Das A-Team von De Kuyper. Und die Show dahinter.

Veranstaltungen 6.12.2012

Das letzte Mal in diesem Jahr war das „De Kuyper A-Team“ beim 2-tägigen Workshop in Hamburg unterwegs. Die Mission der vier A Team Mitglieder – das Bartending auf ein höheres Niveau zu bringen. Ganz schön ambitioniert und marketingtechnisch gut aufgezogen. Wie viel wirklich dahinter steckte, haben unsere Redakteure vor Ort begutachtet.

Letzte Etappe, Hamburg. Sowohl die Location als auch das Einspielerfilmchen mit großer Musik und dem De Kuyper „A-Team“ rund um Matthijs Jansen, Chioke Rosalia, Nicolas Saint-Jean und Arno van Eijmeren ließ bereits erahnen – die Industrie hat sich viel Mühe gegeben, um dem Publikum eine spannende Show zu bieten. Unterhaltungsprogramm mit hochwertigem News-Wert. Dabei ging es den Veranstaltern nicht nur darum, die professionellsten Bartender der Szene einzuladen.

„Es geht uns auch um all die jungen Nachwuchstalente, und ihnen die Möglichkeit zu bieten, sich weiterzubilden – das bringt frischen Wind rein“, erklärte uns Annika Müller, Brand Managerin bei Borco. Neben klassischem Basiswissen über die Zubereitung mehr oder weniger ausgefallener Drinks bis hin zu der fachmännischen Leitung einer Bar, sollte selbstverständlich auch möglichst viel über die Herstellung und Produktion der De Kyuper Produkte vermittelt werden.

Verantwortlich dafür war Matthijs Jansen, Master Distiller, der in seinen Workshops ausführlich und mit überzeugendem Elan und Witz über die mittlerweile 35-jährige Karriere beim Familienunternehmen De Kuyper berichtete. Er wuchs in Indonesien auf und studierte in Holland. Ende dieses Jahres wird er sein Amt als Master Distiller bei De Kuyper niederlegen. Das A-Team wird er aber weiter begleiten. „Die Idee und Umsetzung des A-Teams entstand aus der Tatsache heraus, dass wir bemerkten, dass nicht jeder Bartender die Möglichkeit hat, zu Fortbildungen ins Ausland zu fliegen. Warum dann also nicht zu ihnen kommen? Als eine Art A-Team, das sich zur Aufgabe gemacht hat, das Level des Bartendings auf die nächste Stufe zu heben. Wir möchten ein möglichst großes, breit gefächertes Publikum erreichen“, sagte Matthijs.

Der sympathische Holländer liebt seine Arbeit, das sieht man ihm an. „Wenn ich merke, dass durch die Zusammenarbeit verschiedener Generationen und Abteilungen innerhalb eines Unternehmens gute Dinge entstehen, dann macht mich das glücklich“, erläutert uns der Master Distiller. Die Arbeit mit seinen drei jüngeren Kollegen empfindet Matthijs als sehr erfrischend.

Fliegende Flaschen, brennende Servietten

Natürlich durfte auch eine unterhaltsame Show nicht fehlen. Dafür sorgte Nicolas Saint-Jean, gebürtiger Franzose und 4-facher Flairtending Weltmeister, mit brennenden Servietten, fliegenden Flaschen, Shakern und Strohhalmen sowie auf Barlöffeln schwebenden Longdrink-Gläsern, bei denen man meinen mochte, sie seien angeklebt. Waren sie natürlich nicht. Die beeindruckten Gesichter des Publikums blieben allerdings noch bis in den Abend hinein erhalten.

„Der Tresen ist meine Bühne, die Barutensilien meine Werkzeuge und das Publikum der Grund für meine Arbeit als Flairbartender. Ich habe mein Hobby zu meiner Berufung gemacht, die Menschen inspirieren mich“, so Nicolas. Am nächsten Tag durfte dann jeder einmal ran – an den Shaker. Auf die Flaschen, fertig, los! Einige der Teilnehmer hatten wohl heimlich nachts geübt, die Flaschen und Shaker flogen nur so durch die Lüfte und der eine oder andere kann beim nächsten Auftritt hinter der Bar sicherlich ein paar Tricks mehr zum Besten geben.

Weiterer und ebenso wichtiger Bestandteil des gesamten Workshops waren die Vorträge von Chioke Rosalia und Arno van Eijmeren. Chioke, der selbst schon viele Jahre hinterm Brett steht, diverse Bars geleitet hat und nun ein eigenes Bar Consulting Unternehmen gründete, erklärte dem Publikum in charmanter und informativer Art und Weise das Business rund um die Arbeit in der (eigenen) Bar. Vom Aufbau, über das Personal, das Controlling und den Wareneinsatz bis hin zur Arbeit am Gast.

Für viele vielleicht keine neuen Informationen – aber das war auch gar nicht unbedingt intendiert. „Es gibt immer noch zu viele Bartender und Barleiter, die ihr Handwerk nicht von den Grundlagen auf gelernt haben. Sprich, es fehlt an der Basis. Mit meinem Vortrag möchte ich Berufsanfängern den Einstieg in die Welt der Bars von den Wurzeln an erklären – das ist wichtig, weil es oft vergessen wird“, legt Chioke dar.

Für jeden ist etwas dabei

Bei Arno, dem auserkorenen Mixologen unter den vier Allstars, wurde dann gemixt und verkostet. Arno, ursprünglich aus Amsterdam, eröffnete dieses Jahr seine eigene Bar in Rotterdam. Das Doctors (DR.). „Eigentlich wollten wir kein Speakeasy-Konzept aufziehen, allerdings ist die Bar so klein, dass wir uns für eine vorherige Anmeldung entschieden haben. Mittlerweile haben wir außer der Telefonnummer nicht mal eine Adresse veröffentlicht.“

Das Konzept der Bar lässt sich gut mit dem Namen der Bar erklären. Man braucht also einen „Termin“ beim „Arzt“. Auch die Drinks werden dann auf die angegebene „Krankheit“ des „Patienten“ abgestimmt. „Wir wollen unseren Gästen ein besonderes Barerlebnis bieten, bei dem sie sich danach tatsächlich besser fühlen“, so Arno. Wer also mal krank in Rotterdam vor sich hinsiechen sollte – die Bar ist bestimmt den einen oder anderen Besuch wert.

Auch der zweitätige Workshop schien den Teilnehmern gefallen zu haben. Negative Stimmen gab es so gut wie keine, die Atmosphäre war locker und entspannt. Auch wenn es vielleicht streitbar ist und bleibt, was Flairbartending genau mit dem Erhöhen des Niveaus beim Bartending zu tun hat – die Vier und ihr Programm können sich durchaus sehen lassen. Es ist für Jeden etwas dabei. Sei es für den ausschließlich Drink-orientierten Mixologen oder den ambitionierten Nachwuchs-Flairtbartender.

Nächstes Jahr will das De Kuyper A-Team dann auch der Berliner Barszene einheizen. Genaue Termine werden demnächst bekannt gegeben.

 

(Offenlegung: Borco hat den Autor zu dieser Reise eingeladen. Außer angesprochenen Flüssigkeiten ist nichts geflossen. Es gab auch keine Verpflichtung zur Berichterstattung. Die Redaktion konnte hierüber mit dem Autor frei entscheiden.)

Bildquelle: De Kuyper/Borco

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