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Billy Wagner Michelin

Inventur am 8. März 2020 – deutsche Winzer ohne Eiswein & Billy Wagner rügt Michelin

Das Schöne an unserer wöchentlichen Inventur ist ja (uns war das bislang noch gar nicht klar): Man muss dafür nicht das Haus verlassen oder sich gar in größere Menschenansammlungen begeben. Wäre das so, hätten wir sie wohl vorläufig absagen müssen, wie es im Falle von Internationaler Tourismusbörse, Leipziger Buchmesse, ProWein und der InterNorga sowie vieler weiterer Großveranstaltungen gekommen ist. Nur Bundesligaspiele, bei denen bis zu 60.000 zu einem guten Anteil angetrunkene Menschen zusammenkommen, die (wir mutmaßen hier lediglich!) für mindestens 90 Minuten wahrscheinlich keinen allzu großen Händewaschimpuls haben… Also, ja, Fußballspiele finden noch statt. Naja, wir sind keine Experten.

Wir hoffen an diesem Sonntag für all die Gastronomen, Hoteliers und Cateringunternehmen, denen die vielen Absagen jetzt echte Löcher in ihre Bilanzen fressen, dass sie die Corona-Talsohle gut überstehen und bald wieder auf volle Tische und Auftragsbücher blicken dürfen. Und nun zu den anderen Themen der Woche!

DWI: Der erste Jahrgang ganz ohne Eiswein

Weniger erfreulich: Wie das Deutsche Weininstitut mitteilt, ist der nun zu Ende gelesene Jahrgang 2019 der allererste in der Geschichte des deutschen Weinbaus, in dem es keinerlei Eiswein geben wird. Schon in den letzten Jahrgängen war die Zahl der Anbaugebiete bzw. Weingüter, in denen Eiswein produziert werden konnte, sehr gering – in diesem Winter gab es in keinem der anerkannten deutschen Weinanbaugebiete die erforderliche Niedrigtemperatur von mindestens -7°C.

Eiswein, also ein edelsüßer, besonders aromatischer Wein mit geringem Alkoholgehalt, ist die international bekannteste und wichtigste deutsche Weinspezialität. Zwar ist die produzierte Menge pro Weingut meist so gering, dass Eiswein wirtschaftlich keine übergeordnete Rolle für einen Winzer spielt – für das Prestige eines Weinguts ist er jedoch teilweise von zentraler Bedeutung.

Billy Wagner distanziert sich von neuem Michelin-Label

Wer schon mal von Billy Wagner gehört hat, der weiß um dessen Hang, hier und da gern zu provozieren. Dabei muss man dem Mitinhaber und Geschäftsführer des Berliner Restaurants Nobelhart & Schmutzig lassen, dass er in seinen oft spitzen und angriffslustigen öffentlichen Verlautbarungen die Dinge meist fundiert und ernsthaft anspricht. So auch jetzt:

In einem Video-Statement von Mittwoch nämlich äußert sich Wagner sehr skeptisch über ein neues Label, das der Guide Michelin nun auch in Deutschland eingeführt hat. Mit einem grünen Signet werden ab sofort einzelne Restaurants als besonders nachhaltig gekennzeichnet. Das Problem, das Wagner ausmacht? Liegt eigentlich auf der Hand. Schauen sie doch mal rein, es lohnt sich!

Martini steigt ins Alkoholfrei-Spiel ein

Mit zwei Sorten betritt ein echtes Schwergewicht nun auch das rasant wachsende Terrain der sogenannten „alkoholfreien Spirituosen“: Martini lanciert, natürlich zunächst auf dem prominenten Markt in Großbritannien, die beiden alkoholfreien Aperitivo-Sorten „Vibrante“ und „Floreale“. Damit reihen sich die Italiener, schon lange eine Tochter von Bacardi, in eine Entwicklung ein, die vor rund eineinhalb Jahren richtig Fahrt aufgenommen hat und zu der immer mehr der großen Spirituosenkonzerne mit neuen Marken oder Sorten beitragen.

Wie The Spirits Business zusätzlich anmerkt, sind die beiden neuen Sorten Martini Vibrante und Martini Floreale (neben ausgewählten Gastronomien) vorerst exklusiv über den Online-Händler Ocado erhätlich – dort dann aber zum vergleichsweise moderaten Preis von £ 10 für 0,75 Liter.

Bourbon aus Puerto Rico? Geht das?

Um es gleich zu sagen: Ja, das geht. Also, es würde gehen, denn bislang stellt keine Destillerie auf Puerto Rico einen Bourbon her. Die Frage, ob das aus juristischer Sicht denn möglich wäre, hatte der Blog The Whiskey Jug beim zuständigen »Tax and Trade Bureau« (TTB) der USA gestellt, also bei jener Behörde, die über sämtliche Regularien zu Lebens- und Genussmitteln wacht. Denn, so der Knackpunkt laut The Whiskey Jug: Puerto Rico oder auch Guam und die US Virgin Islands seien zwar Territorien unter US-Verwaltung, aber kein Staatsgebiet bzw. kein Teil der 50 US-Bundesstaaten.

Doch das TTB ist in seiner Antwort präzise und eindeutig: Zum Staatsgebiet zählen nicht nur die eigentlichen Bundesstaaten, sondern alle Territorien unter der Verwaltung aus Washington. Wir bewundern an dieser Sache, ehrlich gesagt, weniger die Antwort als die eigentliche Frage, auf die man erstmal kommen muss. Insofern ist jedenfalls klar: Wenn irgendwann jemand gern auf Guam oder den amerikanischen Jungferninseln einen ganz offiziell so etikettierten Straight Bourbon herstellen möchte, dann darf er oder sie das gerne tun.

Credits

Foto: Shutterstock

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