Mixology: Magazin fur Barkultur

Was ist los mit der Barszene?

Blog 11.5.2009 22 comments

"Es ist kaum mehr möglich, nachts in Berlin auszugehen, ohne dass man in
irgendwelche Schützengräben stolpert. Schützengräben eines
impertinenten Kleinkriegs, mit dem man nichts zu tun haben will. Blogs,
die man nicht mehr lesen kann, weil man sonst ein Parteiabzeichen oder
Kainsmal – je nach Standpunkt – auf die Brust tätowiert bekommt. (…) Mich verwundert schon, wie schnell sich eine Community, die noch vor
eineinhalb Jahren in voller Blüte der Gemeinschaft und des Austausches
stand, sich derartig schnell auflöst in Grabenkämpfe und Eitelkeiten."

Diese Beschreibung der Berliner Barszene, die ich vor ein paar Tagen von einem von uns sehr geschätzten Gastronomen zugeschickt bekam, ist erschreckend. Als ich Ende 2001 erstmals nach Berlin zog, hatte ich gerade die Offenheit und Solidarität der Berliner Bartender als erfrischend empfunden. An eine Situation kann ich mich noch gut erinnern. Damals hatte ich gerade meinen Mietvertrag unterschrieben und entspannte bei einem Drink in der Bar Billy Wilders. Der dort arbeitende Bartender sah meinen österreichischen Pass auf dem Bartresen und stellte sich mir vor. Es war Gerard Wutsch, ein gebürtiger Österreicher, der heute in der Savoy Bar Vienna Bar (Edit: Danke an Thomas Pflanz für den Hinweis) arbeitet. Wir kamen ins Gespräch und ich erzählte ihm, dass ich auch Bartender sei und in wenigen Wochen in die Stadt ziehen würde.

Daraufhin stellte mir Gerard einen weiteren Bartender vor, der an seinem freien Tag ebenfalls auf einen Drink im Billy Wilders vorbeigekommen war. Sein Name war Burak und er war Teil des Teams der Harry’s New York Bar. Gerard machte sich dann sogar ein wenig lustig über mich, als er meine (wienerische) Zurückhaltung bemerkte, mich sofort mit Burak zu unterhalten. Ich kannte diese Art von Offenheit aus keiner der Städte, in denen ich bis dahin gearbeitet hatte und war tatsächlich im ersten Moment etwas überfordert damit. Burak schlug mir vor, mit ihm auf Bartour zu gehen und stellte mir dann im Laufe des Abends überall in Berlin Bartender und Cocktailbars vor.

Dieser unkomplizierte Empfang in Berlin hat mich persönlich sehr inspiriert und ich glaube auch, dass Mixology, zu der Zeit, als wir das Projekt begründeten, in keiner anderen Stadt im deutschsprachigen Raum zu Stande gekommen wäre. Denn hier in Berlin wurden wir von einer ganzen Reihe von Leuten mit viel Enthusiasmus und auch konstruktiver Kritik unterstützt. Wir von Mixology gaben dann umgekehrt, sobald wir dazu organisatorisch in der Lage waren, ebenfalls viel an diese Szene zurück. Berliner Bartender konnten an unseren Tastings teilnehmen, sie konnten sich außerdem direkt und persönlich an uns wenden bei Fragen zu fachlichen Themen. Außerdem lernten sich viele Bartender bei unseren Veranstaltungen kennen. Wir wurden damit zur Bühne dieser Offenheit und zur Plattform für eine Community. In der Folge veränderte sich enorm viel in den Bars. Es gab plötzlich innovativere Drinks, bessere Produkte und auch geschultere Bartender. Und das blieb nicht auf Berlin beschränkt.

Wie aber konnte dieser Gemeinschaftssinn innerhalb so kurzer Zeit verloren gehen? Der Eindruck des Gastronomen oben ist keine Einzelmeinung. Es ist tatsächlich so, dass in den letzten Wochen und Monaten viel Unschönes zu hören war in Berlin. Ich habe derzeit kaum noch Lust, in Cocktailbars wegzugehen, da ich mir immer mehr von diesem schmierigen Gossip anhören muss. Man wird nicht in Ruhe gelassen mit seinem Drink, sondern soll ständig irgendetwas kommentieren, das seinen Ursprung in Neid und Missgunst hat. Der persönliche Vorteil scheint jetzt im Mittelpunkt zu stehen und der Blick für das große Ganze verloren.

Seitdem ich bemerkt habe, wie sehr sich die Stimmung verschlechtert hat, habe ich mir Gedanken gemacht, in wie weit wir von Mixology Einfluss darauf haben. Wir hatten definitiv viel mit dem Entstehen der "neuen deutschen Barszene" zu tun, wie sie jetzt international wahrgenommen wird. Haben wir falsch reagiert auf Entwicklungen der letzten Zeit? Sind wir überhaupt Teil dieser Entwicklung? Für das, was es an persönlicher Missgunst unter Gastronomen gibt, kann man uns nicht verantwortlich machen. Wohl aber für den Umgang mit der Branche an sich, für die wir unsere Plattform erstellen.

Und in dieser Branche ist sicherlich die Situation mit zwei Barmessen in Berlin mit verantwortlich für viele der missgünstigen Kommentare, mit denen man sich in der Barszene gegenseitig "beglückt". Die Barzone und der Bar Convent Berlin sind unterschiedliche Konzepte, die von zwei völlig unterschiedlichen Verlagen gemacht werden. Die Wahl des Meininger Verlags, seine Veranstaltung in Berlin abzuhalten, war sicher unglücklich vor dem Hintergrund, dass wir dort mit dem BCB im Herbst 2007 starteten. Allerdings wusste man dort, nach meinen Informationen, nicht von unserer Veranstaltung und Terminierung, als man die Planung für die eigene Messe startete. Und selbstverständlich hat jedes Unternehmen das Recht, seine Geschäfte dort abzuwickeln, wo es den attraktivsten Standort sieht. Und das scheint eben auch für den in Neustadt beheimateten Meininger Verlag Berlin zu sein.

