Das Katz Orange in Berlin – bis die Gäste schnurren.

Bars 30.3.2012

Irgendwo zwischen Etikette und Berliner Lässigkeit liegt das Katz Orange im Hof der alten Josty Brauerei. Das beeindruckende ehemalige Sudhaus in der Bergstraße, welches schon das Maxwell Restaurant beherbergte, ist seit Mitte Januar 2012 Heim für die orange Katz‘ geworden. Der etwas eigensinnige Name ist dabei einer spirituellen Reise in Peru entwachsen, ebenso wie die Leidenschaft zum Pisco.

Es ist Samstagabend und im Restaurant, welches unter der Leitung des ehemaligen Souschefs von Tim Raue bekocht wird, ist kein Platz mehr zu bekommen. Organic Food wandert auf die Tische der Gäste und ist dabei nicht nur für berlintypische Hipster und Vertreter der Flower Power-Generation ein Gaumenschmaus. Auch ein Platz auf einem der Sofas und nicht einmal ein Barhocker sind zu ergattern. Bleibt nur ein undankbarer Stehplatz direkt am Tresen. Zumindest ermöglicht sich so die Gelegenheit, dem Bartender auf die Finger zu gucken und das Backboard zu mustern. Der Arbeitsbereich ist aufgeräumt, sauber und Kumquats, Limetten und Minze bestechen mit strahlend frischer Farbe. Eine sehr gute Ausgangslage für Drinks.

Bei der Auswahl behilflich und mit umfassendem Wissen steht das gesamte Barpersonal dem durstigen Gast zur Seite. Auf Empfehlung des Barchefs wird die Eigenkreation „Grape Me“, auf der Basis eines Pisco Sour, welcher mit Basilikum, Minze und St. Germain abgewandelt ist, zuerst bestellt. Der erfrischende Drink ist wahrscheinlich die perfekte Wahl für laue Sommernächte auf der Terrasse des Katz Orange. Ebenso geeignet für Sommerabende sind Champagner und Weißwein, die stilecht im mit Eis befüllten Emailleeimer an den Tisch des Gastes wandern.

Außen hui, innen auch

Das Ambiente ist rustikal und chic zugleich. Auf zwei Ebenen wird gegessen, getrunken und gelacht. Es herrscht eine warme Atmosphäre, in die sich der Gast schnell einleben kann. Man fühlt sich, egal ob in Jeans und T-Shirt, wie Barchef Oliver, oder in Abendgarderobe immer passend gekleidet. Oliver, welcher zuvor an der Bar im Soho House Berlin und in London schüttelte, hat seine neue Wirkungsstätte an der Bar auf der Galerie des Katz Orange gefunden. Er, der selbst im größten Stress eine angenehme Gelassenheit ausstrahlt und sich gut um jeden seiner Gäste kümmert, spiegelt das gesamte Ambiente des Katz Orange wieder. Entspannte Gastlichkeit in großartiger Location.

Im Katz Orange erinnert dabei irgendwie alles ein wenig an Wohngemeinschaft. Keine zwei Tische sehen gleich aus und Stühle und Sofas scheinen ebenfalls bunt zusammengewürfelt zu sein. Dazu Kerzen in Einweckgläsern, frische Blumen und weiße Stoffservietten, die aber eigenartigerweise so gar nicht fehl am Platz wirken, sondern sich wunderbar in das Gesamtbild integrieren. Mittelpunkt des Katz Orange ist die riesige moderne Lampenkonstruktion, die über der Galerie hängt und ein warmes Licht innerhalb der zum Teil unverputzten Wände verbreitet.

Für die zweite Runde gibt es einen Whisky Sour mit Maker‘s Mark. Die Auswahl des Whiskeys liegt, wie es sich gehört, beim Gast. Handwerklich sehr gut zubereitet und geschmacklich ausgewogen liegen die Preise beider Drinks jeweils um 9 €.

Da man das Augenmerk nicht nur auf gute Küche legen wollte, entwickelte man das Barkonzept nebst eigenen Drinks. Dabei will man im Katz Orange aber auch „kein Sternerestaurant sein, sondern weniger Wert auf Etikette legen“, wie Barchef Oliver verrät. Es scheint fast so, als würde man im Katz Orange Stil und Lässigkeit zusammenzuführen und an einem Tisch platzieren. Und, obwohl man bisher nur an fünf Tagen die Woche geöffnet hat und gezielt auf Mundpropaganda und gute Erfahrungen setzt, ist das Katz Orange auf dem Weg zu einer der Anlaufstellen für Anhänger gepflegter Ess-und Trinkkultur.

Katz Orange Restaurant Bar

Bergstraße 22, 10115 Berlin

Nordbahnhof

Dienstag bis Samstag ab 18 Uhr

Kartenzahlung: Ja

Rauchen: Nein

katzorange.com

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