Enttäuschung Espresso. Warum Espresso zur festen Größe in der Bar werden muss.

Debatte 10.2.2013 21 comments

Selbst gute Bars tun sich immer noch schwer bei der Zubereitung von Espresso und sind meist nicht in der Lage Zufriedenstellendes in die Tassen und an den Gast zu bringen. Muss das wirklich sein? Espresso ist nicht gleich Espresso! Zwischen der ignoranten Zubereitung mit einem Vollautomaten und der gekonnten Extraktion mit einer Siebträgermaschine liegen Welten.

Ein Wahnsinnsabend in einer Berliner Bar geht zu Ende. Die Cocktails waren eine echte Freude. Das Barpersonal hat es geschafft, unaufdringlich und subtil eine gastliche Atmosphäre zu schaffen, die dazu animiert bis spät in die Nacht zu verweilen und definitiv wieder einzukehren. Der letzte Wunsch, ein doppelter Espresso, wird leider nicht erfüllt. Stattdessen befindet sich in der Tasse eine wässrige Plörre mit fadenscheiniger, fast weißer Crema, die kurz zuvor ein hässlicher, blinkender Vollautomat ausgespuckt hat. Ein Fauxpas!

Nach dieser geschmacklosen Tragödie drängt sich die Frage auf, warum es in Bars keinen schmeichelhaften Espresso gibt.

Am Ende eines Abends oder einer Speisen- bzw. Getränkefolge steht für viele genussaffine Gäste ein solider Espresso – der letzte Eindruck des Abends. Sollte die momentane Bar-Philosophie, die sich dem (Getränke-)Genuss und der Gastlichkeit verschrieben hat, nicht so weit reichen, sich auch der Befriedigung dieses Bedürfnisses zu widmen und den Gast nicht mit einer flüssigen Beleidigung abzustrafen oder den letzten Wunsch gar zu verwehren?

Bartender trifft Barista

Die Infrastruktur für speciality coffee ist in deutschen Großstädten inzwischen sehr gut und muss den internationalen Vergleich nicht mehr scheuen, insbesondere in Berlin. Trotzdem scheinen Kaffeeszene und Barszene aus professioneller Sicht kaum im Dialog zu stehen. Dabei drängt es sich förmlich auf, zu kooperieren und voneinander zu profitieren. Denn beide Metiers haben sich dem Genuss auf hohem Niveau verschrieben und teilen die gleichen Prinzipien. Pragmatisch ist sogar der Arbeitsalltag recht ähnlich. Dem Gast wird ein selbst zubereitetes Getränk serviert, bei dem der Bartender bzw. Barista entscheidenden Einfluss auf die Geschmacksqualität des Produkts hat. Im Vorfeld werden die besten Rohstoffe selbst ausgewählt und teils veredelt. Selbst regelmäßige Wettbewerbe gibt es in beiden Fächern. Die Ähnlichkeiten sind frappierend.

Problemlos könnten Röster und Baristi, das ohnehin affine Barpersonal entsprechend in die Materie einführen und schulen, sowie Equipment und Know-How auf die entsprechenden Barbedürfnisse einstellen. So könnte die Bar den letzten Wunsch des Gastes erfüllen und die Kaffee-Aficionados könnten ihr Produkt einer neuen, genusserprobten Zielgruppe zugänglich machen.

Bittere Realität

Die Realität ist allerdings meist ziemlich bitter. Statt auf Hochglanz polierte Edelstahlschönheiten und einem perfekt organisierten mise-en-place, bieten die meisten Bars ein eher trauriges Bild. Entweder ein grässlicher kleiner Vollautomat, mit dem es per se nicht möglich ist guten Espresso zuzubereiten, schmückt in feinster Plastikoptik den Bereich hinter dem Tresen. Was im Übrigen meist ein einfaches Zeichen von mangelndem Verständnis oder schlichtweg Unwissenheit ist. Oder, schlimmer noch, hinter dem Tresen fristen eine Siebträgermaschine und eine Kaffeemühle, mit denen es rein theoretisch möglich wäre guten Espresso zu kredenzen, ihr tristes Dasein, und sind dazu verdammt, vollkommen verdreckt ein Leben lang aus alten Bohnen schlecht zubereiteten Espresso zu sezernieren. So etwas ist vorsätzliche Schlampigkeit und eine absolutes No-Go.