Was bedeuten zwei Messen für die deutsche Barszene? Sie sind ein Vorteil für die Bars und ihre Betreiber. Mehr Information, mehr interessante Sprecher, mehr Produkte. Wenn ich im Ausland unterwegs bin, bekomme ich mit, wie der Bar-Standort GSA-Land dadurch aufgewertet wird. Es hat sich rumgesprochen, dass in Berlin Barmessen stattfinden. Und die Berliner Barszene profitiert von dieser Aufmerksamkeit ungemein. Leider besteht jetzt wohl zu Recht die Befürchtung, dass ihr dieser Ruhm zu Kopf gestiegen ist. Ich habe in den letzten Wochen und Monaten katastrophalen Service in einigen namhaften Bars erlebt. In genau den Bars, die für ihr Niveau und ihren Gästefokus international derzeit so sehr gehypet werden. Erst kürzlich stellte ich einen Artikel für ein britisches Magazin über die Berliner Bars fertig. Dieser Artikel war nur so gespickt mit positiven Zitaten internationaler Multiplikatoren über die Qualität der Berliner Bars. Und die im Artikel vorkommenden Trinkstätten hatte ich auch ganz bewusst als Querschnitt ausgewählt, fern jeder Kalkulation oder persönlicher Präferenz.

Heute schäme ich mich schon fast ein wenig für den Artikel. Ich hoffe nur, dass niemand, der ihn liest, in Berlin erlebt, dass ihm ein Schöneberger Bar-Kellner einen Service-Fauxpas mit irgendwelchen privaten Befindlichkeiten erklärt. Erklärt und nicht entschuldigt! Oder dass er oder sie erleben muss, dass eine Bar in Mitte davon ausgeht, dass sich Champagner-Flaschen von selbst einschenken. Vermutlich sind jetzt eben alle Consultants und Bar-Superstars geworden, losgelöst von irdischen und realen Pflichten. Dann wird meine Empfehlung für ausländische Gäste sein, in Zukunft doch lieber ein Kölsch in der Ständigen Vertretung trinken zu gehen. Die Bartender dort sind schnell, aufmerksam (und umsatzorientiert) und verschonen einen mit neidischem Szene-Geschwätz.

Um auf die Situation mit Barzone und Bar Convent Berlin zurückzukommen: der veränderte Umgang mit der Konkurrenz (und ganz klar stehen diese beiden unterschiedlichen Konzepte in Konkurrenz zueinander) kann, so hoffe ich, dazu beitragen, dass sich die Barszene wieder auf ihre eigentlichen Aufgaben besinnt, die NICHT darin bestehen, sich ständig um das Scheinwerferlicht der Medien zu drängeln und sich dabei gegenseitig die Ellenbogen in die Rippen zu stoßen. Deshalb öffne ich auch unsere Kommunikation diesbezüglich. Man kann ja schließlich nicht so tun, als ob der jeweils andere nicht existiert. Und – noch viel wichtiger – man sollte sich nicht Brücken verbauen, wenn es zukünftig um etwas gemeinsames Größeres gehen kann, für das es sich lohnt, seine Kräfte zu bündeln. Und das ist der "Bartender als Ausbildungsberuf". Wir haben letztes Jahr bereits Herrn Rosenberg von der Drinks zu diesem Thema auf unsere Bühne geholt. Wenn wir diese Branche der Über-Individualisten, und das sind Bartender und Barbetreiber nun einmal, wenn wir dieser Branche Gehör verschaffen sollen, dann werden wir irgendwann der Politik gegenüber mit einer(!) Stimme sprechen müssen.

Wir von Mixology sind von einem Spirituosen-Importeur vor ein paar Jahren als die "Paten der deutschen Barszene" bezeichnet worden. Und auf die sich damals sich um unser Medium herum bildende innovative Szene trifft das sicher zu. Wenn uns aber heute jemand so bezeichnen würde, wäre meine Antwort: "Nein, das sind wir nicht. Diese Barszene braucht keine Paten mehr. Sie ist erwachsen." Jetzt muss sie sich nur noch auch so verhalten.

22 comments

  1. BarGeist

    Ja was ist los mit der Barszene? Ist denn überhaupt so viel los in der Barszene, oder sind es nur wenige, die es geschafft haben auf sich aufmerksam zu machen. Ich denke, man sollte hier nicht so viele Steine ins Wasser werfen um unnötige Wellen auszulösen. In erster Linie vertrete ich (m)eine Meinung, es soll erstmal ein jeder zu sich finden und sich selbst reflektieren. Zeitschriften, Messen, Blogs usw. sollten als Anregung und Inspiration angesehen werden und nicht als Richtungweisend.
    Die neu/alten Rezepturen, mit den von der Industrie neu hervorgebrachten Produkten…wir sollten dankbar dafür sein, es aber dennoch nicht als neue Trends betiteln.
    Wie es in vorangegangen Kommentaren erwähnt wurde, es sind unsere Gäste die wir zufriedenstellen wollen und wenn man hier über Neuigkeiten, Kreationen, aber auch über die altbekannten Drinks wie Pina, Caipi, PP u.v.m. etwas zu erzählen weiß und diese auch noch meisterhaft mixt, ja wer darf sich dann das Recht herausnehmen, über Bars,-Leute,- Medien und wer weiß was sonst noch zu urteilen. Also mein lieben Kollegen, Augen auf und schaut Euch im Spiegel genau an, mit den Fragen – wer bin ich, -was kann ich,- was weiß ich,- und was kann ich weiter geben…
    Kreativität ist gefragt und nicht Egoismus. Last uns also näher zusammen rutschen und vom Reichtum des Wissens und der Inspiration naschen.
    Auf eine bessere Kommunikation,
    Cheers…

