Mixology: Magazin fur Barkultur

Fünf Thesen: Anforderungen einer Plattform für Bars und Bartender

Bars 8.12.2009 37 comments

Wie kann eine Plattform zur Bündelung der Interessen von Bartendern und Bars aussehen? Wir haben fünf Thesen zur Gestaltung einer solchen Plattform formuliert und laden zur Diskussion ein. 

(Auffrischung 2.12.2009: Entgegen der sonstigen chronologischen Anordnung hier im Blog, haben wir uns entschieden, diesen Beitrag immer wieder zu aktualisieren, das heißt auf das aktuelle Datum umzusetzen, so dass er in der Hierarchie oben auftaucht. Das scheint uns bei diesem langfristig geplanten Projekt angebracht.)

Seit sieben Jahren geben wir Mixology, Magazin für Barkultur, heraus. Wir sind in diesen Jahren von professionellen Bartendern zu organisierenden und stimulierenden Stimmen für die Branche geworden. Wir haben mitgeholfen, Fortschritt in die Bars in unserem Einzugsgebiet zu bringen.

In dieser Zeit wurde immer wieder und immer mehr der Wunsch an uns herangetragen, die Barindustrie als Branche stärker zu bündeln. Mit dem Bar Convent Berlin haben wir schließlich einen jährlichen Treffpunkt geschaffen, auf dem der Informationstransfer innerhalb der Branche noch einmal eine Steigerung erfährt.

Der Branche ein Gesicht geben – das ist unser Anliegen gewesen dabei. Unterstützt wurden wir dabei vom Enthusiasmus und dem positiven Denken unserer Leser, die unsere Ideen mittrugen und zu Erfolgen werden liessen. Bei großer Freude über alles Erreichte, bleibt doch immer eine Frage offen: "Wann wird der Bartender ein richtiger Beruf?"

Der nächste Schritt

Als Medium und als Messeveranstalter haben wir nicht die Mittel und Verbindungen, so ein großes und wichtiges Projekt alleine anzustossen. Das ist auch nicht unsere Aufgabe. Unsere Pflicht als Bartender ist es aber, unsere Möglichkeiten zu nutzen, die Organisation einer Plattform, die dieses Ziel konzentriert verfolgt, zu unterstützen und anzuregen.

Wir haben als Diksussionsanreiz jetzt fünf Thesen formuliert, die wir unseren Lesern hier vorstellen. Vor Veröffentlichung haben wir sie Barbetreibern unseres Vertrauens zur Ansicht zugestellt. Ein erstes Ergebnis dieses Tests, war die Tilgung des Wortes "Verband" und das Ersetzen desselben durch "Plattform". Wir freuen uns auf Euer Feedback:

1. Ein Plattform für Bartender und Bars muss unabhängig sein.

Sie darf keine privatwirtschaftlichen Interessen verfolgen.

Sie darf nicht als Unternehmen in Konkurrenz zu ihren Mitgliedern und (potentiellen) Förderern treten.

Sie darf sich nicht den Interessen eines anderen Unternehmens unterwerfen, sei es ein Verlag/Medienhaus oder eine Spirituosenfirma.

2. Eine Plattform muss die besten Köpfe der Branche in ihrer Führungsebene versammeln

Auf einer Plattform für einen Berufsstand darf die Agenda nicht von Funktionären und fachfremden Personen formuliert, diktiert und entschieden werden.

Eine Plattform für Bars und Bartender muss in der Lage sein, die fortschrittlichsten Themen der Branche zu formulieren und deren breite Diskussion zu moderieren.

Die Prüfung und Billigung von Entscheidungen über die Kriterien des Ausbildungsberufs durch einen Beirat mit erfahrenen Personen aus der Branche ist erstrebenswert. Eine Struktur mit zwei Führungsgremien, die sich gegenseitig stetig Rechenschaft schulden und sich gegenseitig beeinflussen anzudenken. (Nachtrag auf Anregung von Jörg Kalinke)

3. Eine Plattform für Bars und Bartender muss Vorbildcharakter haben und in der Lage sein klare Leitbilder zu formulieren.

Sie darf nicht einem veralteten Berufsbild nachhängen und sich modernen Einflüssen verweigern.

Sie muss ein klares Interesse an einer Fortentwicklung des von ihr vertretenen Berufstandes haben.

Das Berufsbild des Bartenders muss stetig überprüft und den aktuellen Entwicklungen angepasst werden. (Nachtrag auf Anregung von Jörg Kalinke)

Die Ausbildung muss auch Quereinsteigern, das heißt Personen ohne Gastronomiehintergrund, offenstehen. (Nachtrag auf Anregung von Jörg Kalinke)

4. Eine Plattform für Bartender und Bars muss demokratisch organisiert sein.

Die demokratische Organisation einer Plattform für Bars und Bartender darf sich nicht auf die Erfüllung der geforderten Kriterien für eine Vereinssatzung beschränken.

Sie darf sich im Gegenteil nicht den zersetzenden und blockierenden Mechanismen einer solchen Organisationsstruktur unterwerfen. 

Demokratie auf einer Plattform muss bedeuten, dass auf ihr sachbezogen und mit größtmöglicher Transparenz in offenem Dialog Meinungsbildung stattfindet und Entscheidungen getroffen werden.

5. Ein Plattform muss, was ihre Organisation und Kommunikation anbetrifft, auf dem neusten technologischen Stand arbeiten.

Eine Plattform für Bartender und Bars muss heute dazu in der Lage sein, auf allen Kanälen des sozialen Internets mit ihren Mitgliedern in den Dialog zu gehen.

Das Internet eröffnet einer Plattform für Bartender die Möglichkeiten, Interessen zu artikulieren, zu organisieren und durchzusetzen.

Eine Plattform kann sich durch die neuen technischen Möglichkeiten von den schädigenden Nebenwirkungen einer hierarchisch organisierten demokratischen Organisation befreien.

Eine vorhandene Satzung wird stetig und in festen Intervallen zur Disposition gestellt und den neuen Gegebenheiten entsprechend nach demokratischen Gesichtspunkten erweitert, ergänzt oder verändert. (Nachtrag auf Anregung von Jörg Kalinke) 

——–

Anregungen und Meinungen bitte hier in die Kommentare oder – falls Anonymität gewünscht – per Mail an: helmut (at) mixology.eu

37 comments

  1. Jonas

    hallo,
    nun moechte ich doch etwas dazu beitragen. denn eine berufsausbildung ist ein erhrenwertes ziel und absolut zu unterstuetzen, doch denke ich wird in eine berufsausbildung vielleicht zu hohe erwartungen gesetzt… eher sollte man sich auf eigentliche oeffentlichkeitsarbeit konzentrieren um ein allgemeines bewusstsein fuer unseren berufsstand und mehr anerkennung bemuehen. sicherlich ist eine berufsausbildung und eine offizille anerkennung unseres berufes wichtig un eigentlich schon laengst ueberfaellig.
    allerdings stehe ich einer allgemeinen ausbildung auch etwas kritisch gegenueber. wenn man sich die fachverwandten ausbildungen, restautant- und hotelfach, anschaut koennten diese ebenfalls mehr oeffentlichkeitsarbeit und groesserer anerkennung vertragen. es ist wohl eher ein allgemeiner missstand im gastgewerbe. auch sind die bereits vorhandenen gastronomieausbildungen leider nicht immer dazu in der lage kompetente kraefte hervor zu bringen. versteht mich nicht falsch. es gibt sehr viele sehr kompetente und leidenschaftliche kollegen die eine gute und sinvolle ausbildung genossen haben. aber leider gab es in meinen erfahrungen zu viele negativbeispiele fuer gescheiterte gastronomieausbildungen. und bringt das unseren berufsstand und uns in der oeffentlichkeit dann weiter?
    viel eher sollte man sich darauf konzentrieren ein allgemeines bewusstsein und groessere anerkennung zu schaffen. nicht nur in der oeffentlichkeit, sondern leider auch manchmal bei einigen arbeitgebern. denn sonst habe ich die befuerchtung, dass eien ausbildung regelrecht verpufft und nicht due von uns gewuenschten ergebnisse bringt. es waere sicherlich sinnvoll eine plattform, wie sie auch immer aussehen wuerde, zu schaffen um eine vernuenftige und bezogenere praesentation nach aussen und nach innen zu schaffen.
    denn bevor man dies nicht erreicht hat, wird denke ich eine berufsausbildung und eine anerkennung des berufes des bartenders nicht den effekt bringen den sich die meisten erhoffen. das grosse ziel sollte eine ernstzunehmende lobby fuer eigentlich das gesamte gastgewerbe sein.
    liebe gruesse jonas

  2. tridej

    ..wie können wir über die Erlernung eines Berufes reden, den es politisch eigentlich nicht gibt!?

    ich glaube dass bevor wir uns niedersetzten und über Ausbildung und Plattform reden wollen, wir zuerst die Situation über unsere Sozialen Absicherungen in unserem Beruf klären sollten, bzw. unseren „Dienst“ zuerst zum Beruf machen sollten.

    -geht es nicht vielen von uns Bartendern so, dass wir nachts bis weit aus über Mitternacht arbeiten, und dafür eigentlich einen recht geringen Lohn erhalten? (die fachliche Anerkennung unserer Arbeitgeber- bitte nicht mit der persönlichen Anerkennung unserer Gäste und deren Tip zu vergleichen!)

    -ist es nicht so, dass wir meistens beim Sozialversicherungsträger als „Barkellner“ gemeldet sind und daher auch wie ein „Kellner“ sozial versichert und auch so gehandhabt wird, sind. (d.h. offiziell meistens nur mit etwa 900 – 1000 Euro/ Monat angemeldet sind)

    -unsere fachliche Kompetenz als, „Alki“ und „Gigolo“ abgetan wird;

    -eventuell anfallendes 13. und 14. Gehalt/ Lohn nur eben in dieser oben beschriebenen Höhe ausbezahlt wird; (und wir uns nicht einmal offiziell wehren können, weil wir ja nur „Barkellner“ sind!)

    -wir im Falle der Arbeitslosigkeit nur den geringsten Teil an Sozialleistung erhalten, und dann auch Branchenfremden Berufen zugeteilt werden können- weil es den Beruf „Barmann“ nicht gibt)

    -wir Sonn und Feiertags,- von Weihnachten über Ostern bis zu Silvester immer gerne arbeiten-
    und jetzt frag ich mal: wer von uns bekommt an diesen Tagen die nötigen Zulagen oder Abgeltungen? Von Anerkennung und Dank abgesehen;

    …. ich glaube das jeder von uns Barmännern mindestens noch einen weiteren sozialen Misstand aufzeigen kann, obwohl wir eigentlich „Schwerarbeit“ leisten; (wir arbeiten bis weit in die frühen- manchmal auch späten, Morgenstunden hinein; ein 12 Stunden Tag ist keine Seltenheit sondern eher die Regel;….

    Ich bleibe bei meiner Meinung, und bin auch nicht bereit einer Vereinigung, einem Verein oder auch einer Plattform bei zu treten, solange nicht in der Politik darüber entschieden wird,
    dass es einen Beruf des Barmannes gibt und er auch Rechtlich und Sozial mit der nötigen Zuwendung angesehen und abgegolten wird, wie auch wir uns mit der nötigen Aufmerksamkeit unseren Gästen zuwenden!
    Solange dies nicht geschieht, werden wir „Barmänner“ immer von unseren Arbeitgebern auch weiterhin ausgenutzt werden, und wir werden immer weit von einem Beruf entfernt sein!
    Erst die Klärung unserer sozialen Lage bringt uns unserer Leidenschaft, aber vor allem unserem Beruf einen Schritt näher!

    Ich bin „Profi“ in der Ausübung meines Hobbys, welches mir sogar Geld einbringt um meinen Lebensunterhalt zu sichern!
    Was ich nicht bin- ein Geselle oder gar ein Meister in der Ausübung seiner Profession!

    Ausnahmen bestätigen die Regel! Diesbezüglich kenne ich leider nur sehr wenige Ausnahmen!

  3. Dominik.mj

    Da muss ich Dir recht geben.

    Fuer mich gilt das nicht nur fuer den Bartender / Barkeeper sondern auch fuer Kellner.
    Ueberhaupt sind die Gehaelter in der Gastronomie laecherlich und das Ansehen von Bartendern ist im besten Falle durchwachsen.

    Aber wenn ich das richtig verstanden habe, waere die Platform fuer Deine Forderung zutraeglich!

    Ich glaube, dass die Forderung Bartending zum Ausbildungsberuf zu machen in die richtige Richtung fuer alle Punkte geht!

