Mixology: Magazin fur Barkultur

Bar Convent Berlin geht in sein viertes Jahr

Blog 20.7.2010 1 Kommentar

Zum vierten Mal findet dieses Jahr der Bar Convent Berlin statt. Zeit für einen kurzen Rückblick auf die Gründe für den Erfolg der Veranstaltung.

Die Anfragen nach Tickets und Programm in den letzten Tagen häufen sich, die Zugriffe auf die Internetseite des Bar Convent Berlin nehmen zu. Die Branche stimmt sich ein auf den Herbst und das große Zusammentreffen der deutschen Barindustrie in Berlin. Innerhalb von vier Jahren hat sich unser Branchentreffen zu einer der führenden Veranstaltungen in Europa gemausert. Der Ruf des Bar Convent Berlin wird, das zeigen die Buchungen amerikanischer und australischer Aussteller, mittlerweile überall auf der Welt vernommen.

Ein Kompliment ist es für uns, wenn sich neue Messen in anderen Ländern wie das Bar Symposium in Warschau, an unserem Konzept orientieren. Zeit für einen kurzen Blick auf die Eckpfeiler des Messekonzeptes, die den Bar Convent Berlin erfolgreich gemacht haben:

1) "Berlin braucht keine Internorga in klein!"

Wenn man zur Plattform einer Branche werden möchte, muss man diese auch für sich und mit anderen gemeinsam definieren. Von allem etwas zu nehmen, einen bunten Strauß an Ausstellern und Referenten zusammenzustellen und dann möglichst oft "Trend" auf das Produkt zu bappen, macht noch lange kein neues Messe-Konzept aus.

Wir überlegten uns im ersten Schritt, was zu uns und zur Stadt, in der der Convent stattfinden sollte, passt. Daraus ergab sich die Wahl einer sogenannten Off-Location mit einer besonderen Atmosphäre. Zuerst im Glashaus der Arena, dann ab dem dritten Jahr im größeren Postbahnhof am Ostbahnhof.

2) "Sprich die Sprache Deiner Besucher!"

Der Bar Convent Berlin setzte auf die Basis der Leserschaft von Mixology, Magazin für Barkultur auf. Diese waren über die Jahre bereits zu einer sehr eng vernetzten Gemeinschaft herangewachsen, die sich in Sprache und Stil dem Magazin zugehörig fühlten. Umgekehrt orientierte sich das Magazin an dieser Gemeinschaft und bemühte sich, ihr ein guter Ratgeber, Wegweiser und Informant zu sein. Der erste Bar Convent Berlin hatte nur drei Monate Vorlauf und konnte trotzdem auf Anhieb über 1000 Besucher an zwei Tagen verzeichnen. Das zeigt, dass die Besucher an das Produkt glaubten, weil sie der Quelle des Produktes vertrauten. 

Was zu einer seriösen Branchenveranstaltung auf keinen Fall passt? Seine potentiellen Besucher in dümmlicher Jugendsprache anzureden, von "praller Action" und "megamäßiger Party" zu sprechen und möglichst oft die Wort "Szene" und "Trend" zu verwenden. Party machen die Besucher schon selbst. Und zwar nach der Veranstaltung in den Bars und Clubs der Stadt. Darum muss sich eine Barmesse keine Sorgen machen. Wir haben es hier schließlich mit Bartendern zu tun. 

3) "Verlange Eintritt!"

Wenn sich jemand für eine Messe interessiert, auf der er noch nicht war, sei es als Aussteller oder Besucher, kommt fast immer zuerst die Frage nach den Besucherzahlen. Das verführt viele Messe-Veranstalter dazu, ihre Zahlen möglichst schnell nach oben zu treiben. Sei es durch eine "flexible Interpretation" ihrer Einlass-Systeme oder durch eine möglichst niedrige Zutrittsschwelle. Eine niedrige Zutrittsschwelle bedeutet einen kostenlosen Zugang zur Veranstaltung.

Letzteres wirkt sich bei einer Messe, die sich um Alkohol dreht, mit Garantie fatal aus. Wie andere Barshows zur Genüge bewiesen haben, sind die Streuverluste für die Aussteller viel zu groß. Bilder von angetrunkenen, feiernden und vor allem auch Branchen-fremden Personen schrecken potentielle Aussteller und seriöse Besucher ab. Der Bar Convent Berlin hat bisher trotz Wachstum bewiesen, dass er ein extrem qualifiziertes, seriöses und interessiertes Publikum hat. Mit dazu beigetragen hat die Bezahlschwelle. Sollten wir irgendwann feststellen, dass wir nachjustieren müssen, werden wir ohne Zögern das Netz noch engmaschiger knüpfen.