  2. Helmut Adam

    „Obwohl wir in diesem Leben wahrscheinlich keine engen Freunde mehr werden…“

    Lieber Jean-Pierre,

    es geht hier um einen fachlichen Austausch, der nichts mit der persönlichen Ebene zu tun hat. Kritik ist immer gut, wenn sie konkret wird. Und mir ist definitiv jemand lieber, der Kritik äußert, als jemand, der gar keine Reaktion zeigt. Du bist definitiv jemand, der für die Kürze der Zeit, die Du (meines Wissens) in der Gastronomie tätig bist, sehr meinungsstark auftritt. Nur um das in die Perspektive zu rücken: die Vorbesitzer der Riva Bar waren unter unseren ersten Abonnenten und der Drink „Markee“, den Du neulich serviert hast, Mixology’s erster Cocktail-Import aus London, der es schon im ersten Jahr unseres Mediums auf die Karte der Riva schaffte. Was uns damals als kleines Blatt durchaus stolz machte.
    Es gibt kein Mixology-Diktat. Es gibt das Formulieren eines hohen Anspruchs an Produkte und Service. Diesen Anspruch haben wir, die Macher von Mixology, aus unserer eigenen Barzeit mitgebracht. Und was für ein fordernder Job die Bar ist, wissen wir selbst nur zu gut. Aber um auf das „Diktat“ zurück zu kommen: siehst Du nicht den Widerspruch, dass Du einerseits von Diktat sprichst, andererseits aber das Vorstellen von neuen Bars, die sich eindeutig außerhalb des klassischen Rahmens bewegen, kritisierst?
    Was mich annervt als Medium an dieser hyperlokalen Ebene ist das ständige Kommentieren, wer wem das Sandförmchen weggenommen hat. Das interessiert mich nicht. Es gibt Bars und Bartender in Berlin, die eine enorme Entwicklung durchgemacht haben über die Jahre, seit ich hier in der Stadt bin. Und es sind alles Macher, die sich auf ihr Produkt konzentriert und vom „Gossip“ weitgehend ferngehalten haben.

    „Um es konkret zu machen, inhaltlich bezogen wird sich zum Großteil nur auf einige wenige Bars und Persönlichkeiten. Soweit zur „Vereinsmeierei“.“

    Lieber Jean-Pierre, dann werde doch bitte konkret! Gehe die letzten Ausgaben durch und erkläre mir, WELCHE Bars in Mixology ständig vorkommen und WELCHE Bartender? Ich bin gespannt! Es gibt kein Medium, dass so öffentlich zu seinen Veranstaltungen einlädt. Ich bin jetzt wirklich sehr gespannt! Eine Anregung: vielleicht liegt es eher daran, wer wirklich etwas zu sagen hat in der Branche? Eine interessante Geschichte zu erzählen hat? Ein gutes Produkt entwickelt hat? Also, bitte, ich möchte konkret Namen und Bars wissen!

    „(…)Du und Deine Kollegen nichtsdestotrotz meine Anerkennung für Eure im großen und ganzen hervorragende Arbeit und die Inspiration, die sich daraus für mich ergibt.“

    Meinen Respekt hast auch Du, Jean-Pierre, und den hat auch Dein Team. Mir ist es lieber jemand geht mit uns in den Diskurs, als wir hören ein ewiges Lob, das sich schal anhört. So, und jetzt bin ich WIRKLICH gespannt auf Deine Antwort. Denn genau DAS ist es, was mich persönlich nervt an der Barszene. Pauschal vorgetragene Kritik, die keinen Nachweis liefert und aus einer hyperlokalen Perspektive vorgetragen wird. Du hast die Chance, mich hier zu widerlegen.

    Prosit, Helmut.

    @Bargeist Danke für Deinen besonnenen Beitrag. Es gibt aber offensichtlich Redebedarf, sonst gäbe es die Kommentare nicht in diesem Pfad. Jean-Pierre traut sich wenigstens etwas öffentlich zu artikulieren, auch wenn ich seine Meinungen nicht teile. Aber ich denke, er steht stellvertretend für viele, die in unserem Medium nur nach den Köpfen suchen und nicht nach den Inhalten.

  3. Marcus

    Marcus C. aus Berlin

    Jetzt mlede ich mich auch noch mal zu Wort. Wie ich bereits in meinem ersten Beitrag geschrieben habe, sehe ich manche Dinge, bezüglich der Vereinsmeierei, ähnlich wie Jean Pierre.
    Da schrieb ich: „Manche Menschen stecken ihr Gesicht einfach in jede Kamera, nehmen an jeder Veranstaltung teil und erzählem jedem der es hören oder auch nicht hören will, was heutzutage richtig und falsch ist und wie man an seinem Brett zu arbeiten hat. Diese paar wenigen Kollegen, bestimmen die, von aussen wargenommen, Trends, dirigieren die Richtungen und diese Tatachen stoßen anderen Kollegen wiederrum bitter auf.“ Hier kommt Mixology mit ins Spiel, die genau diesen Herren und Damen einen Teil ihrer Plattform dafür geben. Ich glaube, es ist kein großes Geheimnis, wer diese Kollegen/innen sind, denn um das herauszufinden, muss man wirklich nur die letzten 4-5 Ausgaben in die Hand nehmen und die Anzahl immer wiederkehrender Gesichter zählen. Fakt ist nunmal, dass manche Kollegen (meist zu Recht) von euch gehypt werden und andere nicht. Ich persönlich finde dies nicht wirklich schlimm, denn die Jungs und Mädels tun auch einiges dafür aber es erklärt auf jeden Fall solche Reaktionen wie die von Jean Pierre. Auch ist nicht zu leugnen, dass „zufälligerweise“ ein hoher Prozentsatz der „Barneuvorstellungen“, jene sind, die von BARWORX konsultet wurden. Bei der Shochu habt ihr die Diskussion zum für und wieder selber losgetreten aber, um ein Beispiel zu nennen, wer wusste, dass ihr die Finger auch in einem Homes habt…Klar, dass sich andere Barobjekte da übergangen fühlen.
    Lieber Helmut, wer ein Magazin wie eures in einer Stadt wie Berlin betreibt, der polarisiert, wird diskutiert und dass ist auch gut so, denn so lange über einen gesprochen wird, ist man interessant.

  4. Helmut Adam

    „Hier kommt Mixology mit ins Spiel, die genau diesen Herren und Damen einen Teil ihrer Plattform dafür geben. Ich glaube, es ist kein großes Geheimnis, wer diese Kollegen/innen sind, denn um das herauszufinden, muss man wirklich nur die letzten 4-5 Ausgaben in die Hand nehmen und die Anzahl immer wiederkehrender Gesichter zählen.“

    Noch einmal: ich bitte Dich hier, genau so wie Jean-Pierre, konkret Namen zu nennen. Bevor Du solche pauschalen Anschuldigungen hier postest, solltest Du erst einmal Deine fakten überprüfen, Marcus.

