Prince Charles. Eine neue Clubbar am Moritzplatz in Berlin-Kreuzberg.

Bars 22.9.2011 2 comments

Vor wenigen Tagen hat das Prince Charles eröffnet. Es ist ein Hybrid, eine Mischung aus Bar und Club. Sie wird im Aufbau Haus betrieben von Wolfgang Farkas vom umtriebigen Blumenbar Verlag und Nicolas Mönch vom Vice Magazin. Geleitet wird der neue Vergnügungsdampfer von Matthias Reeder, der von der Amano Bar in Mitte nach Kreuzberg gewechselt ist. MIXOLOGY ONLINE war bei der Eröffnungssause dabei.

Der Moritzplatz und die Gegend rund herum galt ja lange als etwas verschlafen. Der Prinzessinnengarten döst auch entspannt vor sich hin. Doch seit einiger Zeit tut sich wieder etwas. Insbesondere das ehemalige Bechstein Haus und jetzige Aufbau Haus machen viel von sich reden. Allerlei Kreativfirmen haben sich dort angesiedelt und erhält nun auch eine Adresse für Nachtaktive.

Das Konzept sieht durchaus vielversprechend aus. Das Betreibertriumpfirat will der Nacht von mehreren Seiten zu Leibe rücken. Es werden kulturelle Veranstaltungen, Barabende und Lesungen ebenso angeboten wie wilde Partynächte mit bekannten Djs. Für die Qualität der Drinks sorgt Matthias Reeder.

Bar im Pool

Über eine lange Rampe wird man in den Innenhof auf der Rückseite des Gebäudes gesaugt. Hier wird schon klare Kante gezeigt. Es dominiert in Neonlicht getauchter glatter Sichtbeton, aufgelockert durch Backsteinelemente. Das Prince Charles fügt sich mit einer langen Glasfront in das Ensemble ein. Eröffnungsbeautys lümmeln sich auf der Sitzlandschaft.

Im Inneren setzt sich die minimalistische Strenge fort. Bechstein hatte hier einmal ein Schwimmbad eingerichtet. Dieser Vorgabe ist man bei der Gestaltung gefolgt. Es dominiert die Kachel, mal bemalt, mal im solitären Taubenblau. Die Bar ist viereckig in den alten Poolbereich integriert und von allen Seiten erreichbar. Die Besonderheit besteht darin, dass man an der Bar sitzend oder stehend sozusagen auf den Bartender „herabblickt“ und das Tresenblatt auf Kniehöhe ist. Ein weiteres interessantes Detail ist das Lichtkonzept. Es wurde eine Glühbirnenlandschaft, eine Art Sternenhimmel an die Decke geworfen das sich sowohl über definierte Programme als auch über Soundsteuerung bedienen lässt. An der Stirnseite des Raumes hat man neben dem Dj-Pult eine Loungeecke entstehen lassen. Der Rest ist Tanzfläche.

Die Betreiber setzen ebenfalls auf Understatement. Man hat nicht irgendwelche PR-Agenturen betraut, sondern setzt an diesem Abend und auch für die Zukunft vorwiegend auf Mundpropaganda. Das scheint auch gut zu funktionieren, da sich das Prince Charles zügig füllt. Die Bar ist exzellent organisiert, es kommt trotz des Andranges kaum zu längeren Wartezeiten. Der Name ist übrigens ebenso eine Mischung wie das Konzept. Er setzt sich aus der Adresse Prinzenstraße und dem Vornamen des früheren Hausbesitzers Carl Bechstein zusammen und hat also nichts mit royalen oder elitären Gelüsten zu tun. Er kontrastiert charmant das puristische Interieur.

Wo ist Lady Di?

Die Gäste an diesem Abend sind eine beherzte Mischung aus Barbetreibern, Kunstvolk und den üblichen Szenegängern, die auf jeder Party rumhängen. Die Stimmung ist ausgelassen aber nicht überdreht. Dennoch wandern die Gedanken die Wände entlang und unwillkürlich taucht die Frage auf, ob das Konzept aufgehen kann? Für einen reinen Barbetrieb ist die alte Schwimmhalle zu groß, hier müsste eine räumliche Trennung zur Tanzfläche geschaffen werden, sonst verliert man sich im Nirgendwo. Als Party- und Veranstaltungsvenue besitzt es einen absoluten Reiz. Wir werden sehen wie die Betreiber das Umsetzen.

Die Karte ist an diesem Abend knappgehalten. Der Signature Drink Prince Charles (Vodka, Cointreau, Zitrone, Kardamon, Earl Grey und Espuma), 8.50 €, thront obenauf, von seinem interessanten Pendant Lady Di (Mint Fat-washed Tequila, Chambord, Limette, Agavensirup), 9.50 €, fehlte allerdings jede Spur. Sie bleibt wohl den etwas gemächlicheren Abenden vorbehalten. Preislich bewegt man sich in einer Etage, die der Qualität angemessen ist.

Die Crew um Matthias Reeder hat uns zufrieden entlassen und wir sind sehr gespannt, wie die weitere Entwicklung verläuft. In Mixology – Magazin für Barkultur, das am 6. Oktober erscheint, finden Sie ein ausführliches Porträt des Prince Charles und seiner Macher.

 

Prince Charles

Prinzenstraße 85 F

10969 Berlin

Öffnungszeiten: Mi-Sa ab 19 Uhr

 

U Bahn: Moritzplatz

Rauchen: nein

Essen: nein

 

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2 comments

  1. KochSchlampe

    *Triumvirat

    #corrections

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