  4. tridej

    Hi @ Helmut,

    da ist mir in meinem Eifer ein „schlechter“ Satz gelungen!
    Zuerst aber möchte ich anmerken, dass ich mich nicht beleidigt hinter den Tresen zurück ziehe- im Gegenteil, wenn es darum gehen würde, sich ernsthaft an die Tat zu machen unseren Job, Hobby, unsere Passion zu einem richtigen Beruf zu etablieren, ich auf jeden Fall,
    auch wenn es nur, mein Senf wäre, dazu zu geben wollen würde und dafür auch ein zu stehen. (ich bin mittlerweile seit fast 20 Jahren in der Gastro und seit über 14 Jahre „Profi Barmann“)
    Um dir ein besseres Verständnis über mein Wesen zu vermitteln, möchte ich dir kurz eine kleine Geschichte erzählen:

    „es sitzen drei Männer in einer Bar und spielen Karten! Kommt ein vierter herein gelaufen und schreit: die Welt geht unter! Die Welt geht unter!
    Sagt der erste der drei spielenden Männer: gut, ich wird mir nun den besten Whiskey nehmen und mich ansaufen bis das die Welt unter geht!
    Sagt der zweite: o.K. ich schnapp mir eine Nutte und werde bis zum Ende Vögeln!
    Sagt der dritte: nichts da- zuerst wird zu Ende gespielt!

    Nun lass mich aber den Satz den Du meinst, neu verfassen:

    „Ich bin nicht bereit einer Vereinigung, einem Verein oder auch einer Plattform bei zu treten, deren oberstes Ziel es ist, sich über Rezepturen oder Zubereitungsarten zu streiten und zu diskutieren! Sollte sich jedoch eine Plattform finden, die unseren Job ernsthaft als Beruf etablieren wollen würde, bin ich bereit einen langen steinigen Weg zu gehen! (meistens ist dann auch der Weg das Ziel)
    Bevor ich meine Kraft, mein Wissen und meine Nerven über die Tatsache verliere, dass nach wie vor darüber gestritten wird ob der Mojito nun mit Chrushed Eis oder Eiscubes zubereitet wird, (um nur ein Beispiel zu nennen), wende ich lieber all meine Energie meinen Gästen zu.
    Und – ich werde auch sehr ruhig schlafen, denn wie gesagt, ich werde mich nicht über sinnloses ärgern!“

    Ich bin sehr froh dass ich eure Plattform „Mixology“ vor einigen Jahren gefunden habe und ich kann nur bestätigen dass mir euer Abo zu einem besseren Verständnis meines „Berufes“
    Geholfen hat!

    Aber-
    Mich wundert es nicht dass wir von den Vertretern aus der Politik nicht wirklich ernst genommen werden. Dazu ein Bsp.:
    BCB 2009 – ich war alle Tage da und auch zum Schluss bei der Verleihung der Awards,
    da war ich auch dabei, wo sich mir folgendes Bild geboten hat:
    -Ein undisziplinierter, betrunkener Haufen, die sich umgewandelte Fussballparolen lautstark an den Kopf geschmissen haben;
    -Typen die so voll waren, dass sie die Gardarobe als Toilette verwechselt haben;
    -vor der Haustüre wurden Fahrzeuge und öffentliches Gut beschädigt,…

    Also mal ehrlich, sollen dass die „elitären“ Vertreter unseres so viel geliebten Berufes sein?

    (ich weiß: wenn dass Wörtchen „wenn“ nicht wär, wär ich schon längst,……)
    Wenn ich ein Vertreter der Politik wäre und zu so einer „DJ Ötzi“ Feier eingeladen wäre um mir ein Bild über die Szene machen müsste-… Entscheidet selbst!

    Damit will ich allerdings nicht den BCB schlecht machen- ich war das erste Mal bei dieser Veranstaltung und ich war beeindruckt! Ich konnte neue Kontakte knüpfen, Autoren kennenlernen deren Bücher ich lese, ich konnte mich mit „Master Blender und Distiller“ unterhalten und,- wow ich hatte einen klizze kleinen Einblick in die große Kunst des „Japanese Bartending“

    Leider wird unser Job vor allem von „unnützigen, zur Zeit vor allem in Österreich, protestierenden“ Studenten besetzt- die unseren Beruf nur als zwischenzeitliche Lösung sehen, um sich Ihr Studium zu finanzieren! (oftmals auch erlügen und erstehlen!!- Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel!)
    Meistens sind es dann auch wohl dieses Studenten, die sich zu uns Profis an den Tresen setzten und sich als „Besserwisser“ erweisen.
    Ich selbst möchte kein „Oberlehrer“ sein, aber sind es nicht genau diese Studenten die mit Ihrem späteren „Doktor“, „Magister“ oder sonstigen Titeln sich eher herablassend in unsere Gaststätten setzten und über uns „Barmänner“ herab lästern?!
    Oder gar vielleicht eben dann in der Politik sitzen und über uns entscheiden?

    Thesen zu unserem Beruf find ich ganz in Ordnung. Aber wir sollten zuerst mit dem „Pack“ in unseren Reihen aufräumen und abfahren um uns dann wie gesittete Menschen nieder zu setzten und über die Etablierung unseres Berufes zu diskutieren!

    Oberste These sollte sein:

    Sei ehrlich zu deinen Gästen, zu deinem Arbeitgeber und vor allem zu Dir selbst!
    Lüge nie und benimm Dich wie unser Freund „Freiherr von Knigge“ es schon sagte: immer hoch anständig!

    Zum Wohle

    PS.: Wer ist Jörg Kalinke?
    Ich konnte leider nichts über Ihn im Net finden;

  5. drinkmix.de

    @tridej

    Hallo,

    also Jörg Kalinke bin ich. Unter Google einfach „Jörg Kalinke“ (mit Anführungszeichen) eingeben, dann findest du mich unter facebook, unter myspace und stayfriends, unter http://www.mischen-im-pott.de, unter mercurio-press.net und leider erst auf der zweiten Seite ganz unten unter meiner Hauptpage http://www.drinkmix.de.

    Und wenn du fragen zu meiner Person hat, frag mich doch einfach selber 😉

    Besten Gruß,
    Jörg Kalinke

  6. Barprofessor

    Berufsausbildung zum Barmixer

    Hallo Enthusiasten!
    Nach langem Ringen habe ich mich entschlossen, mich zum ersten Mal auf dieser Plattform zu Wort zu melden. Ich möchte Ihnen aus erster Hand in Kürze einige Informationen zu diesem Thema geben.
    Leider sind viele Meinungen, die hier zum Ausdruck gebracht wurden, falsch – vermutlich aus Unkenntnis.
    Fakt ist:
    Den Beruf des Barmixers gibt es. Er ist allerdings kein Lehrberuf, sondern er rangiert bei der IHK als Fortbildungsberuf. Soviel mir bekannt ist, gibt es weltweit nur in Deutschland eine staatliche Prüfung zum Barmixer und Barmeister. Im Jahre 1985 haben 15 Barmeister, davon drei österreichischer Nationalität, ihre Prüfung abgelegt. Davor gab es keine 10 Barmeister. Damals konnte man nur bei der IHK München die Prüfung ablegen. Seither haben in Deutschland insgesamt an vier verschiedenen IHKs etwa 400 bis 500 Barmixer und ca. 70 bis 80 Barmeister verschiedener Nationen in deutscher Sprache die IHK-Prüfung abgelegt.

    Daniel schreibt, er hätte schon Ausbildungsrahmenpläne in der Schublade.
    Schön, dass er sich die Gedanken macht, das Rad neu zu erfinden, aber all das gibt es schon bei den vier IHKs.
    Da sich scheinbar Viele noch nicht über die Zulassungsbedingungen zur Prüfung informiert haben, hier in Kürze.
    Zulassungsvoraussetzungen
    Zur Prüfung wird zugelassen, wer
    • eine mit Erfolg abgelegte Ausbildung in einem dreijährigen anerkannten Ausbildungsberuf und danach eine mindestens einjährige einschlägige Berufspraxis oder
    • eine mit Erfolg abgelegte Ausbildung in einem zweijährigen anerkannten Ausbildungsberuf und danach eine mindestens zweijährige einschlägige Berufspraxis oder
    • eine mindestens vierjährige Berufspraxis hinter der Bar nachweist.

    Allen (auch jenen, die da glauben sie wüssten schon Alles) ist anzuraten, einen Vorbereitungskurs auf die IHK-Prüfung zu besuchen.

    Es wurden zu dem Thema aber auch darüber hinaus viele ahnungslose Anregungen und ziellose Wünsche wie in einem Rundumschlag zur Diskussion gestellt.

    Kleine Historie zum Lehrberuf Barmixer:
    Die DBU hat in den 70er Jahren im letzten Jahrtausend zum ersten Mal nach dem letzten Weltkrieg den Versuch unternommen, den Lehrberuf Barmixer zu installieren.
    Ich selber habe 2003 den zweiten Versuch gestartet, den Barmixer als Beruf zu etablieren. Zwei volle Aktenordner zeugen davon, welche Ministerien, Institute, Organisationen und Medien ich gebeten habe, den Barmixer als Beruf zu forcieren.
    Das Ergebnis war damals:
    Tierpfleger und Bestatter wurden 2003 zu Ausbildungsberufen ernannt. Der Barmixer wurde wieder nicht berücksichtigt, obwohl es den Beruf des Barmixers bereits seit 200 Jahren gibt!

    Wo lagen die Hemmnisse?
    1. Die DEHOGA hatte ihr Gremium, bestehend aus Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Schulen nicht rechtzeitig auf das Thema „Barmixer als Lehrberuf“ vorbereitet, so dass der Antrag bei der Abstimmung damals in Saarbrücken abgeschmettert wurde, da die Kommission damit überfordert war, sich in der Kürze der Zeit Gedanken darüber zu machen.
    2. Die DBU-Delegation, die ich aus Zeitmangel gebeten hatte, den Termin in Saabrücken wahrzunehmen, war nicht in der Lage, meine ausgearbeiteten Argumente der DEHOGA vorzutragen bzw. die Gegenargumente zu entkräften.
    Später entstand das Hamburger Modell des Barmixers, das da wäre (Original- Wortlaut):
    „Der Auszubildende zum Restaurantfachmann kann an dem Zusatzangebot der Berufsschule „Zusatzqualifikation Barmixer plus“ teilnehmen.
    Voraussetzungen:
    Gute Leistungen im Jahreszeugnis des 1. Ausbildungsjahres, Empfehlung des Klassenlehrers und des Ausbildungsbetriebes, 120 Stunden Tätigkeit in der Bar im Verlauf der Ausbildung, zum Zeitpunkt der Prüfung 20 Jahre.
    Kosten: 160 Euro für den erhöhten Produktaufwand und die Anmeldung zur Prüfung.“

    Mein Kommentar: Da muss man mal nachrechnen, wie viele da zur Prüfung kommen, in dem Alter!? Außerdem sind 120 Stunden viel zu wenig!

    3. Die Arbeitgeber (Gastronomen und Hoteliers) bei der DEHOGA verhindern mit ihrem Veto den Barmixer als Lehrberuf, da sie die Befürchtung hegen, dass dann keiner mehr den Beruf des Restaurantfachmanns erlernen würde, für den es jetzt schon zu wenig Auszubildende gibt.

    Jörg von drinkmix.de schrieb:
    Ich finde es kritisch wenn eine Organisation von einer Elite geleitet werden soll, aber grundsätzlich eine Basiedemokratie vorhanden ist. Mit Elite ist gemeint: „führende Köpfe“. Wer bestimmt denn wer genau ein führender Kopf ist und wieviel Einfluß haben diese Personen? Die Idee eines Beirats finde ich bei solch einer Organisation beruhigender, ähnlich wie Bundestag und Bundesrat, also zwei Führungsgremien, die sich gegenseitig stetig Rechenschaft schulden und sich gegenseitig beeinflussen, aber ohne den anderen keine vollständige Legislative bilden.

    Mein Kommentar:
    Es gibt keine Gesellschaft auf Erden, die ohne Hierarchie oder Kastenform funktioniert.
    Einer muss den Häuptling machen, wenn auch nur auf Zeit, und dieser Häuptling muss die beruflichen Weihen (Barmeister) vorweisen. Die Ausübung des Amtes ist Charaktersache. Dieser Häuptling sollte für viele ein Leitbild sein, dem man nachstrebt. Er sollte zuerst die Mixerprüfung und dann die Meisterprüfung ablegen. Aus alldem sollte dann die Lobby erwachsen, die dann den Lehrberuf des Barmixers einfordert.
    Die Leute, die so enthusiastisch sind, sollten ihre überschüssige Energie in die Fortbildung zum Barmixer und Barmeister lenken. Dann hätte man ein Basiswissen, mit dem man mitreden und auf das man aufbauen kann. Man kann keine fachlichen Gespräche führen, wenn jemand nicht die fachlichen Kenntnisse hat.