    „Auch ist nicht zu leugnen, dass „zufälligerweise“ ein hoher Prozentsatz der „Barneuvorstellungen“, jene sind, die von BARWORX konsultet wurden.“

    Bezüglich Barworkz: Auch hier stimmen Deine Fakten nicht. Die einzige Bar, die wir in Mixology vorgestellt haben, in der wir als Consultant tätig waren, war die Shochu Bar in Berlin. Und hier haben wir ganz transparent gearbeitet und a) vorher unsere Leser hier im Blog gefragt, ob wir über die Bar berichten sollen und b) im Artikel selbst diese Tatsache und unsere Beteiligung an dem Projekt transparent dargestellt. Die überwiegende Meinung unser Leser war, dass wir das Projekt vorstellen sollen. Sonst hätten wir es nicht gemacht. Wir haben in der Vergangenheit für Cookie Consulting gemacht. In das Magazin ist es nicht eingeflossen.

    WER hat die Finger im Homes? Das Homes ist an der selben Adresse wie Mixology. Das ist auch schon die einzige Gemeinsamkeit, die wir haben. Und: wir haben die Bar in Mixology vorgestellt. Period. So wie viele andere Bars auch. Siehst Du, Marcus, jetzt wird es richtig peinlich für Dich. Ich sehe den Eigentümer des Homes maximal beim Vorbeigehen ins Büro und dann machen wir ein bisschen Smalltalk. Ist übrigens ein sehr netter und angenehmer Mensch. Vielleicht schaust Du mal vorbei und befragst ihn nach den Besitzverhältnissen.

    Ein „hoher Pozentsatz“ wird da plötzlich zu einer einzigen Bar. Das kommt dabei raus, Marcus, wenn man sich auf den „Gossip“ in der Szene verlässt.

    Trotzdem, lieber Marcus, bin ich Dir dankbar, dass Du das hier reingepostet hast. Denn Du und Jean-Pierre demonstriert hier genau das, was mich an der Barszene und ihrem Gossip stört. Reden, ohne die Fakten zu checken. Und: ich warte nach wie vor auf die Namen der Personen, die bei uns gehypet werden. NAMEN bitte!

    @BarGeist Dein Eintrag wird mir immer sypathischer, je länger dieser Pfad wird. Ich erhebe meine Teetasse gen München.

  5. Marcus

    Marcus C. aus Berlin

    Wo geht das Ganze hier eigentlich hin… Sorry aber ich hatte nicht die Absicht hier solch eine Lawine (mit-)loszutreten. Ihr habt nach Meinungen gefragt und habt sie bekommen. Kurz nach eurer Vorstellung des Holmes, war ich (Achtung, jetzt kommen Namen:o)) mit Matthias Reeder dort und der Barmann erzählte uns, was ich in meinem letzten Blog geschieben habe. Für mich hört sich das jetzt im Nachhinein so an, als hätte sich da jemand mit fremden Federn geschmückt… Sorry aber ich bin/war ein leichtgläubiger Mensch und hinterfrage solche Aussagen nicht.
    Ich möchte Jean Pierre in dem Punkt recht geben, dass die Namen, die du hören möchtest hier nicht hergehören,denn gerade so etwas lösst ein Miteinander aus, was du in der Stadt negativ beurteilst und vielleicht wäre dies auch ohne diese Diskussion nie zum Thema geworden. Wenn du sie natürlich wirklich hören möchtest, kann ich sie dir gerne auch vie E-Mail zukommen lassen aber was würde das bringen?
    Nach wie vor bin ich der Meinung, das Mixology ein außegewöhnliches Magazin und eine absolute Bereicherung für die hiesige Barwelt ist, um die uns andere Länder beneiden können, Wie bisher werde ich die den bekannten Umschlag freudig aus dem Postfach ziehen und in wenigen Stunden von vorne bis hinten durchwälzen. Ihr habt meinen Respekt für das was ihr tut und hoffe, dass wir ganz bald den richtigen Ort und die richtige Zeit finden um all die offenen Fragen und Antworten zu diskutieren!
    Gruß, Marcus

  6. jpebert

    @ Helmut
    Ich will es nur kurz machen, da der Bloglauf hier nicht mein persönliches Forum ist.

    Da Du öfters Bezug auf die Dauer meiner Gastronomietätigkeit nimmst, hier meine Kommentierung dazu: Die Dauer der Ausübung sagt nicht zwangsläufig etwas über den Erfolg oder die Qualität aus. Das müßtest Du aus eigener Erfahrung wissen.

    Bei einigen Dingen, die Du zuvor erwähnt hast, wie z.B. Irritationen bei der Neuvorstellung einer Bar in Mitte, weiß ich nicht, wie Du diese mit mir in Verbindung bringst. Höre das erste mal davon, auch weiß ich nichts von einer Neuvorstellung in diesem und letzten Jahr. So geht es mir mit einigen anderen Dingen auch, deren Du mich beschuldigst. Aber vielleicht bringst Du Deine beruflichen Negativerfahrungen gern mit mir in Verbindung oder mir hat der „Angel’s Share“ meines Rückbuffets bereits ordentlich zugesetzt 😉

    Vielleicht liegt es aber auch daran, dass mein Lieblingschampagnerhändler und bevorzugtes „Opfer“ der Kritik nach Frankfurt umsiedelt und Du jetzt zufälligerweise meine ganze Aufmerksamkeit hast 😉

    Du kannst Dir selber ein Bild machen, was Fakten und Namen betrifft, wenn Du Dir selbstkritisch Mixology anschaust. Hier geht es nicht darum Kollegen zu denunzieren und dann von Dir an den Pranger gestellt zu werden.

    Helmut: „Aber ich denke, er steht stellvertretend für viele, die in unserem Medium nur nach den Köpfen suchen und nicht nach den Inhalten.“ Wenn Du das Thema „Schützengräben“ aufgreifst, dann ist es nicht nett, alle die die Sache etwas anders sehen, negativ in eine Ecke zu stellen.