Was diese beiden Arten der Zubereitung schließlich hervorbringen, ist eine lächerliche Karikatur des Produkts Espresso. Viel Bitterkeit, kaum Säure, keine Süße, wässrig, oft zu heiß oder zu kalt und über das Thema Crema muss man in diesem Zusammenhang gar nicht reden. Ganz anders hingegen der gewissenhaft und sorgfältig zubereitete Espresso. Feines Säurespiel mit subtiler Süße, ein angedeuteter Hauch Bitterkeit, eine schon fast viskos anmutende Textur, gekrönt von einer dichten, feinporigen, rehbraunen Crema. Ein Gedicht.

Ob man sich im Barbetrieb auf die flüssige Praline, den Espresso, beschränkt oder das Sortiment um milchhaltige Getränke erweitert oder gar eigene Kaffeegetränke, ob mit oder ohne Alkohol, kreiert, eins ist sicher: Die Fusion der zwei Genusssphären Bar und Kaffee ist in Zukunft unausweichlich und stellt, wenn intelligent durchgeführt, eine Win-Win-Win-Situation dar.

 

Parameter für einen gelungenen Espresso aus einer Siebträgermaschine:

  • 100 % Arabica-Bohnen, aromaverpackt, am besten handwerklich geröstet und nicht älter als 1 Monat (Robusta-Bohnen sind nur sehr selten in zufriedenstellender Qualität erhältlich)
  • Eine saubere (!) richtig eingestellte Siebträgermaschine und Mühle (gute Röstereien stellen dafür regelmäßig Fachpersonal zur Verfügung)
  • Espressomehl (frisch- und feingemahlen): 7 g ±1
  • Gleichmäßiger Tamperdruck
  • Wassertemperatur beim Austreten aus der Brühgruppe: 88-94°C
  • Extraktionszeit (je nach Gusto): 25 Sek. ±5
  • Brühdruck: 9 bar ±1
  • Temperatur in der Tasse: ca. 67 °C
  • Milliliter in der Tasse (je nach Gusto): 25 ml ±5

 

21 comments

  1. Le Bar le Wien

    Sehr lesenswert. Man muss aber leider bedenken, dass, ausgenommen der Hotelbar, viele selbstständige Bars einfach NICHT DEN PLATZ zur Verfügung haben, geschweige denn das Geld von 2000-3000euro (es gibt sicher auch günstigere Halbautomaten (wäre ein anderes Wort) für eine blöde Espressomaschine. Und wo beginnt es, wo hört es auf? Nur für Espresso wird sich doch niemand einen Halbautomaten besorgen. Oder soll es auch alle anderen Getränke geben? Cappuccino, Milchkaffee, Doppelte Mocca und dergleichen Konsorten? Wie oft verkauft sich das am Abend? (dass ist ja die reguläre klassische Zeit wo eine Bar offen hat).

    Hat man dann noch Lust, auf die Gäste einzugehen die spätabends antanzen und um einen Koffeinfreien Fettarmen Cappuccino bitten?

    Nein tut mir leid, wir haben nur 3,5% Milch, aber ab nächster Woche haben wir Fettarme Milch, Sojamilch, Biomilch vom heimischen Bauern und natürlich Laktosefreie Milch ebenso im Angebot.

    Denn nur für einen Espresso lohnt die Investition doch nicht. Der benötigte Platz dazu doch ebenso (Kühlfläche etc.)