Wir sind eine Branche, die gerade in Zeiten einer regulierungswütigen Exekutive hochgradig auf einen guten Ruf angewiesen ist. Der Bar Convent Berlin ist sich dieser Verantwortung bewußt und möchte als Schaufenster der Barindustrie deren Professionalität und Seriosität widerspiegeln.  

4) "Biete Programm!"   

Wer Eintritt für eine Messe verlangt, muss für das Geld auch etwas bieten. Der Bar Convent Berlin hat sich daher seit Tag eins jede Menge Wissenstransfer auf die Fahnen geschrieben. Zum Convent werden jährlich aus der ganzen Welt führende Experten aus der Branche eingeflogen, die über Trends und Innovation in der Branche referieren. Ein hochwertiges Programm zieht wiederum ein hochwertiges Publikum an. Ein gutes Publikum wiederum gute Aussteller mit innovativen Produkten.

Eine Messe für eine internationale Branche wie die Barindustrie, auf dem Rückbufett jeder Bar versammeln sich Spirituosen aus allen Kontinenten, sollte auch internationales Flair haben. Gute Referenten aus den Cocktail-Metropolen der Welt ziehen nicht nur heimisches Publikum an, sondern auch Bartender und Barbetreiber aus anderen Märkten. Dies wiederum läßt Produzenten in anderen Ländern auf die Messe aufmerksam, die ebenfalls die Netzwerkeffekte einer solchen Veranstaltung nutzen möchten. 

5) "Sprich die richtigen Aussteller an!"

Bar ist in erster Linie Spirituose. Das scheint sich für viele auf den ersten Blick nicht zu erschließen, ist aber eine sehr einfache Formel. Nichts erzählt so viel Geschichte wie die Spirituose, nichts erzählt so viel wie ein Cocktail. Nicht ohne Grund buhlt jedes Mainstream-Lokal mit Schildern für den "Happy-Hour-Caiprinha" um den Passanten. Spirituose und Cocktails sind das Herz der Branche, sie sind die Margen-stärksten Produkte in der Bar.

Das Etikett "Bar" ist leider nicht beliebig verdünnbar, ohne seine Aussage zu verlieren. Kein Barbetreiber reist über mehrere Tage zu einer Messe, um sich mit zehn neuen Energiedrinks vertraut zu machen. Eine Barmesse benötigt als Aussteller Firmen, die auch Bar-relevante Produkte herstellen. Womit wir wieder angelangt wären beim eingangs erwähnten: "Berlin braucht keine Internorga in klein!"  

6) "Lebe das, was Du tust!"

Diesen letzten Pfeiler in der Organisation kann man gar nicht hoch genug einschätzen. Er könne auch lauten: "Eine Barmesse benötigt eine Philosophie!" Als Organisator einer Barmesse muss man ein tiefes Verständnis und eine Vision für die Branche besitzen. Das ist nicht innerhalb von ein, zwei Jahren anlernbar. Das muss im Lebenslauf sitzen.

Der Bar Convent Berlin wird von Menschen organisiert, die aus der Barindustrie stammen, die sich als einen Teil dieser Branche verstehen. Aus diesem Verständnis heraus entsteht auch das Konzept für die Messe mit all seinen Programmpunkten. Haben die Besucher das Gefühl, dass dort ihr Arbeitsalltag verstanden wird, ihre Leidenschaft für Bar geteilt wird, lassen sie um die Barmesse herum eine fantastische Atmosphäre entstehen, so wie dies in Berlin mit unzähligen Veranstaltungen der verschiedenen Netzwerke aus den Städten von GSA-Land der Fall ist. 

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Bar Convent Berlin 2010 

Als Antwort auf die Frage nach Tickets: die Registrierungsphase für den Bar Convent Berlin wird bald beginnen. Im Hintergrund ist derzeit das ganze Team mit der Vorbereitung der Messe beschäftigt. Das Programm des Convents mit allen diesjährigen Experten und Referenten wird ebenfalls in ein paar Tagen online sein. 

Wer auf dem Laufenden bleiben will, schaut regelmäßig hier im Blog vorbei oder in die Bar Convent Gruppe auf Facebook. Dort veröffentlichen wir ebenfalls in den nächsten Wochen und Monaten alle wichtigen Informationen.  

 

Für das nächste Jahr steht übrigens der Termin der Messe ebenfalls schon fest:

Bar Convent Berlin 2011 findet am 10. und 11. Oktober 2011 statt.

 

Link: www.barconvent.de

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