    @ alle
    Die ganze Diskussion macht eines, wie ich bereits erwähnte, deutlich: Die Schützengräben werden nicht von der Bargemeinde selbst ausgehoben. Aber, das möchte ich hier trotz Helmuts vehemender Gegenwehr einräumen: Das Problem ist im Großen und Ganzen erkannt.

  7. Arnoldo

    Bezüglich Barzone gab es diverse Kommentare hoch geschätzter Kollegen, warum man die Barzone nicht besucht. Durch diese Kommentare leitet sich automatisch ab, dass man auf die Barzone nicht gehen sollte, da man sonst gegen Mixology arbeitet. Du hast mir mal erklärt, dass jeder Bartender für sich selbst entscheiden soll was er tut und macht und es Dir nicht aus mache wenn man die Barzone besucht. Deinen Kommentar hatte ich auch nicht gemeint und ich möchte jetzt nicht Finger zeigen, da es auch nichts bringt. Meine Kernaussage zu diesem Thema ist, dass es viele Missverständnisse gibt, die man ausräumen könnte. Viele Bartender sind aus dem Grund Zuhause geblieben weil sie nicht Mixology schaden oder in den Rücken fallen wollten.

    Umgekehrt sollte dieses Spiel auf dem BCB nicht ablaufen. Es wäre eine Schande dem Meininger Verlag zuliebe Zuhause zu bleiben weil man diesem nicht in den Rücken fallen wolle…

    Es gab nicht nur viele DBU Mitglieder die sich nicht als Mixology Abonnent geoutet haben, es gab auch umgekehrt sehr viele Mitglieder die Mixology Abonnent sind die sich in der öffentlichkeit nicht als DBU Mitglied geoutet haben, weil dies peinlich sein könne…Dieser Druck ist heute entwichen, weil mehr Bartender einen Ar…in der Hose haben.
    So sehen ich uns auf einen richtigen Weg, weniger nach Vereinsangehörigkeit oder Magazins zugehörigkeit zu schauen, sondern für den Gast unser Wissen aus der Mixology zu saugen, bei den Seminaren von Mixology oder DBU praktisch etwas dazu zu lernen oder bei einem Tasting der DBU oder von Mixology sich weiter zu bilden. Am Ende entscheidet der Geschmack egal ob das Tasting komerziell ist oder nicht, wobei ich natürlich blind Tastings a la Martini Tasting im Europäischen Cocktail Museum sehr bevorzuge, da hier nur der Geschmack entscheidet….

    Die Cocktailmaschine ist ein never ending Thema mit dem die Drinks Ihr Geld verdient um die Zeitschrift zu bezahlen. Ich persönlich habe sie gar nicht war genommen, weil Werbung irgendwie von mir sowieso überblättert wird. Aber mal ganz ehrlich, welche Bartender stellt sich morgens früh ans Frühstücksbüffet und macht nen Drink, Im Hotel am Büffet hat man heutzutage keine Zeit einen Cocktail zu machen, da Personal gespart wird wo es nur geht….
    Eine Cocktailmaschine ist eine Erleichterung für das Personal im Frühstücksbereich und evt Bankett. ich persönlich habe noch keine Hotels gesehen wo diese angewandt wird aber Bars die Personal durch eine Maschine ersetzen würde ich sowieso nicht aufsuchen.
    Als Kind ist eine solche Maschine ein absoluter Traum! Wenn ich mir meinen eigenen alkoholfreien Cocktail zapfen kann und das so viel ich will am Büffet? Wahnsinn!
    Wärend einer Bankettveranstaltung einen Bartender hinzustellen kann öde sein, es könnte aber Werbung für die Bar sein….Mittags Drinks aus dem Automaten und Abends einen richtigen Drink in der Bar weil es viel perönlicher und interessanter ist….

    Mixology hat in den letzten Jahren viel bewegt in der Barszene und gerade das weil die Standarts sehr hoch sind! Viele Bars haben auf frisch gepresste Säft umgestellt, Viele Bars machen ihre Sirups und Liköre selbst und arbeiten wirtschaftlicher, Viele Bartender setzen sich mit neuen oder bisher unbekannten Produkten auseinander. Die Messlatte ist hoch und nach dieser richtien sich viele und ich denke auch die „Drinks“ profitiert indirekt davon. Herr Rosenberg hat in seiner letzten Ausgabe einen Zettel hinzugefügt auf dem man beschreiben kann was man an der Drinks verändern könne, ich kann diese Kritikbereitschaft nur für gutheißen, schließlich ist durch die wachsende Kritik des verwöhnten Publikums Herr Rosenberg näher an den Bartender heran gekommen. Gut so! Dies ist ein Beispiel wo Konkurenz fruchten kann!

    Sind die Bartours zur BCB gestorben? Ich habe davon nichts mitbekommen…..

    Der Bericht über die Shochu Bar war neutral geschrieben, es war keine persönliche Meinung dazu geschrieben, daher sehe ich diesen Bericht auch nicht als puschen sondern als Information, was es neues in der Barlandschaft Deutschland gibt. Auf Mixology.eu haben diverse Leser sich damit einverstanden erklärt, dass ein Bericht über die Shochu Bar geschrieben wird.

    Wie schon von Bargeist beschrieben sind Blogs Magazine usw. zur Inspiration und weiterbildung da, heutzutage gibt es mehrere Blogs und dadurch mehrere Meinungen, aus diesen kann man seine eigene Bilden und wenn man die Blogs genau verfolgt kann man erkennen wer welchen GEschmack hat und sich selbst mit dieser Person identifizieren. Im Kommentar Feld kann man kommentieren und so eine Diskussion oder Fragen über die Produkte stellen. Ein jeder Blogger möchte sich der Welt mitteilen und helfen die Barkultur voran zu bringen. Je mehr Fragen also zu einem Produkt gestellt werden desto besser, denn ander Leser können davon nur profitieren….Wenn sachlich geschrieben gerne auch anonym….

