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Aperitifkultur aus Antwerpen: Der Sparkling Squirrel

Steinpilzaromen im Cocktail? Dries Botty aus Antwerpen hat es versucht und legt mit dem Sparkling Squirrel einen Boulevardier-Twist vor, der zumindest uns begeistert hat. Wer behauptet da noch, dass man zum Pilzesammeln in den Wald gehen muss? Ein Besuch in Belgien.

Seltsam eigentlich, dass Belgien als direktes Nachbarland Deutschlands in Sachen Barkultur nur bei wenigen Kollegen wirklich präsent ist. Dabei gibt es auch dort mittlerweile eine ähnliche Cocktailkultur wie in den anderen Teilen Europas, selbstverständlich vorwiegend in urbanen Gefilden. Allen voran natürlich in der flämischen Metropole Antwerpen.

Einer derjenigen, der Barkultur durch und durch atmet, ist Dries Botty, Barmanager des Josephine’s, einem angesehenen Restaurant mit angeschlossener Bar, in der man versucht, hochwertige Barkultur und Kochkunst verschmelzen zu lassen. Wo andere die Nase rümpfen und behaupten, dass bestimmte Kombinationen nicht funktionieren können, legt Botty erst los. So auch bei folgendem Drink, in dem Küche, moderne Infusionstechnik und ein klassischer Cocktail kombiniert werden.

Winter im Glas

Dries Botty hat bereits einige Jahre Erfahrung hinter der Bar. Nachdem er vor über fünf Jahren in der Antwerpener Absinthbar zum ersten Mal hinter dem Tresen stand, ging es aus der Stadt an die Küste, um sich im L’ Apereau weiterzubilden. Vergangenes Jahr zog es ihn dann wieder zurück nach Antwerpen, wo er seine neue Heimat in Josephine’s Bar gefunden hat.

Sein zweites Zuhause beschreibt Botty als klassische Restaurantbar im Stile einer alten englischen Lobbybar: „Für mich hat die Bar den Charme eines typischen Wohnzimmers, in dem man sich direkt wohlfühlt, wenn man zur Tür hereinkommt. Diesen Eindruck wollen wir dann durch Service, Speisen und Getränke bestätigen. Von Klassikern über die typischen Crowdpleaser bis hin zu außergewöhnlichen Eigenkreationen versuchen wir, jeden Wunsch unserer Gäste zu erfüllen.“

Karbonisierter Klassiker

Im Falle des Sparkling Squirrel wollte Botty sowohl Elemente aus Bar und Küche verbinden, als auch gleichzeitig einen Drink kreieren, der die Aromen des Winters ins Glas bringt. Als besonderes Gimmick wird der mit Steinpilz aromatisierte Boulevardier schließlich auch noch karbonisiert. In der Beschreibung des Bartenders ist der Aperitif ein wärmender, bitterer Cocktail, der durch die Kohlensäure einen besonderen Aspekt bekommt: „Jedes Aroma des Drinks ist klar erkennbar und die kleinen Blasen der Kohlensäure sorgen dafür, dass die einzelnen Aromen immer wieder besonders hervorgehoben werden.“

Nach Aussage von Dries kommt dieser Drink hervorragend bei seinen Gästen an: „Ursprünglich nur für die Winterkarte gedacht, wird der Sparkling Squirrel wohl auch den Frühling überleben, bevor er in unseren Archiven verschwindet.“

Zwar dürfte es den einen oder anderen Gast geben, der durch die Kombination aus kräftigem Bitterton und der herzhaften Pilznote ein wenig abgeschreckt werden könnte, Liebhabern von Twists auf klassische Drinks dürfte er aber sehr gefallen. Nicht nur im Winter.

Sparkling Squirrel

Zutaten

20 ml Steinpilz Bourbon*
20 ml Wermut (Carpano Antica Formula)
20 ml Campari

Credits

Foto: Steinpilz und Eichhörnchen via Shutterstock. Postproduktion: Tim Klöcker.

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