    Wenn es kein Verein als Struktur sein soll, welche Plattformen gib es sonst?
    Ich verstehe zu gut, dass man aus den uns allen bekannten Gründen keinen Verein haben möchte. Ein Verein wird meist von Personen geführt, die bereit sind Enthusiasmus, Zeit und kostenlosen Einsatz zu erbringen. Der Dank ist, dass immer jemand was zu kritisieren hat.
    Diejenigen, die Wissen und Format zum Vorsitzenden hätten, sagen sich: Ich bin doch nicht blöd, dass ich mir für Gotteslohn von jedem Nullinger irgendeine unqualifizierte Kritik anhören muss. Es gibt nur zwei Arten von Vorsitzender – der eine macht es aus Eitelkeit (meistens sind dies Nullinger) und der andere macht es wegen der Anerkennung und der Vorteile, die ihm eventuell daraus erwachsen, wie auch immer diese aussehen mögen.

    Der 3. Punkt ist viel sagend und bedarf zumindest einer teilweisen Klärung.

    Eine Plattform für Bars und Bartender muss Vorbildcharakter haben und in der Lage sein klare Leitbilder zu formulieren.

    Kommentar: Gibt es schon! (Stoffkatalog und Prüfungsvorschriften der IHK für Barmixer und Barmeister)

    Sie darf nicht einem veralteten Berufsbild nachhängen und sich modernen Einflüssen verweigern.

    Kommentar: Wie ist das veralterte Berufsbild? Ich habe den Eindruck, dass Viele dieser Aussage zustimmen würden, aber keiner eine fundierte Ahnung hat, was damit konkret gemeint ist. In dieser Aussage steckt der Wunsch, das Rad neu zu erfinden, weil das Alte so alt klingt und das Neue scheinbar so „Up to date“ ist, und überhaupt Alles, was aus dem Ausland als scheinbare Mode zu uns schwappt, der letzte Stand der Erkenntnis wäre. Wer so denkt, ist auf dem Holzweg und hat keine Übersicht über den Lehrstoff und die Fachleute, die es in Deutschland gibt. Ich hatte es schon erwähnt, es gibt staatliche Prüfungen für Barmixer und Barmeister nur in Deutschland. Unser Wissensstand zum Thema Barwesen ist mindestens einer der besten in der Welt und bedarf nicht wirklich der Bar-Propheten von auswärts.

    Sie muss ein klares Interesse an einer Fortentwicklung des von ihr vertretenen Berufstandes haben.

    Kommentar: Wenn diese Leute heute schon zuwenig an ihrer eigenen Berufsbildung arbeiten, dann werden sie den Teufel tun, sich für die Fortentwicklung des Berufsstandes einzusetzen.

    Das Berufsbild des Bartenders muss stetig überprüft und den aktuellen Entwicklungen angepasst werden. (Nachtrag auf Anregung von Jörg Kalinke).

    Kommentar: Leider wird viel Unsinniges verbreitet unter der Prämisse der Aktualität. Der geschulte Fachmann schüttelt den Kopf und sagt: Die haben keine Lust gehabt das Wissen der letzten 100 Jahre zu lesen, obwohl sie vielleicht die Bücher zuhause hätten. Scheinbar ist das Lesen zu mühsam. Die aktuelle Entwicklung ist leider in vielerlei Hinsicht hinter dem, was man vor etwa 40 Jahren wusste.
    Wer sich die heutigen Cocktailbücher für 9,95 Euro wegen der schönen Bilder kauft, kann nur den Unsinn weitergeben, den er aus solchen Büchern bezieht.
    Der letzte Schwachsinn, den ich letztens gelesen habe, war das Wort „Biercocktail“. So was wird auch noch verbreitet und die Leute glauben dies, weil es publiziert wird und somit wahr sein muss.

    Die Ausbildung muss auch Quereinsteigern, das heißt Personen ohne Gastronomiehintergrund, offenstehen. (Nachtrag auf Anregung von Jörg Kalinke)

    Kommentar: Gibt es schon! (siehe Zulassungsanforderungen einer der 4 IHKs)

    Zu 5. Eine Plattform muss ….

    Eine Plattform für Bartender und Bars muss heute dazu in der Lage sein, auf allen Kanälen des sozialen Internets mit ihren Mitgliedern in den Dialog zu gehen.

    Kommentar: “ Wer soll das finanzieren?
    Eine Plattform kann sich durch die neuen technischen Möglichkeiten von den schädigenden Nebenwirkungen einer hierarchisch organisierten demokratischen Organisation befreien.

    Kommentar: Anarchismus führt nur zu Beleidigungen auf der Plattform. Wer soll die Oberhoheit haben und auf die Etikette achten?

    Dominik schrieb: Dazu kommt noch, dass mit keinem Wort Traditionen und die Wurzeln unseres Berufsstandes genannt werden. Jedoch gehoert dies fuer mich untrennbar zum Bartending dazu.

    Kommentar: Sehr gut! Man kann das Heutige und die Zukunft nicht bewältigen oder weiter entwickeln, wenn man die Erfahrungen und das Wissen der Vergangenheit nicht kennt.

    Ich habe versucht, mich so kurz wie möglich zu halten, obwohl es noch viel mehr zu sagen gäbe. Leider musste Einiges klar gestellt werden, bevor der „gordische Knoten“ nicht mehr zu entwirren ist.

    Grüße vom IHK-Prüfungsmeister für Barmixer und Barmeister

  7. drinkmix.de

    Werter Herr Barprofessor,

    zu meinem Einwurf, das der Beruf auch Quereinsteigern möglich gemacht werden muss hattest Du auf die Zulassungsanforderungen verwiesen und genau dort liegt meine Kritik und der Grund für meinen Einwurf: Es kann eben nicht JEDER diesen Beruf erlernen. Ich bin seit mittlerweile 18 Jahren hinter der Theke, immer als Nebenjob oder mittlerweile seit nunmehr 8 Jahren selbstständig, da der Nebenjob immer nur am Wochenende abgehalten wurde, wurde meine Bewerbung zur Ausbildung als Barmixer seitens der IHK abgelehnt, eben mit der Begründung, das die Zulassungsanforderungen nicht erfüllt seien. Letztmalige Bewerbung war nach meinem zweiten selbstständigen Jahr 2002.

    Bitte informiere mich doch einmal kurz, was ich falsch gemacht habe? Vielleicht zum Hintergrund meiner Person um besser urteilen zu können: Ich habe meine Leidenschaft „Bartender“ 1993 in den USA gelernt, bei einem altehrwürdigen Bartender. Ich habe ein halbes Jahr, jeden Tag an der Bar verbracht, durfte alles in einem sehr harten Programm kennenlernen, hatte keinen freien Tag (ich wollte auch keinen, auch wenn es knüppelhart war) und habe jeden Tag 12h gearbeitet. Mein Lohn war mein Lernen und ein Dach über dem Kopf und genug zu Essen. Danach habe ich damit mein eigentliches Studium finanziert, brach das Studium dann im Jahr 2000 ab, da ich mehr Zeit hinterm Tresen verbrachte, als hinter meinen Büchern. Ich meldete ein Gewerbe an, da ich nach sieben Jahren Theke nicht wieder einen Rückschritt zum ReFa oder HoFa machen wollte und finanziell auch nicht konnte. Da dieser Job aber nur ein Nebenjob war, war ich nach 10 Jahren Theke (Barback, Barmixer, Kellner, Oberkellner, Zapfer, Barista) im weltweiten Einsatz 2003 immer noch nicht qualifiziert genug um die Prüfung als Barmixer (IHK) abzulegen.
    Bin ich nichts, nur weil ich keine Prüfung bei der IHK abgelegt habe? Meine Fachkenntnis wird summasumarum also bezweifelt, weil ich nicht IHK-konform gebildet bin?
    Bitte verbesser mich, wenn ich Dich falsch verstanden habe.

    Wenn Mixology sich entschließt, mit vielen helfenden Händen, eine Plattform zu diskutieren (und weiter sind wir hier nicht), dann ist das aus meiner Sicht ein lohnender und unterstützendswerter Schritt. Deine bisherigen Bemühungen in allen Ehren, aber warum hast Du mit deinen Bemühungen aufgehört? Könnten diese Bemühungen nicht aufleben in der Gemeinschaft, diese Plattform von deinen Erfahrungen profitieren ohne Dich aufzuzehren?

    Anstoßen und enthusiastisch sein ist nicht allein das Recht der Jugend, sondern sollte mit einem Ziel vor Augen nie verloren gehen.

    Mit bestem Gruß,

    Jörg Kalinke/drinkmix.de

  8. Barprofessor

    Hallo Jörg
    Es kann JEDER die Prüfung zu dem Beruf des Barmixers ablegen wenn er eine mindestens vierjährige Berufspraxis hinter der Bar nachweist.
    Die IHKs Hamburg, Koblenz, München und Oberbayern, Südwestsachsen-Chemnitz-Plauen-Zwickau sollten Ihnen die richtige Auskunft geben können.
    Ansprechpartnerin bei der IHK-München ist Frau Gudrun Schultze Tel. 089-5116 754, Email schultze@muenchen.ihk.de

  9. tridej

    Sehr geehrter Herr Barprofessor!

    Nach positiv abgelegter Prüfung zum Barmeister- werde
    ich auch weiters nur 6,98 Euro bzw 7,50 Euro die Stunde erhalten!
    Das schlimmste jedoch, wir werden weiterhin als „Barkellner“
    bei unsem Sozialversicherungsträger angemeldet sein!
    Ausserdem- wer prüft die Prüfer? DBU? ÖBU?…
    Sind das nicht diese Typen mit dem Gockel auf Ihrem Sakko?
    Die Typen die meinen aus einer Zitrone werden „genau“ 5 cl
    Saft ausgepresst!?
    Die Typen die nicht einmal Rum von Wodka im Aroma und
    Geschmack unterscheiden können?

    Unser Beruf hat, so glaube ich vor allem in den 70 er und 80er
    mit dem Enstehen der DiscothekenBars an Ansehen und
    Wertigkeit verloren.
    Nicht jeder der einen „Gin Tonic“ einschenkt ist auch gleich ein
    Barmixer, nicht jeder der einen Caipirinha bei Aldi kauft und
    einschenkt ist auch ein Barmeister!

    Es ist nicht die Diskusion über die Ausbildung,- Kurse und Prüfungen
    kann man viele und überall ablegen, sondern
    das Verlangen nach einem „Echten“ Beruf mit den dazugehörigen
    Sozialen Absicherungen!
    Wenn es mal auch den „Beruf“ gibt, wird sich auch die Passende
    Ausbildung dazu finden!

    mfg
    tridej

  10. jpebert

    Soweit ich weiß hängt die Höhe der Sozialversicherungsbeiträge von der Höhe des Einkommens und nicht von der Berufsbezeichnung ab. Mit anderen Worten, für einen Ingenieur mit einem Einkommen von x Euro werden genauso soviel Sozialversicherungsbeiträge wie für einen Barkellner mit einem Einkommen von y Euro abgeführt, wenn x=y.

    Die Entlohnung in der Gastronomie ist nicht immer fair, zugegeben. Aber für ~7 Euro muss kein guter und erfahrener (!) Bartender arbeiten. Zumindest keiner, den ich kenne (Betonung liegt auf gut und erfahren).

    Die Diskussion in diesem Zweig des Blogs kommt ein wenig auf Abwege. Hier wird der Hoffnung Ausdruck gegeben, mit einem Ausbildungsberuf und dem zur Zeit fiktiven Abschluss als Barmixer ein höheres Gehalt zu beziehen. Wohl ein Trugschluss, eine Erkundigung bei Kollegen mit Abschluss, z.B. Köche oder HoFas sollte da Klärung bringen. Hinzu kommt, dass viele Bartender ein leichtes bis schweres Königssyndrom aufweisen (Hallo hier bin ich und ich bin auch wer). Woher das kommt weiß ich nicht genau, mit Meisterschaft im Fach hat es oft nichts zu tun. Vielleicht liegt’s am kontinuierlichen, hohen Alkoholkonsum mit einhergehender Selbstüberschätzung und verzerrter Objektivität? Wer weiß … 😉

    Ob es einen selbstständigen Ausbildungszweig im Hotelfachgewerbe zum Barmixer braucht, weiß ich nicht. Möglicherweise gibt das Feld zu wenig dafür her, evtl. wird viel bereits von anderen Ausbildungsberufen abgedeckt? Dazu müßten sehr sachlich und substantiell u.a. Fragen wie Welche handfesten Gründe gibt es, um eine Ausbildungsberuf Barmixer zu etablieren. Gibt es einen guten Ausbildungsplan? Überschneiden sich die Inhalte mit anderen Ausbildungsberufen? Wenn ja, lässt sich der Barmixer evtl. in einer bestehenden Berufsausbildung einbringen? … geklärt werden.