    Den Abschlusssatz wie folgt bestätigend: vorrausgesetzt der Platz, die finanziellen Möglichkeiten und die Zeit sind da, ein definitives STIMMT !

  2. Matthias T.

    Es wird auch oft damit argumentiert, dass die Einschulung des Personals, bei Halbautomaten zu aufwendig ist.
    Als Barista halte ich das für reinen Aberglauben, in 2 Tagen hat das Jeder drauf.

    Die Halbautomatenfraktion munkelt ja auch, dass ihre laufenden Kosten unter denen von Vollautomaten liegen ;o) . (Hat hier jemand seriöse, genaue Berichte?)

    Der Meinung der Le Bar schließe ich mich an.
    Ps.: Herr Kohrt, ich teile ihre „gustatorischen Leidenschaften“ vollständig.
    Es Grüßt…

  3. Thorsten A.

    Schöner Artikel.
    Neu meiner Meinung nach an der Realität vorbei gedacht.
    Wie viel Umsatz macht eine Bar mit Espresso & Co? Ich behaupte: nicht viel. Wie viel Umsatz würde ein Bar mit Espresso & Co machen, wäre dieser erstklassig? Mehr als zuvor, aber genug, um die immens hohen Investitionen reinzuholen?
    Getreu dem Motto „Ganz oder gar nicht“ holen wir mal richtig aus, alles andere würde beim Anspruch an einen wirklich(!) guten Espresso keinen Sinn machen.

    – eine mind. 2-gruppige Gastromaschine mit zwei Gruppen mit Temperatureinstellung, regelbarer Preinfusion usw: mind. 5000€, neu noch mehr
    – mind. eine Gastromühle, angesichts verschiedener Bohnen eher 2-3: je 800-1000€ aufwärts
    – sonstiges Zubehör für den Barista-Arbeitsplatz: 500€
    – Barista, der sein Handwerk wirklich versteht (Maschinen- und Mühlensettings, Kenntnisse über die Bohnen als Rohstoff, richtige Zubereitung von Espresso & Milchschaum, idealerweise Latte Art: kriegt man nicht auf 400€-Basis.
    – Wirklich gute Bohnen (und nicht der industrielle Mist aus dem Großmarkt): Endkundenpreis 10-15€ / 500gr.

    Wie gesagt, ich hätte angesichts des Artikels den Anspruch an einen 5-Sterne-Espresso. Alles andere wäre ein fauler Kompromiss. Wie der auszieht, sieht man jeden Tag bei Starbucks und vergleichbaren Ketten. Mehr davon brauchen wir weiß Gott nicht.

    • Thorsten A.

      Sorry wegen der Tippfehler, ich konnte es nur nicht mehr editieren.

  4. Tobias Thiele

    Eigentlich ein schöner und hilfreicher Artikel, wenn da nicht eine kleine Sache wäre:
    „100 % Arabica-Bohnen“ mag ein Merkmal einer bestimmten Art der Kaffeezubereitung sein. ABER es ist KEIN und wirklich absolut kein Qualitätsmerkmal. Es gibt sogar ausgezeichnete 100%-Robusta-Mischungen und einen guten Espresso völlig ohne Robusta-Anteil zuzubereiten ist nicht so leicht.
    Der 100%-Arabica-Mythos wurde seit Jahren von der Werbung kreiert und gefeiert, so dass er heute scheinbar Allgemeinwissen ist. Tatsächlich ist er aber vollkommender Schwachsinn.

    Herr Kohrt, bitte ändern Sie diesen Punkt in Ihrem Artikel. Gegebenfalls kann ich Ihnen auch einige Arabica-Robusta-Mischungen mit ausgezeichneter Qualität empfehlen.

