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Signatures von der Barkarte: Fünf Cocktails mit Rum

Liquid Diary, TinTin, Einraum, Ory und Miranda Bar – wir haben nachgefragt, welche aktuellen Signature Cocktails mit Rum auf den Barkarten von Innsbruck bis Worms stehen.

 

Kaum eine Spirituose bietet geschmacklich ein so breites Spektrum wie Rum. Diese Aromenvielfalt findet sich auch in Cocktails wieder. In einigen Drinks kommen dunkle, fassgereifte Rum-Qualitäten zu tragen, in anderen die Frische von weißen, ungelagerten Rums, in anderen wiederum experimentiert man mit den Fruchtbomben Rhum Agricole. Und dabei haben wir Tiki noch gar nicht erwähnt. Rum spielt eben eine breite Klaviatur, ob in Klassikern oder Neo-Klassikern wie dem Old Cuban. Wir haben bei fünf Bars im deutschsprachigen Raum nach ihren aktuellen Signature Drinks mit Rum nachgefragt.

5 Cocktails mit Rum aus aktuellen Barkarten

Der Purple Earth aus dem Liquid Diary
Der Purple Earth aus dem Liquid Diary
Voller Glanz aus der TinTin Bar
Voller Glanz aus der TinTin Bar

Purple Earth

Zutaten

4 cl Ron Zacapa 23
3 cl gesäuerter Rote Bete Saft *
2 cl Toasted Rye Sirup

Der Purple Earth ist aus dem aktuellen Wintermenü des Liquid Diary, einer der führenden Bars in Innsbruck von Damir Bušić. Dieses besteht aus Cocktails aus jeweils drei Komponenten: Simplizität, die vor allem auf Souveränität beruht. Die Basis dieses hervorragend ausbalancierten Drinks ist 23-jähriger Ron Zacapa aus Guatemala.

„Die Idee war es, die Aromen des Rums mit regionalen Geschmäckern zu verbinden“, so Dave Saremba, letztjähriger Gewinner der österreichischen World Class Competition. „Die Erdigkeit der Roten Bete harmoniert sensationell gut mit den dunklen Aromen des Rums. Der Sirup aus getoastetem Roggen hebt die karamelligen und schokoladigen Aromen des Zacapa ebenfalls einmal hervor.“ Mit seiner kräftigen Farbe und Rote-Bete-Noten ist der Purple Earth defintiv ein Winterdrink, der jedoch auch mit Frische punkten kann. Ein Tagebucheintrag aus dem Liquid Diary, den man sich getrost auch in sein Tagebuch schreiben kann.

Voller Glanz

Zutaten

6 cl Revolte Rum
4 cl Apfelreduktion*
1,5 cl Revolte Swedish Punch
0,5cl Kaltenthaler Classic Balsamico
5 Tropfen Salzlösung**
1 Messerspitze Aktivkohlepulver

Der Voller Glanz entstammt der Karte, in der sich die TinTin Bar in Stuttgart Goethes „Herbstgefühl“ zur Orientierung genommen hat. Zu den zehn „Kerngefühlen“ des Gedichts wurden passende Drinks kreiert. „Die Idee ist, dass man die Entwicklung des Gedichts quasi nachtrinken kann“, so Jonas Hald. „An vierter Stelle steht dabei der Volle Glanz. Für ihn haben wir versucht, die Antithese zu etwas Glänzendem zu entwickeln. Der ursprüngliche Gedanke war etwas Gimlet-Artiges – also kräftig und fokussiert, aber zugleich frisch.“

Es wurde dann ein vielschichtiger, samtig-cremiger Shortdrink mit einem kleinen Säurekick. „Die Aktivkohle hat sich aus Experimenten entwickelt. Einerseits ist die Farbe ohne die Aktivkohle etwas bescheiden, andererseits unterstützt es die ‚Cremigkeit‘ des Drinks. Klingt sehr subjektiv, aber wir finden, dass der Drink ohne die Aktivkohle viel weniger Nachklang hat. Und er sollte auch gerührt werden. Geschüttelt verliert der Drink an Komplexität und wirkt mehr wie ein erfrischender Sour.

