Alligator

Ardbeg Alligator. Ein Biest benannt nach der Struktur des Fasses.

Whisk(e)y 23.9.2011 1 Kommentar

Ein weiteres Produkt aus dem Hause Ardbeg ist seit September im Handel. Der Islay Single Malt Whisky war zunächst, für ca. 3-4 Monate, dem elitären Kreis des Ardbeg Committees vorbehalten. Aber was heißt hier eigentlich elitär?

Dem Ardbeg Committee kann jeder beitreten, der Zeit und Lust auf Werbematerial hat. Dazu muss man einfach nur ein paar Klicks auf der hauseigenen Website tätigen, seine persönlichen Daten preisgeben und schon ist man ein Teil der „Ardbeg Familie“ und wird ständig mit Informationen versorgt. Diesem Ruf der Firma, die unter dem Dach des Konzerns Moët Hennessy/Louis Vuitton steht, sind bisher mehr als 40.000 Personen, die gerne Infos preisgeben, aus über 112 Ländern gefolgt. MIXOLOGY ONLINE erinnert das alles an Apple, wo seit Jahren eine wahre „Applemania“ zu bewundern ist. Man kann sagen Ardbeg ist der neue „Star“ am Whisky Himmel, der seine Fans ständig mit Information und Sonderedition an sich bindet.

Oder über welche Whiskys oder auch andere Spirituosen wird Tage oder auch wochenlang auf diversen Internetplattformen heiß diskutiert, bevor sie überhaupt auf dem Markt sind und die Follower warten wie Jünger einer Sekte auf den Erlöser? Damit sich dieser auch wertgeschätzt fühlt, bietet ihm das Haus einige Schmankerl, wie das Erstkaufrecht bei der limitiert erscheinenden Sonderabfüllung. Aber das ist nicht das Einzige, sogar ein eigenes Etikett wird für ihn auf der Flasche angebracht. Somit kann der richtige Fanatiker seinen Whisky mit gleichem Inhalt, aber unterschiedlichem Design doppelt in die Backbar stellen. Diese Chance bietet ihm Ardbeg nicht nur einmal, sondern gleich jährlich.

Annäherungen an den Alligator

Das 51,2 % starke Tier ist ein weiteres Non Aged Produkt, die immer populärer auf dem Markt werden. Die verwendeten Whiskys sollen zwischen 10 und 12 Jahre alt sein. Der Name des Produkts wird vom „Alligator Charring” abgeleitet. Dies ist ein Begriff, der in der Whiskyindustrie verwendet wird und den stärksten Grad der Auskohlung von Eichenfässern beschreibt. Laut Hersteller soll das verbrannte Holz an Alligator Schuppen erinnern. „Daher lag es nah diesen Namen für unsere neueste Errungenschaft zu wählen“, so Dr. Bill Lumsden , Head of Distilling and Whisky Creation bei Ardbeg.

Durch die Verwendung dieser am stärksten ausgebrannten Fässern sollen laut Dr. Bill spektakuläre Holzkohle- und Grillaromen entstehen, die mit dem torfigen Ardbeg Aroma, dem „Markenzeichen“ der Destillerie die auf der schottischen Insel Islay liegt. Dadurch soll ein Whisky entstehen, der ein intensives und unerwartetes Aroma mit einem Geschmack von geräucherter Ingwerwurzel, gefolgt von würzigen Barbecue-Soßen, Schokolade, Kreuzkümmel und warmer Eiche mit sich bringt.

Kann der Alligator die Versprechungen halten?

Der goldige Ardbeg wartet in der Nase mit typischen Islay Raucharomen auf, diese sind gepaart mit Grillakzenten, die in das Riechorgan ziehen. Setzt man das Glas an, hält Steakgeschmack gepaart mit einer leichten Salzigkeit Einzug, die sich am Gaumen festsetzten und natürlich die Islay Torfnoten. Der Nachhall ist sehr lang und in der Tat bissig.

Man kann festhalten der Alligator zeigt seine Zähne, diese aber mit bedacht, sodass viele verschieden Aromen mitschwingen können. Der Ardbeg kann durchweg überzeugen, er ist eine Freude für alle Torf-Fans und hat das Potenzial auch Nichtliebhaber zu bekehren, da er unerwartet komplex ist und der Torf nicht alles erschlägt. Es scheint schon etwas dran zu sein an der „Ardbegmania“, der Alligator ist ein erstklassiges Produkt! Aber nun noch zu Ihnen liebe Jünger: Es gibt auch noch sehr viel anderes Interessantes in der Spirituosenwelt!

 

Produktdaten Ardbeg Alligator

Preis: ca. 70 €

Herkunft: Islay/Schottland

Füllmenge: 0,7 l

Hersteller: Ardbeg Distillery/Moet Hennessy

Internet: ardbeg.com

Alkoholgehalt: 51,2 % Vol.

 

// Ardbeg Alligator kaufen: Angeboten wird Ardbeg Alligator unter anderem bei The Whisky Store für 67,90 Euro (inkl. MwSt.): whisky.de //

 

Offenlegung: Die Redaktion hat für die Verkostung eine kümmerliche Produktprobe von Moët Hennessy erhalten. Außer dem Ardbeg Alligator – durch die Kehlen der Redaktionsmitglieder – ist allerdings nichts geflossen. Prosit!

 

Titelbild: aboutpixel.de+Peter Lichter

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