    Frage @Helmut: Soll die oben beschriebene Plattform Wegbereiter für den Ausbildungsberuf Barmixer werden, also ein bildungs -und wirtschaftspolitisches Instrument, oder soll es ein Werkzeug (Swiss Pocket Knife) für den interessierten Bartender sein? Hier an der Stelle tut ein wenig Steuerung der Blockdiskussion Not.

  11. Helmut Adam

    @jpebert

    Entschuldigt bitte, dass ich mich hier so spärlich eingebracht habe die letzten Tage, aber ab und zu müssen wir hier bei Mixology ein bißchen Geld verdienen. In der Tat geht es hier nicht um eine Diskussion über die Entlohnung von Bartendern. Meine Erfahrungen decken sich mit Deinen, Jean-Pierre, dass sich die Entlohnung nach dem Können eines Bartenders richtet. Aber tridej kann das gerne in einem neuen Forumspfad diskutieren, denn ein Thema, das viele Bartender umtreibt, ist es ja auf jeden Fall. Ich erinnere nur an diesen Post:

    http://www.mixology.eu/de/blog/was-verdient-ein-bartender-teil-i (Der Beitrag wurde bereits satte 2532 Mal aufgerufen!)

    „Soll die oben beschriebene Plattform Wegbereiter für den Ausbildungsberuf Barmixer werden, also ein bildungs -und wirtschaftspolitisches Instrument, oder soll es ein Werkzeug (Swiss Pocket Knife) für den interessierten Bartender sein?“

    Erst einmal bitte ich darum, das Wort „Barmixer“ hier nicht mehr zu verwenden. Das ist ein widerliches Kunstwort und – da hier ja schon geballt die Historie bemüht wurde – auch nicht durch irgendeine geschichtliche Herleitung begründbar. Es geht hier um den Bartender.

    Die Plattform, die hier angedacht wird, hat zuerst einmal das Ziel, innerhalb der Branche Standards zu definieren, an denen sich Bartender und Barbetreiber orientieren können. Aus diesem gewachsenen oder wachsenden Organisationsgrad kann sich später durchaus ein bildungs- und wirtschaftspolitisches Instrument werden. Zuerst einmal ist der Ansatz aber ganz einfach, innerhalb der Branche etwas für die Branche zu erreichen. Das ist von Tag 1 an unser Fokus mit Mixology gewesen und weiter wollen und sollten wir uns erst einmal auch gar nicht hinauswagen.

    Zu den „professoralen“ Äußerungen oben später mehr.

  12. joerg.meyer

    Eine ernst gemeinte Bitte, auch an den mir unbekannten tridej: Dieses anonyme Schreiben ist einer ernsten Diskussion nicht hilfreich, im Grenzfall ist es sogar schlechter Stil. Sicherlich, gibt es regelmässige Nutzer dieses Forum/Blogs, wie z.B. jpeber, Dominik mj oder jonas. Diese scheinen auf den ersten Blick für ganz „außenstehende“ ebenfalls teil anonym zu schreiben, sind allerdings, den regelmässigen Lesern hier ein Begriff. Sie schrieben hier keineswegs anonym. Daher meine Bitte an nicht so regelmässige Schreiber oder bekennende Neulinge wie unseren selbsternannten Professor hier: Bitte geben Sie Ihre Identität ganz bekannt. Ansonsten macht solch eine Diskussion keinen Sinn.

     

    Eigentlich wollte ich mich bei der Diskussion um Helmuts Idee um eine Plattform für Bartender zurückhalten. Andererseits, bin ich persönlich der Meinung, das die Zeilen das Barprofessor ein völlig falsches Bild von den IHK zertifizierten Barmixern und Barmeistern zeichen. Doch fange ich vorne an:

     

    Unbekannter Professor,

    eine persönliche Kritik vorab, ob der Anonymität möge Sie es mir verzeihen. Ihr angeschlagener Ton klingt altväterlich. „Hallo Enthusiasten…“ und andere Anspielungen gefallen mir nicht. Vielleicht könnte der Ton der Ansprache geändert werden?
    Ich kann Sie, „ IHK-Prüfungsmeister für Barmixer und Barmeister“ und damit sicherlich auch selber Barmeister ja verstehen: Standessicherung auf hohem Niveau. Und ich bin mir nicht sicher ob Sie meiner Argumentation folgen können. Denn ähnlich wie Sie sich hier positionieren und schreiben“all das gibt es schon bei den vier IHKs“ so werde ich mir die Frage erlauben „Und? Ob IHK Bartmeister oder nicht, wen Interessiert es?“.

     

    Ihr Grundvertrauen in den IHK Weg in Ehren scheint mir, das Sie einen Teil der langjährigen Argumentation der „Bitte Neu“ Fraktion schlicht weg ausklammern. Könnten Sie sich vorstellen, das der allen bekannte Weg über die IHK, schlicht weg nicht den Qualitätsvorstellungen vieler der „Bitte Neu“ Fraktion ausreichend erscheint?
    Ich weiss, Selbstkritik ist nicht leicht, aber besteht die Möglich das insbesondere die Stellung eines Barmeisters in Deutschland nahe der Bedeutungslosigkeit ist? Ich meine ja. Allerdings möchte ich nicht missverstanden werden. Ich sage nicht, alle Barmeister sind bedeutungslos. Ich kenne nur einige der von Ihnen genannten 70 bis 80 Barmeister. Viele von Ihnen sind fantastische Bartender. Mauro Majaub, Kent Steinbach, Enrico Wilhelm, um nur einige zu nennen (Man möge mir verzeihen, wenn ich jemanden nicht genannt habe. Es gibt bei weitem mehr!)

     

    Und selbst Deutschlands Erster Rock‘N Roll Meister Benny Braun gehört in meinen Augen in diese Top Klasse an Bartendern. Jeder auf seine Art und weise. Und wissen Sie was all diesen Personen eigen ist? Sie arbeiten fünft Tage die Woche in einer Bar. Hinterm Tresen. Bereiten Drinks zu, sind fantastische Gastgeber und oft auch hervorragende Entrepreneure. All den von mir geschätzten Barmeistern ist eines Eigen. Meine Anerkennung liegt in Ihrer Person, Ihrem Können, Ihrem Tun bestimmt – und hat Null – ich wiederhole Null Gewichtung ob Sie nun Barmeister sind oder nicht.

     

    Wenn wir heute von einem Interessenverband der Bartender reden, fragt man sich: Wo ist eigentlich die Barmeister Gilde? Was war eigentlich der Output der Barmeister in den letzten 30 Jahren? Was hat die von Ihnen hoch gepriesene Gruppe der „Häuptlinge mit beruflichen Weihen“ denn so zum Gemeinwohl des Bartenderberufs publiziert oder bewegt? Außer einer eigenen Standes Sicherung?

     

    Ich bitte auch hier nicht missverstanden zu werden. Einige großartige Charaktere unserer Profession, die auch den Titel Barmeister inne haben, haben selbstverständlich publiziert und etwas bewegt. Einige von Ihnen sind selbstständig – und machen Tag täglich einen guten Job. Nur die Gruppe der Barmeister als Vereinigung, die hier gerade so glorifiziert wird? Kann mich an nichts erinnern.

     

    Einige von den jüngeren Kollegen, die nunmehr Barmeister sind, sind ganz ehrlich. Der Meistertitel kostet einige Tausend € und auch viel Zeit. Wenn man Ihn hat, wird man Ihn nicht schlecht reden. Wie leben in Deutschland. Ein Stück Papier scheint immer noch viele Menschen zu begeistern. Soll sich jeder davon erhoffen, was er will. Mögen seine Wünsche in Erfüllung gehen. Nur eines ist sicher. Nur weil ich Barmeister bin, bin ich noch lange kein guter Bartender. Und die Reputation der Qualifikation Barmeister, nicht der des Menschen dahinter, liegt in meinen Augen bei Bedeutungslos.

     

    Jeder hat unterschiedliche Gründe sich solch einen Zettel bei der IHK abzuholen und Ihn zu nutzen. Das kann ich verstehen, nur hat der IHK geprüfte Barmeister in der Praxis, draussen in den Bars, keinen besonderen Stellenwert.
    Der Meistertitel ist kein Qualitätssiegel für unseren Beruf. Er kann sich sogar zum Karriere Killer für den angestellten Bartender entwickeln. Wenn ich die Person nicht persönlich kennen würde, wäre ein „Barmeister“ in den Bewerbungsunterlagen, oft auch ein Ausschluss für mich als Arbeitgeber. Ich würde aller Wahrscheinlichkeit keinen Barmeister einstellen. Ganz einfach: eine Führungsposition in einer Bar muss sich von unten erarbeitet werden. Jede Bar ist unterschiedlich. Sicherlich kann man, ob seiner Reputation in einer „fremden“ Bar auch oben einsteigen. Hat aber niemals etwas mit einem Meistertitel zu tun.

     

    Im Handwerk war man etwas geschickter. Der Titel Meister wurde gestärkt, da nur Ihnen die Ausbildung im Betrieb zusteht. Das macht auch hier einen Titel nicht besser. Von der Zwangsmitgliedschaft in der IHK einmal ganz zu schweigen – anderes Thema. Für die Tätigkeit eines Bartenders scheint ein Meister nunmal „Titelbedingt“ überqualifiziert.

     

    Also, fasse ich zusammen: Der Barmeistertitel interessiert niemanden da draussen in der Praxis. Harter Tobak, ich weiss. Das Gegenteil zu beweisen, ist allerdings glaube ich auch schwierig.
    Diese Selbstverständlichkeit, mit der Sie den IHK geprüften Meister somit zum Mass der Dinge lobpreisen, kann ich nur auf voller Linie widersprechen.

     

    Abschließend lassen Sie mich noch sagen: Sie haben ein falsches Bild von den Personen, über die Sie hier reden. Die Altväterliche Anmassung schwingt mit bei Sätzen wie diesen hier

    “Kommentar: Leider wird viel Unsinniges verbreitet unter der Prämisse der Aktualität. Der geschulte Fachmann schüttelt den Kopf und sagt: Die haben keine Lust gehabt das Wissen der letzten 100 Jahre zu lesen, obwohl sie vielleicht die Bücher zuhause hätten. Scheinbar ist das Lesen zu mühsam. Die aktuelle Entwicklung ist leider in vielerlei Hinsicht hinter dem, was man vor etwa 40 Jahren wusste.?Wer sich die heutigen Cocktailbücher für 9,95 Euro wegen der schönen Bilder kauft, kann nur den Unsinn weitergeben, den er aus solchen Büchern bezieht.„

     

    Ein Großteil der Bartender, die Sie hier kritisieren, haben glaube ich mehr historische Literatur gelesen, als Sie erahnen können und diese auch verstanden. Würde die Barmeister in Ihrer Prüfung den Wissenstandes der hier kritisierte Bartender abfragen, hätte die Prüfung zum Barmeister wahrscheinlich auch wieder eine Anerkennung. Das Lesen ist nicht mühsam.

     

    In Jungen Jahren, als diese „Mysterifizierung“ des Meisters auch noch bei mir gewirkt hat, wollte ich es wissen und habe über 100 DM für Drei Bände von einem Deutschen Bar Meister ausgegeben. Drei Bände, unglaublich hässlich, über tausend Seiten, und tausenden von Rezepten.
    Das schlechteste Buch was ich mir je gekauft habe. Rezepte oft unbrauchbar. Einzig die Vielzahl der erklärten Kategorisieren ließ den Kauf rechtfertigen. Aber auch hier – völlige Praxis ferne.

    Für ein Wissensbuch, zum Nachschlagen nicht zu gebrauchen. Quantität ist nicht Qualität. Für ein Praxisbuch viel zu Realitätsfern. Das war meine Erfahrung mit stark beworbener Meisterliteratur.
    Es gibt gute Bücher, einige sind von Meistern. Der Meister allein hilft nicht.