Der Feuchtgebiet Cocktail aus dem Einraum in Worms

Feuchtgebiet

Zutaten

2 cl Revolte Rum
2 cl Kaltenthaler Butterscotch
2 cl Blue Curaçao
2 cl Kokossirup
2 cl frische Limette
1 cl Aquafaba
2 Spray Vanille Bitters

Der „Feuchtgebiet“ ist eine Adaption des Swimming Pool, in den 1970er Jahren von Charles Schumann erfunden und vor allem in den 1990-er Jahren zur Bekanntheit aufgestiegen. „Wir wollten Drinks der 1990er Jahre neu interpretieren, um den Gästen hier auf dem Land Bekanntes neu erlebbar zu machen“, so Michael Meyer von der Einraum Bar in Worms. „Wir wollten jedoch keinen Cocktail mit viel Saft oder klassischer Sahne machen. Er sollte leichter und frischer werden, dennoch ein Rum-Drink bleiben.“

Die Kraft gibt dem Feuchtgebiet der Revolte Blanco, das weiche, samtig-runde erhält er durch den Butterscotch. „Wir haben den Drink zuerst mit dunklem Rum getestet, aber das war zu hart. In der jetzigen Rezeptur ist das Zusammenspiel von Karamell und Orange harmonisch rund, dazu passt natürlich auch Kokos. Aquafaba ist ein Seitenprodukt unserer Hummusproduktion und gibt eine schöne, schaumige Struktur, ohne auf Sahne zurückgreifen zu müssen.“

Der Plants Cocktails entstand im Teamwork in der Ory Bar
Der Plants Cocktails entstand im Teamwork in der Ory Bar
Japanischer Tiki-Flair: der Okinawa Mon Amour
Japanischer Tiki-Flair: der Okinawa Mon Amour

Plants

Zutaten

4 cl Banks 5 y
2 cl Skinos Mastiha
2,5 cl Limettensaft
1cl Akazienhonig
1cl Kerbel-Petersilie-Sirup (Eigenherstellung)

Der „Plants” ist ein Rum-Drink aus der aktuellen Signature Karte der Ory Bar in München, die im Team entwickelt wurde. Auf dieser Karte wird jedes verbaute Element der Bar geschmacklich und visuell als Cocktail übersetzt. So nennen sich die Drinks bespielsweise „Messing“, „Leder“ oder „Stein“. Der Plants wiederum repräsentiert die Pflanzen, die die Münchener Hotelbar schmücken.

Der Banks 5 gibt dem Drink seinen fruchtig, aromatischen Körper, wohingegen der Skinos Mastiha mit seinem harzigen, karottenähnlichen Aroma in Verbindung mit Kerbel und Petersilie dem Drink seine pflanzliche Frische gibt“, so die Beschreibung aus der Ory Bar. „Der Honig balanciert die starken Aromen des Cocktails aus und rundet ihn ab. Dekoriert wird der Drink mit Esspapier.“ In Summe ein erfrischender, hervorragend ausbalancierter Drink, der geschickt die Balance aus Frische und Kräuternoten hält.

Okinawa Mon Amour

Zutaten

5 cl weißer Rum (Ron Vacilon)
1 cl Chartreuse Verte
1 cl Orgeat
1.5 cl Kokoscreme
4 cl Matcha-Reduktion*
5 cl Ananassaft

Der „Okinawa Mon Amour“ ist ein japanisch angehauchter Tiki-Drink. „In Wien sind die Winter sind meist grau, da packt viele schon mal die Sehnsucht nach der Ferne“, so Filip Strotmann aus der Miranda Bar. Benannt ist der Drink nach Song, in dem eben dieses Fernweh besungen wird. Auch wenn viele der Ausdruck „japanisches Tiki“ zum Schmunzeln bringe, überzeugt der Drink vor allem im Glas.

„Matcha und Kokoscreme funktionieren hervorragend und werden auch in vielen japanischen Nachspeisen kombiniert. Chartreuse verstärkt den Effekt durch seine süßen Kräuternoten“, so Filip Strotmann. „Da wir ja aber einen eher fruchtig-frischen Drink haben wollten und keinen zu kräuterigen, kommt der weiße Rum zum Einsatz. Dieser gibt dem Drink genug Körper, ohne die anderen Aromen zu überdecken. Ananas rundet alles angenehm ab und gibt mit seiner Säure den nötigen Ausgleich zu den anderen Zutaten – und verstärkt gleichzeitig den Tiki- und Tropenfokus.“ Das Fernweh ist somit zumindest für eine kurze Zeit vergessen.

Credits

Foto: Einraum, incl.at, Miranda Bar, Ory, Anna Rebecca Wiedermann

Comments (1)

  • Peter Schütte

    Tolle Kreationen von sehr kreativen Bartenderrinnen und Bartendern. Ich liebe in einer tollen Zeit. Freue nicht sehrdiealle mal zu probieren.

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