  5. Redaktion

    Liebe Kommentatoren,
    zunächst einmal bin ich höchst erfreut über die zahlreichen Kommentare, die mein Artikel beziehungsweise das Thema provoziert. Selbstverständlich sehe ich mich dazu verpflichtet Ihnen Rede und Antwort zu stehen zu den kritisierten Punkten:

    1. Preisfrage/Platzfrage: Der finanzielle Aufwand ist sicherlich zu bedenken. Aber mit den genannten Beträgen von 2000-6000€ doch ziemlich bei den Haaren herbeigezogen. Die Bar soll schließlich nicht zur Espresso-Bar umfunktioniert werden, sondern es soll lediglich die Möglichkeit geboten werden, einen gut zubereiteten Espresso zu genießen, wenn vom Gast gewünscht. Dazu würde im Falle einer kleinen Bar beispielsweise eine kleine La Pavoni (ohne Festwasseranschluss) seinen Dienst leisten, mit einer kleinen Mühle anbei. Außerdem gibt es gebrauchte Maschinen in hervorragender Qualität bei ebay etc. Bei solch einem Setup würde man inklusive aller benötigten Utensilien bei rund 500€ liegen. Nach oben hin sind preislich sicherlich keinerlei Grenzen gesetzt. Über die Sinnhaftigkeit lässt sich in jedem Fall streiten.

    2. Produktangebot: Grundsätzliche gehe ich in dem Artikel von dem Getränk Espresso aus. Wer das Bedürfnis verspürt dem Gast jeden Wunsch von den Lippen abzulesen, der muss sicherlich auch dutzende Sorten Milch und Sirup bereitstellen und alberne Kunstwerke in den Espresso malen – oder eben nicht.

    3. Personal: Ich stimme Matthias T. voll und ganz zu. Grundsätzliche Zubereitungstechniken und Standardwissen sind (insbesondere) Bartendern leicht und schnell zu vermitteln.

    4. Umsatz: Offensichtlich zielt das Ganze in diesem Fall nicht auf den Umsatz. Es geht darum, dem Gast ein stimmiges Qualitäts- und Genusskonzept zu vermitteln und so ein „Added Value“ für die Bar zu schaffen.

    5. Bohnen: Natürlich ist der Robusta-Arabica-Glaubenskrieg ziemlicher Schwachsinn. Fakt ist aber einfach, dass im Bereich „specialty coffee“ die Auswahl an reinen Arabica-Mischungen deutlich größer ist und sie meistens geschmacklich auch deutlich eleganter ausfallen. Robusta-Bohnen sind oft recht dominant im Geschmack und stellen das Spektrum der Arabica-Aromen schnell unangenehm in den Hintergrund. Aber das mag auch Geschmacksfrage sein. Über einige Empfehlungen von Herrn Thieles Seite wäre ich aber trotzdem höchst erfreut.

    Darauf erstmal einen doppelten Ristretto…

    MK

    P.S. Wir werden das Thema Espresso in der Bar in der am 7.3. erscheinenden Ausgabe von e·MIXOLOGY vertiefend behandeln.

  6. Jean-Pierre Ebert

    Sehr schön! Zu erwähnen wäre noch, dass wahrscheinlich das Bar-Personal, sofern ein vernünftiges Setup vorhanden, mehr Kaffee trinkt, als alle Gäste am Abend zusammen. Zumindest bei uns ist das so. Welcher Bartender möchte einen bescheidenen Espresso trinken?

    Übrigens, ein wirklich professionelles Espresso-Mühlen-Setup gibt es ab etwa 1500 €, ab 2000 € wird die Auswahl größer. Wasserfilter sind nicht zu vergessen, je nach Technik ab 100 Euro im Jahr. Ach ja, bei der Mühle investiert man vielleicht besser etwas mehr, wenn man Pech hat wird hier bereits der Kaffee verdorben (die Mahlsteine werden evtl. heiß beim Mahlen).

    Die Arabica -Hysterie teile ich nicht. Robusta – Kaffee gibt dem Ganzen Struktur und Definition, außerdem ist die Crema immer gehaltvoller / besser als bei 100% Arabica.