    Es gibt viele Köpfe die oft in der Mixology auftauchen. Ich zähle mal meinen eigenen dazu, dazu nenne ich Thorsten Pannek oder Oliver Ebert. Dies geschiet aus dem Grund weil diese Fotos von Tastings sind, die von Mixology veranstaltet werden. Da ich nicht weit vom Mixology Büro wohne, Montags zu den Tastings frei habe, gehe ich gerne zu einem Tasting oder Seminar. So geht es den anderen Bartendern auch, Ich bekomme dazu aber keine Einladung, sondern lese täglich den Mixology Blog und sehe, dass die Tasting dort ausgeschrieben sind…jeder kann sich anmelden….

    Zu Jean Pierre – Ich seh das immer so, ein Gast der sich beschwert, dem liegt die Bar am Herzen und ist daher immer mit großer Sorgfalt zu behandeln. Ich bin froh wenn mir ein Gast seine Mißstände mitteilt, da ich dann weiß wo wir uns verbessern können. Ein Gast der unzufrieden geht ist verloren….

    Genau aus diesem Grund find ich diese Diskussion sehr sehr förderlich, weil einfach sehr viele Missverständnisse in der Luft liegen, es viel geredet wird und dadurch Bartender eingeschränkt werden(siehe oben)….

  8. Helmut Adam

    @alle Berliner Bars, die hier mitlesen:

    Es ist offenbar missverstanden worden, um was es hier in meinem Beitrag ging. Er ist weiß Gott nicht als eine Pauschalkritik gegenüber allen Berliner Bars gemeint. Im Gegenteil: es gibt mittlerweile eine unglaubliche Zahl an Qualitätsbars, die untereinander ein gutes Verhältnis haben. Viel mehr als noch vor 6 Jahren. Ich hätte das vielleicht zentraler um unsere Bar Tours aufhängen sollen, denn die sind der Kern des ganzen Textes gewesen. Sie sind zumindest unser „Blick in den Spiegel“ gewesen. Und was man in den Kommentaren an Argumentations-Ketten lesen kann, bezieht sich primär auf unsere, Mixologys, Interaktion mit bestimmten Bars in Berlin.

    Wenn man die Kommentare liest, versteht man aber vielleicht auch diesen Abschnitt:

    „Der Eindruck des Gastronomen oben ist keine Einzelmeinung. Es ist tatsächlich so, dass in den letzten Wochen und Monaten viel Unschönes zu hören war in Berlin. Ich habe derzeit kaum noch Lust, in Cocktailbars wegzugehen, da ich mir immer mehr von diesem schmierigen Gossip anhören muss. Man wird nicht in Ruhe gelassen mit seinem Drink, sondern soll ständig irgendetwas kommentieren, das seinen Ursprung in Neid und Missgunst hat.“

    @jpebert

    Bevor wir uns persönlich kennen gelernt haben, hast Du uns bereits massivst per Email kritisiert. Ohne Dir Zeit zu nehmen herauszufinden, wer wir sind, was unsere Geschichte ist, wo wir herkommen. Ich habe mir dagegen persönlich die Zeit genommen, Dich in Deiner Bar zu besuchen, um Dich kennen zu lernenmir Deine Kritik anzuhören und Dir unsere Position zu erklären. Das kann ich allein aufgrund der räumlichen Nähe. Man stelle sich vor, ich würde versuchen, das mit jedem Leser in unserem Verbreitungsgebiet machen, der ein Problem mit uns und unseren Inhalten hat. Unmöglich. Aber verlassen wir diese persönliche Ebene auf der Du Dich auch mit „Dauer meiner Gastronomietätigkeit“ beziehst. (Und glaube mir: Jens und ich sind absolut offen über unser Salz-Projekt. Da haben wir überhaupt kein Problem mit. Das wird im Blog sicher auch mal Thema werden.)

    Zu den Fakten:

    Du erinnerst Dich nicht mehr an das Gespräch mit mir, wo es um die Bars aus Mitte ging. Gut, wir haben keine Zeugen. Lassen wir die Sache auf sich beruhen. Aber: Du wirfst uns vor, mit einer Agenda zu agieren und Schützengräben auszuheben. Es geht hier aber nicht um „Schützengräben“, es geht hier nicht um „Krieg“, um „verteidigen“, es geht hier schlicht um Kritik und um Reaktion auf diese Kritik.

    Das hier, Jean-Pierre, streitbarer Barbetreiber aus Mitte, ist eine DISKUSSION. Wenn Du und Marcus uns vorwerfen, parteiisch zu sein, eine Agenda zu haben, immer nur die selben Leute zu pushen, unsere Consulting-Tätigkeiten mit unserer medialen Arbeit zu vermischen, müsst ihr ARGUMENTE liefern. Und in diesen Argumenten schlicht und einfach FAKTEN.

    Marcus, hat im Gegensatz zu Dir, wenigstens versucht mit Fakten zu argumentieren. Im Fall der Personen hat er sie nicht präsentiert. Aber im Fall der Consultings hat er versucht darzulegen, wo wir überall die Finger im Spiel hätten. Das war übrigens nicht nur für unsere Leser eine Neuigkeit, für uns war es ebenfalls neu, Consultant im Homes zu sein. Offenbar habe nicht nur ich Doppelgänger, sondern Barworkz hat sich mittlerweile auch multipliziert….die Terasse des Homes sitzt übrigens gerade richtig voll bei dem schönen Wetter und ich freue mich für den Besitzer!

    Du schreibst:

    „Du kannst Dir selber ein Bild machen, was Fakten und Namen betrifft, wenn Du Dir selbstkritisch Mixology anschaust. Hier geht es nicht darum Kollegen zu denunzieren und dann von Dir an den Pranger gestellt zu werden.“

    Jean-Pierre, das ist sehr ehrenhaft von Dir. Dafür nimmst Du Dir die Freiheit, uns hier öffentlich zu beschuldigen. Eine wirklich starke Argumentation! „Das Problem ist im Großen und Ganzen erkannt.“ Ich persönlich sehe die Probleme in diesem Fall ganz woanders liegen…und sicher nicht in der Schlesischen Strasse 28.

    Und jetzt wünsche ich allen einen schönen Tag, gute Umsätze (auch Dir Jean-Pierre, und ich werde, nachtragend und parteiisch wie ich bin, auch weiterhin ausländische Journalisten die gute Bars sehen wollen, in die Riva mitbringen) und mache mich daran die nächste Ausgabe fertig zu stellen. Prosit!