     

    Und Ihre Bemerkungen über den Einfluss von Internationalen Trends in unsere Branche sind erschreckend engstirnig. Bartending ist International. Das die Deutsche Bar heute International Ernst genommen wird, ist zu NULL Prozent Verdienst eines BARMEISTER Titels oder auch des Vereins DBU. Wohl haben sich Mitglieder dieses Vereins und auch einige Meister, siehe Mauro, international die besten Reputationen verdient – hat aber nicht mit DBU Mitgliedschaft oder Meistertitel zu tun.

     

    Abschließend eine kurze Empfehlung zur Plattform Diskussion:
    Ganz sicher sollte so etwas neu aufgestellt werden. Berufsbild Barmixer und Barmeister sollten dabei nicht berücksichtig werden. Und die IHK schon lange nicht.

     

    Mit freundlichen Grüßen (vom Bartender)

     

    Jörg Meyer • Hamburg

  13. Cowboy1485

    Guten Tag,
    ich verfolge aufmerksam von Beginn an diese Diskussion. Finde manche Dinge ganz gut einige Sachen etwas Sinnlos. Dazu gehört z.B. die Diskussion um den Barmixer/Barmeister, die IHKs, Verein/Verband/DBU.
    Vieles das hier diskutiert wird, wurde an andere Stelle schon so oft ohne Ergebnis diskutiert, dass es bald schon nicht mehr war ist und es auch langweilt sich darüber zu unterhalten.

    Als aller erstes bin ich immer noch nicht genau dahinter gekommen welches Ziel verfolgt werden soll. Die fünf Thesen verstehe ich // Sind die als „Satzung“ oder „Kodex“ gedacht?. Soll daraus eine Art Verband (ja das Wort ist gestrichen ich weiß) eine freie Vereinigung oder was auch immer werden? Eigentlich nur ganz kurz: Was will man erreichen? Eine Plattform in welcher Form soll entstehen?

    @Jörg: Ich finde es toll was du schreibst. In vielen Punkten greifst du Gedanken auf, die der Diskussion fehlen auch wenn diese teilweise die Diskussion nicht voran bringen sondern nur auf schon diskutierte Punkte aufmerksam machen. (Meine Ansicht)
    Aber eine Frage möchte ich Dir und auch allen anderen hier stellen:

    Habt Ihr schon einmal erlebt, dass sich Köche in der Öffentlichkeit gegenseitig auf- bzw. abwerten?
    Oder sich über Ihre Gäste in der Öffentlichkeit auslassen?

    Viele Grüße

    Fabian Schulze, Stuttgart

  14. gruenblinder

    Hallo,
    nachdem sich die DIskussion etwas auf Reputation, Bezahlung und Titel zugespitzt hat, möchte ich doch auch noch meine bescheidene Meinung äußern.
    Ich möchte hier denn auch nicht als Bartender, sondern vor Allem als Ökonom sprechen, um vielleicht ein paar weitere Aspekte einzustreuen, zu der Welt da draußen.

    In der klassischen ökonomischen Theorie ist es ja so, dass neben der allen bekannten Nachfrage regelt das Angebot Regel auch gilt, das jeder nach seiner Produktivität bezahlt wird. Das findet ja eigentlich immer dann statt, wenn es einen funktionierenden Wettbewerb gibt und keine anderen Hindernisse das Ganze (negativ) beeinflussen.

    Wenn ich nun, wie Herr Meyer vermutet, nicht davon ausgehen kann, dass der Barmeister (oder gar Professor) meinem Laden mehr bringt (also den Drinkumsatz erhöht, die Kunden durch ausgesprochene Gastgeberqualitäten zufriedener macht oder mit seinen Kontakten dafür sorgt, dass die Qualität meiner Bar steit), dann werd ich ihm auch nicht mehr bezahlen (im zweifelsfall auch nicht mehr bezahlen können), als jemandem der keinen solchen Titel hat. Reine Titel zu bezahlen ist deshalb für Arbeitgeber selten ein lohnendes Geschäft

    Viel wichtiger ist, und dies ist auch das auf das hier, meinem Verständnis nach abgezielt wird, ist, dass man dem Kunden (und bei hochwertigen Bars bewegt sich dieser Kunde gerade von einem erlesenen Kreis etwas in die Mitte der Gesellschaft) ein Signal senden kann: Aha, hier ist einer der versteht was von seinem Fach. Hier arbeitet jemand, der kann perfekte Drinks zaubern, der kann diese zuverlässig wiederholen, der hat einen eigenen Stil, und vor allem der weiß, wie er mir einen angenehmen Besuch bereitet. Wenn eine Bar dieses Image aufbauen kann, dann wird sie ihre Kunden bekommen. Und der wie auch immer geartete Titel des Barmannes wird nur dann einen Wert haben, wenn er genau das für den Kunden bedeutet. Und diese öffentliche Wahrnehmung findet nicht statt! Und meine, zwar nur anekdotische, Evidenz beim Besuch sog. „Barmeister“ zeigt mir, dass die Ausbildung das auch nicht wirklich zu vermitteln scheint. Und deswegen hat der Titel für mich als Kunden keinen Mehrwert. Den Mehrwert geben mir derzeit nur Empfehlungen, nur persönliche Kontakte. Da gibt es keine wirkungsvolle (offizielle) Instanz, die mir da hilft. Und eine Plattform im Sinne von Mixology’s Vorschlag könnte diese clearing Instanz darstellen, glaube ich zumindest. Wenn es die IHK sein soll, von mir aus auch die IHK. Aber mit den bisherigen Regularien und Methoden zweifel ich diese Fähigkeit an. Und als Barbesitzer würde mich vermutlich ein abgeschlossenes Alconomics-Training mehr überzeugen.

    Zuletzt noch eine Anmerkung zum Handwerker Vergleich: Es ist wichtig sich auch daran zu erinnern, dass Handwerker meist dann engagiert werden, wenn man sie braucht, um irgendetwas (vom Handwerk unabhängiges) zu erschaffen. Eine Bar besucht man in der Regel in seiner Freizeit. Und man gibt dort das frei verfügbare Einkommen (also das Einkommen abzgl. aller Pflichtzahlungen, zu denen ich eben auch die für den Monteur, Bäcker o.ä. zähle) aus. Die Barkultur wie die hier diskutierenden sie pflegen und vorantreiben möchten dient als Gegenpo zum Pflichtprogramm des Kunden. Daher ist hier besondere Vorsicht walten zu lassen. Negative Erfahrungen schlagen hier nämlich deutlich stärker zu buche und lassen den Kunden sich vom guten Drink abwenden, als es Pflichtzahlungen tun.

    Das wollte ich nur mal von rein ökonomischer Seite zu bedenken geben (auch wenn ich weiß, dass auch diese Sichtweise stark vereinfacht und keineswegs vollständig ist).

    Beste Grüße,
    Johannes Schneider, Freiburg

  15. Laura.Schacht

    So, auch ich habe mich bis jetzt zurück gehalten… aber ab und zu ist man einfach in der Stimmung, mal seinen Senf dazu zu geben. In diesem Sinne:

    Ich finde die Idee der Plattform großartig, auch den Mut und den Enthusiasmus, das alles anzupacken.

    @ tridej: ach und jetzt sind wieder wir Studenten schuld??? Danke, dass mag ich ganz besonders gerne!!! (Und nur so nebenbei: Die Poteste sind zum Teil sehr gerechtfertigt, oder warum soll ich dieses Semester u.U. das DOPPELTE an Semestergebühren zahlen? Warum werden die Lehrstühle mit Professoren Besetzt, die unheimlich viel publizieren, aber unheimlich wenig Ahnung davon haben, wie sie es sinnvoll an die Studenten weiter geben? Bei 150 Studenten auf einen Prof – ehrlich gesagt wäre mir das auch ein bisschen zu viel und qualitativ nicht mehr vertretbar! …ich könnte jetzt noch ein wenig weiter Abschweifen, aber ich bezweifle, dass du Ahnung davon hast, was an Unis abgeht!)

    Ja, natürlich gibt es einige, die während ihres Studiums das Geld in einer Bar verdienen, aber es gibt auch genügend, die in Boutiquen stehen, in der Küche, in Restaurants, Shops etc. arbeiten. Ich befürchte die Bars werden also nicht alleine von „unwissenden Idioten“ besetzt! Zu dem: Warum soll es zwingend nur eine Lösung sein, um sich sein Studium zu finanzieren? Ich mache das genau auf diesem Weg, aber es ist mit Abstand der schönste Job, den ich mir vorstellen kann und ich hege sehr Große Leidenschaft für ihn! Zudem kenne ich eine Reihe wirklich guter Barkeeper die erst durch ihren „Nebenjob“ zu dem wurden was sie sind und ihr Studium z.T. dafür an den Nagel gehängt haben.
    Und das mit dem Besserwisser? Bist du Student??? Na dann hättest du mit dem Besserwisser recht!

    Und du brauchst dich auch nicht wundern wenn wir Akademiker auf dich herab schauen, du scheinst ja auch eine Menge unbegründeter Vorurteile gegen uns zu hegen… Wenn mir nicht weiter Menschen wie du die Laune verderben, könnte ich mir unter Umständen vorstellen, meine universitäre Ausbildung dazu zu nutzen, den Beruf der Bartender etc. in der Öffentlichkeit zu unterstützen! Da kommt mir doch gerade aber eher Lust das „Pack“ auszusieben!!!

    @ Barprofessor:
    erheiternd zu hören, dass es auch ohne gastronomische Ausbildung möglich ist, die IHK-Prüfung abzulegen, aber wie wir gehört haben, ist dieses nicht für Menschen möglich, die den Job nicht als Vollzeit ausführen. Sind wir deshalb zu dumm dazu? Haben wir weniger Ahnung?

    @ Cowboy1485:
    Ja, vieles was hier steht, fand schon Anklang, aber es scheint, als gäbe es immer wieder Menschen, die nicht alles verstehen, also lieber ein, zwei mal mehr wiederholen. Es noch mal zu lesen schadet ja nicht wirklich und zu wissen, dass es dieses Mal noch ein wenig mehr Personen erreicht hat, ist doch schön zu wissen.

    Zu deiner Frage: Ehrlich gesagt habe ich mich noch nicht auf Foren von Köchen rumgetrieben… die Köche, die ich aber selber kenne lassen ihren Frust gerne nach Feierabend bei uns an der Bar raus…
    Zudem ich auch der Meinung bin, dass Köche relativ wenig direkten Kontakt zu ihren Gästen haben. Mag vielleicht bei offenen Küchen etc. variieren, ich bin mir aber sicher den direkten Kontakt haben eher wir an der Bar.
    Ich werde aber in naher Zukunft vermehrt darauf achten, vielleicht lässt sich ja eine Richtung festlegen, in die deren Gespräche tendieren.

    die besten Grüße aus Zürich an die Bars der Welt – mit sicherlich vielen guten studentischen Aushilfskräften!

    Laura Schacht
    Aushilfsbartenderin aus Leidenschaft

  16. Robin

    Kleine Bemerkung zu der Barmeister-Diskussion:

    3 Barmeister und einige Barmixer sind in 14 Jahren Bar in unseren Häusern hervorgegangen.
    Bei allen war der Antrieb nach mehr Input und die Neugier für die Entscheidung zu dieser Ausbildung ausschlaggebend. Alle berichteten über eine intensive und tolle Erfahrung. Eine Art ultimativer Fleiß- und Kopfarbeit in 4-5 Wochen. Zurecht waren sie alle Stolz auf ihr Erreichtes.

    Positiver Effekt für die Bar? Null. Die Bartender waren vorher (und nachher) allesamt aufmerksame und gute Gastgeber und haben tolle Drinks gemacht. Nicht einer kam nach der Ausbildung mit auch nur einer wirklich netten Neuerung oder Idee für unsere Bars oder hat auf andere Art und Weise das erworbene Wissen nutzbar gemacht.

    Und einer von meinen Bartendern, der das alles nicht gemacht hat, ist heute ein Traveling Mixologist, der exzellente Drinks produziert…

    Für mich ist diese Ausbildung im Baralltag ohne jede Relevanz.

