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Der Bombay Crushed. Ein nationaler Signature Drink.

Nur wenige Signature Drinks sind auch als solche berühmt und populär geworden. Und noch weniger tragen sogar die Marke im Titel wie der Bombay Crushed. Der Sommerdrink, der sich auf unzähligen Barkarten des Landes wiederfindet, ist zu einem modernen Klassiker geworden möchte man meinen. Dies stimmt allerdings nur für Deutschland.

Als die Caipirinhas und Mojitos bereits lange populär waren im deutschsprachigen Raum, entwickelte  Bombay Sapphire Gin, der Ende der 90er Jahre von Bacardi erworben wurde , den Cocktail Bombay Crushed als Signature Drink. Bacardi Deutschland, verantwortlich für Bombay Sapphire, bestätigt die internationale Einführung als Signature Drink seitens Bombay Spirits: „Allerdings dürfte dies noch in die Zeit gefallen sein als Bombay im Vertrieb von Diageo, beziehungsweise der Vorgängerfirma UDV, der war.“

Der Bombay Crushed, in der Gastronomie unterstützt mit großvolumigen, bläulichen Gläsern, machte einen Gin-Drink populär zu einer Zeit, in der kaum jemand diese Spirituose bestellte und kaum eine Bar mehr als zwei oder drei Gins im Angebot hatte. Als idealer Sommerdrink und in der Herstellung ähnlich der einer Caipirinha, konnte sich der Cocktail sowohl bei Bartendern als auch bei Gästen schnell etablieren. Dies lag vor allem an einer ungewöhnlichen Zutat, der Kumquat.

Keine Miniorangen

Diese Kumquats sind in ihrem Ursprung aus dem asiatischen Raum stammende Früchte, die sehr nah verwandt sind mit Zitruspflanzen. Aufgrund ihres Aussehens werden sie auch oft Zwergorangen genannt. Die Verwandtschaft zur Orange ist aber nicht näher als die zur Limette oder Zitrone. Wenn auch in Asien beheimatet, wird die Kumquat mittlerweile auch in Afrika, Amerika und vereinzelt in Südeuropa kultiviert.

Der Geschmack der Frucht ist recht speziell und macht sie wohl auch deshalb so berühmt in diesem Cocktail. Das säuerlich bittere Fruchtfleisch ist umgeben von einer herb-süßlichen und essbaren Schale. Beim Zerkauen im Mund vermischen sich diese Aromen und ergeben ein frisches Gesamtbild irgendwo zwischen Mandarine, Bitterorange und Grapefruit. Vorausgesetzt, die Kumquat ist wirklich reif.

Kreuzungen von Kumquat und Limette wurden erfolgreich als Limequats gezüchtet. Sehr relevant sind diese Früchte allerdings nicht. Sie sind geschmacklich der Limette sehr ähnlich, dabei aber weniger ergiebig und zudem sehr teuer. Kumquats sind auch nicht die günstigsten frischen Früchte, aber der recht geringe Einsatz pro Drink und ein nahezu ganzjährig stabiler Preis von rund 7 bis 9 Euro pro Kilo machen die Frucht durchaus interessant, um sie als Standard in der Bar zu haben.

Der Crowdpleaser

Bis heute findet man den Bombay Crushed auf vielen Getränkekarten, gerade im Massenmarkt der Bars. Jeder, der sich an einem Drink auf Basis von Säure und Süße erfreuen kann, dürfte auch Gefallen am Bombay Crushed finden. Interessant ist dabei, wie stark die Gäste die Frucht und den Cocktail miteinander verbinden.

Dies bestätigt auch Lukas Motejzik aus der Münchner Zephyr Bar: „Seit kurzem haben wir wieder Kumquats, die wir für eine Eigenkreation benötigen. Sobald Gäste die Früchte sehen, fragen sie sofort explizit nach einem Bombay Crushed, während andere Zutaten meist nur eine Neugier auf eine mögliche Anwendung auslösen.“

 

Bombay Crushed

6 cl Gin (z.B. Bombay Sapphire)

6 – 8 Kumquats

3 Dashes Limettensaft (optional)

2 – 3 Barlöffel Rohrzucker

Glas: Tumbler

Garnitur: keine

Zubereitung: Die Kumquats halbieren, mit dem Zucker in den Shaker geben und mit einem Muddler zerdrücken. Restliche Zutaten hinzugeben und mit Eiswürfeln auffüllen. Dann alles kräftig und ausgiebig 10 bis 15 Sekunden (10 – 15 Mal) schütteln. Den gesamten Inhalt ins vorgekühlte Gästeglas umfüllen.

Alternativ kann man den Drink auch direkt im Gästeglas nach der Methode einer Caipirinha herstellen.

 

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Bildquelle: John Lambert Pearson

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