  9. Helmut Adam

    @Arnoldo

    Danke für den Beitrag. Das ist gut hier eine andere Perspektive zu lesen. Erlaube mir, später darauf zu reagieren, zumindest auf das, was uns betrifft.

  10. jpebert

    Helmut,

    da Du die meine Emailkritik vom letzten Jahr hervorholst und das auch zu dem Thema gut passt, möchte doch noch dazu antworten. Meine Kritik bezog sich auf Stilfragen im Umgang miteinander und natürlich auch auf die letztendlich von mir in den Ring geworfene „Clicquenbildung“ oder eben zu gut deutsch Vereinsmeierei.

    Du oder eine(r) Deiner Kollegen hatten letztes Jahr im April angefragt, ob wir an den BCB-Bar Tours teilnehmen wollen. Ich hatte zugesagt, danach 2 -3 Monate nichts mehr gehört. Erst auf Nachfrage hast Du mir dann mitgeteilt, dass die rivabar nicht mehr dabei ist. Als Begründung hast Du mir angegeben dass wir nicht zum Konzept passen, was bei mir einiges Befremden ausgelöst hat. Im weiteren Verlauf unseres Austausches kam dann die eigentliche Ursache ins Gespräch. Wir hatten auch eine Teilnahme an der Fizzz-Tour zugesagt. Ich kannte damals die Vorbedingungen nicht; ich hätte bei solchen Vorbedingungen gar nicht zugesagt, ob mit Fizzz-Tour oder ohne.

    Wären wir nicht gefragt worden oder wären von vornherein klar gewesen, was zu den Vorbedingungen gehört, dann hätte ich mich auch nicht daran gestört. Die Bar-Tours sind nett und es ist schon irgendwo ehrenhaft dabei zu sein, aber ich versuche vorrangig Barkultur auf hohem Nivaeau für Gäste im Weiteren Sinne zu machen und nicht für Gastronomen. Und das sollten wir alle nicht aus den Augen bei all der Beschäftigung mit uns selber (hier) verlieren. Ein Lob von und ein gutes Standing bei Kollegen ist ehrenhaft und schmeichelt, aber die wahren Stars, die es geschafft haben Barkultur in Berlin salonfähig zu machen, fast 20 Jahre mit hohem Niveau am Start sind, beständig viele Gäste anziehen, finden in der Mixology kaum Erwähnung, das wie man es macht und warum auch wenig.

    Aber kurz zurück. Das ich(, sagen wir über Deinen robusten,) Umgangsstil in Fragen Bar-Tours verärgert war, kannst Du sicher verstehen. Aber das war eher eine Kleinigkeit, statt einer Stilfrage. Der grundsätzliche Punkt war die „Vereinsmeierei“, das Abstecken von Claims, was ich massiv kritisiert habe. Bist Du dort dabei, dann nicht mit uns. Das ist (war) doch Gräben-ziehen in Reinkultur. Im übrigen hatte ich die damalige Diskussion bis jetzt als privaten „Input“ für Dich betrachtet, da (Du) es aber zum öffentlichen Interesse gemacht wurde (hast), gebe ich es hier kurz wieder. Und diese Kritik musst Du Dir dann schon gefallen lassen. Es hat auch nichts mit Neid oder Missgunst zu tun, wie Du es in einem vorherigen Eintrag erwähnt hast.

    Das ich in Folge etwas kritischer auf bestimmte Rubriken in der Mixology-Zeitschrift und Euren anderen Medien schaue, kannst Du Dir vorstellen. Es ist sicherlich übertrieben, wenn ich sage, die Mixology ist das Hausblatt von Helmut & Friends, aber den Eindruck kann man bei sehr kritischer oder auch böswilliger Betrachtung haben und hat man. Glaube mir, wäre das nur mir aufgefallen, dann hätte ich es für mich behalten.

    Ich kann die Argumentation gut nachvollziehen, dass Kollegen, die sehr aktiv in der Barszene sind, auch öfters visuell oder per Wort präsent sind. Ich finde solche AKtivitäten sehr gut, denn wir alle haben etwas davon. Aber es hat teilweise „Geschmäckle“. Es ist auch gut so, dass Du parteiisch bist, bin ich auch (einen Standpunkt haben klingt neutraler), und deshalb habe ich mich aber über die nunmehr globale Ausrichtung von Mixology besonders gefreut.

    Ich bin gespannt …

    Was die angesprochenen Probleme betrifft, die nicht in der schlesischen Straße liegen: Welche meinst Du? Ich sehe keine. Hier ging es doch um „Gräben“, Du hast das Thema in den Block gesetzt und wolltest offensichtlich eine Diskussion. Mittlerweile habe ich aber den Eindruck, dass es nicht um die Sache geht, und vor allem meine Meinung Dir weder gefällt, noch erwünscht ist oder gehört werde soll. Du holst auch Sachverhalte aus den Untiefen der vergangenen Zeit und Behauptungen heraus, die diffamierend sind, gar nicht mir mir in Verbindung stehen und immer im Zusammenhang mit meinem Namen auftauchen. Klar Du sitzt in der Zentralstelle der Informationsverteilung, es ist Dein gutes Recht so zu walten und schalten, aber sorry Helmut, in Ordnung ist das nicht.

    Vielleicht sollten wir das Thema auf eine private Unterhaltung zurückführen trotz eines gewissen öffentlichen Unterahltungswertes, bei einem Gin Tonic bei mir oder am Schlesischen Ufer … weißt ja, ich freue mich, wenn Du mich besuchst und habe gern mit Dir Meinungsverschiedenenheiten.

