiner Barworkz GmbH und steckt als einer der leitenden Köpfe hinter dem Bar Convent Berlin.

Heuser empfand „den Turf Club Cocktail (Anm. d. Red.: McElhones Variante) schon immer als eine spannende Martini-Variante“. Da er aber selbst „leider viel zu selten Martinis trinkt“, sondern „viel lieber Sours“, hat er versucht, den „Turf Club Cocktail als eine andere Cocktailkategorie zu interpretieren“. Das Ergebnis hatte „seine öffentliche Premiere auf einer Travelling Mixologists Veranstaltung im Oktober 2010“. Seitdem kann man ihn in vereinzelten Bars quer durch die Republik finden. Zum Glück, denn solche Drinks sollten nicht vergessen werden. Überzeugen Sie sich selbst.

 

Turf Club Sour (Bastian Heuser, 2010)

6 cl Gin/Genever

2 cl Wermutsirup*

3 cl Zitronensaft

2 Dashes Orange Bitters

1 Dash Absinth

Eiweiss

Glas: Coupette

Garnitur: Zitronenzeste

Zubereitung: Alle Zutaten bis auf Absinth in den Shaker geben, ohne Eis schaumig schütteln, Eiswürfel dazugeben und kräftig schütteln. Doppelt in das vorgekühlte Gästeglas abseihen. Absinth dazugeben und mit Zitronenzeste abspritzen.

*  500ml trockenen Wermut (z.B. Noilly Prat) mit einer Zitronenzeste und 1 kg Zucker aufkochen und ein paar Minuten auf kleiner Flamme köcheln lassen. Abkühlen und kaltstellen.

 

Cocktailian I und IIPräsentiert von Cocktailian:

Cocktailian, das umfassende Handbuch der Bar für Profis, Einsteiger und Connaisseure entschlüsselt anhand von 13 Key Cocktails die Cocktail-DNA. Dieser erste Band der Cocktail-Enzyklopädie vermittelt auf 528 Seiten alles Wissenswerte rund um die Welt der Cocktails, von den wichtigsten klassischen Rezepturen bis zu den modernsten Arbeitstechniken.

Der zweite Teil der Cocktailian-Serie, “Cocktailian Rum & Cachaça” befasst sich mit der Geschichte und Herstellung von Zuckerrohrdestillaten und den daraus entstandenen Mischgetränken. An Cocktailian 1 und 2 haben neben dem Autoren-Trio Jens Hasenbein, Bastian Heuser und Helmut Adam führende internationale Bar- und Cocktailexperten wie Angus Winchester, Gary Regan, Ian Burrell, Jeff “Beachbum” Berry, Jared Brown und Anistatia Miller als Gastautoren mitgewirkt.

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