    Robin Weiss

  17. tridej

    @Laura;

    Ausnahmen bestätigen die Regel!
    Es geht darum dass der Beruf eines Bartenders, wenn
    man Ihn in der Gesellschaft auch als solchen einmal wirklich anerkennt,
    er auch wahrscheinlich eine äußerst hohes Ansehen
    besitzt, bzw. besitzen würde!
    Wir Bartender sind es, zu denen Menschen aus allen
    Schichten, nach Feierabend Ihre Freizeit verbringen!
    Viele von Ihnen laden dann Ihren „psychischen“ Müll
    bei uns ab, für manche sind wir Ratgeber in der Not,
    für andere nur Unterhalter und für den ein oder anderen
    auch ein Clown!
    Der Beruf eines Bartenders, aus meiner Sicht gesehen,
    sollte ein umfassendes Studium in Sprachen, Geschichte,
    Geographie, Physik und Chemie, Biologie, Medizin, usw.,…
    um nur einige Gegenstände
    zu nennen, beinhalten! Mann könnte daraus durchaus ein richtiges
    Studium machen- z.B. Vergleichbar mit einem Ingenieur oder Magister.
    Wir Bartender sind es, ohne ein Oberlehrer sein zu wollen, welche
    euch Gästen, euren Feierabend mit Geschichten und Mythen, mit dem
    nötigen Drinks versüßen!
    Wir Bartender sind es, welche mit ausgefeilten Aperitifs euch euer Essen
    erst richtig schmackhaft machen!
    Wir Bartender haben auch nach einem fetten Essen den richtigen Digestiff
    bei Hand um die Verdauung anzuregen!
    Und-
    ich habe kein Problem damit wenn Menschen und Akademiker herablassend
    auf mich schauen- In meiner Profession, bin ich ein „Diener“ der für euch da ist!
    Solche Gäste habe ich genug und eines kann ich Dir sagen- die lieben mich
    dafür, Sie schätzen meine Drinks, Sie mögen meine Geschichten und vor allem
    Sie kommen immer gerne wieder zu mir- auch wenn ich eben „nur“ ein Bartender
    bin!

    Leider habe ich noch keinen Akademiker/ in kennengelernt welcher sich für unsere
    Interessen einsetzten würde, zumal die meisten doch mit und in Ihren Berufen viel
    Zu beschäftigt sein werden, um einen Bartender ernsthaft zu unterstützen.
    Auch hier gilt: Ausnahmen bestätigen die Regel!

    zum Wohle!
    @all
    Dejan Trifunovic, Bartender in Wien

  18. Dominik.mj

    Tatsaechlich liess mich der Einwand von Barprofessor innehalten… eigentlich brachten die Diskussionen ja nicht sehr viel Neues.
    Ich musste mir ueberlegen: warum bin ich kein Barmeister geworden?

    Die Antwort: mein Gehalt war nicht im Entferntesten ausreichend, um den Arbeitsausfall und die Gebuehren aufzuwiegen; und – nach reichlicher Ueberlegung bin ich zu dem Schluss gekommen, dass mir der Lehrgang eigentlich ueberhaupt nichts bringt [ausser neue Leute kennen zu lernen – und „Fun zu haben“…

    Dazu: ich habe mich gruendlich mit dem Stoffplan auseinandergesetzt. Und leider konnte ich kaum zu den diversen Themen 100%ig zustimmen! Die Rezepte die gelehrt werden sind teils mittelmaessig bis schlecht; DBU und IBA Rezepte von Sex on the Beach bis Orgasm sind recht… gegenstandslos. Und die Lehrbuecher von Bar Meister, sind teils gespickt von Halbwahrheiten und unverifizierte Informationen. Der Stil hat mich nicht wirklich ueberzeugt.
    Wenn man dagegen den Lehrplan eines Handwerkermeisters sieht, werden wesentlich weniger kontroverse Dinge gelehrt und wesentlich mehr Hintergrundwissen.

    Die Einwaende von Joerg kann ich zum Grossteil nachvollziehen!

    Fuer mich immer noch ein recht wunder Punkt: die Verdienstmoeglichkeiten! Koeche verdienen meines Erachtens deutlich mehr und ein guter Chef de Cuisine muss nicht unbedingt die Karriereleiter weiter heraufsteigen, um verantwortungsvoll an seine Zukunft zu denken !
    Ich als Bar-Mitarbeiter muss immer zwischen gesicherter Zukunft und der Integritaet zu meinem Beruf entscheiden – selbst wenn ich sehr viel Erfahrung […] habe. Das macht wenig Sinn.

    Um ehrlich gesagt, beschaeftigt mich immer noch, wie diese Platform aussehen soll – auf welchen rechtlichen / gesellschaftlichen / logistischen Beinen sie stehen soll!

    Ich habe immer noch nicht komplett verstanden, was das Ganze soll [ganz offen gesagt, ohne jeglichen Sarkasmus].

    Mich hat der Einwand von Barprofessor, dass es die Kurse zum IHK Barmixer / Barmeister gibt nicht ueberzeugt, da eine direkte Ausbildung unumgaenglich scheint… Koch ist ein Ausbildungsberuf. Die Weiterbildung z.B. zum Diaetkoch macht Sinn… es ist das gleiche Feld, nur wesentlich spezieller – dagegen ist das Feld des Hotelfachmann sehr weit gestreut – man lernt kaum etwas spezifisches – und Restaurantfachleute, konzentrieren sich zum Grossteil auf Restaurants – nicht auf die Bar.

    Was ich traurig finde, ist die „Leidgeschichte“ von Barprofessor, der vor der DeHoGa scheiterte, den Ausbildungsberuf des Barkeepers vorzubringen. Jedoch scheint es tatsaechlich noch Hoffnung zu geben…

  19. vaskoflair

    Hallo zusammen,
    ich schreib jetzt auch mal. Bitte um Verzeihung wenn halblegastenischen Ergüsse Unmut erzeugen sollten, bin Ausländer.
    Ich versuche mal meinen Post in drei Teile zu teilen:
    1. Sachlich: Plattform mit dem Ergebnis Ausbildungsberuf
    2. Auf Helmut Adams Post (On Dezember 2nd, 2009) antworten
    3. Meine niederen menschlichen Bedürfnisse befriedigen, indem ich auch ein
    bisschen
    Polemik in die Runde werfe und gegebenenfalls in dieser Art auf Kommentare
    eingehe.

    1.
    Als ich die Thesen zum ersten mal gelesen hatte, war mein erster Gedanke: „Da mag aber jemand die DBU gar nicht und versucht die ach so publiken Verfehlungen (deren Hintergründe ich nicht kenne und nicht weiß aus welcher Veranlassung das eine so läuft oder gelaufen ist) besser zu machen.

    Ich lasse das so stehen, weil es einfach der Eindruck war der sich mir geboten hat. Soll auch keine Wertung darstellen, weder zur einen, noch zur anderen Seite.

    Als nächstes, beim durchlesen der Thesenpunkte was eine Plattform nicht darf, kam mir der Gedanke: „Eine Plattform macht das nicht, das machen Menschen.“

    Bei Thesenpunkt 2 musste ich mich die ganze Zeit fragen: „Nach welchen Gesichtspunkten und wer bestimmt den das?“

    Danach stellte sich mir auch die Frage: „Darf man solche Thesen ohne Antithesen aufstellen, oder ohne eine Miteinbeziehung von Lösungen, Durchführbarkeitsprüfung, Praktikabilitätsprüfung und Gesetzlichen Bestimmungen“

    Nachdem Jörg Kalinkes Anmerkungen als Änderung eingebettet wurden fragte ich mich: „Sollte man vielleicht jemanden politwissenschaftlich versierten in diese Diskussion miteinbeziehen und vielleicht auch einen Anwalt mit entsprechender Kompetenz?“

    Weiter keimt in mir die Frage auf, ob der Faktor Mensch nicht eventuell bei einer solchen Thesenerhebung eine Rolle spielen sollte. Wenn ja sollte man dann auch über eine von außen regulierende unabhängige Institution, vergleichbar mit der Aufgabe des Bundeskartellamt, nachdenken .

    Was ist mit Betriebsblindheit, ich erfahre viel zu oft wie wenig ich eigentlich sehe und werde oftmals von Menschen daraufhin gestoßen, die Gott sei Dank nichts mit der Sache zu tun haben (ok. Das ist polemisch, 1 mal darf man). Sollte man nicht Menschen miteinbeziehen die „keine Ahnung“ haben, um neutral beurteilen zu können?

    2.
    „Die vergangenen Jahrzehnte haben gezeigt, dass „die Politik“ kein Interesse hat, für diese Branche einen Ausbildungsberuf anzudenken. Der Herr von der IHK, der an der Podiumsdiskussion auf dem Bar Convent Berlin 2008 teilnahm, hat dies ganz klar und trocken dargelegt. Für die Politik sind wir schlicht nicht existent. Wieso sollten wir auch? Wir sind Nische ohne Lobby. Wenn man das einmal begriffen hat, kann man eigentlich ruhig schlafen, sarkastisch ausgedrückt. Wir haben schlicht nix zu verlieren!“

    Ich habe einen Freund der vor ca. 2-3 Jahren seinen Barmeister gemacht hat und den dazugehörigen ADA und sich irgendwann gewundert hat warum er den jetzt im ADA Lehrgang sitzt und Geld bezahlt wenn er nicht Ausbilden kann (ADA obligatorisch für den Meister). Also setzt er sich in Bewegung und fängt mal so an zu Fragen. Erst mal an die Zuständige Stelle, dann weiter über DIHK, hin zum bmbf. Im Gegensatz zur Aussage der Podiumsdiskussion, stellten die Damen und Herren mit denen er sich unterhalten hatte ein gänzlich anderes Bild, über die Möglichkeit den Barmann als Ausbildungsberuf aufzunehmen.
    Wenn ich es richtig verstanden habe, eigentlich genau die gleichen, wie bei den vorangegangenen Vorstößen wie z.B. auch bei „Barprofessor „erwähnt. Wobei es wohl auch noch mehrere andere dieser Vorstöße gegeben hat.

    Aber was halt bleibt, ohne Erfolg.

    Mein Freund schildert die Situation so – eigentlich geht es ums übliche.

    Das bmbf will Zahlen, sprich nachweisliche Auszubildende und Ausbildungsbetriebe. (Wer entscheidet ob ein Ausbildungsbetrieb befähigt ist auszubilden ganz genau die Zuständige Stelle).

    Die DIHK will keinen eigenständigen Ausbildungsberuf sondern sieht nur die Möglichkeit, einer Zusammenlegung der ersten beiden Lehrjahre mit anderen Gastronomischen Ausbildungsberufen und danach die Teilung in den „Besonderen Teil“.

    Die Dritte Überlegung die mein Freund anstellt, ähnlich wie auch bei dem Vorstoß von „Barprofessor“ unter Hemmnisse zu lesen:

    „Wer hat was dagegen das es diesen Ausbildungsberuf gibt und warum?“

    „Wer möchte sich vielleicht sein Andenken damit machen oder hat andere Interessen und verhindert auf diesem Weg ein Zustandekommen?“

    3.

    Vasko Lalic

  20. karim

    Mojn alle Zusammen,
    Aus eigener Erfahrung kann ich mich recht Gut an einen Besonderen Tag, der mir im Zusammenhang mit dem Thema einfällt versuchen zu rekonstruieren.
    Generell finde ich es sehr gut, so ein schwieriges, meist sehr unterschätztes Thema, anzupacken.
    Ich erinnere mich, wir schrieben das Jahr 1994 ( die DBU war in diesen Tage sehr unter Kritik gekommen) , Es war ein Tag wo Worte wie D eutsche B ademeister U nion etc. vielen
    Wir ( Bartender im raum Hamburg) haben erstmalig den Versuch unternommen, Unseren Unmut mit Taten folgen zu lassen, so verfassten wir ( kann mich nicht mehr genau erinnern wer am Anfang alles dabei war, deswegen werde ich hier mal keine Namen erwähnen( auf jeden fall Ole, Omid und Ali), den Entschluss ein Meeting unter dem Motto UBS ( nein nicht Ole & Franks UBS) sondern United Bar Szene,
    als innovatives Alternative zur DBU.

    Also versanden wir einige Flyer ( nur wenige hatten E-Mail) und trafen uns im Cairos zur ersten gemeinsamen offenen Diskussions- Runde.
    Einige Themen der Diskussion:
    -Ausbildung
    -Gemeinsame Arbeitsanforderung die für alle gelten sollen
    -Einkaufsgemeinschaft
    -ökologisches Arbeiten
    -Ein Vergütungs-System für angagierte Mitglieder
    -Eine neue Ausrichtung und einen gemeinsamen Leitpfad für Rationelles Arbeiten.
    -Indoor Werbung und Kooperationen mit der Industrie und wie diese Vergütet werden.

    Entwicklung neuer Produkte und anderes was mir nicht mehr einfällt.