    Bei der Brühdauer gehe ich nur insofern mit, dass 25s die obere Grenze sind. Danach wird alles Mögliche aus dem Kaffee gespült, auch das, was man nicht im Kaffee haben möchte. Ich habe auch schon Espresso getrunken, der mit 12s Brühdauer perfekt war. Hängt von der Bohne, Röstung, Temperatur, Mahlung, Sternenkonstellation, Luftdruck, Wohlbefinden und natürlich den Vorlieben ab.

  7. Tobias Thiele

    Falls Werbung hier erlaubt ist, würde ich empfehlen: Schamong Kaffee Espresso Napoletano (20.80€/kg, Arabica 40%, Robusta 60%). Bei der „industriellen Stangenwahre“: Tre Forze! Caffè Espresso (ca. 28€/kg, Arabica ca. 90%, Robusta ca. 10%). Darüber hinaus testet das Crema-Magazin auch jede Ausgabe mehrere Bohnen.

    Zu der ganzen Kosten/Nutzen- und Platzdiskussion kann ich nur sagen: Wer einen geringen Durchsatz erwartet, muss keine dreigruppige Gastronomiemaschine kaufen, oder haben Sie bisher einen Gastro-Vollautomaten genutzt. Außerdem verlangt ein Vollautomat auch nach Platz, (aufwändiger) Pfege, Anschaffungs- und Unterhaltskosten. Zudem sollte in eine ordentliche Bar der Großteil der notwendigen Infrastruktur schon vorhanden sein.
    All das ändert aber nichts an der Grundsatzentscheidung: Muss eine (Cocktail-) Bar Espresso anbieten oder nicht?

    Anmerkung: Ich bin kein Profi, also eventuell sehe ich das mangels Barerfahrung falsch. Das Ganze ist nur meine persönliche Sichtweise.

  8. Jean-Pierre Ebert

    Eine Cocktailbar braucht keinen Espresso. Auch keine andere Kaffeespezialitaeten. Es ist sicherlich eine sinnvolle Ergaenzung, und vielleicht auch ein Muss bei Tagesbetrieb. Wenn, dann mit den selben Ansprüchen wie bei den Kaltgetraenken auch. Beste Zutaten, handgeklöppelt und entsprechende Darreichung. Voll- und Halbautomaten gehen aus verschiedenen Gründen gar nicht. Vergleiche Cocktailautomat.

    Übrigens hat jede Kaffemaschine eine „Tagesform“ (Raumtemperatur/Luftfeuchte/etc.). Ab und an den Service zum Reinigen und Einstellen kommen zu lassen reicht nicht. Ein gutes Ergebnis gibt es nur, wenn man weiß wie es geht und je nach Ergebnis nachjustiert. Einen guten Espresso gibt es nicht für umsonst. So einfach wie behauptet ist es nicht. Etwas Liebe, Fachwissen, Geschmack, Auge, eine ganze Menge Übung und am Anfang viel, viel Zeit sind notwendig, um jeden Tag einen herzerfrischenden Espresso auf das Tresenblatt zu bekommen. Nicht umsonst gibt es spezielle Läden, die es einfach drauf haben, einen wundervollen Kaffee zu kredenzen. Ich würde abraten, Espresso in der Bar zu servieren, es sei denn es findet sich jemand im Team, der diese flüssige Rubrik mit der gleichen Sorgfalt betreut, wie den Rest der Getränke auch.

