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Der Black Forest Bar Cup 2022 ist ein kleiner, aber feiner Wettbewerb in Offenburg

Beim Black Forest Bar Cup gibt es nur Gewinner:innen – aber Daniel Grammer ganz besonders

Daniel Grammer aus dem The Door in Karlsruhe gewinnt den sechsten Black Forest Bar Cup. Mit einer heimisch inspirierten Variation des Corn’n‘ Oil nimmt der Bartender den Sieg mit aus Offenburg nach Baden.

Mit dem Black Forest Bar Cup hat Willi Schöllmann der hiesigen Szene einen sehr besonderen Cocktailwettbewerb geschenkt. Neben MIXOLOGYs eigener Made in GSA Competition ist es die einzige Competition im deutschsprachigen Raum, bei der nicht eine einzelne Marke oder Firma, sondern Regionalität im Vordergrund steht. Genauer gesagt soll es bei Schöllmanns Cup schlicht um den Schwarzwald gehen – um die kulinarische Vielfalt, die diese Region am südwestlichen Rand Deutschlands zu bieten hat, auch um die gemeinsamen Schnittmengen mit der französischen Kultur.

Black Forest Bar Cup: vom Geheimtipp zur kleinen Institution

Seit 2016 wächst der Black Forest Bar Cup jedes Jahr ein bisschen mehr, gewinnt mehr Aufmerksamkeit, erhält mehr Bewerbungen für das Finale. Und das zu Recht: Inzwischen ist der Wettbewerb für viele Barleute ein Termin, der mit viel Vorlauf notiert wird, der Relevanz erzeugt. Dass mittlerweile sogar Schweppes Deutschland zum zweiten Mal als Sponsor mit an Bord war, spricht Bände. Und auch MIXOLOGY ist seit Jahren stets dabei, wenn in Offenburg oder anderswo im Schwarzwald zeitgemäße Drinks mit heimischem Fokus gemixt werden.

So auch dieses Jahr. Nachdem der BFBC 2020 ausfiel und 2021 vom Sommer in den Herbst verlagert worden war, hielt Schöllmann für die Zukunft am neuen Termin fest. Am 24. Oktober kamen im Haus Zauberflöte in Offenburg 11 Finalist:innen zusammen, um aus ihrer Mitte die Gewinner:innen zu ermitteln. Neu waren diesmal zwei sozusagen internationale Gäste: Im Zuge der „BFBC London Stories“ konnten sich im Juni mehrere Barleute aus London der Challenge stellen, um einen Startplatz in Offenburg zu mixen. Paul Minea und Mia Lasocka sicherten sich diese beiden Plätze und vertraten damit die europäische Bar-Metropole im Schwarzwald.

Daniel Grammer, Barchef des The Door in Karlsruhe, gewinnt den Black Forest Bar Cup 2022
Daniel Grammer, Barchef des The Door in Karlsruhe, gewinnt den Black Forest Bar Cup 2022
Der zweite Platz ging an Paul Minea aus dem Waldorf Hilton in London
Der zweite Platz ging an Paul Minea aus dem Waldorf Hilton in London
Robin Lühert aus dem Esprit in Göttingen komplettierte das „Siegertreppchen“
Robin Lühert aus dem Esprit in Göttingen komplettierte das „Siegertreppchen“

Der Sieg geht von Offenburg nach Karlsruhe

Der Sieg bleibt jedoch – wie schon beinahe traditionell – mehr oder weniger im südwestdeutschen Raum: Daniel Grammer aus dem The Door in Karlsruhe überzeugte die Jury aus Schoellmann’s-Alumnus Jonas Stein, Paul Sieferle (Hagestolz, Mannheim), Gabriel Daun (Gekko Group), Falco Torini (Schweppes) und MIXOLOGY-Chefredakteur Nils Wrage.

Grammer, der aus Competition-Sicht bislang eher unbekannt ist, brillierte mit dem Drink „Zwetschge orientiert an Übersee“, der sich klar am westindischen Klassiker Corn’n’Oil ausrichtet. Darin vermählt Grammer schwarzwälder Rum und Zwetschgenbrand vom Kaiserstuhl mit einer Mischung aus fruchtigen, fast weihnachtlichen Aromen und typisch karibischen Falernum-Gewürzen. Die Jury lobte die aromatische Dichte des Cocktails, der Freunden kräftiger, klassischer Drinks große Freude machen dürfte. Ein nicht nur optisches Highlight auf dem schlichten Tumbler war die Garnitur: Das Dreieck aus Frucht-Leder stammt nicht von irgendwoher – das Leder erzeugt Grammer aus den ausgelaugten Zwetschgen und Orangen, die beider Infusion des Rums entstehen. In seinem Drink steckt also nicht nur ein ordentliche Portion Heimat, sondern gleichsam ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit und ganzheitliche Produktnutzung.

Die Jury des Black Forest Bar Cup 2022
Stehend (v.l.n.r.): Veranstalter Willi Schöllmann mit der Jury: Falco Torini, Jonas Stein, Gabriel Daun, Paul Sieferle und Nils Wrage

Silber nach London, Bronze nach Göttingen

Eng wurde es bei den Rängen zwei und drei, zwischen denen nach Jury-Aussage am Ende nur ein hauchdünner Unterschied lag. Den zweiten Platz nimmt Paul Minea für seinen „The Wild Forest“ mit nach London, wo er im Waldorf Hilton als Bar Manager tätig ist. Platz drei geht an Robin Lühert aus dem „Esprit“ in Göttingen, der mit dem „Belenus“ einen tollen Sour auf Basis von Apfelbrand und Verjus kredenzte.

Seinen Ausklang fand der sechste Black Forest Bar Cup dann wie immer in Willi Schöllmanns großer Restaurant-Bar „Schoellmann’s“ über den Dächern von Offenburg. Bei Austern, großartigem Essen, feinen Drinks und reichlichen Mengen Champagner ging dann ein Tag im Zeichen der Barkultur zu Ende und eine lange Nacht begann. Aber das ist dann nochmal eine andere Geschichte. Wer das selbst erleben möchte, bewirbt sich am besten einfach für den Black Forest Bar Cup 2023. Dann übrigens vielleicht sogar mit Teilnehmern aus Singapur. Der Schwarzwald ist ja irgendwie eh überall.

Zwetschge orientiert an Übersee

Daniel Grammer, The Door, Karlsruhe

3,5 cl Black Wood Rum (Infusion mit Zwetschge, Zimt und Orange)
1,5 cl Faude feine Brände Zwetschgenbrand
3 cl hausgemachter Spicy-Bitter-Falernum*
1,5 cl frischer Limettensaft
3 Dashes Fee Brothers Aztec Chocolate Bitters

Glas: Tumbler
Garnitur: Frucht-Leder (aus den Resten der Infusion)

Zubereitung: Zutaten ins Rührglas geben und auf Eiswürfeln gründlich kaltrühren. Auf einen großen Eiswürfel ins vorgekühlte Glas abseihen.

*u.a. mit Mandel, Kokos, Ingwer und Fernet

Credits

Foto: Leo Suhm

Comments (1)

  • Dick Sour

    …und der Drink des Jahres 2022: Dicksoup
    Gekürt von einer 5-köpfigen Männerjury. Glückwunsch!

    reply

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