    Am Ende wurde viel Diskutiert aber es kam wenig von anderen Teilnehmer heraus.
    Wir hatten trotzdem nicht aufgegeben und der harte Kern gründete UBS.
    Einige Punkte setzten wir trotzdem durch wie Delivery ( Beginn von UBS GmbH)
    gemeinsames Einkaufen und Einkäufe beim Großmarkt ohne Kartonage in wieder verwendbare Polycarbonat Boxen waren nur einige ( sehr unlukrative) Projekte .

    Ich bin persönlich der Meinung das das Reunion auch gut neben der DBU funktionieren kann.
    Eventuell auch inspirieren kann.
    Viele Grüße aus HH, ich Muss los

    Karim el Hamami
    Hamburg
    Tel.: +49-40-480031-91
    +49-171-2155580
    hamami@apssupply.com

  21. Barprofessor

    Zum Thema Barmixer und Barmeister:

    Ja, ich hab es gelesen, Ihr wollt „Bartender“ genannt werden. Auf der IHK-Urkunde steht dennoch „Barmixer“ bzw. „Barmeister“ auf deutsch geschrieben.
    Im Zuge der Europäisierung sollte man eventuell die Begriffe „Bartender“ und „Master of Bar“ bzw. „Master of Barkeeper“ erwägen.
    Es scheint, dass so mancher Kommentator vor lauter Kraft (Fachwissen) schon nicht mehr gehen (sich weiterbilden) kann. Meistens sind es diejenigen, die es am nötigsten hätten.
    Wen wird wohl der Personalschef einstellen von den zwei Bewerbern? Jenen mit dem Abschluss IHK-Barmixer/IHK-Meister oder den Bartender ohne Prüfungszeugnis?
    Dass der Barbetreiber aus Hamburg auf keinen Fall einen Mitarbeiter mit IHK-Abschluss einstellen würde, ist ein verständlicher Fall. Die Adresse „Barprofessor“ war erst bei der zweiten Anmeldung entstanden, mit der ich aber im doppelten Sinne scheint es ins Schwarze getroffen habe. Dem Herrn Jörg Meyer aus Hamburg möchte ich ohne bösartig sein zu wollen erwidern, dass er sich offensichtlich nicht recht informiert hat über das Thema, zu dem er schreibt und dadurch falsche Informationen streut.
    Er unterstellt mir „Standessicherung auf hohem Niveau“. Das war nicht meine Absicht und wenn man meinen Text genauer liest, wird man es auch erkennen. Ich wollt nur allen einen Ansporn zur Barmixer- oder Barmeisterprüfung geben. Ich selber brauche keine Standessicherung. Wir haben es alle gelesen und haben es auch verstanden, dass Er keine fremden Götter neben sich duldet – ist ja schon gut.

    Sie schreiben: „Könnten Sie sich vorstellen, das der allen bekannte Weg über die IHK, schlicht weg nicht den Qualitätsvorstellungen vieler der „Bitte Neu“ Fraktion ausreichend erscheint?“

    Mein Kommentar: Wem das nicht ausreichend ist, der kann ja neuerdings mit dem Barmeistertitel ohne Abitur die Zulassung zur Uni bzw. FH anstreben und z.B. Lebensmitteltechniker oder BWL studieren.

    Sie schreiben: „Was hat die von Ihnen hoch gepriesene Gruppe der „Häuptlinge mit beruflichen Weihen“ denn so zum Gemeinwohl des Bartenderberufs publiziert oder bewegt? Außer einer eigenen Standes Sicherung?“

    Mein Kommentar: Wer nur sich sieht, wird das was um ihn herum ist nicht sehen.

    Ein guter Vorschlag, dass mit der Barmeister Gilde, sollte man aufgreifen. Das wäre dann eine Standessicherung.

    Sie schreiben: „Ein Stück Papier scheint immer noch viele Menschen zu begeistern. Soll sich jeder davon erhoffen, was er will. Mögen seine Wünsche in Erfüllung gehen. Nur eines ist sicher. Nur weil ich Barmeister bin, bin ich noch lange kein guter Bartender. Und die Reputation der Qualifikation Barmeister, nicht der des Menschen dahinter, liegt in meinen Augen bei Bedeutungslos.“

    Mein Kommentar: Als Kleinkind habe auch ich gedacht, es reicht ein guter Mensch zu sein, um im Leben voran zu kommen. Aber leider kam dann die Schule mit den Schulnoten und all die anderen Prüfungen mit dem „Stück Papier“, das man im Leben eventuell erhält. Und warum all diese „Stücke Papier“? Das alles nur, weil man den Lebensunterhalt und auch gerne etwas mehr verdienen sowie die gesellschaftliche Anerkennung erringen möchte. Wie lächerlich scheint das in Ihren Augen zu sein.

    Sie schreiben im Absatz: „Jeder hat unterschiedliche Gründe sich solch einen Zettel bei der IHK abzuholen und Ihn zu nutzen. Das kann ich verstehen, nur hat der IHK geprüfte Barmeister in der Praxis, draussen in den Bars, keinen besonderen Stellenwert.“

    Kommentar: Ich glaube Sie unterschätzen das System, das Ihre und meine Vorderen seit Adam und Eva eingeführt haben. Ich verstehe, dass Sie keine Kastenform haben möchten, aber auch sie Leben in solch einer und haben sich auch auf irgendeine Art und Weise dem gesellschaftlichen System unterwerfen müssen.

    Sie schreibt im Absatz: „Also, fasse ich zusammen: Der Barmeistertitel interessiert niemanden da draussen in der Praxis. Harter Tobak, ich weiss. Das Gegenteil zu beweisen, ist allerdings glaube ich auch schwierig.
    Diese Selbstverständlichkeit, mit der Sie den IHK geprüften Meister somit zum Mass der Dinge lobpreisen, kann ich nur auf voller Linie widersprechen.“

    Mein Kommentar: Die Meister, übrigens in allen Berufen, sind das Maß der Dinge, ob direkt oder indirekt, wer sonst? Wir alle sind im täglichen Leben auf irgendeinen Meister angewiesen, der etwas fachlich meisterlich für uns erstellt. Wer keinen Mixer- oder Meistertitel hat, man muss es offen sagen, ist im Grunde genommen ein Hilfsarbeiter in der Bar bzw. hinter dem Tresen!
    In diesem Zusammenhang mein Kommentar an „tridej”
    Dies erklärt auch die Entlohnung, die Sie in Ihrem Artikel angesprochen hatten und die Bezeichnung Kellner bzw. Barkellner bei denn Sozialversicherungsträger.
    Tja, das habe ich nicht erfunden, das waren unsere Vorderen, die diesen Begriff „Hilfsarbeiter“ geprägt hatten.

    Zu dem Rest der Ausführung aus Hamburg, ab dem Absatz: Ein Großteil der Bartender, die Sie hier kritisieren, haben glaube ich mehr historische Literatur gelesen, als Sie erahnen können und diese auch verstanden. Und so weiter …………

    Mein Kommentar: Schade, das Sie offensichtlich ein Trauma mit den IHK-Barmeistern, DBU, IHK und anderen berufsrelevanten Stellen haben. Man hätte sonst vielleicht tatsächlich fachlich Futuristisches mit Ihnen erarbeiten können, aber man braucht halt all die genannten Institutionen, um etwas zu bewegen.
    Dennoch war Ihre anarchistische Meinung ein Vergnügen mit all dem, was auch zwischen den Zeilen steht.
    Nichts für ungut.

    Zur Frage vom tridej
    Ausserdem- wer prüft die Prüfer? DBU? ÖBU?…

    Meine Antwort: Die IHKs ernennen die Mitglieder des Prüfungsausschusses aus dem Kreis von Arbeitnehmer, Arbeitgeber und Schulen, der paritätisch zusammengesetzt sein muss.
    ÖBU ist der österreichische und DBU der deutsche Berufsverband. Beide haben keinen direkten Einfluss auf Prüfungen. Mitglieder des Prüfungsausschusses dürfen der DBU und der ÖBU angehören, müssen aber nicht.

    Zu Herrn Schneider:
    Wenn Sie als Ökonom nicht wissen,wie Sie einen bei Ihnen beschäftigten IHK-Barmixer/in oder IHK-Barmeister/in gewinnbringend einsetzten und verwerten können, tja, dann hilft nur ein BWL und PR-Studium. Übrigens, das sind Fächer, die auch bei einem Barmeister vermittelt und geprüft werden!
    Ich kann Sie beruhigen, Sie haben wirklich keine Vorstellung, was ein Barmeister alles können muss, um die Prüfung zu bestehen.

    Zu Frau Schacht:
    Sie können als Studentin auch nicht jedes dritte Semester einen Schein machen, um dann nach 10 Jahren als Hobbystudentin das Studium zum erfolgreichen Abschluss zu bringen.

    Zu Herrn Weiss:
    Wenn man nach einer bestandenen Prüfung nicht umgehend den Wissenszuwachs in die Praxis umsetzt, gehen bis zu 90% des Gelernten verloren. Nicht selten fällt man zurück zu dem, wie man es vorher schon gemacht hat. Daher heißt es: Zum Mixer bzw. Meister wird man erst nach der Prüfung. Aber nur, wenn man das erworbene Wissen auch sofort umsetzt.
    Häufig sagen die Kollegen und der Arbeitgeber im Betrieb: „Jetzt nach der Prüfung kommt er und will Alles umkrempeln“. In einem bereits funktionierenden Laden müsste man dann gegen den Strom schwimmen.
    Es ist häufig, übrigens in allen Berufen, zu beobachten, dass man sich auf den Titel-Lorbeeren ausruht und sich danach nicht mehr weiterbildet oder das angereicherte Wissen umsetzt.

    Zu Sascha T. aus HH:
    Hier ist ja schon die Verwirrung mit der Fremdsprache, Bartender und Barkeeper. Der Barkeeper ist der Betreiber einer Bar. Er kann auch ein Bardender sein, muss es aber nicht, wenn er gute Bartender beschäftigt.
    Ist es nicht amüsant, dass das deutsche Schreibprogramm Word den Bartender nicht kennt jedoch den Barmixer und Barkeeper wohl. ?

    Zu Dominik.jm:
    Dass Sie eventuell nette Leute kennen lernen würden bei einer Vorbereitung auf die Barmeisterprüfung, das mag sein, aber dass Sie „Fun“ haben könnten währenddessen Sie ernsthaft den Meistertitel anstreben wollen zeigt, dass Sie keine Ahnung haben, was da abverlangt wird in der kurzen Zeit der Vorbereitung auf die Prüfung und in der Prüfung.
    Sie schreiben, dass Sie den Stoffplan gelesen hätten. Welchen Stoffplan, den von den Barmixern oder den von den Barmeistern? Vermutlich haben Sie keinen von beiden richtig gelesen. Rezepte muss nur der Barmixer lernen (nach den neuesten Vorschriften). Manch eines dieser Rezepte könnte gleich oder ähnlich denen der DBU oder der IBA Rezepte sein. Im Übrigen, die IHK-Prüfer stellen die IHK-Prüfungen selbst zusammen und führen diese auch durch. Sie sind nicht gehalten, sich an irgendwelche Vereinsstatuten, Vereinsvorgaben oder an Rezepte von Vereinen zu halten. Sie sind autark!

    Ich wünsche allen ein schönes, besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Start in das neue Jahr 2010!

    Grüße vom IHK-Prüfungsmeister für Barmixer und Barmeister

  22. Dominik.mj

    @ Barprofessor:

    Es ist schon eine Weile her, dass ich mich mit dem Stoff [Barmixer / Barmeister] beschaeftigt habe, so gesehen sehen Sie es mir nach, dass ich dies eventuell ein wenig durcheinander gebracht habe.

    Wenn Sie sagen, dass ich keine Ahnung davon habe, was in der Pruefung zum Barmeister abverlangt wird, stelle ich trotzdem in Frage, welche Informationen gelehrt und abgefragt werden…
    Es ist auch recht belanglos, of theoretisch IHK und DBU / IBA getrennt sind. Es wird wohl kaum einen IHK Barmeister Pruefer geben, der nicht „zum Verein“ gehoert!?

  23. drinkmix.de

    An den Herrn Barprofessor:
    Danke für alle die Informationen und den absoluten Rundumschlag hier, ich habe das Gefühl, dass sich hier eine Person in die Verteidigung zurückgezogen hat und sich gegen die Realität draußen an den Bars wehrt um seinen Status eines Professors weiter zu halten.

