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Bobby Burns Cocktail | Mixology — Magazin für Barkultur

Bénédictine oder Drambuie – Hauptsache Bobby Burns!

Er taucht bereits früh in Cocktailbüchern auf: Der Bobby Burns Cocktail, ein Rob-Roy-Twist mit einem Hauch Bénédictine oder Drambuie. Namentlich bezieht sich der Drink auf den schottischen Nationaldichter Robert Burns, dem zu Ehren einmal jährlich ein Fest abgehalten wird. Den Bobby Burns allerdings kann man immer trinken.

Jedes Jahr am 25. Januar findet der Burns Supper zu Ehren des schottischen Dichters Robert Burns statt. Das jährliche Fest wird nicht nur in Schottland zelebriert, sondern überall dort, wo es eine Vielzahl von schottischen Einwanderern gibt, vor allem in Kanada, Nordirland, Australien und den Vereinigten Staaten.

Auf der Speisekarte ist immer das Gleiche zu finden: Suppe, Haggis* mit Steckrüben und Kartoffeln und als Nachtisch ein Trifle**. Der Abend verläuft strukturiert, Gedichte des berühmten Dichters und Trinksprüche werden vorgetragen. Auch Whisky darf an solch einem Tag natürlich nicht fehlen, dieser wird pur, oder auch in Form eines Bobby Burns Cocktail getrunken. Letzteren nehmen wir heute genauer unter die Lupe.

Zu Ehren des Nationaldichters Robert Burns

Die Bezeichnung Bobby Burns bezieht sich auf Robert Burns, den schottischen Dichter. Dieser wurde am 25. Januar 1759 geboren und verstarb am 21. Juli 1796. Er gilt als einer der größten Dichter Schottlands, dessen bekanntestes Lied „Auld Lang Syne“ ist und zu dessen Ehren jedes Jahr ein Fest veranstaltet wird.

Neben Cocktails wie eben dem Bobby Burns, oder auch dem Robert Burns Cocktail, ist Robert Burns auch Namenspatron von anderen Produkten, wie z.B. des Robbie Burns Scotch Whisky oder Robert Burns Cigars. Redet man heutzutage vom Bobby Burns Cocktail, so ist meistens von einem Rob Roy Twist die Rede. Der Rob Roy, welcher ein auf Scotch basierender Manhattan ist, wird durch einen Hauch Bénédictine oder Drambuie ergänzt.

Schaut man in die Rezeptbücher des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts, so fällt auf, dass gelegentlich auch andere Zutaten wie z.B. Gin, Curaçao, Orange Bitters und Maraschino in den Drink wanderten, bis sich letztendlich die Variante mit Bénédictine oder Drambuie durchsetzte.

Von Baby Burns zu Bobby Burns

Das erste Mal wurde der Drink im „Bartender’s Guide“ aus dem Jahre 1895 der Berner-Mayer Co. veröffentlicht. Hier allerdings noch unter dem Namen Baby Burns. Der Drink beinhaltete einen „tsp.“ (also „Teaspoon“, Anm. der Red.) Bénédictine, einen „tsp.“ Wermut – und Scotch Whisky.

Im Jahre 1913 wurde der Drink dann zuerst unter dem Namen Bobby Burns publiziert. Zum einen bei Hans Schönfeld und John Leybold im „Lexikon der Getränke“, hier wurde Scotch, Wermut, Bénédictine und eine Zitronenzeste verwendet.  Zum anderen gab es eine Variante mit Scotch, Wermut, Orangensaft und Maraschino, ebenfalls 1913 erschienen, und zwar in Jacques Straubs‘ „A Complete Manual of Mixed Drinks“.

Auch der englische Bartender Harry Craddock veröffentlichte ein Rezept des Bobby Burns in seinem Savoy Cocktailbook von 1930. Hier wird nach gleichen Teilen Wermut und Scotch, sowie nach drei Dashes Bénédictine verlangt. William T. Boothby alias „Cocktail Bill“ erwähnt in seinem Buch „Boothby’s World Drinks“ aus dem Jahre 1934 gleich zwei Varianten des Bobby Burns. Variante No.1 besteht aus ½ Jigger Whisky, 1/2 Jigger Gin, 1 dash Curacao und 1 dash Orange Bitters. Die Variante No.2 besteht aus ¼ Jigger Whisky, 1/2 Jigger ital. Wermut und zwei dashes Bénédictine.

David A. Embury schwört eher auf Drambuie

Und auch David A. Embury erwähnt den Drink in seinem Buch „The fine Art of Mixing Drinks“. Er beschreibt den Bobby Burns als eine interessante Abwandlung des Rob Roy mit dem Hinzufügen eines Tropfens Drambuie. Er sagt: „Benedictine is sometimes used in place of Drambuie. However, the Drambuie is preferable because it is made with a Scotch whisky base.“ In seiner 1953 überholten Auflage ergänzt er, dass sich Peychaud’s Bitters irgendwie besser mit dem Scotch vertragen als Angostura Bitters.

Es gibt noch sehr viele weitere Publikationen des Bobby Burns Cocktails, an dieser Stelle belasse ich es jedoch bei den oben genannten Beispielen, da es ausreicht, um die Varianz und Entwicklung der Rezepturen zu erkennen. Mein persönlicher Favorit ist auch die letzte Variante, gerne auch mit einen torfigen Scotch – und nicht nur am Burns Supper.

 

 

* Haggis ist ein ähnliches Gericht wie Pfälzer Saumagen oder Grützwurst

**Trifle ist eine englische Süßspeise, bestehend aus mehreren Schichten aus Custard, Obst oder Marmelade, Biskuitkuchen und Schlagsahne. Der Biskuit wird im Allgemeinen mit Alkohol getränkt (Port, süßem Sherry, Madeira oder auch Weißwein).

Bobby Burns Cocktail

Zutaten

6 cl Blended Scotch Whisky
3 cl roter Wermut
1 BL Bénédictine oder Drambuie
1 Dash Peychaud’s Bitters

Zubereitung

1. Die Zutaten in ein kühles Rührglas gegeben, ca. 30 Sekunden kalt rühren
2. Anschließend in eine vorgekühlte Cocktailschale abseihen und mit den ätherischen Ölen einer Zitronenzeste bespritzen.
3. Die Zeste kann optional an den Glasrand gesteckt werden.

Glas

Coupette

Garnitur

Zitronenzeste oder Cocktailkirsche

Credits

Foto: Tim Klöcker

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