  9. Robert Vogel

    Espresso, Cappucino etc. haben auch in einer Bar ihre Berechtigung. Bei Tagesbetrieb eine conditio sine qua non. Für alle reinen Abend Betriebe möchte ich die gute alte Nespresso Maschine in die Runde werfen.
    – Geringe Investition
    – Gleichbleibende und auch durchaus gute Qualität
    – So gut wie keine Vorkentnisse bei den Mitarbeitern notwendig.
    – Variantionsmöglichkeiten durch verschiedene Sorten
    – Geringer Platzbedarf (Man muss sie ja nich tin Sichtweite des Gastes aufstellen :-))
    Alles was darüber hinaus geht erfordert Vorkenntnisse und vor allem Übung, die in Bars normalerweise nicht gegeben sind. (gerade kleine Pavoni Maschinen erfordern viel Übung)
    Falsch gemacht führt es, wie ein schlechter Drink zu abschreckenden Erlebnissen.
    Beim Thema Siebträgermaschine geraten wir schnell in einen „Glaubenskrieg“. Welche Maschine, welche Temperaturen, welche Kaffeesorten etc. Von den Mühlen ganz zu schweigen.
    Die Möglichkeinte die sich durch das Angebot koffeinhaltiger Heißgetränke in einer Bar beiten sind schier unendlich und sprengen jeden Rahmen eines Forums.
    Nespresso scheint mir momentan der beste Kompromiss zwischen Anspruch und Wirklichkeit in einer Bar.

  10. Holger G.

    Mit einer kleinen eingruppigen Siebträgermaschine (die Expobar Office Control gibts sogar mit Festwasseranschluss) und einer kleinen Gastromühle erzielen wir gute Ergebnisse. Die Gäste danken es. Und ja, das Personal übrigens auch.

    • Redaktion

      Kurz und knapp auf den Punkt gebracht. Danke dafür!

  11. Peter Willmer

    Danke, Morten, für einen exzellenten Artikel!
    Was deine Kommentare bezüglich Kaffee angeht, stimme ich dir vollkommen zu. Allerdings bin auch ich der Meinung, dass eine Cocktailbar nicht unbedingt Espresso servieren muss. Da die Kosten und der Aufwand dann doch recht hoch sind (wie in anderen Kommentaren schon beschrieben), ist mir dann eine Cocktailbar lieber, die gar keinen Espresso als einen schlechten anbietet.

    Das größere Problem ist aber viel mehr, dass die meisten Barbetreiber (und Restaurantbetreiber übrigens auch) ein mangeldes Verständnis über die Komplexität von Kaffee, insbesondere Espresso, an den Tag legen. Da setzt man sich mit allen möglichen Produkten penibel auseinander, aber beim Kaffee scheinen dann viele zu denken „das ist ja einfach“. Anders kann ich mir die verbreitete schlechte Qualität nicht erklären.

    Es muss also ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass es eben nicht einfach ist, guten Espresso zuzubereiten. Ein Hexenwerk natürlich auch nicht, und die hier genannten „Mindestanforderungen“ sind eine gute Hilfe für jeden, der sich noch nicht mit Espresso auskennt.

    Ich denke, Bar- und Restaurantbetreiber sollten sich überlegen, entweder die in deinem Artikel genannten Tipps zu beherzigen (auch wenn das natürlich Kosten und Aufwand bedeutet) oder eben konsequenterweise keinen Espresso anzubieten. In Berlin hat vor einiger Zeit übrigens ein amerikanisches Diner eröffnet, das nur Filterkaffee und keinen Espresso anbietet. Das finde ich konsequent und ehrlich! (wobei man natürlich sagen muss, dass Filterkaffee auch nicht ohne Tücken ist, aber deutlich einfacher als Espresso).

  12. Redaktion

    Mannoman!

    Das theoretische (Halb-)Wissen scheint ja durchaus verbreitet und ziemlich verhärtet zu sein. Und mit der Listung der grundsätzlichen Parameter habe ich offensichtlich einen schmackhaften Köder ausgeworfen. Eigentlich unbeabsichtigter Weise, da ich persönlich diese Debatte für eher sekundär halte.

    Intention des Artikels war eigentlich eine Debatte anzustoßen, ob und warum Espresso in der Bar eine Notwendigkeit ist. Luftfeuchtigkeit, Sternenkonstellation etc. sollten weniger Thema sein und blasen das Thema doch eher unnötig auf.