  11. Tosh Dirschka

    Tosh Dirschka
    HOMES Bar
    Schlesische Str. 28
    10997 Berlin

    Hi Marcus !
    Jetzt muss ich mich wohl mal zu Wort melden, um gewisse Missverständnisse aus dem Weg zu räumen.
    Das Mixology Team hat die HOMES Bar nicht konsultet !!!
    Als Nachbarn haben wir das eine oder andere sehr nette Gespräch über Drinks & Bars geführt, aber das als Consulting zu bezeichnen, ginge sicherlich zu weit.
    Jetzt würde mich natürlich interessieren, ob einer meiner Bartender sich zu einer missverständlichen Äusserung hat hinreissen lassen. Ich für meinen Teil pflege mich nicht mit fremden Federn zu schmücken, auch nicht nach dem Genuss von alkoholischen Getränken 🙂

    Liebe Grüße

    Tosh

  12. Helmut Adam

    Lieber Jean-Pierre,

    diesen Beitrag, der bisher bereits stolze 1068 Zugriffe hat, habe ich die letzten Tage ganz bewußt ignoriert, um nicht den Eindruck zu erwecken, dass wir unser Medium nur für eine Bar in Mitte gestalten. Und bevor Du das jetzt wieder als „robusten Umgang“ auffasst: mir gefällt ebenso wie vermutlich Dir und anderen auch nicht, wie sich die Diskussion hier entwickelt.

    „Du oder eine(r) Deiner Kollegen hatten letztes Jahr im April angefragt, ob wir an den BCB-Bar Tours teilnehmen wollen. Ich hatte zugesagt, danach 2 -3 Monate nichts mehr gehört. Erst auf Nachfrage hast Du mir dann mitgeteilt, dass die rivabar nicht mehr dabei ist. Als Begründung hast Du mir angegeben dass wir nicht zum Konzept passen, was bei mir einiges Befremden ausgelöst hat. Im weiteren Verlauf unseres Austausches kam dann die eigentliche Ursache ins Gespräch. Wir hatten auch eine Teilnahme an der Fizzz-Tour zugesagt. Ich kannte damals die Vorbedingungen nicht; ich hätte bei solchen Vorbedingungen gar nicht zugesagt, ob mit Fizzz-Tour oder ohne.“

    Ist Dir denn nicht aufgefallen, dass ich in meinem Blogbeitrag oben genau dieses Verhalten als Fehler bezeichnet habe? Wir sind weit selbstkritischer, als Du es uns zugestehen möchtest. Im krassen Gegensatz dazu erscheint mir Deine andauernde Kritik mittlerweile als geradezu manisch.

    „Ein Lob von und ein gutes Standing bei Kollegen ist ehrenhaft und schmeichelt, aber die wahren Stars, die es geschafft haben Barkultur in Berlin salonfähig zu machen, fast 20 Jahre mit hohem Niveau am Start sind, beständig viele Gäste anziehen, finden in der Mixology kaum Erwähnung, das wie man es macht und warum auch wenig.“

    Wir können es nicht jedem Recht machen und das werden wir auch nicht. Wie Du mir gerade damit wieder bestätigst, geht es eben doch primär darum, wer sich in unserem Magazin abgebildet findet und wer nicht. Wir sind aber kein Gefälligkeitsmedium. Genauso wenig, wie wir nur ständiges Schulterklopfen verteilen, findest Du detaillierte und harsche Kritik an einzelnen Bars bei uns. Ich würde mir nie herausnehmen, eine einzelne Bar so massiv zu kritisieren, wie Du es mit uns hier in den Kommentaren gemacht hast. Ich bin Dir im Übrigen dankbar dafür, dass Du uns in Deinem letzten Kommentar erstmals das Recht zugestehst, eine eigene Meinung zu haben. Das sehe ich immerhin schon mal als Fortschritt in dieser Diskussion.

    Wir sind nicht zuständig für Aufmerksamkeitsdefizite einzelner Gastronomen. Und schon gar nicht für die bestimmter Berliner Gastronomen, nur weil wir in derselben Stadt leben. Es gibt an jedem Produkt etwas zu verbessern. Und wie Du schreibst, sind es die Gäste die im Fokus stehen. Dann arbeite Du bitte an der Verbesserung Deines Produktes weiter. Und das es da etwas zu verbessern gibt, weißt Du selbst. Und wir tun selbiges mit unserem Medium, das ebenfalls noch nicht dort ist, wo wir es haben wollen. Perfektion ist immer nur ein Endziel, erreicht wird sie nie.

    Das hier ist mein letzter Kommentar in diesem Pfad, der sich auf die Kritik von Jean-Pierre bezieht. Ich denke, dass sich alle Leser ein gutes Bild machen konnten, wie die jeweilige Standpunkte sind. Und Jean-Pierre, der mich gestern per Email anfragte, ob er denn weiterhin an unseren Tastings etc. teilnehmen könne, kann dies selbstverständlich weiterhin tun, wie jeder andere Leser und Abonnent auch. Wir als Medium sind für ihn offenbar einen Reibungspunkt, den er braucht, und wir werden nicht den Fehler machen, daraufhin mit irgendeiner blödsinnigen Sanktionierung zu reagieren. Im persönlichen Umgang, in seiner Bar, ist Jean-Pierre meines Erachtens ein extrem zivilisierter und angenehmer Mensch, weshalb ich mich über seine (pauschaliserenden) Vorwürfe hier in der Öffentlichkeit, die ich ebenfalls als sehr „robust“ empfinde, immer wieder wundere.

    Mixologys Philosphie war es von Tag eins, den Community-Gedanken in die Barszene zu tragen, Wissen zu teilen, Fortschritt zu fördern. Wenn es eine „Mixology Family“ geben sollte, so steht sie jedem offen, der unseren Enthusiasmus für alle Dinge der Bar teilt. Die Family findet immer dort statt, wo sich Bartender ohne Zwang und Vereinszugehörigkeit treffen und austauschen. Die Schranken, die manche Menschen in der Branche sehen, existieren möglicherweise zu sehr in ihren Köpfen. Aber selbstverständlich sind wir von Mixology nicht perfekt und machen Fehler auf unserem Weg. Wenn wir aber eine Clique wären, hätte es unser Medium nie dorthin geschafft, wo es heute steht. Prosit!

    @Marcus C. Danke für die Klarstellung! Wenn Du so etwas in Zukunft klären willst, sind wir immer nur einen Anruf oder eine Email entfernt. Das der eindeutig bessere Weg, als eine so offensichtliche Lüge weiterzukommunizieren.

    Zum Abschluss zitiere ich noch einmal BarGeist:

    „Zeitschriften, Messen, Blogs usw. sollten als Anregung und Inspiration angesehen werden und nicht als Richtungweisend.“

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