Mixology: Magazin fur Barkultur

Umfrage von Publicis Consultants zu Bar 2.0

Bars & Menschen 1.10.2009

Laut einer Studie der Agentur Publicis zum Thema "Bartending im Zeitalter von Web 2.0" ist das Internet für Bartender zu einem elementaren Werkzeug in Austausch und Fortbildung geworden. Dabei ist Facebook der wichtigste Dienst, gefolgt von Xing und Twitter. 

Die Frankfurter Agentur Publicis, bzw. das Frankfurter Büro des internationalen PR-Multis Publicis, hat eine Umfrage unter Bartendern zum Thema Internet und Web 2.0 durchgeführt. Sympathisch ist dabei, dass Publicis in der Veröffentlichung von "Bartender" spricht. So langsam dürfte sich diese korrekte Berufbezeichnung durchgesetzt haben. Für Insider ist das Ergebnis der Studie nicht überraschend. Facebook landet unangefochten auf Platz 1 der Dienste, die Bartender im Internet nutzen:

"Als dominierendes Kommunikationsmedium hat sich Facebook durchgesetzt. In dem sozialen Netzwerk sind alle befragten Bartender aktiv. Der Grund: Hier trifft sich die komplette nationale und internationale Branche zum Netzwerken, Austauschen von Trends und Events, Chatten und Posten von Branchenneuigkeiten. Thomas Bley, Geschäftsführer von Barmotion und 2. Vorsitzender der Deutschen Barkeeper Union (DBU) Hessen, hat zuletzt für die Organisation von Veranstaltungen der DBU ausschließlich über Facebook kommuniziert.

„Dafür habe ich nicht einmal mehr zum Telefon gegriffen." Mehr als 500 Kontakte zählt sein – bereits bereinigtes – Netzwerk. Getoppt wird das von Jörg Meyer, Barchef der Le Lion Bar in Hamburg, die als eine der besten Bars weltweit gilt. Meyer hat 1300 Facebook-Kontakte primär aus der Barwelt und ist in Deutschland einer der Protagonisten im Web 2.0." 

Nach Facebook ist das Geschäfts-Netzwerk Xing die beliebteste Plattform, die Nutzung des Dienstes sei aber eher passiver Natur:

"Ist Facebook mit Abstand die wichtigste Informations- und Vernetzungsplattform der Branche, so landet Xing auf dem zweiten Platz. Immerhin 72 Prozent der befragten Bartender haben dort einen Account. Allerdings verwalten sie auf Xing eher ihre Geschäftskontakte, die aktive Kommunikation findet auf Facebook statt oder bereits auf Twitter."

Mit Twitter haben es die Bartender laut der Studie noch nicht so sehr. Die Begründung der fehlenden Zeit halte ich allerdings nicht für zutreffend. Ich denke eher, dass der Umgang mit dieser Mikro-Blogging-Technik für viele zu kompliziert ist und die Kopplungsmöglichkeiten mit Facebook noch zu wenig bekannt sind:

"45 Prozent haben schon einen Account beim Microbloggingdienst, der teilweise aktiv, teilweise auch nur passiv (Lesen von Tweets) genutzt wird. Die Bartender, die Twitter nicht nutzen, geben am häufigsten „fehlende Zeit" als Grund an."

Die Blog-Schwemme der von Bartendern betriebenen Bar-Blogs wird recht kritisch gesehen, auch wenn die Bedeutung von Branchenblogs nicht bestritten wird. Satte 72 Prozent der befragten Bartender lesen Blogs, um sich über das Geschehen der Branche zu informieren, heißt es von Publicis. Was aber mißfällt an den vielen Bartender-Blogs?

"Branchenblogs von Bartendern für Bartender gibt es in Deutschland zahlreiche, über die Qualität herrscht jedoch bei den Top Bartendern Zweifel. Viele der Befragten kritisieren die Kleinkriege, Geschwätzigkeit und vor allem die mangelnde Fundiertheit, die in vielen Blogs vorherrschen.

Stefan Gabanyi, Barchef im Münchner Schumanns, sieht das ähnlich: „In den Blogs wird mir oft zuviel geschwafelt, da wirkt sich die fehlende Platzbeschränkung negativ aus." Das sei aber keine Kritik am Medium selbst, im Gegenteil, Gabanyi spielt mit dem Gedanken, demnächst selbst einen Blog zu eröffnen. Trotz der Kritik: Die drei am häufigsten genannten sind der Mixology Blog, Das Bartender Labor und Jörg Meyers Blog."

Zu guter letzt hat Publicis unter den befragten Bartender-Persönlichkeiten auch noch ein Facebook-Ranking erstellt. Hier sind die Bartender sortiert nach Anzahl der "Freunde" auf Facebook:

1. Jörg Meyer, Inhaber Le Lion, Hamburg (1305 Freunde)
2. Bastian Heuser, Drinks Director Mixology (628)
3. Sven Sudeck, Barchef (m)eatery, Hamburg (572)
4. Thomas Bley, Inhaber Barmotion, Dietzenbach (533)
5. Ulf Neuhaus, Inhaber Bar Consult Dresden und NewTownBar, Dresden (419)
6. Uwe Christiansen, Inhaber von Das Herz von St. Pauli, Christiansen’s und Bar Cabana, Hamburg (418)
7. Eyck Thormann, Barchef Christiansen’s, Hamburg (397)
8. Markus Heinze, Barchef Sonderbar, Dresden (323)
9. Dominik Galander, Inhaber Galander Bar, Berlin (302)
10. Thomas Altenberger, Barchef Harry’s New York Bar im Grand Hotel Esplanade, Berlin (243)
11. Stefan Gabanyi, Barchef Schumann’s, München (221)

 

Abschließen gibt es noch ein schönes Zitat von Jörg Meyer (Le Lion, Hamburg) aus der Studie zu den Nachteilen von Bar 2.0: Jörg Meyer: „Die Kommunikation in einem sozialen Netzwerk ist ein Balanceakt. Natürlich kann das ein oder andere auch nerven. Mit sozialen Netzwerken ist es wie mit Alkohol: Man muss wissen, wie man damit umgeht."

 

Die komplette Studie kann man lesen unter:

 

Kontakt:

Heiko Geibig
Senior Consultant
Publicis Consultants | Deutschland

Heiko.Geibig@Publicis-Consultants.de

http://twitter.com/hgeibig

http://www.xing.com/profile/Heiko_Geibig

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