    Danke auch für all die Informationen hier in diesem Forum, die jedoch für das Thema an sich irrelevant sind (mal davon abgesehen, dass ich die Weigerung der IHK Duisburg, einen Barmixer-Kurs anzubieten, weil hier kein Bedarf besteht und es längst genügend „Möglichkeiten wo anders“ gibt, einfach nur lächerlich finde).

    Grundsätzlich an die werten Diskussionspartner:
    Es geht hier um die Diskussion von Thesen zur Schaffung einer Plattform, die längst nicht näher defniert ist, lasst uns doch bitte alle einfach die IHK, die DBU, die ÖBU kurz mal vergessen, auch die Diskussionen um die Entlohnung, die Sozialversicherung und dergleichen mehr hat doch keinen Nutzen, wenn man nicht erst eine Basis geschaffen hat. Es geht um etwas NEUES! Etwas Neues braucht die Erfahrung der Vergangenheit, aber nicht das Gezänk der Gegenwart, geschweige denn das Gewäsch der Vergangenheit. Es geht um das Fundament, auf das vielleicht eine Basis aufgebaut werden kann.

    Das dieses Fundament erst einmal sehr theoretisch und in manchen Punkten auch noch sehr vage ist, ist mir klar, sollte aber auch den werten Lesern und Diskussionspartnern bewußt sein/werden. Aber wenn wir uns jetzt mit Bestehendem oder der Vergangenheit beschäftigen kommen weder die Thesen noch die Plattform voran. Also lasst uns die Thesen diskutieren, lasst sie uns erweitern und kritisch hinterfragen.

    Mit bestem Gruß aus dem Westen, in dem es zwar mindestens eine Cocktailschule gibt, aber keine IHK-Unterstützung und es trotzdem gute Bartender ganz ohne Diplom gibt.

  24. tridej

    Sehr geehrter Herr Barprofessor!

    Ich nehme Ihren Kommentar zur Kenntnis und bin recht froh darüber
    „Kein“ Mitglied eines dieser Vereine, die Sie nannten, zu sein!

    Mit freundlichen Grüßen

    Hilfsarbeiter aus Wien

  25. Helmut Adam

    @Jonas

    Öffentlichkeitsarbeit findet jeden Tag an den Tresen der Bars statt, wenn man so will. Dein Anliegen mag ehrenwert sein, aber solange keine Standards definiert sind für diese Branche, wird sie auch nur "diffus" wahrgenommen in der Öffentlichkeit.
    Die Plattform, die sich für einen Ausbildungsberuf einsetzt, macht automatisch Öffentlichkeitsarbeit. Darauf weisen die verschiedenen Punkte bereits hin, die eine Öffnung nach außen und größtmögliche Transparenz fordern.

    @tridej

    Ich habe mir länger überlegt, wie ich auf Deinen Eintrag antworten soll. Fakt ist, dass Dir wohl keiner hier wirklich widersprechen wird. Du hast schön seziert, was in der Branche an ("unausgesprochenen") Problemen gärt. Nur ist Deine Schlussfolgerung aus diesen Problemen eine falsche:

    "Ich bleibe bei meiner Meinung, und bin auch nicht bereit einer Vereinigung, einem Verein oder auch einer Plattform bei zu treten, solange nicht in der Politik darüber entschieden wird, dass es einen Beruf des Barmannes gibt und er auch Rechtlich und Sozial mit der nötigen Zuwendung angesehen und abgegolten wird, wie auch wir uns mit der nötigen Aufmerksamkeit unseren Gästen zuwenden!"

    Die vergangenen Jahrzehnte haben gezeigt, dass "die Politik" kein Interesse hat, für diese Branche einen Ausbildungsberuf anzudenken. Der Herr von der IHK, der an der Podiumsdiskussion auf dem Bar Convent Berlin 2008 teilnahm, hat dies ganz klar und trocken dargelegt. Für die Politik sind wir schlicht nicht existent. Wieso sollten wir auch? Wir sind Nische ohne Lobby. Wenn man das einmal begriffen hat, kann man eigentlich ruhig schlafen, sarkastisch ausgedrückt. Wir haben schlicht nix zu verlieren!

    Im Gegensatz zu Dir bin ich daher nicht bereit, mich beleidigt hinter meinen Tresen zurückzuziehen, um mich mißverstanden und mißachtet zu fühlen. Sei mir nicht böse, aber so hört sich das doch an. Obrigkeitsgläubigkeit und Obrigkeitshörigkeit war gestern. Wir leben in anderen Zeiten. Selber machen ist die Devise!

    Und das ist der Ansatz der Thesen zur Plattform. Nur über eigene Standards und eigene Strukturen ist diese Branche der Überindividualisten zu bündeln. Und diese Strukturen müssen so offen und modern sein, dass sie für alle attrakativ sind.

    Nichtsdestotrotz finde ich, dass die von Dir genannten Punkte wichtig sind, und langfristig vertieft und erörtert werden müssen. Daher danke ich Dir fürs Einbringen und hoffe, dass Du Dich auch weiterhin hier beteiligst.

    @jpebert @Dominik.mj

    Werde auf Eure guten Beiträge noch eingehen und sie ggf. oben nachtragen. Ganz schön zeitraubend so ein Blog manchmal, aber selbst schuld, wenn man die Debatte hier anstößt. 😉 Keine Angst, bereuen tu ichs nicht.

  26. Mr.x

    Guten Morgen……..eigendlich wollte ich schon schlafen…..
    viele überlegen die Tage ob und was sie hier schreiben sollen.
    Um den eigendlichen Punkt später anzusprechen hole ich mal weit ganz weit aus….für die, die ich damit langweile schon hier meine Entschuldigung vor ab!! Aber ich denke es tut Not
    Die längste Zeit meines Lebens habe ich auf einer leider sehr unbekannten Insel in der Nordsee verbracht. Das hat wie alles im Leben Vor u Nachteile.
    Bis zum Jahr 2000 gab es keinen Cocktail hier zu kaufen. Long Drink zähle ich jetzt nicht mit! 2000 haben meine Eltern einen neuen Restaurantverantwortlichen eingestellt der meinen Vater davon überzeugt hat Cocktails mit anzubieten. Er selber habe vorher in Frankfurt in einer Cocktailbar gearbeitet (Sorry die Bar weiss ich nicht mehr.) Soweit so gut. Natürlich waren es keine Mulata, Old Fashion und co. Nein es waren die Cocktails über die sich jetzt viele aufregen, oder anders gesagt nicht oder nur auf Anfrage anbieten. Auch der Jigger war eher Deko 🙁 Aber unser Barkeeper ist der Grund weshalb ich Heute hier überhaupt mich mit der Barwelt befasse. Ich war zu dem Zeitpunkt noch bei der Marine, habe dann mein Hobby mit an Bord genommen. Zollfrei die Ware auf Auslandstouren gekauft und im Auslandshafen dann hin und wieder eine Cocktailparty veranstaltet. Und wie bei vielen wurde aus Hobby dann irgendwann mehr.
    2001 fing ich dann an mich zu informieren „AUSBILDUNG BARKEEPER“ wie ja alle wissen unsere Arbeitsämter haben gar keine Ahnung. Die geben ein lustige bunte Zettel mit, womit man den Kamin anfeuern kann mehr aber auch nicht!!! Das schlimme ist, es ist heute noch so. Ich würde mich freuen, wenn auch einer hier mit liest und uns das Gegenteil beweißt 🙂 Aber zurück zu 2000 da gab es ja schon überall Internet also nachgeforscht BERUF BARKEEPER
    auch da kam lustiges bei raus viel Müll…
    kurzer Sprung ins Jahr 2008 nach Umschulung und REFA + IHKBarmixer und ADA + einigen weiteren HK besuchen. sollte nach 25 Jahren Fam. Betrieb (aus gesundheitlichen Gründen unsere letzt Saison auf der Insel kommen. Ich glaube jeder hätte die letzte Saison seiner Fam. umterstützt. Also gesagt getan mit einer Bedinung und da habe ich mich durchgesetz, trotz der eigendlich nicht mehr zu verantwortenden Kosten (3 Monate A Saison und zwei B/C). Ich habe unseren Tresen umgebaut und eine richtige Cocktailstation eingebaut. Cocktailgläser und Bararbeitsgeräte Plus diverse Spirituosen eingekauft. Frischer Zitronen u Limettensaft war für mich genauso selbstverständlich wie mehrere gute Gin´s, Antica Formula und ein Rye Whiskey.
    Auch hatte ich immerhin einen 100 % Agave Tequila. Über die Jahre gab es natürlich immer mehr Mitbewerber die auch auf den Cocktailzug aufspringen wollten u noch immer wollen.:-) Aber von fertigen Cocktails in Dosen bis hin zu 3 verschiedene Kellner drei total verschiedne Cocktails hat es nie einer geschafft. Warum fragen sich einige. Nur die Dollarzeichen im Auge geht nicht. Es fängt beim Personal an und hört bei den Produkten im Drink auf. Aber da fehlt die Leidenschaft und somit hatte ich es wesendlich leichter als erwartet, alle Mitbewerber haben ihre unauffälligen Spione vorbei geschickt. Man kennt sich auf einer Insel mit 1200 Einwohner. Und wen einer 4-6 Cocktails bestellt keinen ganz austrinkt gut tippt und sagt immer das es ihm schmeckt ja dann, blieb mir am Ende nur noch Grüsse an den Besitzer auszurichten 🙂 I! Eiin verlegendes ähhh langte mir als Antwort.

    Warum erzählt dieser Anonymo das alles, was soll das…, erstens für viele bin ich seit dem Ersten Absatz nicht mehr Anonymo, für alle anderen am Ende des Post steht mein Name!!!

    Ich finde es schade das man in so vielen Bars gerade verbunden mit Essen nicht auf Qualität achtet. Der Zitronensaft mit P… tuts doch auch. Und warum soll ich einen knapp dreimal so teuren roten Vermouth benutzen und Jigger um gottes willen. Gute Barkeeper giggern nicht und müssen ihre Cocktails auch nicht probieren. Doch bitte machen!!!! Hier passt wiedr einer meiner Lieblingssätze…. Der Cocktail ist nur so gut wie seine „schlechteste“ Zutat…..

    So jetzt bin ich endlich da wo ich hin wollte…
    Ich habe bevor ich angefangen habe zu schreiben das Jahr 2000 gespielt und habe wieder den Job
    Barkeeper im Netz gesucht. Weil ich wissen wollte was hat sich verändert wenn Heute der Punkt Null für mich währe und das Ergebnis ist zum heulen!!!!

    Also ich habe wieder „AUSBILDUNG BARKEEPER“ eingegeben und es kam dabei heraus
    1 Seite http://www.google.de/search?hl=de&client=firefox-a&channel=s&rls=org.mozilla:de:official&hs=KNZ&q=beruf+barkeeper&start=0&sa=N

    dann habe ich mir den Link Wiki zur Brust genommen….http://de.wikipedia.org/wiki/Barkeeper

    Bitte liebe Barkeeper Gemeinde hier muß dringend was passieren. Warum nicht klein Anfangen und dieses erstmal auf Fordermann bringen?? Das Wort Barmesse z:b BCB ist nicht mal erwähnt. Der Blog steht nicht drin…. Facebook hat noch keine Erwähnung… aber viel „ich drücke es mal vorsichtig aus“ überflüssiges steht drin. Das modernste es gibt 2 Magazine in Deutschland D…… und M…… !! Geschichte Null.!!! Aber ist das nicht eine Seite wo ein total vom Arbeitsamt im Stich gelassener Schüler 8-11 Klasse seine Infos rauszieht 1 Google dann Wiki…
    und dann ist vieles selbsterklärend leider…….

    und dann bin ich auf der ersten Seite auf das noch gestoßen…
    alles andere möchte ich garnicht erzählen, nur Eins ich hätte mich über ein schönes altes Cocktailbuch gefreut aber auch das Olivenbuch Gewinner hätte mich fröhlicher gestimmt 🙂 Insider wissen was gemeint ist (Das Buch finde ich super nicht falsch verstehen)

    Mr Anymo ist Hundemüde und entschuldigt sich für die Schreibfehler, der Tag war lang! Aber ob ich das Morgen alles geschriebwen hätte weiß ich nicht. Vielleicht bereue ich es nach dem aufstehen. Dann habe ich mich eben verbrannt beim Spiel mit dem Feuer 🙂
    Gute Nacht und einen guten Start wünscht der Insulaner
    Sascha T. aus HH aus der Sicht eines im Jahr 2000 gestarteten Bartender !

Schreibe einen Kommentar

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.

Ähnliche Artikel