Frischer Wind in der Bebel Bar im Hotel de Rome. Es muss sich etwas ändern.

Bars 8.11.2013

Die Bebel Bar in Berlins historischer Mitte hat einen neuen Barmanager. Seit dem 1. Juni ist Daniel Klingseis für den Tresen im 5-Sterne-Hotel verantwortlich. MIXOLOGY traf sich zu einem Gespräch mit dem neuen Barmanager, um über seinen Werdegang und den Stand der Bebel Bar zu sprechen.

Gelegen im Nukleus der Haupstadt, in der Nähe von Unter den Linden und Friedrichstraße, kann sich die Bebelbar geografisch bester Lage erfreuen. Doch wie es scheint, sieht der Kern der Berliner Barkundschaft die Location bisweilen nicht im Zentrum seines Blickfeldes nächtlicher Planung. Bis heute zumindest. Ein Grund zu schauen, was sich vor Ort eventuell verändert hat. Der Bebel Bars neuer Manager, Daniel Klingseis, blickt auf einen „ereignisreichen Start” am neuen Arbeitsplatz zurück, wie er selbst sagt. Durch die Dachterrasse mit Blick über Berlin Mitte sind die Monate Juni und Juli für den stärksten Umsatz verantwortlich, so Klingseis. Zu sonnigen Sommerstunden wurde die Dachterrasse zur gefragten Location: elegant in weiß gehaltenes Design umgeben von blühendem Lavendel, Lounge Musik und die hauseigene Ingwerlimonade. Im Gegensatz zu seinesgleichen in Berlin, wo aufgrund des immensen Ansturms zu warmen Sommerstunden wuseliges Gedränge herrschte, konnten die Gäste auf hiesiger Dachterrasse in luftig lockerem Treiben über den Dächern Berlins flanieren. Nun hofft der neue Barmanager auf die Rückkehr der Sommergäste am Tresen fünf Stockwerke weiter unten. Vor allem was das heimische Publikum betrifft wird auf Ansturm gewartet. „Es kommen schon recht viele Berliner aber es könnten noch mehr sein. Ich denke, dass ein gewisser Respekt besteht, sich an die Bar eines 5-Sterne-Hotels zu setzen. Unsere Hoffnung ist natürlich, dass wir die Gäste der Dachterrasse auch im Herbst und Winter in der Bebel Bar begrüßen können“, berichtet der gelernte Hotelfachmann. Das Publikum ist durch das Hotel weiterhin sehr international. Doch, wie der neue Barmanager informiert, gäbe es auch Stammgäste, was weiter ausgebaut werden soll.

Vom Land in die Stadt

Daniel Klingseis stammt ursprünglich aus Deggendorf in Niederbayern. Auf der Suche nach einem Nebenjob ist er während der Abiturzeit in das Barleben reingerutscht, wie er heute sagt. Von diesem Zeitpunkt an hat er sich vieles mit Schumanns Barbüchern beigebracht. Eigentlich wollte Daniel Klingseis immer Pilot werden, hat dann aber seine Ausbildung zum Hotelfachmann gemacht. Von der Kleinstadt Deggendorf ging es nach Hamburg ins Bankett des Le Royal Méridien, weiter als Restaurantchef im East Hotel Hamburg, gefolgt vom The Charles in München. Zuletzt kehrte er dann doch zurück an den Tresen, im Hotel Schloss Elmau. Nach zweieinhalb Jahren im idyllischen Oberbayern verschlug es den Barliebhaber wieder in eine Metropole. „Ich habe die Dynamik einer Großstadt vermisst. Garmisch Partenkirchen wäre in dreißig Jahren wieder etwas für mich.” Wäre Daniel Klingseis nicht in Berlin gelandet, wäre er ins Ausland gegangen, verrät er. Ein ganz schöner Tapetenwechsel könnte man meinen, aber im Endeffekt ist er von einem Luxushotel in ein anderes gewechselt und so verwundert es auch nicht, dass er oft bekannte Gesichter aus dem Schloss Elmau am Tresen begrüßt.

„Ich finde es ist von den Rocco Forte Hotels in Deutschland das schönste, rein von der Optik her. Allein dieser lange Tresen der Bar ist sehr attraktiv.” Und das ist er. Über zehn Meter hinweg schwingen sämtliche Spirituosen durch den Raum und präsentieren alles, was die Bar zu bieten hat. Fast alles. In einem kleinen Wandschränkchen befinden sich einige Schätze, die Daniel Klingseis besorgt hat und auf Anfrage gern rausholt. Dazu zählt ein dreißig Jahre alter Glenfarclas Whisky. Die Karte ist ausschließlich mit selbstkreirten Drinks bestückt, die das 15-köpfige Team entworfen hat. „Wir haben einen großen Schwerpunkt auf Frische gesetzt: Koriander, Zitronengras, viele selbstgemachte Sirups“, erläutert Klingseis. Klingt eigentlich alles überzeugend.

Das Rad bleibt rund

Dass die Bebel Bar zumindest einen gestalterischen Wandel erleben wird, soll sicher sein. In den ersten drei Monaten des neuen Jahres wird umgebaut und das Interiordesign wird markante Veränderungen erleben. Ob dieser Wandel von den Berlinern wahrgenommen wird, ist fraglich. Ebenso sind einige Events geplant. Seit dem siebenjährigen Bestehen der Bar, am 6. Oktober, findet ein Mal im Monat die „Bebel Bar Classics Night“ statt, die Drinks und Snacks der vergangenen sieben Jahre anbietet. Für die Monate November und Dezember ist ein 4-Gang-Whiskey Food Pairing auf dem Programm, sprich vier Whiskys begleitet von einem vier Gänge Menü. Das vorige Aperitivo wird von einer „After Work in der Bebel Bar“ Party abgelöst. Alles keine Neuerfindung des Rades, aber immerhin tut sich etwas.

Gelegen an der Hauptschlagader der Hauptstadt in einem exklusiven Ambiente und dennoch, zumindest bis heute, kein fester Bestandteil der pulsierenden Barszene Berlins. Es wird sich nun herausstellen, ob die räumlichen Veränderungen und vielerlei Events von den Berlinern und seinen Besuchern aufgenommen werden. Denn sieben Jahre Barbestehen und nur zwei Barmanager, das zeugt für Berliner Verhältnisse schon fast von ungewöhnlicher Beständigkeit. Doch Konstanz ist eben nicht das Parameter, das die Hauptstadt auszeichnet. Zu wünschen bleibt daher der Bebel Bar, dass ihr neuer Barmanager dem Tresen frischen Wind einhaucht. Denn man hat erkannt: es muss sich etwas ändern!

 

Bebel Bar

Behrenstraße 37

10117 Berlin

Täglich von 9:00 bis 1:00

030 460 60 90

Bebel Bar im Hotel de Rome

 

Bildquelle: Bebel Bar

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