    Um einen feinen Espresso in die Tassen beziehungsweise Gläser zu bekommen, bedarf es keinerlei Zauberei oder langjährigen Studien und noch weniger einem High-End-Maschinenpark.

    (Für alle Experten: Der traumhafte Espresso auf dem Foto wurde übrigens von meiner 25 Jahre alten, winzigen Gaggia Baby ausgespuckt. Bei den Bohnen handelt es sich um Black Delight Blend No.3.)

    MK

  13. Jens

    Finde das Thema super spannend! Wenn man in einer Bar ein gutes Bier (fränkisch am Besten :-)) kriegen soll (und das Thema immer weiter in den Vordergrund rückt) – warum nicht auch Kaffee/Espresso?!
    Wer ins Ausland blickt wird verstehen – in Sachen Kaffee sind Deutsche z.T. noch echte Holzköpfe und, naja „verstehen“ (??) nicht, WIE gut ein Espresso eigentlich hier und da reinpasst….

    TOP ARTIKEL (nebst Reaktionen)!

  14. Ralf

    Wir haben glücklicherweise in Berlin mittlerweile eine ganze Reihe Bars, in denen man sich auf das Handwerk der Bartender verlassen kann. Kern der Kritik ist, dass Barkeeper (und auch Köche) sich mit Hingabe großen Neuerungen und winzigen Details widmen, Kaffee aber, außer in Saucen, Bränden und Likören, das Stiefkind ihrer Bemühungen bleibt. Cocktails mit hausgemachten Infusionen im temperierten Kristallglas neben einem dünnen Gebräu aus einem Vollautomaten zu servieren, ist ein Fauxpas dessen Ursachen auch in der langen Abwesenheit von Kaffeekultur zu suchen sind. Ich hoffe, dass sich das ändern wird und freue mich, dass Morten endlich den ersten Stein geworfen hat.

  15. Jeannette

    Bei uns in der Bar gibt es Nespresso Business Lösung. Günstig in der Anschaffung (ca. 450,00 €), stets perfekte Qualität und das Beste: 8 Kapseln zur Wahl, so kann man jedem das servieren was er mag, kräftig mit viel Robusta bis hin zum Espresso decaff.

    Für eine Bar eine gute Lösung, die Maschine braucht wenig Platz, keine Mühle und vor allem wenig Strom! (das war das Haupargument den Halbautomaten auszutauschen)

    Sicherlich ist ein Siebträger in jeder Form schön, aber die geöffneten Bohnen halten nur wenige Tage das volle Aroma und 120 Espressi verkaufen wohl nur wenige Bars in 5-6 Tagen. Danach ist die Qualität futsch!

    P.S. ein guter Espresso in einer Bar ist genauso wichtig wie die Qualität der restlichen Getränkeauswahl.

  16. Le Bar le Wien

    Der Klassiker schlecht hin:

    0:30 Uhr nachts, ein Cappuccino, fettarme Milch, Koffeinfrei.

    cheers

    Eine große Kostspielige Maschine sollte nur dann angeschafft werden, wenn überhaupt, wenn man im TAGESgeschäft auch offen hat. Öffnet man die Pforten erst um 20 Uhr oder dergleichen, so sollte ein kleines Modell vollkommen ausreichen. Alternativ, drinkts doch bitte RedBull wenn ihr euch aufpuschen wollt.

  17. Peter

    bezugnehmend zum ersten Kommentar muss man ganz einfach und trocken hinzufügen, wenn ein Betreiber nicht den nötigen Platz hat -> sein lassen.
    Es regt mich immer wieder auf wenn Kaffee Spezialitäten liest, zu einem Preis wo man durchaus eine Spezialität erwartet und kriegt etwas vorgesetzt was der puren Frechheit nahe kommt. Sorry liebe Bars, Restaurants und Hotels. Kaffeevollautomaten haben nur den Begriff Kaffee gemeinsam…das was rauskommt ist ein Unterschied unhd mit Sicherheit keine 50Cent wert…

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