Ein Porträt. MIXOLOGY ONLINE im Gespräch mit Peter Dorelli

Bars 25.11.2013

Das Savoy Hotel in London und Peter Dorelli waren lange Jahre unzertrennlich. Seit seinem Abschied aus der berühmten Bar des Hotels trifft man Peter Dorelli viel auf internationalen Veranstaltungen. MIXOLOGY ONLINE  verriet der bekannte Barmann seine Lieblingsgeschichte und seinen Lieblingslikör.

Hast Du eine Lieblings-Bargeschichte aus dem Savoy?

Meine Lieblingsstory handelt davon, das erste und gleichzeitig letzte Mal einen Dry Martini geschüttelt zu haben. Und zwar für Schauspieler und Musiker Dudley Moore. Die Bar war voll, da  Theaterbesucher nach der Vorstellung gesammelt ins Savoy kamen. Auch Dudley Moore war dort mit einer Lady und wollte in Ruhe einen Drink genießen. Jemand fragte ihn, ob er sich denn nicht ans Piano sitzen wolle um einen Song zu spielen, aber er weigerte sich, auch weil er doch in Begleitung hier sei. Andere Gäste kamen hinzu, die auch Dudley Moore am Piano sehen wollten.

Das Ganze wurde ziemlich laut und geriet leicht außer Kontrolle. Also bat ich Herrn Dudley, ob er denn nicht ein Lied spielen würde um die Meute zu beruhigen. Er willigte ein, unter der Bedingung einen Dry Martini zu bekommen – geschüttelt nicht gerührt. Als Stammgast des Savoy wusste Moore ganz genau, dass ein geschüttelter Martini für mich ein „No No“ ist. Dennoch willigte ich ein, und schüttelte den Martini vor seinen Augen, denn er hätte mir sonst nicht geglaubt.  Danach ging er zum Piano und als echter Künstler hörte er nicht auf nach einem Lied, sondern spielte für eine Weile, ganz zur Freude der Gäste.

Du reist viel zu Veranstaltungen und Wettbewerben? Was ist Deine Lieblingsdestination?

Das ist schwer zu sagen. Es gibt nicht nur eine sondern drei: Vor allem bin ich gern in London, Berlin und Paris. Diese Städte sind aufgregend und spannend mit großartigen Bars auf hohem Niveau.

Hast Du eine geheime oder unbekannte italienische Zutat oder Getränk, das unsere Leser probieren sollten?

Mein Lieblingsdigestif ist der Strega Likör aus Rom. Er war schon vor Galliano bekannt, wird aber nur mehr selten verwendet.

Du hast schon eine beeindruckende Karriere hinter Dir. Was würdest Du jungen Bartendern mit auf den Weg geben?

Es ist wichtig eine Leidenschaft für seine Arbeit zu entwickeln und diesen sehr fordernden Beruf  gerne auszuüben. Man muss lächeln und sich daran erinnern, dass die wichtigste Person im Raum, die ist die Dir gegenüber sitzt: nämlich der Gast!

Vielen Dank für das Gespräch!

 

Bildquelle: Stefan Bösl

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